Wie geht eigentlich Flirten?

WILHELMSHAVENER ZEITUNG  13. November 2019

Wie geht eigentlich Flirten?

THEATER AM MEER - „...un denn de Heven vull van Geigen“ feiert gelungene Premiere



Harald Schmidt (von links) als Udo Lotter,Thomas Gathemann als Norbert Nordermann, Dagmar Wehrmann als Sabine Walter und Heidi Strowik als Rosi Zapp bescherten dem Publikum eine gelungene Premiere.
- FOTO: THEATER AM MEER

Es geht um sechs ältere Leute, die noch etwas erleben wollen. Sie melden sich beim „Speed-Dating“ an.

WILHELMSHAVEN. (DB) - Premiere feierte jetzt die Komödie „...un denn de Heven vull van Geigen“ des Theaters am Meer unter der Regie von Elke Münch, die das humorvolle Stück gekonnt in Szene setzte. Die Komödie von Marc Becker (in der Niederdeutschen Fassung von Annegret Peters) zeigt sechs ältere Leute, die noch was erleben wollen und sich beim Speed-Dating-Duo „Frauke Jakobs (Claudia Ducci) und „Manfred Würzer” (Rune Opitz) anmelden. Sie wollen ja einen Partner finden – was nicht einfach ist. Am schwersten sind die ersten Schritte. So treffen zuerst Wilma Löwe (Ute Menssen), die in einem Reisebüro gearbeitet hat, und Udo Lotter (Harald Schmidt), der als Polizist sein Einkommen verdiente und sich als Profiler ausgibt, aufeinander. Ergebnis: Großes Schweigen.

Das Speed-Dating-Duo hat auch für solch schwere Charaktere die Lösung parat – in Form von Gesprächsthemenkarten. Alle Kandidaten stellen sich die gleichen Fragen: Wirke ich zu langweilig? Wie mache ich einen guten ersten Eindruck? Wie flirtet man eigentlich und, was mache Ich mit meinen Händen?

Nach und nach treffen sich die Pärchen, sehr zur Freude der Besucher im Zimmertheater, um teilweise schüchtern und unbeholfen in die Gespräche mit der oder dem neuen Traumpartner zu gehen. Dagmar Wehrmann, als Sabine Walter, war im Berufsleben Verkäuferin in einer Tierhandlung und weiß zu berichten, dass jeder Mensch ein Ebenbild in einem Tier hat. „Ik bün en Schneeleopard“, berichtet sie dem erstaunten Klaus Siemer (Walter Bleckwedel), der im Berufsleben Mathematiker war.

Ganz Kavalier alter Schule stellt sich Klaus Siemer bei der Kusendoktorschen (Zahnärztin) Rosi Zapp (Heidi Strowik) vor, die „vielleicht die Dame seines Herzens” werden soll und ihn als „Sonnenuntergang” bezeichnet. „Ich wäre lieber ein Sonnenaufgang”, protestiert er. Thomas Gathemann, auf der Bühne als selbstzweifelnder Norbert Nordermann unterwegs, zieht bei seinen Gesprächen mit den Damen nicht das große Los. Alle mögen ihn, keine versteht ihn und der Funke springt nicht über. Der entwickelt sich dann zum Feuer und greift auf zwei andere Personen über, die am Ende von „...un denn de Heven vull van Geigen“ für das „Happy End“ sorgen.

Die Besucher sahen bei der Premiere ein sehr humorvolles Stück, für das sie mehrfach Zwischenapplaus und am Ende stehenden Applaus spendeten. Allen Akteuren scheint, dank der Regisseurin Elke Münch, dieses Stück auf den Leib geschneidert zu sein, spielen sie es doch mit sehr viel Hingabe. Claudia Ducci beeindruckte die Besucher mit ihren gefühlvollen Gesangseinlagen ganz besonders.

Die nächsten Vorstellungen sind am Freitag, 15. November, 20 Uhr; Sonntag, 17 November, 15.30 und 20 Uhr .