Rosenkrieg auf Platt

KOMPASS für Wilhelmshaven und Friesland 1/2019

Rosenkrieg auf Platt

„Wer hett Angst Vör Virginia Woolf?" : Arnold Preuß, Sontka Zomerland, Yannik Marschner und Marion Zomerland

Mit der Premiere des Klassikers der Moderne „Wer hett Angst för Virginia Woolf?" von Edward Albee setzt das Theater am Meer am Sonnabend, 19. Januar, um 20 Uhr, im kleinen Schauspielhaus an der Kieler Straße 63, seine aktuelle Spielzeit fort.

„Seit vielen Jahren steht dieses Stück in unseren Spielplanplanungen ganz oben an", erklärt Theaterleiter Arnold Preuß, der auch für die Übertragung ins Plattdeutsche verantwortlich zeichnet. „Es war für Marion Zomerland und mich klar, dass viele Faktoren zusammenkommen mussten, um dieses besondere Stück in unseren Spielplan aufzunehmen. Ein wichtiger Baustein war, dass unser Wunschregisseur verpflichtet werden konnte. Ulf Goerges ist als Regisseur und Schauspieler am Theater „Orlando" (Rastede) und in der „Kulturetage" (Oldenburg) eine bekannte Größe und nur mit einem solch ausgezeichneten Profi wollten wir das gandiose Stück angehen. "

Das Theater am Meer sei seit Jahren dafür bekannt, dass es seinem Publikum in den Spielplänen regelmäßig besonders anspruchsvolle Schauspiele präsentiere, die belegen, dass das Niederdeutsche Amateurensemble dafür steht, das gesamte Spektrum der Theaterarbeit abzubilden. Dies belege nachdrücklich auch der zweimalige Gewinn des Willy-Beutz-Schauspielpreises in den Jahren 2014 und 2018.

Worum geht es in „Wer hett Angst vör Virginia Woolf?
Der Titel klingt heiter und wie eine bloße Variante des Kinderliedes „Wer hat Angst vor dem bösen Wolf?", aber hinter dieser scheinbaren Harmlosigkeit verbirgt sich das Chaos menschlicher Beziehungen. Was kann geschehen, wenn nach Mitternacht zwei Ehepaare aufeinander treffen - Ein älteres auf ein jüngeres? Wie spielt man „Die Gästefalle"? Und welche Regeln kann Mann oder Frau in einem brutalen Ehekrieg verletzen? Martha und Schorsch - ihre Träume sind unerfüllt geblieben, ihre Illusionen haben sie verloren.

Dem mehrfach preisgekrönten Edward Albee (Tony Award, Pulitzer-Preis) geht es in seinem 1962 uraufgeführten Stück um die Aufdeckung menschlicher Illusionen. Er zeichnet mit ebenso viel Wehmut wie Ironie, zugleich messerscharf und doch mitfühlend das Bild des Menschen, dem offenbar alles zum „Glücklichsein" zur Verfügung steht und der es doch nicht schafft, dieses „Glück" zu begreifen.

TEXT / FOTO: TAM, A. PREUSS

Kurz & Knapp
Premiere: Samstag, 19. Januar, 20 Uhr -
Sonntag, 20. Januar, 15.30 Uhr
Freitag, 25. Januar , 20 Uhr
Sonntag, 27. Januar, 15:30 und 20 Uhr
Ort: Theater am Meer
@ www.theater-am-meer.de