De diamanten Brosch (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE DIAMANTEN BROSCH

Ein ernst-heiteres Spiel in drei Akten von Jan Fabricius,
aus dem holländischen Übertragen von Hermann Quistorf

Inszenierung: Rudolf Sang
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kramer
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Alfons Boreel - Karl-Heinz Herpel
Die Schloßherrin - Annemarie Beermann
Dirk Janssen, Jagdaufseher - Willy Beutz
Elsa van Beck, Wwe., Inh. des Gasthofes "De Breefduuv" - Ellen Beutz
Marieke van Beck, ihre Tochter - Gerda Jörss
Engeltje van Beck, Elsa´s Schwiegermutter - Erika Kaebe
Bonne van Beck, Elsa´s Neffe - Klaus Aden
Gaston Pompe, Chauffeur - Ernst Neumann
Koos Lakermann, Gendarm - Enno Buß
Mieke Klüüt - Therese Peters
Van Dokkum - Heino Aden
Jan Guree - Hans Macker

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Elsa van Beck (Ellen Beutz) hat dem Gendarmen (Enno Buß) einen eingeschenkt - eine Szene aus "De diamanten Brosch" - Spielzeit 1959/60 -

PRESSESTIMMEN

Besinnlich und vergnügt "De diamanten Brosch"

Das ernst-heitere Spiel "De diamanten Brosch" von Jan Fabricius führt uns in die Gaststätte "De Breefduuv". Die Inhaberin Elsa van Beek und ihre Tochter Marieke feiern den 70. Geburtstag der Großmutter Engeltje. Wir hören aus dem Munde der in die Gaststube einkehrenden Mieke Klüüt von dem schrecklichen Geschehen am Abend vorher. Da ist der Jagdaufseher Dirk Janßen niedergeschlagen worden, und kein anderer als Alfons Boreel, als Wilddieb weithin bekannt, kommt als Täter in Frage. Noch eine andere Hiobsbotschaft wird ruchbar. Der Schloßherrin wird der gesamte Schmuck gestohlen. Auch hier gerät Alfons in dringenden Verdacht.

Nun sollte man meinen, daß es den Autoren gereizt haben müßte, aus diesen aufregenden Geschehnissen ein Stück voller Gegensätzlichkeit von Gut und Böse zu schaffen. Aber Jan Fabricius beweist uns, daß die Menschen nicht samt und sonders "schlecht` sind. Der Wilderer, der mit Haut und Haar dem Wald verschrieben ist, kann sein ungutes Tun nicht lassen, selbst auf die Gefahr hin, mit dem Jagdaufseher in handgreiflichen Konflikt zu geraten. Ja, und wer ist der Dieb?

Die Niederdeutsche Bühne Rüstringen hat in ihrem Ensemble Spieler, die genau die Typen verkörpern konnten, die Fabricius vorgezeichnet hat. Dem Intendanten Rudolf Sang vom Stadttheater war die Regie übertragen, und mit welcher Behutsamkeit und Liebe er die ihm zur Verfügung stehende Schar einsetzte, war prächtig anzusehen und anzuhören.

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Gaston (Ernst Neumann) entdeckt eine schöne Brosche bei Marieke (Gerda Jörss), Alfrons Borell (Karl-Heinz Herpel) schaut skeptisch  - eine Szene aus "De diamanten Brosch" - Spielzeit 1959/60 -

Erika Kaebe, Ellen Beutz und Gerda Jörss als Großmutter, Mutter und Tochter van Beek waren wieder einmal in einer Rolle, die über jedes Lob erhaben ist. Annemarie Beermann wie immer hoheitsvoll in der Rolle der Schloßherrin und Therese Peters maßvoll und doch voller Vitalität als Mieke Klüüt.

Bei den Männern war jeder Part haargenau in richtigen Händen. Wir kennen sie seit eh und je: Karl-Heinz Herpel als Alfons Boreel, Willy Beutz als Jagdaufseher, Enno Buß als Gendarm. Weiter in kurzen Rollen, doch nicht minder gewichtig, Ernst Neumann als Chauffeur, Heino Aden und Hans Macker als Dorfbewohner. Bliebe noch zu nennen Klaus Aden als Bonne van Beek. Er wurde ausgewiesen als Nachwuchsspieler, hatte aber als "Schwachsinniger" eine nicht gerade dankbare Rolle. Wie er aber seine Sache machte, war gekonnt und berechtigt zu großen Hoffnungen.

So rollte ein Spiel auf der Bühne ab, das vom Stück her, von der Regie und den Spielern aus wie aus einem Guß wirkte und das Premierenpublikum hellauf begeisterte. Wir registrierten selten so viel Vorhänge zum Abschluß! Hannes Kaebe hatte als Bühnenbildner ein übriges getan, um den guten Eindruck zu vertiefen.

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Elsa (Ellen Beutz) und Bonne van Beck (Klaus Aden) - eine Szene aus "De diamanten Brosch" - Spielzeit 1959/60 -