Dat Stück Land (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DAT STÜCK LAND

Schauspiel von Jean B. Kean
Plattdeutsch Margret Peper, Michael Augustin, Jochen Schütt

Inszenierung und Bühne: Rudolf Plent a.G.
Kostüme: Sybille Schulz a.G.

Souffleuse: Martina Jahn
Requisiten: Monika Eilers
Bühnenbau: Alfred Christoffers, Julius Schumann
Bühnentechnik: Günter Newerla, Horst Vollbrecht
Bühnenmaler: Herbert Ulbrich
Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Technische Leitung: Manfred Eilers
Inspektion: Klaus Panka

Rollen und Darsteller
Klaus Butenschön, gen. Klaas Baas, Bauer - Horst Jönck
Jan Butenschön, sein Sohn - Michal Hillers
Walter, Valentino, Butenschön, sein Bruder - Horst Karstens
Walters Frau - Roswitha Wunderlich
Karl Kröger, Gastwirt und Auktionator - Jürgen Tapken
Edith Kröger, seine Frau - Elke Theesfeld
Thomas Kröger, beider Sohn - Katrin Paasch
Vagel Dreyer - Günter Boye
Greten Brockmann, Witwe - Hildegard Steffens
Der Pastor - Rolf-Peter Lauxtermann
Der Polizist - Claus Miehlke
Herr Weiss, Unternehmer - Karl Zacher

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 8. Februar 1999

„Dat Stück Land" - tolle Leistung der Niederdeutschen Bühne

Das Publikum war bei der Premiere am Sonnabend begeistert

Von Doris Wilkens

Die Niederdeutsche Bühne hat mit ihrem vierten Bühnenstück dieser Spielzeit ein Schauspiel ins Programm genommen und beweist, daß sie auch ernstes Theater machen kann. Der erfahrene Regisseur Rudolf Plent als Gast aus Oldenburg hat das Schauspiel in drei Akten aus der Feder von John B. Keane hervorragend inszeniert. Nach zahlreichen intensiven Proben schlüpften die Amateurspieler(innen) in ihre Rollen, sie werden von allen Beteiligten gleichermaßen hervorragend verkörpert. Das Bühnenbild nach einem Entwurf von Rudolf Plent ist eine Gaststube der 20er Jahre, in der sich ein wesentlicher Teil des dörflichen Lebens abspielt. Bevor es zum Verkauf von einem Stück Land kommt, wofür die Witwe Greten Brockmann einen guten Preis erwartet, gibt es eine Reihe von besonderen Begebenheiten und Vorkommnissen. Der Gastwirt und Auktionator Kroger wittert ein Geschäft. Überaus großes Interesse zeigt auch der größte und mächtigste Bauer im Dorf, Klaus Butenschön, der dadurch seinen Besitz noch vergrößern und da­mit seine Macht im Dorf ausweiten will. Daß auch ein auswärts wohnender Unternehmer das Grundstück kaufen möchte, paßt ihm nicht. Es gibt Streit. Vater und Sohn wollen dem Fremden einen kleinen Denk­zettel verpassen, daraus wird jedoch mehr...

Warum kann die Polizei das Verbrechen nicht aufklären? Zeugen und Mitwisser gibt es viele. Butenschön, stets in Begleitung seines einfältigen Sohnes Jan, zu Jähzorn und Gewalt neigend, versteht es, durch Drohungen und Zahlung von Schweigegeld, die Dorfbewohner einzuschüchtern. Wirt und Aktionator Kröger muß mit seiner Frau Edith und sechs Kindern sehen, wie er über die Runden kommt, da ist es besser, sich nach dem Wind zu drehen und vor dem Großbauern zu kuschen. Thomas, sein sensibler Sohn, macht sich Gedanken über die Verlogenheit im Dorf, wird von seiner Mut­ter sicherheitshalber in die Ferien geschickt, als er zur Wache gehen will.

Der Pastor ist verzweifelt, weil in seiner Gemeinde eine schreckliche Tat geschehen ist und diese noch nicht aufgeklärt werden konnte. Er hält eine aufrüttelnde Predigt über einen Mörder, der von der Bevölkerung gedeckt wird. Auch dem Polizisten, einfühlsam aber streng die Leute im Dorf verhörend, rei­chen die Verdächtigungen nicht zur Verhaftung. Machtbesessenheit führt zu Brutalität, Verlogenheit und Schweigen, Wahrheit und Gerechtigkeit werden unterdrück. Wird Butenschön mit dem Geschehen fertig? Immer wieder versucht er, sein Gewissen sauber zu reden und verdrängt die schlimme Tat mit aller Gewalt.

Das Publikum reagiert mit Szenenbeifall und Bravo-Rufen; unverständlich bleibt da vereinzeltes Gelächter an unpassender Stelle. Wegen der überzeugenden Leistung des gesamten Ensembles wäre es ungerecht, einzelne Darsteller besonders hervorzuheben. Einen Sonderbeifall gab es für Hildegard Steffens. Sie wurde zu ihrem 50. Bühnenju­biläum von der Bühnenleitung mit einem Blumenstrauß bedacht.