Jetzt putzt sich „Theater am Meer“ schon für Tag der offenen Tür

Guten Morgen SONNTAG | 06. August 2017.

Jetzt putzt sich „Theater am Meer“ schon für Tag der offenen Tür

Die "Theater am Meer"-Mitglieder sind auch in der Sommerpause äußerst fleißig

Wilhelmshaven. (nut/gmx) Wer heute das "Theater am Meer" (TaM) besuchen möchte, wird außen im Schaukasten bereits den Hinweis finden „Wi hebbt opstunns Sommerpaus“. Für den Bereich der Aufführungen und des Service stimmt das auch. Jedoch ist ein Teil der ehrenamtlichen Theater-Enthusiasten seit geraumer Zeit damit beschäftigt, alles dafür zu tun, dass in der kommenden Spielzeit wieder optimale Bedingungen für die Aufführungen und den Service herrschen.

Die Kostümabteilung mit Helga Lauermann, Heidi Strowik und Ingrid Bicke haben alle Kostüme und Ausstattungsgegenstände der letzten Spielzeit wieder gereinigt, wenn nötig geflickt und wieder in Reih und Glied in den Fundus gehängt.

Die Beleuchtungsabteilung mit Harald Schmidt, Marco Norden und Fynn Dießner haben Beleuchtungstraversen versetzt, damit den Scheinwerfern eine komplettere Ausleuchtung der Bühnenbilder im oberen Bereich ermöglicht wird. Gleichzeitig sind neue LED-Scheinwerferkonsolen installiert worden, die vielfältigere Beleuchtungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus wird zukünftig die Beleuchtung über einen Laptop gefahren und nicht mehr über ein voluminöses Stellwerk. Diese technischen Neuanschaffungen waren jetzt dank eines großzügigen Sponsorings möglich geworden.

Heinz Fuchs (links) und Wolfgang Buttjer sind seit vielen Jahren für die oft mit viel Beifall beklatschten Bühnenbilder des „Theaters am Meer“ verantwortlich. - Foto: Preuß

Die fleißigen Handwerker der Bühnenbilder des TaM, Wolfgang Buttjer und Heinz Fuchs, haben in der Zwischenzeit kleine Ausbesserungen auf der Probenbühne vorgenommen und sind aktuell dabei, den Fußboden sowie das gesamte Bühnenhaus neu schwarz zu streichen und Schränke auf der Bühne einzubauen, die die Spiel-Requisiten während der Aufführungen leicht greifbar machen. Ebenso haben sie den erstmaligen Einbau dreier schwarzer Bühnenvorhänge mit einer einläufigen Schleuderschiene sowie die Installation von je zwei schwarzen seitlichen Bühnenvorhängen für Seitengassen begleitet, so dass das "Theater am Meer" jetzt erstmals in der Kieler Straße über ein sogenanntes „schwarzes Kabinett“ verfügt. Dies lässt viele andere Nutzungsmöglichkeiten für die Bühne in der Zukunft zu. Auch diese Investition wurde nur durch großzügiges Sponsoring (u.a. durch die August-Desenz-Stiftung) ermöglicht.

Bühnenleiter Arnold Preuß und Marion Zomerland als Leiterin der bühneneigenen Theaterschule sind aktuell dabei, den Start der Theaterschule nach der Sommerpause mit drei Projekten zu planen. Zum einen wird ein Teil der älteren Theaterschüler in der Welturaufführung des Stückes "Fastbunnen" von Felix Borchert, in der Regie von Elke Münch spielen. Das Stück kommt am Ende der Spielzeit heraus. Ein weiterer Teil der aktuellen Theaterschüler wird in der maritimen Revue "In Hamborg sünd de Nachten lang" unter der Regie von Philip Lüsebrink spielen, die im Januar 2018 herauskommt und drittens besteht für Interessierte Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren im September 2017 die Möglichkeit, die freigewordenen Plätze in der Theaterschule zu besetzen.

Darüber hinaus stellen Preuß und Zomerland wieder das Bühnen-Programm anlässlich des Tages der offenen Tür zusammen, der am 3. September 2017, von 11 bis 17.30 Uhr, stattfinden wird. Gemeinsam moderieren sie auf der Hauptbühne die Spielzeithäppchen, mit denen sie den Besuchern Appetit auf ihren gemeinsam entwickelten Spielplan 2017/18 machen wollen. An der Bühnenshow wird fast das gesamte Ensemble des Theaters am Meer beteiligt sein.

Das Theaterbüro wird seine Pforten wieder ab Donnerstag, 17. August öffnen. Bis dahin sind alle Abonnementsunterlagen versandt und das zwischenzeitlich von Yannik Marschner erstellte Spielplanheft 2017/18 mit den Stückbeschreibungen, Preisen und Terminen zum kommenden Spielplan ist dann auch auf den Markt.

Anrührender Eintrag in unserem Gästebuch

LESERBRIEF an WZ "Jan" (veröffentlicht am 5. August 2017)

Anrührender Eintrag in unserem Gästebuch

Lieber lan, ich entdeckte heute einen Post in unserem Gästebuch (Theater am Meer). Jonathan Miller aus New Iersey (USA) ist offensichtlich im Ietzten Stück der letzten Spielzeit ,,Tooerst kummt de Familie" gewesen. Das Stück handelt von einer deutschen Auswandererfamilie in Amerika (Hoboken - gegenüber von Manhattan gelegen), die bis heute noch die plattdeutsche Sprache pflegt (darum konnten wir das Stück ja auch spielen). Das, was er uns geschrieben hat, finde ich so nett und anrührend, dass ich denke, dass es was für dich sein könnte. Hier also einige Sätze in deutscher Übersetzung:

,,Mein Vater war deutsch und war als Soldat in Wilhelmshaven. Also habe ich beschlossen, dass es schön wäre, die Stadt zu sehen, und ich war sehr erfreut, wie schön und ruhig es war. Unser Vater sprach auch deutsch mit uns, so dass ich in der Tat viele Teile des Stückes ,,Tooerst kummt de Familie“ verstanden habe. Ich habe am Ende tatsächlich geweint. Vor allem, weil viele Teile aus meiner Familie kommen könnten, zum Beispiel die Dinner Szene. lch freue mich, schon bald wieder in dieses Theater zu kommen. Das war alles für jetzt. Ich hoffe, euch bald zu sehen und grüße alle, die an dieser großartigen Aufführung mitgewirkt haben.

Arnold Preuß
Am Fort Schaar 5
Wilhelmshaven

Spielzeitheft 2017/18 "BÜST AL NEESCHIERIG?" erschienen

THEATER AM MEER | 1. August 2017

Spielzeitheft 2017/18 "BÜST AL NEESCHIERIG?" erschienen

Us Speeltietheft 2017/18 is dar. Büst al neeschierig? Ab dem 17. August 2017 ist unser Theaterbüro geöffnet, dort kann man das Spielzeitheft bekommen, aber auch Karten, Abos und jede Menge Informationen.

Das „Theater am Meer“ hat auch im Süden der Republik begeisterte Freunde.

WILHELMSHAVEN. 14. Juli 2017.

Das „Theater am Meer“ hat auch im Süden der Republik begeisterte Freunde.

Das durfte Bühnenleiter Arnold Preuß jetzt erfahren. Per Mailanfrage über die Theater-Homepage erreichte das Theater am Meer die Nachricht von Hans-Eberhard B., der schrieb „Liebes Theater-am-Meer-Team, da wir in diesem Jahr wieder an der Nordsee Urlaub machen, gehört auch unbedingt ein Besuch Ihres Theaters dazu. In den letzten Jahren waren wir da immer Stammgast und das Online-Reservieren war kein Problem. Dieses Mal tun wir uns sehr schwer. Leider finden wir keines Ihrer Stücke. Ist der Online-Verkauf noch nicht eröffnet? Können wir auf diesem Weg reservieren? Wir sind in der Zeit vom 09. bis 23. September da und würden gerne 2 Karten für das Stück "Bi mi to Huus, Klock fief?" kaufen. Gibt es noch welche in diesem Zeitraum? Es würde uns sehr freuen, könnten wir das Theater besuchen.“

Da das Theater Sommerpause hat, landete die Mail bei unserem Bühnenleiter Arnold Preuß. Der antwortete umgehend, „schön, dass Sie uns wieder besuchen wollen! Wir kümmern uns und Sie haben Recht, noch haben wir Theaterferien und daher ist eine Online-Buchung derzeit nicht möglich. Sobald unser Büro wieder personell besetzt ist, werden wir ihre Kartenwünsche erfüllen. Die Premiere von "Bi mi to Huus, Klock fief?" ist am 16.9.2017 und weitere Vorstellungen sind am 17. und 22.9. Da wird sich ein Besuch ermöglichen lassen.“

Der Dank von Hans-Eberhard B. blieb nicht lange aus, „vielen Dank für die rasche und erfreuliche Nachricht. Das freut uns ungemein, dass wir auch in diesem Urlaub ihr Stück genießen dürfen. Ein Genuss ist es auf jeden Fall immer! Die ganzen Jahre wurden wir noch nie enttäuscht! Auch wenn wir aus dem tiefsten Süden kommen und nicht jedes plattdeutsche Wort verstehen, macht es unheimlich Spaß!"

„Theater am Meer“ bringt 2017/2018 Musikrevue und viel Neues

WILHELMSHAVEN | PRESSEMELDUNG | THEATER AM MEER | 26. Juni 2017 

„Theater am Meer“ bringt 2017/2018 Musikrevue und viel Neues

Theaterschule mit Gewinner Karl-Mahnke-Preis „Fastbunnen“

„Lifting oder ut oolt maakt jung“ von Pierre Chesnot war in der letzten Spielzeit das besucherstärkste Stück. Mit „Bi mi to Huus, Klock fief?“, ebenfalls von Chesnot, wird die neue Spielzeit eröffnet. Auf dem Bild eine Szene aus „Lifting“ mit (v.l.) Christel Dörnath und Heidi Strowik. - Foto: TaM

Auf der Jahreshauptversammlung des Theaters am Meer präsentierten Marion Zomerland und Arnold Preuß – wie in den vergangenen 14 Jahren - den Spielplan 2017/18. Er enthält ausschließlich Novitäten, die zum Teil als Uraufführung, Niederdeutsche Erstaufführung oder erstmalige Aufführung gespielt werden. Bei den Regisseuren wird auf Kontinuität gesetzt, so dass neben Arnold Preuß wieder drei Berufsregisseure verpflichtet wurden. Nina Arena aus Bremen und Philip Lüsebrink aus Hamburg. Hinzu kommt mit einem Heimspiel aus Wilhelmshaven Elke Münch. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser Publikum sich gerne mit neuen Stücken und interessanten Themen auseinandersetzt. Neben einem breiten Angebot an Unterhaltungsstücken sind auch ab und an ernstere Töne gerne gesehen“, sagt Bühnenleiter Arnold Preuß. „Wir werden diese bewährte Spielplanausrichtung weiter beibehalten und darüber hinaus erstmals wieder eine musikalische Produktion ins Programm nehmen“, betonte er. „Richtig glücklich sind wir, dass am Ende der Spielzeit ein ganz besonderes Stück mit Mitgliedern der Theaterschule als Welturaufführung herauskommt“, freut sich Marion Zomerland, die nach wie vor für die Leitung der Theaterschule verantwortlich ist.

Bi mi to Huus, Klock fief?
Die nächste Spielzeit 2017/2018 startet am 16. September mit der Niederdeutschen Erstaufführung der Komödie „Bi mi to Huus, Klock fief?“ von Pierre Chesnot. Arnold Preuß, der das Stück in die niederdeutsche Sprache übersetzt hat, wird die Eröffnungspremiere inszenieren. Das Stück schildert die amourösen Abenteuer der beiden Singles Selina und Jan-Malte, die beide - ihres Junggesellendaseins überdrüssig - auf der Suche nach einem Ehepartner sind. Eigentlich müssten sie gar nicht in die Ferne schweifen, denn sie wohnen im selben Hochhaus. Doch bis sie sich am Ende eher zufällig finden, haben sie recht aufregende Situationen zu bestehen. Sowohl Jan-Malte als auch Selina erproben nacheinander sechs verschiedene Frauen bzw. Männer auf ihre Ehetauglichkeit, ohne den jeweils richtigen Partner bzw. die richtige Partnerin zu finden.

Post ut Talamone
Es folgt am 11. November eine weitere Uraufführung mit der niederdeutschen Fassung der mehr oder weniger romantischen Komödie „Post ut Talamone“ von Frank Pinkus, die wiederum von Arnold Preuß übersetzt wurde. Inszenieren wird zum zweiten Male die Profiregisseurin Nina Arena. Es könnte eine ganz einfache Liebesgeschichte sein. Ellen und Tom, beide so um die 50, lernen sich im Urlaub kennen – in Talamone, irgendwo am Mittelmeer, unter südlicher Sonne. Aber sie sind sich so gar nicht sympathisch. Ellen verschanzt sich hinter ihren treffsicheren Sticheleien, und Tom ist wesentlich mehr an der deutlich jüngeren Ulli interessiert. Erst langsam erfährt der Zuschauer, dass hier eine ganz andere Art von Spiel gespielt wird…Eine kluge Komödie, die ebenso die leisen Töne wie die boulevardesken, situationskomischen Momente miteinander verbindet.

In Hamborg sünd de Nachten lang
Dem Wunsch vieler Zuschauer nach einem Musical kommt das Theater am Meer am 20. Januar mit der Uraufführung der maritimen Musikrevue „In Hamborg sünd de Nachten lang“ nach. Berufsregisseur Philip Lüsebrink schrieb dazu die Texte und hat die Liederauswahl getroffen. Es darf sich auf schöne Melodien und Geschichten aus Hamburg und der großen weiten Welt, von der Seefahrt und der Waterkant gefreut werden. Die bekannten Hafen- und Seemannslieder wie "Mein Mann, der fährt zur See", "Junge, komm bald wieder", "Dat Paddelboot", "Das ist die Liebe der Matrosen", "La Paloma", „Wir waren alle einmal Buttjes", natürlich "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" und und und…sind zum Genießen. Geboten wird ein vergnüglicher Abend, der zum Mitsingen animiert. Willkommen im vielleicht berühmtesten Hafen der Welt…un natürlich allns op platt!

Bella Donna
Den Spielzeitabschluss im Abendspielplan gibt am 17. März die erstmalige Wilhelmshavener Aufführung von Stefan Vögels Silvester-Kriminalkomödie „Bella Donna“, die Arnold Preuß inszeniert und für die Gerd Meier die niederdeutsche Übersetzung fertigte. Bei der prominenten Kochbuchautorin Carmen haben selbst Männer ein Ablaufdatum in diesem Fall: von zwei Jahren. Alle zwei Jahre an Silvester tauscht Carmen den alten gegen einen neuen Mann aus. Nach einem speziellen Kräutermix für erotische Höhenflüge werden sie schon vor den ersten Abnutzungserscheinungen mittels Belladonna ins Jenseits befördert. Diesmal erliegt Bernie dem finalen Charme der unwiderstehlichen Serienmörderin. Doch Carmens Zeitplan gerät durch den unerwarteten Besuch ihrer Tochter samt zukünftigem Bräutigam und Schwiegerpapa durcheinander. Der „tote“ Bernie ist mit einem Mal wieder putzmunter, und Carmens neuer Lover Martin gibt zusätzlich Rätsel auf. Bei Stefan Vögels komödiantischem Silvesterkrimi knallen nicht nur die Champagnerkorken. Die Männer liegen flach und die Damen jubeln! Ein Mordsspaß und eine Bombenrolle für ein "Mordsweib"!

Fastbunnen
Zum Abschluss der Spielzeit bietet am 25. Mai die Theaterschule des Theaters am Meer einen ganz besonderen Leckerbissen, nämlich die Welturaufführung des preisgekrönten Dramas „Fastbunnen“ von Felix Borchert. Das Stück wurde 2012 mit dem erstmals vergebenen Karl-Mahnke-Theaterpries ausgezeichnet. Die Theaterschule freut sich, das Drama mit einem Teil des jungen Ensembles umsetzen zu können. Regie führt Elke Münch, die bekanntermaßen für besondere Stoffe ein besonderes Händchen hat. Auf der Bühne begegnet uns eine junge Frau. In Ketten gelegt. Sie hat Schuld auf sich geladen und muss sterben. Doch dies ist nur das Ende der Geschichte, langsam rollt sich das, was geschehen und getan wurde, vor dem Zuschauer in einer Rückblende auf. Was hat sie getan? Ist Schuld in diesem Fall überhaupt eine geeignete Kategorie? Wie konnte es vielmehr zu den Geschehnissen kommen? Ist sie am Ende sogar ein modernes Gretchen? Nein, das wäre dann doch zu einfach... Der Autor spielt gekonnt mit den Erwartungshaltungen des Publikums, um sie gleich darauf wieder aufzubrechen und es wieder ins Ungewisse zu stoßen. Das Stück nähert sich der Figur mit Mitteln des absurden Theaters, sein Erzählen ist assoziativ und am Schluss bleibt viel Raum für Interpretation und Fragen, die den Zuschauer auch nach dem Theaterabend auf eine Gedankenreise mitnehmen.