Sluderkraam in´t Treppenhuus (1. WA)

1. Wiederaufführung, davor 1960/61 gespielt

SLUDERKRAAM IN´T TREPPENHUUS

Komödie in vier Akten von Jens Exler

Inszenierung: Kurt Frost a. G.
Bühnenbild: Enno Buß, Alfred Christoffers

Souffleuse: Erika Kapfermann
Requisiten: Herta Tapken
Inspizientin: Berta Herpel

Rollen und Darsteller
Hanne Knoop, Wwe. - Hildegard Steffens
Heike Seefeldt, Untermieterin bei Frau Knoop - Roswitha Bertz
Ewald Brummer, Steuerinspektor a.D. - Kurt Röthel
Dieter Brummer, sein Neffe - Wilfried Pampuch
Bernhard Tramsen, Schlachtermeister - Enno Buß
Herr Seefeldt, Heike´s Vater - Friedrich Müller
Stimme des Hauses - Willy Beutz
Meta Boldt, eine Nachbarin - Hanna Christoffers

Hanna Christoffers spielte eine tolle Partie als Meta Boldt, ihr stand Hildegard Steffens als Hanne Knoop in nichts nach.

WIHELMSHAVENER ZEITUNG

Hanna Christoffers ist hinreißend

Zum Abschluß der Spielzeit "Sluderkraam in´t Treppenhuus"

Von Barbara Schwarz

Mit Jens Exlers köstlicher Komödie "Sluderkram in't Treppenhus" beendet die Niederdeutsche Bühne Rüstringen ihre Spielzeit 1975/76. Wer in diesem Winterhalbjahr noch keine Aufführung der Rüstringer gesehen hat, sollte sich dieses Lustspiel auf jeden Fall ansehen. Er wird ganz sicher so viel Spaß haben, wie das Premierenpublikum an diesem Wochenende.

Kurt Frost von der Landesbühne hat Exlers Erfolgsstück zügig und mit sehr viel Sinn für Situationskomik inszeniert. Ihm stand mit Hanna Christoffers für die ewig schludernde Nachbarin Meta Boldt auch eine Spielerin zur Verfügung, die diese Rolle ganz hervorragend ausfüllt. Wer eventuell noch von der Fernsehaufzeichnung aus dem Ohnsorg Theater Heidi Kabel in dieser Rolle vor seinem geistigen Auge haben sollte, wird sie eins, zwei, fix vergessen.

Hanna Christoffers ist einfach hinreißend! Ihr galt auch ganz besonders der Beifall des Premierenpublikums. Wieselflink treppauf, treppab, versucht Meta Boldt alles mitzukriegen, was im Haus passiert, versucht den einen gegen den anderen auszuspielen, klatscht und hechelt so unentwegt, daß man nicht nur mit ihren armen Opfern, sondern sogar mit dem Schlachtermeister Tramsen, der kein Waisenknabe ist, Mitleid bekommt. Publikumsliebling Enno Buß hat mit dieser Rolle wieder eine dankbare Aufgabe. Voller Spielfreude zeichnet er diese pralle Figur. Komisch wirkt bei ihm schon, wenn er sich umdreht, den "Achtern" in die Gegend streckt oder die dicke Mettwurst hinter dem Rücken versteckt.

Abgesehen hat Tramsen es auf Heike, die Untermieterin bei Witwe Knoop. Aber er kann ebenso wenig landen, wie der pensionierte Steuerinspektor Brummer, weil Heike sich schon in dessen Neffen Dieter verliebt hat. Und wie das Leben nun einmal so schön spielt, Dieter ist Kraftfahrzeugmeister, Heikes Vater Besitzer eines großen Autohauses. So paßt denn beim Happy End alles hervorragend zusammen.

Dieter (Wilfried Pampuch) und Heike (Roswitha Bertz) finden schnell Gefallen aneinander

Hildegard Steffens zeichnet die sympatische Witwe Hanne Knoop als eine rechtschaffene Frau mit Herz. Roswitha Bertzl ist als Heike eine "Augenweide" dabei frisch, selbstbewußt und auch sehr ulkig. Kurt Röthel als pensionierter Steuerinspektor Brummer entpuppt sich als gar nicht so brummig, wie er zunächst tut. Wilfried Pampuch hat als Dieter wieder einmal den "netten Jungen von Nebenan" zu spielen und macht das, wie immer, gut. Friedrich Müller als Heikes Vater wirkt glaubwürdig.

Wie schon der Titel des Stückes sagt, passiert der ganze Sluderkram und alles, was dazu den Anlaß gibt, im Treppenhaus, im Treppenhaus eines älteren Mietshauses. Enno Buß und Alfred Christoffers haben das passende Bühnenbild entworfen und gebaut. Eine rundherum gelungene Aufführung, die sehr viel Spaß macht, bei der viel gelacht werden kann. Auf die akustisch unverständliche "Stimme des Hauses" zu Beginn des Spiels könnte man verzichten.