Revolution in Riesdörp (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

REVOLUTION IN RIESDÖRP

(Wiewerupstand in´t Dörp)
Komödie in drei Akten von Max König

Regie: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe / Enno Buß

Personen:
August Pörksen, Gastwirt - Ernst Neumann
Anna Pörksen geb.Müller, seine Frau - Annemarie Beermann
Krischan, Hausknecht bei Pörksen - Enno Buß
Mieke, Annas Nichte - Gerda Jörss
Peter Lehmann, Gastwirtssohn - Karl-Heinz Herpel
Behnken, Bürgermeister - Willi Minauf
Stine, seine Frau - Erika Kaebe
Piepenbrink, Schneider - Heino Aden
Fieken, seine Frau - Ellen Beutz
Steen, Wachtmeister - Walter Hinrichs

Souffleuse: Elisabeth Stamereilers
Inspizient: Marie Siebels

Freesproken (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

FREESPROKEN

Een eernsthaftig Spill in dree Töörns von Walter A. Kreye

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe, Enno Buß

Inspizientin: Maria Siebels
Souffleuse: Maria Engelke

Rollen und Darsteller
August Brinkmann - Willi Minauf
Elsbe; seine Frau - Ellen Beutz
Gerd Thormälen, Pflegesohn von Brinkmann - Karl-Heinz Herpel
Anton, Großknecht - Enno Buß
Frida, Großmagd - Erika Kaebe
Hein Willms, Gemeindevorstand - Heinrich Frese
Bruns, Gemeinderatsmitglied - Hans Macker
Janßen, Gemeinderatsmitglied - Egon Schumacher
Klaaßen, Gemeinderatsmitglied - Walter Hinrichs
Becker, Gemeinderatsmitglied - Arno Tholen
Klaus, Gemeinderatsmitglied - Ernst Neumann
Kroog, Hausschneider - Heino Aden

Familie Pingel (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

FAMILIE PINGEL

Schwank von Fritz Völker

REGIE: Willi Minauf
BÜHNENBILD: Hannes Kaebe/Enno Buß

ROLLEN und DARSTELLER

Oma Pingel, Witwe - Therese Peters
Fritz Pingel, ihr Sohn, Gemischwarenhändlicher - Arno Tholen
Adel Pingel, seine Schwägerin und Haushälterin - Annemarie Beermann
Gisela, deren Tochter - Gerda Jörss
Julius Pingel, Schlachtermeister - Emil Meinen
Herbert Brammann, Kommis bei Fritz Pingel - Karl-Heinz Herpel
Ferdinand Pieplov, Kaufmann und Agent - Heino Aden
Margret Wüpp gen. Wüppmargret, Wirtin "Zum Goldenen Kegel'" - Erika Kaebe

Souffleuse: Maria Engelke
Inspizientin: Marie Siebels

In einer Szene sehen Sie Therese Peters, Gerda Jörss und Emil Meinen als Teil des Ensembles von "Familie Pingel" - Spielzeit 1954/55.

Therese Peters und Emil Meinen

Besöök ut de Stadt (1. WA)

1. Wiederaufführung, davor vor 1939 gespielt

BESÖÖK UT DE STADT

En Heimatspill eernsthaft und lustig in veer Törns van Friedrich Lange

Regie: Willi Minauf
Regieassistenz: Heino Aden
Bühnenbild: Hannes Kaebe und Enno Buß

Souffleuse: Erika Kaebe
Inspizient: Arno Tholen

Rollen und Darsteller:
Bernd Plog, Bauer - Willy Beutz
Martha, seine Braut - Gerda Jörs
Christine Riemann, Plogs Schwester - Annemarie Beermann
Marie, ihre Tochter - Hildegard Templin
Martin, im Dienst bei Plog - Willi Minauf
Krischan Rungen, Plogs Nachbar - Enno Buß
Jan, sein Sohn - Karl-Heinz Herpel
Gerd Winkel - Heino Aden
Anna, seine Braut, im Dienst bei Plog - Ellen Beutz
Arthur Plüsch - Willy Völker
ferner Dorfmusikanten, eine Tanzgruppe, Kinder

Wilhelmshavener Zeitung vom 16. September 1954

Gelungener Start in die plattdeutsche Saison

"Besöök ut de Stadt"

Ein wirksameres Stück hätte die: "Niederdeutsche Bühne Rüstringen" als Saisonauftakt kaum finden können, denn dieses "Heimatspiel, ernsthaft und lustig in vier Akten", bot viel Gelegenheit zur Ausspielung wirksamer Szenen, vom scharfgewürzten Dialog bis zur Massenszene mit Kinderchor, Tanzgruppe und Blaskapelle, die mit mehr als 60 Personen die weite Bühne bevölkerten.

Am Schluß gibt es drei glückliche Paare! v.l. Anna (Ellen Beutz), Martha (Gerda Jörs), Bernd (Willy Beutz), Marie (Hildegard Templin), Gerd (Heino Aden) und Jan (Karl-Heinz Herpel) - eine Szene aus "Besöök ut de Stadt" - Spielzeit 1954/55 -

Zwar ist dieser liebe "Besöök ut de Stadt" vom Stück her nicht so gekonnt wie die vielen plattdeutschen Theaterereignisse der letzten Saison. Da knistert wohl die aufgesetzte Komik, die mit einigen Wahrheiten aneinandergereiht zum Lachen und Nachdenken Anlaß gab, aber es ist doch in der letzten Entwicklung nicht so ideal gewachsen, wie man es sich wünschte. Außerdem zeichnete Friedrich L a n g e als Autor ziemlich "schwarzweiß", die Städter jedoch amüsierten sich köstlich über diese Typen, ein Beweis, daß sie sich nicht angesprochen fühlten.

Die prächtige Darstellung bügelte jedoch viele der aufgezeigten Dinge aus, und hier war es vor allem Ellen B e u t z , die die Herzen aller Zuschauer des ausverkauften Hauses gewann. Ihre Dienstmagd Anna war wie Willi M i n a u f ` s Martin ein ausgefeiltes Kabinettstück, voll von Humor und Pfiffigkeit, von Herz und Verstand. Die beiden waren wirklich die Seelen dieses Spieles.

Stimmung ist Trumpf auf dem Richtfest bei Bauer Plog.  (v.l. Annemarie Beermann, Gerda Jörs, Willy Beutz, Enno Buß, Ellen Beutz, Heino Aden, Willi Minauf und Willy Völker)  - eine Szene aus "Besöök ut de Stadt" - Spielzeit 1954/55 -

Ganz anders dagegen vom Typ her gesehen Willy B e u t z als Bauer Bernd Plog. Seine Verhaltenheit in Sprache und Ausdruck waren die köstlichen Ruhepunkte in der Handlung, die er bis ins letzte ausfüllte als ein Darsteller von Rang. Ihn und seine reizend natürliche Gegenspielerin Gerda J ö r s möchte man bald wieder auf der Bühne erleben. Annemarie Beermann's "Großstadtdame" muß im ersten Akt konsequenter und ,.hochdeutscher" (vor allem im Umgang mit dem Personal) sein, während Hildegard T e m p l i n und Karl-Heinz Herpel selten so profilierte Charaktere auf die Bühne stellten wie hier.

Eine hübsche Studie gab Enno Büß als geiziger Bauer, während Heino Aden und Willi V ö l k e r sehr gegensätzliche, aber schön gezeichnete Typen gaben. Das durch viele Einlagen stark gelockerte Spiel beglückte die vielen Freunde der Bühne, die wohl einer Meinung waren: Spielt weiter so, dann wird diese Saison die letzte noch übertreffen!

29. August 1954 - die Niederdeutsche Bühne Rüstringen spielt "Besöök ut de Stadt vor über 5.000 Besuchern auf der Freilichtbühne Wiesmoor  - eine Szene aus "Besöök ut de Stadt" -

29. August 1954 - eine Tanzeinlage der Trachtengruppe Wiesmoor während des lustigen Spills "Besöök ut de Stadt"  - eine Szene aus der Aufführung am Nachmittag -

Alltomal Sünner (WE)

AUGUST-HINRICHS-ABEND

aus Anlaß des 75. Geburtstages des Dichters

Es singt: Richard Germer vom NWDR Hamburg
Es plaudert: Walter A. Kreye von Radio Bremen
Es spielt: Die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen"

Wilhelmshavener Erstaufführung

ALLTOMAL SÜNNER

Lustspiel in einem Akt von August Hinrichs

Inszenierung: Willi Minauf

Souffleuse: Elisabeth Stammereilers
Inspizientin: Marie Siebels

Rollen und Darsteller
Brummer, Gastwirt und Postverwalter - Enno Buß
Liesbeth, seine Tochter - Ellen Beutz
Minna, Mädchen bei Brummer - Erika Kaebe
Harm Sägebühl, Landbriefträger - Willi Minauf
Harm Peters - Karl-Heinz Herpel
Lui Haak - Herbert Lüttgens
Frau Meyer - Marie Engelke
Frau Lüschen - Therese Peters
Kaufmann Klüver - Heino Aden
Polizeiwachtmeister - Franz Schlemmermeyer
Ein Junge - Klaus Aden

Der Programmzettel des "August-Hinrichs-Abends" zum 75. Geburtstag des Heimatdichters mit den Unterschriften von Walter A. Kreye und Richard Germer.

De ole Fischfroo (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE OLE FISCHFROO

(An de Eck van de Steenstraat)
Volksstück in drei Akten von Erhard Asmus

Regie: Willi Minauf
Bühnenbild: Enno Buß

Souffleuse: Erika Kaebe
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller:
Korl Brüdt, Kesselklopfer - Willi Minauf
Tine Brüdt, Fischfrau - Annemarie Beermann
Lieschen Brüdt, beider Tochter - Herta Tammen
Jupp Brüdt, beider Sohn - Karl-Heinz Herpel
Jan Kersten, Steuermann - Herbert Lüttgens
Fiete Lütt, Bootsmann - Heino Aden
Tedje Fries, Arbeitskollege von Korl Brüdt - Emil Meinen
Heinrich Meier, fragwürdige Zeiterscheinung - Arno Tholen
Dora Wuttke, Nachbarin - Therese Peters

Sie kommen von See - Tine Brüdt (Annemarie Beermann) freut sich über Jupp Brüdt (Karl-Heinz Herpel), Jan Kersten (Herbert Lüttgens) und Fiete Lütt (Heino Aden) - ein Szenenfoto aus "De ole Fischfroo" - Spielzeit 1953/54

Wilhelmshavener Zeitung vom 3. April 1954

Niederdeutsche Bühne Rüstringen:  "De ole Fischfroo"

Eine der lebensnahesten Komödien dieser Spielzeit brachte gestern abend der Niederdeutschen Bühne Rüstringen einen viel applaudierten Erfolg.

"Volksstück" nannte der Autor Erhard Asmus dieses 1952 ablaufende Spiel, die Bezeichnung Komödie wäre jedoch richtiger gewesen; denn die Tiefe ist ebenso da wie die ausgelassene Heiterkeit, das Nachdenkliche wie das Burleske.

Die Titelrolle verkörperte Annemarie Beermann, und sie hatte wohl den schwersten Part dieses Abends; denn von der versorgten Fischfrau, deren Mann arbeitslos ist und seine Unterstützung vertrinkt bis zur wohlhabenden Geschäftsfrau ist eine schwierige Aufgabe der Wandlungsfähigkeit, die prachtvoll gemeistert wurde. Neben ihr Willi Minauf , der den erwerbslosen "Kedelklopper" herzerfrischend echt andeutet und darin von seinem Kumpan Tedje Fries (Emil Meinen) in einer vorzüglichen Studie unterstützt wird.

Das erquickende Dreiergespann dieses Abends waren die Seeleute, die von großer Fahrt kommen. Herbert Lüttgens , der prächtige Heino Aden und Karl-Heinz Herpel, der sich hier alle "Liebhaberschlacken", die der Autor diesen Rollen meist mitgibt, vom Leibe spielt.

Daß Therese Peters als Nachbarin überwältigte, versteht sich von selbst. Herta Tammen und Arno Tholen spielten ein echtes Stückchen Leben und gaben dem Ganzen die Spritze, die zum Erfolg verhalf, der durch einige Striche vor allem im dritten Akt noch gesteigert werden könnte.

Die Brüdt´s feiern Wiedersehen - von links Annemarie Beermann, Willi Minauf, Karl-Heinz Herpel, Arno Tholen, Herbert Lüttgens, Herta Tammen, Heino Aden und Therese Peters  - ein Szenenfoto aus "De ole Fischfroo" - Spielzeit 1953/54 -

Fiete Lütt (Heino Aden) hat ein Auge auf Lieschen Brüdt (Herta Tammen) geworfen. Sie auch auf ihn? - Eine Szene aus "De ole Fischfroo" - Spielzeit 1953/54 -

Emil Meinen in einer Paraderolle als Tedje Fries in "De ole Fischfro" - Spielzeit 1953/54

De Düvelsdeern (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE DÜVELSDEERN

Komödie in drei Akten von Jens Peter Asmussen

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Enno Buß

Souffleuse: Elisabeth Stammereilers
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller:
Klaus Schnack - Willi Minauf
Tjark Schnack - Heinrich Frese
Piet Schnack - Heino Aden
Antje Rothermund - Ellen Beutz
Jan Thielen - Enno Buß
Male, seine Frau - Erika Kaebe
Sanna, ihre Tochter - Herta Tammen
Peter Wulk, Bürgermeister - Erwin Buttfanger
Stiena Siemsen - Maria Engelke
Hinrich, ihr Sohn - Karl-Heinz Herpel
Graf Volker von Ruhland, Besitzer einer Glashütte - Willi Völker

Dar gifft´t fein wat to Eten un Drinken, v.l. Willi Minauf, Heinrich Frese, Heino Aden, Enno Buß, Erika Kaebe, Willi Völker und vorne rechts Ellen Beutz - eine Szene aus "De Düwelsdeern" - Spielzeit 1953/54 -

Wilhelmshavener Rundschau vom 3. März 1954

"De Düwelsdeern" - ein Volltreffer der guten Laune

Wiederum sah das Stadttheater in einer Aufführung der "Niederdeutschen Bühne Rüstringen" eine geschlossene Ensembleleistung: die "Düwelsdeern" von Jens Peter Asmussen. Trotz der im Stück begründeten Ausspielung einzelner Gestalten zu Star-Rollen wurde durch Willi M i n a u f ` s Regie hier ein Gesamteindruck aus einem Guß geschaffen, wobei die Hauptdarsteller verhaltener, die Nebenpersonen jedoch viel eindringlicher zum Zuge kamen, als in manchen anderen Fällen. Das ist das große Plus dieser Aufführung; die mit laufend aufbrechendem Szenenbeifall quittiert wurde.

Auf einem heruntergewirtschafteten Bauernhof leben drei Junggesellen vom Angeln, aber das aus der Stadt engagierte Mädchen bringt nicht nur die drei alten Knaben auf den Schwung, sondern auch noch erstens einem unehelichen Kind seinen Vater, zweitens einem Grafen seinen Landsitz, drittens den geizigen Verwandten die gerechte Strafe, viertens einem jungen Paar eine Bauernhof usw. usw. Es ist als schon vom Stoff her dafür gesorgt daß es Ueberraschungen am laufen den Band gibt, und wenn ein so versierter Fachmann der Niederdeutschen Bühne wie Richard Ohnsorg, Hamburg, die deutsche Bearbeitung vornahm, hat man die Garantie, hier eine wirkliche Komödie abrollen zu sehen.

Mit Ellen B e u t z betritt eine "Düwelsdeern" die Bühne, wie sie dem Dichter in Idealbesetzung vorgeschwebt haben mag. Nicht robust und herrschsüchtig, nicht überspitzt und darum unecht, sondern mit Charme und Herz stattet sie diese die Handlung vorantreibende Rolle aus, daß es eine helle Freude war. Ihre großen "Gegenspieler" waren die drei Brüder Schnack, von Willi Minauf, Heinrich Frese und Heino Aden dargestellt. Was diese Hauptstützen unserer "Niederdeutschen" auf die Bretter legten, war großartig. Diesen ungetrübten Genuß zu erleben, sollte sich kein Freund des plattdeutschen Humors entgehen lassen.

Als Verwandte kreuzen Erika K a e b e und Enno Buß, der ebenfalls die sehr hübschen Bühnenbilder schuf, auf und das junge Paar, dargestellt von Herta T a m m e n und Karl Heinz H e r p e l gefiel gut. Von Erwin B u t t f a n g e r als Bürgermeister möchte man sich ein Weniger an Gestikulation und ein Mehr an Ausdruckskraft wünschen, und dem Grafen Ruhland (Willi V ö l k e r) eine etwas gewähltere Sprache empfehlen. Seine Darstellung hingegen ist gut und profiliert, ebenso wie Maria E n g e l k e als Mutter, die man gern wiedersieht.

Vielleicht wären einige Straffungen angebracht, so z. B. in den ersten drei Szenen des dritten Aktes. Zwar folgen dann die Lachstürme plötzlicher aufeinander, aber der zügige Ablauf dieser hübschen Komödie würde dadurch gewinnen. Im Ganzen gesehen hat jedoch die "Niederdeutsche Bühne Rüstringen" mit dieser Aufführung einen neuen Bühnenschlager geschaffen, der die vielen tausend Freunde dieser Bühne mit Freude und Dank aufnehmen werden.

Die Schnacks (Willi Minauf, Heinrich Frese, Heino Aden) snacken mit dem Grafen (Willi Völker)  - eine Szene aus "De Düwelsdeern" - Spielzeit 1953/54 -

Wilhelmshavener Zeitung vom 3. März 1954

Lachschlager der Bühne "Rüstringen"

Jens Peter Asmussens "Düwelsdeern" mit großem Erfolg im Stadttheater

Von Erwin Hildebrandt

Die Freunde der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" waren gestern abend voll des Lobes über die neu einstudierte Volkskomödie, "Der Düwelsdeern" von Jens Peter Asmussen. Dieses Stück, in Hamburg und anderen großen Städten als Serienerfolg monatelang auf dem Spielplan, verleugnet keineswegs seine nordische Herkunft. Solche faulenzenden Junggesellen, die besser angeln als ihr Land bestellen, sind dänische oder südschwedische Typen. Auch die resolute Deern, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, ist ein Gewächs aus dem Klima des Nordens, das mit dem zwischen Weser und Ems viel Gemeinsames hat.

Zu loben sind die gelungenen Charakterzeichnungen; sie lassen vergessen, daß sich bereits gegen Ende des zweiten Aktes die Knoten zu lösen beginnen, daß im letzten Bild allzuviel Zeit bis zum glückseligen Finale verstreicht. Ob man die Sache etwas straffen könnte? Ein Viertelstündchen weniger, wäre mehr!

Regisseur Willi Minauf kurbelte den manchmal etwas langsam rollenden Handlungswagen tüchtig an und dann ging es wieder eine Weile in forscherem Tempo. Sein Junggeselle Klaus Schnack mit der Schifferkrause im Gesicht begeisterte jung und alt im Parkett und auf dem Rang. Ellen Beutz in der Titelrolle zeigte verhaltene Energie, nicht "Brausepulver". Und so traf sie den skandinavischen Ton der Komödie haargenau.

Heinrich Frese und Heino Aden, die beiden anderen von der Deern aufgemöbelten Junggesellen, spielten sehr echt, sehr individuell. Enno Buß und Erika Kaebe als erbsüchtiges Paar "mit sechs Gören und Hypothek" brachten mit ihren Auftritten Leben auf die Bretter. Erwin Buttfangers Bürgermeister (in der Maske etwas zu jung) erfreute wie auch Karl Heinz Herpels jugendlicher, liebhabender Seemann und Herta Tammens niedliche Tochter Sanna. Maria Engelke mimte mit Geschick die ältliche Stina, Willi Völker last not least war ein reizender Graf aus der Plüschmöbelzeit von 1904.

Ferner spielten Blumen, Kuchen. Suppe, Eier, Fisch, Pudding und andere leckere Sachen so realistisch mit, daß einem das Wasser im Munde zusammenlief. Herzlichen Glückwunsch, liebe Niederdeutsche Bühne, zu diesem neuen Zugstück! Es wird Freude und Entspannung schenken. Und darum ist es wert, gesehen zu werden.

Das ist die Ankuft der "Düwelsdeern" Antje Rothermund (Ellen Beutz) aus der Stadt. Es staunen das Ehepaar Thielen (Erika Kaebe, Enno Buß) und die Brüder Schnack (Heino Aden, Heinrich Frese, Willi Minauf)  - eine Szene aus "De Düwelsdeern" - Spielzeit 1953/54 -

Stratenmusik (1. WA)

Wiederaufführung (2), davor vor 1939 gespielt

STRATENMUSIK

Komödie in drei Akten von Paul Schurek

Regie: Willi Minauf
Bühnenbild: Eden-Bant

Souffleuse: Erika Kaebe
Inspizient: Maria Siebels

Rollen und Darsteller:
Jan Lünk, Straßenmusikant, 1. Trompete - Herbert Lüttgens
Hein Dickback, Strapenmusikant, Baß - Willi Minauf
Emil Spittel, Straßenmusikant, 2. Trompete - Heino Aden
Greten Witt, Haushälterin - Ellen Beutz
Godemann, Kröger - Emil Meinen
Katrin, Nawersch - Hanni Mayer

Ellen Beutz als Greten Witt und Heino Aden als Emil Spittel in  - ein Szenenfoto aus "Stratenmusik", Spielzeit 53/54 -

PRESSESTIMMEN

"Stratenmusik" begeistert aufgenommen

Großer Erfolg der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" am gestrigen Abend

von Erwin Hildebrandt

Die Geschichte um den Brillantschmuck, die Geschichte vom Glück und Leid der drei Hamburger Musikanten und ihrer "Hushollersch" ist so herzhaft, so nett, so blutvoll, so treulich dem Leben abgelauscht, daß wohl alle Freunde der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen°° dankbar für die Wiederaufführung am Beginn der Spielzeit 1953!54 sind. Plattdeutsche Komödien dieses Ranges werden immer gern gesehen werden, denn die Substanz, der innere Gehalt, spricht jeden an, der sich den Sinn für das Leben, so wie es ist, mit seinen dunklen und hellen Seiten, bewahrt hat.

Die gestrige Aufführung erhärtete erneut die Tatsache, daß der Speelbaas der Bühne "Rüstringen", Willi M i n a u f , stets den Kern des Stückes herauszuschälen weiß. Diesmal lag es ihm daran, das Burleske und Komische nicht zu beherrschend werden zu lassen. Die dunklen Untertöne (das Leben ohne Schminke, ohne Maske) traten ebenbürtig hinzu. Und Schureks aus den Quellen der Niederdeutschen Seele geschöpfter Humor fand daneben den ihm gebührenden Platz. Zu loben ist ferner der rasante Schwung, das mitreißende Tempo, das allen drei Akten zugute kam. Wir meinen, in den letzten drei Jahren keine bessere Inszenierung dieser Bühne gesehen zu haben.

"De lütt Familje" - von links Willi Minauf als Hein Dickback, Herbert Lüttgens als Jan Lünk, Heino Aden als Emil Spittel und Ellen Beutz als Greten Witt  - ein Szenenfoto aus "Stratenmusik", Spielzeit 1953/54 -

Herbert L ü t t g e n s machte aus seinem Trompeter Jan eine Charakterstudie, wie sie ein Professional nicht besser bringen kann. Er lebte seine Rolle, er war wirklich, ganz wirklich dieser Himmelsstürmer, dieser Bruder Leichtfuß, der sich zu etwas Großem berufen fühlt. Lüttgens gelang es, die Menschen im Saal anzusprechen, Saiten in ihnen aufklingen zu lassen. Das gleiche möchten wir Heino A d e n sagen, der wohl noch nie so eindrucksvoll war wie gestern. Sein philosophierender Emil mit der zarten Seele und dem großen Herzen war eine der tragenden Säulen der Aufführung. Willi M i n a u f als alkoholfreudiger Hein Dickback zog stets zur rechten Zeit das rechte Register. Erstaunlich ist es, wie plastisch dieser seit Jahrzehnten bewährte Künstler den Baßtrompeter zu modellieren versteht, jeder Ton, jede Geste sitzt.

Emil M e i n e n als Kröger spielte seinen Part voll aus, und Ellen B e u t z war wie immer entzückend und liebenswert; als "Mutter" zwischen den drei Straßenmusikanten war ihr die Aufgabe gegeben, Hausfrauliehes mit dem Mütterlichen zu vereinen und das Liebende nicht zu vernachlässigen. Sie löste das vorbildlich. Hanni M e y e r als intrigante Witwe bemühte sich mit Erfolg, den forschen, realistischen Ton der Aufführung zu treffen.

Das Bühnenbild von E d e n B a n t , das Zimmer der drei Musikanten, war ganz echt, wirklichkeittsnah. Ein Plafond begünstigte den guten Gesamteindruck. Der vollbesetzte Zuschauerraum dröhnte bei offener Szene und nach den Aktschlüssen vor lauter Beifall; die Begeisterung war ehrlich, Anerkennung hörte man in jeder Reihe.

Hier geht´s kräftig zur Sache. Das Finden der wertvollen Perlen-Kette wird gefeiert. Von links Godemann (Emil Meinen), Hein Dickback (Willi Minauf), Jan Lünk (Herbert Lüttgens), Nachbarin Katrin (Hanni Mayer), Emil Spittel (Heino Aden)  - Eine Szene aus "Stratenmusik" - Spielzeit 1953/54 -

Godemann und Dickback bekommen sich in die Wicken (Emil Meinen, Willi Minauf) - Straatenmusik - Spielzeit 1953/54 -

Dat Musfallenspill (1. WA)

1. Wiederaufführung, davor vor 1939 gespielt

DAT MUSFALLENSPILL

(Klas Störtebeker)
Von Heinrich Diers

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Eden - Bant

Souffleuse: Erika Kramer
Inspizientin: Erika Kaebe
Beleuchtung: Hugo Kazmierczak

Rollen und Darsteller:
Klas Störtebecker, Führer der Likedeeler - Willy Beutz
Magister Wikbold, Führer der Likedeeler - Heinrich Frese
Brun Tyen, Seilbaas der Likedeeler - Arno Tholen
Goedeke Micheel, Likedeeler - Karl-Heinz Herpel
Buddelgard, Likedeeler - Enno Buß
Kröger - Willi Minauf
Eilt, Knecht - Emil Meinen
Hille, Deenstdeern - Ellen Beutz
Luke, Unterführer der Likedeeler - Erwin Buttfanger
De rode Hein, Likedeeler - Günter Erfeldt
Lütjefrerk, Likedeeler - Egon Schumacher
de swarde Rolf, Likedeeler - Ernst Neumann
Een Fischer - Hermann Feldhaus
Musfallnkeerl - ***
Ede Wiemeken, Häuptling in Rüstringen - Herbert Lüttgens
Jarste, Edes Schwester - Annemarie Beermann
Frowe, Edes Tochter - Hildegard Templin
Arnd Baleer, bremischer Häuptling - Willi Völker
Hole Hennik, bremischer Ratsschreiber - Heino Aden
Wenke Wiggert, bremischer Frädekoggen-Seilbaas - Heinrich Hinrichs
Memme Mensen, Burgvogt Ede Wiemekens - Hayo Eiben
und andere Likedeeler

Störtebekers Mannschaft bringt Kaperware an Land  - eine Szene aus "Dat Musfallenspill" - Spielzeit 1952/53 -

Die Mausefalle für Störtebeker wird vorbereitet. rechts Ellen Beutz als Hille und Willi Minauf als Kröger - eine Szene aus "Dat Musfallenspill" - Spielzeit 1952/53 -

Willi Minauf als Kröger  - eine Szene aus "Dat Musfallenspilll" - Spielzeit 1952/53 -

Stormnacht (UA)

Uraufführung

STORMNACHT

een Spill van de Waterkant in drei Akten von H.F. Müller-Geiseler

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Herbert Lüttgens

Souffleuse: Erika Kramer
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller:
Jan Drews, Fischer - Willy Beutz
Enno Drews, sein Bruder - Karl-Heinz Herpel
Elke Ohlsen, Tochter eines Fischhändlers - Hildegard Templin
Fritz Ehlers, ein Wasserzollbeamter - Heino Aden

Das Ensemble von "Stormnacht" v. l. Heino Aden als Wachtmeister Ehlers, Karl-Heinz Herpel als Enno Drews, Hildegard Templin als Elke Ohlsen und Willy Beutz als Jan Drews - eine Szene aus "Stormnacht" - Spielhzeit 1952/53 -

PRESSESTIMMEN

Uraufführung von "Stormnacht"

Mit der Uraufführung des Speels vun de Waterkant in drei Akten, "Stormnacht", des Hamburger Heimatdichters H. F. Müller-Geiseler hat sich die Niederdeutsche Bühne Rüstringen für ein Stück entschieden, das gerade die Küstenbewohner ansprechen sollte.

Starke menschliche Konflikte entwickeln sich in einem Spiel, das aus dem Fischerdasein schürft. Familiäre Bindungen schaffen Widersprüche in der Auffassung: Recht oder Unrecht? Es geht um das Schmuggelgut Rauschgift in diesem Stück, von dem es nach der öffentlichen Lesung hieß, daß es eine packende Sprache aufweist.

Jan Drews (Willy Beutz) gibt Elke Ohlsen (Hildegard Templin) die Pistole, Ehlers (Heino Aden) beobachtet das skeptisch. - eine Szene aus "Stormnacht" -Spielzeit 1952/53 -

Ehlers (Heino Aden) untersucht Jan Drews (Willy Beutz). Enno (Karl-Heinz Herpel) und Elke (Hildegard Templin) blicken gespannt  - "Stormnacht" - Spielzeit 1952/53 -

De swatte Hannibal (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE SWATTE HANNIBAL

Komödie in drei Akten von Karl Bunje

Regie: Willi Minauf

Souffleuse: Erika Kaebe
Inspizientin: Marie Siebels

Rollen und Dartsteller

Peter Püll, Inhaber der Gastwirtschaft, Bäckerei und Handlung "To'n willen Eber" - Willi Minauf
Aleid, seine Frau - Annemarie Beermann
Wübke Anners, alte Magd bei Püll - Therese Peters
Siebelt Tjarks, Bauer - Emil Meinen
Eilert Gerken, Bauer - Karl-Heinz Herpel
Hinnerk Vagelpahl, Heuermann bei Tjarks - Enno Buß
Janina, seine Tochter und Hausgehilfin bei Püll - Hildegard Templin
Jürgen Holtkamp, Förster - Ernst Neumann
Dr. Stüve, Sommergast im Hause Püll - Willi Völker

Dat Verlegenheitskind (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DAT VERLEGENHEITSKIND

Schwank in drei Akten von Jens Peter Asmussen
Musik Curt Koschnik

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild : Herbert Lüttgens

Souffleuse: Erika Kramer
Inspizient: Maria Siebels

Rollen und Dartsteller:
Amandus Quandt, Bauer und Dorfkrämer - Willi Minauf
Katrin, seine Frau - Annemarie Beermann
Hein, ihr Sohn - Karl-Heinz Herpel
Peter Brandt, Bauer - Heinrich Frese
Gesche, seine Frau - Therese Peters
Leni, ihre Tochter - Elfriede Gerdes
Hans Wickenhusen, Briefträger - Heino Aden
Emma Meier - Marie Engelke
Mali, ihre Tochter - Hildegard Templin
Jan, Knecht bei Peter Brandt - Günter Erfeld

Lene (Elfriede Gerdes) und Hans (Heino Aden) sind ein Paar, Hein (Karl-Heinz Herpel) stört das nicht.  - eine Szene aus "Dat Verlegenheitskind" - Spielzeit 1952/53 -

Nun sind die richtigen Paare beieinander oder? v. l. Karl-Heinz Herpel, Elfriede Gerdes, Hildegard Templin und Heino Aden  - eine Szene aus "Dat Verlegenheitskind" - Spielzeit 1952/53 -

Rund um Kap Hoorn (WE)

Wiederaufführung auf vielfachen Wunsch!

RUND UM KAP HOORN

Lustspiel in drei Akten von Fritz Wempner

Regie - Willi Minauf
Bühne - Hannes Kaebe

Souffleuse - Erika Kramer
Inspektion - Maria Siebels
Beleuchtung - Hugu Kaczmierzak
Frisuren - Helmut Teichmann

Rollen und Darsteller:
Korl Nass, Kapitän - Willi Minauf
Jonny Tetens, Steuermann - Karl-Heinz Herpel
Walter Christiansen, Reeder - Arno Tholen
Irmgard, seine Tochter - Ellen Beutz
Falkenoog, Detektiv - Emil Meinen
Mollich, Detektiv - Willi Völker
Mia Brinkmann, Privatsekretärin - Olly Kramere
Jette Preßkopp, Zeitungsfrau - Therese Peters
Eduard Funk, Rundfunkreporter - Heino Aden

Hier geht´s rund in der Kneipe Kap Horn: v.l. Eduaard Funk (Heino Aden), Jette Preßkopp (Therese Peters), Korl Nass (Willi Minauf) u.a. ganz recht Jonny (Karl-Heinz Herpel)  - eine Szene aus "Rund um Kap Horn" - Spielzeit 1952/53 -

Jette Presskopp (Therese Peters) weist auf eine Heiratsanzeige hin, Karl Nass (Willi Minauf) ist bass erstaunt - eine Szene aus "Rund um Kap Horn" - Spielzeit 1952/53 -

So sieht als Irmgard (Ellen Beutz) ohne Sommersprossen aus - Jonny (Karl-Heinz Herpel) strahlt - eine Szene aus "Rund um Kap Hoorn - Spielzeit 1952/53

Dat Spill van de Hilligen Dree Könige (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DAT SPILL VAN DE HILLIGEN DREE KÖNIGE

Weihnachtliches Spiel von Felix Timmermanns
Niederdeutsch von Ivo Braak

Inszenierung: Willi Minauf

Rollen und Darsteller:
Schäper Suskewiet - Willi Minauf
Aalfischer Pitje Vogel - Willy Beutz
Schrobber-Beek, Bedelmann - Heinrich Freese
Bürgermeister - Johannes Nottelmann
Pauline Popp, Wirtsfrau - Therese Peters
Maria - Ellen
Beutz
Josef - Heino Aden
Teufel - Hildegard Templin, Arno Tholen
Börgermeister - Johannes Nottelmann
Fro - Erika Kaebe
Hols, Buer - Emil Meinen
Johns, Buer - Karl-Heinz Herpel
Sicks, Buer - Egon Schumacher

Die 'heiligen' drei Könige (Willi Minauf, Heinrich Frese, Willy Beutz) bei Maria (Ellen Beutz) und Josef (Heino Aden) - ein bewegender Moment im Stück "Dat Spill van de hilligen dree Könige" - Spielzeit 1952/53 -
PRESSESTIMMEN

"De hilligen dree Könige"

Felix Timmermanns Spiel in acht Bildern auf der Niederdeutschen Bühne

Von Erwin Hildebrandt

Kein besseres Werk hätte die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" in der Weihnachtszeit bringen können als "Dat Spill van de hilligen dree Könige", "de erste, de twete un de drüdde Wihnacht in acht Biller", des Flamen Felix Timmermanns (1886 1947) aus Lier. Niemand kann sich der Kunst dieses Dichters entziehen, dieses zutiefst religiösen Menschen, der realistisch schreibt wie De Coster, humorvoll dazu und lebenskräftig, auch innig und zart. Wer seinen Roman "Pallieter" kennt oder "Das Jesuskind in Flandern", dem wird das Spiel von den drei Königen sogleich vertraut sein. Wer noch nichts von Timmermanns gelesen oder gesehen hat, der wird es bedauern, dem Schaffen dieses gläubigen Mannes nicht bereits viel früher begegnet zu sein. Ivo Braak im niederdeutschen Kulturleben ein festumrissener Begriff hat das Drei Königs Spiel so rein und echt ins Plattdeutsche übertragen, daß an keinem Wort zu rütteln ist. Möchten doch alle Bühnenwerke in niederdeutscher Mundart stilistisch so sorgfältig und wesensgemäß gearbeitet sein!

Der Schäfer Suskiewitt (Willi Minauf) bekommt Besuch vom Bürgermeister (Johannes Nottelmann)  - eine Szene aus "Dat Spill van de hilligen dree Könige" - Spielzeit 1952/53 -

Die Wilhelmshavener Spieler, von ihrem Baas Willi M i n a u f hervorragend aufeinander abgestimmt, fanden in jedem Bild die rechte Art. Vom turbulenten Singsang im Wirtshaus zum "Swatten Walfisch" bis hin zum Sterben des alten Schäfers oder zur Erlösung des Fischers von der Macht des Teufels immer standen zwischen den grellen und den zarten Tönen fein abgestuft die Zwischentöne, ohne die eine harmonische Wirkung nicht Möglich ist. Willi Minauf (Schäper Suskewiet) war eindrucksvoll wie eine Gestalt aus dem Werk eines niederländischen Malers.

Willy B e u t z (Aalfischer Pitje Vogel), ein Mensch aus Fleisch und Blut, in der Weihnacht aus der Gewalt des Teufels befreit, spielte nicht eine Rolle, sondern lebte die Gestalt, die der Dichter so unendlich wahr geschaffen hat. Heinrich Freese (Bedelmann) gab dem dritten der hilligen Könige ein überaus charakteristisches Profil. Johannes Nottelmann (Bürgermeister), Therese Peters (Wirtsfrau), Ellen Beutz (Maria), Heino Aden (Josef), Hildegard Templin und Arno Tholen (Teufel), Erika Kaebe (Frau) und schließlich Emil Meinen, Karl Heinz Herpel und Egon Schumacher als Bauern vergaßen keinen Augenblick, daß sie dem Werk eines bedeutenden Dichters dienten. So sollte man der Aufführung uneingeschränkt die Note "vorzüglich" zubilligen. Manches Berufsschauspieler Ensemble könnte sich die Leistungen der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" zum Vorbild nehmen!

Die Besucher der ersten Aufführung, unter ihnen das Stadtoberhaupt, kargten nicht mit verdientem Beifall, der dem vielschichtigen Werk ebenso galt wie dem erfolggekrönten Bemühen aller Mitwirkenden um eine vollendete Wiedergabe.

Bettelmann (Heinrich Frese), Aalfischer (Willy Beutz) und Schäfter (Willi Minauf) - als sie noch nicht die 'hilligen dree' waren. - eine Szene aus "Dat Spill van de hilligen dree Könige" - Spielzeit 1952/53

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