Das Ensemble

Rune Opitz

 
Rune Opitz (2014)
 
- Mitglied
seit 2008
- Ehrungen
18.5.2019 Ehrung für zehnjährige Mitgliedschaft

- Vorstandstätigkeiten
Beisitzer vom 18. Mai 2011 bis 17. Dezember 2013

- Theaterschule
Er ist Mitglied der Theaterschule seit 2008 und spielte
den Rune in "Jo, das Ungeheuer aus dem Zoo".

- Schauspieler
Er spielte erstmals den Kellner Kuddel in dem Stück "In´t Witte Rössl" (08/09),
den kleinen Hahn in "Wi rockt op platt" (09/10),
den kleinen Han in "Wi rockt op platt - Episode twee" (10/11),
den Herbert Wiese in "Mudder is de Beste" (11/12),
den Polizist Petersen in "Champagner to´n Fröhstück" (12/13),
den Bernd Eikhorst in "Dat Hörrohr" (12/13),
den Taxifahrer Björn in "Geld verdarvt den Charakter" (13/14),
den Schutzengel in "Gode Geister" (14/15),
den Wotan Eros Godehardt in "Fro Pieper läävt gefährlich" (15/16),
den Klaus Jäger in
"Keen Utkamen mit't Inkamen" (16/17)
den Frank in "Post ut Talamone" (17/18),
den Benny in "Dat Wunner van San Miguel" (Spielzeit 2018/19);
den Heiko Herkens in "Op Düvels Schuuvkaar" (Spielzeit 2018/19),
den Manfred Würzer in "...un denn de Heven vull van Geigen" (Spielzeit 2019/20),
den Filialleiter Goetz in "De Kredit" (19/20).

- Tontechnik
Er bediente die Tontechnik bei "Lüttstadtrevier" (11/12),
"Dat Meer-Hotel" (12/13)

- Inspizient
Er war dies vertretungsweise bei 
"Ünner't Lüchtfüer" (14/15)
"Döör an Döör'nanner" (15/16);"Lifting oder ut oolt mookt jung!" (16/17):

- Beleuchtung
Er saß am Beleuchterpult bei "...un baven wahnen Engel" (13/14),
"Swieg still, Jung!" (14/15),
"Veer sünd dree toveel in't Bett" (14/15).

- Regieassistenz
Er war Assistent der Regie bei
"Champagner to´n Fröhstück" (12/13),
"Swieg still, Jung!" (14/15).

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Rune Opitz als Kellner Kuddl  (.l.) in "In´t Witte Rössl" (Spielzeit 2008/09)

Rune Opitz - 2. von rechts - als Kellner Kuddel in der Inszenierung "In´t Witte Rössl" - Spielzeit 2008/09

Wilhelmshaven, 19. Mai 2011

Theater am Meer blickt auf eine erfolgreiche
erste Spielzeit zurück

Spielplan 2011/12 mit Uraufführung eines Polizeimusicals

Für 10jährige aktive Mitarbeit wurden Meike Zomerland und Harald Schmidt (1 Reihe, 3. von rechts) geehrt. Das Bühnenleitungsduo Marion Zomerland und Arnold Preuß (1. Reihe, 1 von links) wurde ebenso einstimmig wiedergewählt wie Schriftführerin Claudia Schröder (2. Reihe, 2 von rechts). Einen Wechsel gab es beim Amts des Schatzmeisters. Klaus Aden (3. Reihe, 3. von links) trat zurück, zum Nachfolger wurde einstimmig Wolfgang Watty (1. Reihe, 2 von links) gewählt. Neu in den Vorstand kam Rune Opitz (3. Reihe, 2. von rechts)

WILHELMSHAVEN – Auf der gestrigen Jahreshauptversammlung der Bühne ‚Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven‘ konnte das Bühnenleitungsduo Marion Zomerland und Arnold Preuß auf eine erfolgreiche erste Spielzeit im neuen Zimmertheater an der Kieler Straße zurückblicken. Bei den anstehenden Vorstandswahlen gab es für Zomerland und Preuß eine einstimmige Wiederwahl. Mit Wolfgang Watty wurde einstimmig ein neuen Schatzmeister gewählt. Der Spielplan 2011/12 wartet mit einer Uraufführung eines Polizeimusicals auf.

Am Beginn der gut besuchten Jahreshauptversammlung wurden Meike Zomerland und Harald Schmidt für 10jährige aktive Mitarbeit mit Bullauge und Buchpräsenten geehrt. Bühnenleiter Arnold Preuß hob das individuelle ehrenamtliche Engagieren der beiden heraus. Als neue Mitglieder der Theaterschule wurden Selina Berke, Jaqueline Edwards, Marian Plohr und Julia Voss aufgenommen. Den Kreis der Bühnenmitglieder verstärkt künftig Ivy Bleckwedel.

Das zahlenmäßige Ergebnis der ersten Spielzeit im eigenen Theater war natürlich bei den Mitgliedern von großem Interesse. Die Bühnenleitung konnte berichten, dass der Abonnementszulauf im ersten Jahr mit 180 Neuzugängen enorm war, ferner waren die Vorstellungen insgeamt so gut, dass nahezu jedes Stück mit Zusatzvortellungen gespielt werden musste. Auch die Auslastungszahlen mit 91, 93, 96 und 100 % sprechen für sich. Das Topergebnis erzielte das Rockmusical „Wi rockt op platt II“ mit 18 Vorstellungen und 1726 Besuchern. Da auch der Finanzbericht für das vergangene Jahr positve Zahlen beinhaltete, konnte das Fazit nur lauten, dass der Fortbestand des ‚Theater am Meer‘ unter den derzeitigen Gegebenheit am neuen Standort gesichert ist.

Die notwendigen Vorstandswahlen brachten neben der einstimmigen Wiederwahl des Leitungsduos Marion Zomerland und Arnold Preuß, auch die der Schriftführerin Claudia Schröder. Neu in den Vorstand wurde Rune Opitz gewählt, dessen einstimmige Wahl Ausdruck für eine erfolgreiche Nachwuchsarbiet ist, denn Opitz ist als Mitglied der Theaterschule in das Ensemble des Theaters gekommen. Einen Wechsel hat es beim Amt des Schatzmeisters gegeben. Klaus Aden hat nach über 25jähriger Vorstandsarbeit sein Amt niedergelegt Für die geleistete Arbeit dankte ihm die Versammlung mit stehendem Applaus. An seiner Stelle wurde einstimmig Wolfgang Watty neuer Schatzmeister. Er hat sich das Vertrauen der Mitglieder in der vergangenen Spielzeit verdienstermaßen mit der Organisation des Theatercafé „Kulissensnack“ erworben. Als Kassenprüferin wurde Heidi Strowik, als Vertreterin Christel Brandt-Jaedeke gewählt.

Der neue Spielplan wartet mit einer echten Uraufführung auf. Das Theater am Meer wird ein Polizeimusical mit dem Titel „Lüttstadtrevier“ uraufführen. Das Musical stammt aus der Feder von Marion Zomerland, die auch mit Arnold Preuß gemeinsam Regie führen wird. Welt-Premiere ist am  5. November 2011. Die neue Spielzeit wird am 10. September 2011 eröffnet mit der Komödie „So en Slawiner“, die in Wilhelmshaven zum ersten Mal gegeben wird. Eine Niederdeutsche Erstaufführung präsentiert das Theater dann am 21. Januar 2012 mit der Komödie von Frank Pinkus „Twee Mannslüüd un een Baby“. Hier führt der Profi Ulf Goerges aus Oldenburg Regie. Zum Spielzeitabschluss am 17. März 2012 kommt es dann zu einem Wiedersehen mit dem Volksstück von Curth Flatow und Horst Pillau „Mudder is de Beste“. Diesen Klassiker des hoch- und niederdeutschen Theaters gab es zuletzt in Wilhelmshaven 1989. Dieses Mal wird er von Nicolas C. Ducci in Szene gesetzt. Selbstverständlich sind die beiden mobilen Gruppen, die Sketchgruppe und das Liederprogrammensemble, wieder unterwegs und für Vereinsfeste, Geburtstage etc. buchbar.

Die Theaterschule wird im Laufe der Spielzeit mit einem musikalischen Stück herauskommen, dass den Titel „Sieben Zwerge suchen per sofort“ hat und spielerisch – ironisch mit den bekannten Grimmschen Märchenfiguren umgeht. Auch hier führt Nicolas C. Ducci Regie.  Eine Veränderung wird es bei den Anfangszeiten geben. Auch die Premiere wird wieder wie alle anderen Abendvorstellungen um 20 Uhr beginnen. Keine Veränderung gibt es bei den Anfangszeiten der Nachmittagsvorrstellungen, die um 15.30 Uhr beginnen. Auch keine Veränderungen wird es bei den Eintritts- und Abopreisen geben, lediglich die Wahlabonnements werden angepasst. Das Theaterbüro öffnet wieder am 15. August 2011 zu den bekannten Öffnungszeiten. Sein Programm und sich selbst stellt das Theater wieder mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, dem 28. August 2011 von 11 bis 17 Uhr vor

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Rune Opitz als kleiner Hahn mit Romina Ferrara als Maus in "Wi rockt op platt" - Spielzeit 2009/2010

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Rune Opitz als kleiner Hahn mit der Ente Sokrates (Sandra Krüger) in "Wi rockt op platt" - Spielzeit 2009/2010

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Rune erneut als kleiner Hahn in "Wi rockt op platt - Episode twee" (10/11)

Rune Opitz als Herbert Wiese in "Mudder is de Beste" (11/12) mit Marion Zomerland

Rune Opitz (re) als Polizist Petersen in "Champagner to´n Fröhstück" (12/13) mit Roswitha Wunderlich, Klaus Aden und Walter Bleckwedel.


Rune Opitz (mit Talke Wittig) als Bernd Eikhorst in "Dat Hörrohr" - Spielzeit 2012/13-

 

Rune Opitz (li) als Taxifahrer Björn in "Geld verdarvt den Charakter" - Spielzeit 13/14 mit Arnold Preuß, Yannik Marschner und Marion Zomerland

WILHELMSHAVENER ZEITUNG | 6. September 2014

Notizen vom Nachbarn: Plattdeutsch — mit der Zeit bühnenreif

SCHAUSPIELEREI Rune Opitz stieg vor sechs Jahren beim Theater am Meer in der Jugendgruppe ein

Mit seinem Motorrad ist Rune Opitz unterwegs, auch wenn es zu den Proben im „Theateram Meer" geht. WZ-FOTO: KNOTHE

„Vielleicht gehe ich nach meiner Ausbildung zum Erzieher ja noch einmal auf die Schauspielschule und wechsle in diesen Bereich", überlegt Rune Opitz.

VON ULRICH MÜLLER-HEINCK

WILHELMSHAVEN - Schon als Kind gab es für Rune Opitz nur eine Antwort auf die Frage, was er einmal werden wolle: „Schauspieler!" Das nahmen die Eltern, die ihrem Sohn im Juni 1993 den Vornamen des damaligen norwegischen Werder Bremen-Liberos Rune Bratseth gaben, noch nicht ernst. Aber die enge Freundin der Mutter, Heidi Strowik, fand das witzig und nahm später den Jungen mit zur Niederdeutschen Bühne. "Dort stieg Rune nach einer Zeit des Hineinschnupperns 2008 offiziell bei der Jugendgruppe ein. Dass er bei der Konfirmation in einem Krippenspiel den Josef spielte, daran erinnert er sich noch gut.

„Das Plattdeutsch musste ich erst noch lernen, wie eine Fremdsprache", sagt der gebürtige Wilhelmshavener. Es ging mit einfachen Sprachaufgaben los, zunächst mit Hochdeutsch gemischt. „Bei den Proben wächst man dann ins Plattdeutsch hinein. Nachdem man seinen Text auswendig kann, entwickelt sich der Inhalt zum eigenen Wortschatz. Und es macht großen Spaß, fällt deshalb auch viel leichter als das Büffeln in der Schule."

Seit 2008 stand Rune Opitz in acht Abendinszenierungen des „Theaters am Meer" auf der Bühne. Im ersten Stück, das „Witte Rössl" als Musical, war er in einer Nebenrolle Kellner „Kuddel", spielte dann im „Ungeheuer aus dem Zoo" einen jugendlicher Liebhaber, der von einer anfänglichen Ablehnung des Plattdeutschen zum überzeugten Anhänger wird. Derzeit geht es in die Endphase der Proben für den Spielzeitstart im Haus an der Kieler Straße, wo es am 27. September erstmals „Gode Geister" zu sehen gibt: Montags, mittwochs und freitags sind für die Proben abends zwei Stunden angesetzt, wie in der gesamten Saison. Pause ist nur im Sommer zwischen Mai/Juni und Anfang August. „In der letzten Woche vor einer Premiere geht es mit täglichen Bühnenproben richtig zur Sache", so Rune Opitz. Der 21-Jährige spielt einen Schutzengel, der sich um die „goden Geister" zu kümmern hat.

„Das ist schon ein Vollzeit-Hobby", bemerkt der junge Mann, „aber ich möchte so lange es geht dabeibleiben." Im „wahren Leben" befindet er sich seit zwei Jahren in der Ausbildung zum Erzieher, hat seine Prüfung als Sozialassistent bestanden und noch zwei weitere Jahre vor sich. Das Theater-Hobby passe ganz gut zum Beruf und lasse sich bisweilen dort sogar anwenden. „Ich habe mich schon immer gut in andere hineinversetzen können und besonders Kinder lieben Rollenspiele." Er selbst - „ich habe früher mehr draußen gespielt, als drinnen zu hocken und Fernsehen zu gucken" kann das gut nachvollziehen.

Apropos Jugend und Rollen: Am morgigen Sonntag will das „Theater am Meer" an einem Tag der offenen Tür unter anderem versuchen, neuen Nachwuchs zu interessieren; am 11. September startet wieder ein neuer Kurs in der Theaterschule. Ab und an zieht es Rune Opitz zur Landesbühne. In Vorstellungen der professionellen „Konkurrenz" könne er sich das eine oder andere abschauen - „und vielleicht gehe ich ja nach meiner Ausbildung noch auf die Schauspielschule". Es mache Spaß, witzige Rollen zu spielen, wie es im Niederdeutschen Theater überwiegend der Fall ist, „aber auch eher traurige Rollen vermitteln mir Befriedigung - und einen Menschen zu spielen, der so ganz anders ist als man selbst, etwa einen Bösewicht, bringt durchaus einen besonderen Nervenkitzel".

Rune Opitz als Schutzengel (mit Marion Zomerland als Susi Kehlmann) in "Gode Geister" (14/15).

Rune Opitz als Wotan Eros Godehardt in "Fro Pieper läävt gefährlich" (15/16)

Rune Opitz als Klaus Jäger in"Keen Utkamen mit't Inkamen" (Spielzeit 2016/17).

Rune Opitz als Frank mit Stefanie Herre als Ulli in "Post in Talamone" (Spielzeit 2017/18)

Rune Opitz als Benny mit Claudia Ducci in "Dat Wunner van San Miguel" (Spielzeit 2018/19).

Rune Opitz als Manfred Würzer in "...un denn de Heven vull van Geigen". (19/20)

Rune Opitz als Goetz in "De Kredit" (19/20)

„Theater am Meer“-Darsteller: Rune Opitz ist im Wandel zwischen zwei Welten

29.02.2020 „Theater am Meer“- Darsteller

Rune Opitz ist im Hauptberuf Erzieher, daneben aber auch passionierter Schauspieler

Bild: Gabriel-Jürgens

Im echten Leben arbeitet er als Erzieher mit traumatisierten Kindern, abends steht er auf der Bühne beim „Theater am Meer“. Wie Schauspieler Rune Opitz beide Welten wahrnimmt.

Wilhelmshaven - Mehr Licht kann Rune Opitz gerade nicht einschalten. Die Bühne des „Theater am Meer“ ist schwach beleuchtet. Es ist am frühen Nachmittag, der Zuschauerraum ist leer. Opitz tritt aus dem Hinterraum der Bühne hervor. Von dort hatte er den schweren Vorhang geöffnet. Auf der Bühne dämmert ein einfacher Teppichboden. Auf dem Tisch steht ein Familienfoto, ein Telefon. Vorne eine Minigolfbahn. Denn Herr Goetz, der Banker, in dessen Innenleben Rune Opitz in dem Stück „De Kredit“ eintauchte, spielt Golf in seiner Bank, wenn keine Kunden stören. So zwischendurch, sagt Rune Opitz.

Der Filialleiter ist ein harter Mann. Einer, der die Füße auf den Tisch legt und dabei die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Selbstsicher und stark. Das fasziniert Rune Opitz. Dann bricht die Welt des Herrn Goetz zusammen. Er verliert den Boden unter den Füßen. Das fasziniert Opitz auch. Dieses Auf und Ab der Emotionen. Herr Goetz, der verzweifelte Mann.

Das Theater hilft ihm, sich in Kinder hineinzuversetzen

Eines Tages fuhr Rune Opitz von Wilhelmshaven nach Zetel – und wurde Hausleiter der Wohngruppe „Blauhand“. Dort arbeitete er schon zuvor als Erzieher für schwer traumatisierte Kinder. Die Wohngruppe liegt abgeschieden im Ortsteil Ellens. Weites Land, Bäume und Weiden. In der Nachbarschaft ein altes Bauernhaus mit einer Scheune. Es hat immer etwas Befreiendes, dort hinaus zu fahren, sagt Opitz. Er könne sich gut in Kinder hineinversetzen, sagt er. Das Theater habe ihm dabei geholfen. Einige der Kinder begleitet er seit längerem. „Da war einer ganz, ganz lütt. Der ist heute einen Kopf größer als ich und macht ein Praktikum.“

Jedes Kind reagiere anders auf sein Trauma. Ein Kind erstarre vor Schreck, ein anderes werde aggressiv, das nächste entzieht sich. Die traumapädagogische Arbeit führe auch ins Dunkel. Wenn die Erzieher von den Kindern erzählt bekämen, was diese so erlebt haben, bestehe für sie selbst die Gefahr, traumatisiert zuw erden. „Sekundäres Trauma. Ich weiß nicht, ob das schockierend für Sie klingt, aber man muss sich selber schützen. Wenn Feierabend ist, ist Feierabend. Einige Erzieher stellen auch zu spät fest, dass sie dass nicht schaffen.“

„Kannst du mal so tun, als wärst du sauer?“

Auch in Zetel bannt ihn die Bühne. „Kannst du mal so tun, als wärst du sauer?“, habe ein Junge der Wohngruppe ihn einmal gefragt. Dann spielte Opitz vor den Kindern den sauren Mann. Alle lachten. Wer Opitz über das Theaterspielen befragt, dem erzählt er, es gehe ihm darum, die Zuschauer zu amüsieren. Die lachenden Gesichter, die angenehmen Gefühle. Während der 26-Jährige das erzählt, sitzt er an einem Tisch im leeren Café „Kulissensnack“ des „Theater am Meer“. Es ist nicht geöffnet. Die Espressotassen an der Bar stehen umgedreht im Regal. Opitz schaut aus dem Fenster in den Hinterhof. Der Wind weht durch die Äste, daneben ein grünlich-verwitterter Holzvorbau, der zur Hintertür in den leeren Publikumssaal hinaufführt.

Man könnte denken, die Bühne dort ist eng und klein. Ein abgegrenzter Raum begrenzter Möglichkeiten. Aber Rune Opitz sieht das anders. Er wurde Schauspieler, um in Menschen einzutauchen. Leben zu führen, die man im echten Leben nicht führen kann. Er war immer zufrieden mit sich und seiner Persönlichkeit, sagt er. „Aber hier habe ich die Möglichkeit, jemand ganz anderes zu sein.“ Ein Polizist. Ein Taxifahrer. Ein kleiner Hahn.

An einem Abend in dem Stück „Gode Geister“ band er sich Engelsflügel auf den Rücken, gekleidet in einem Blaumann mit Lederjacke und einer Glubschaugenbrille. Eine Clownsfigur. Es sei abgefahren, so etwas zu spielen, sagt Opitz. Völlig durchgeknallt. Er sieht die Bühne und riecht das Abenteuer, die Erleichterung, die Freiheit. Er sieht die Schweißperlen auf der Stirn des Mitspielers, ein Augenzittern, hört ein Räuspern, das Rascheln eines Bonbonpapiers im Publikum, das Vibrieren eines Handys. Auch wenn es dunkel ist, sieht er die Umrisse der Zuschauer und ihre Gesichter in den ersten Reihen.

Wenn er an die Bühne denkt? Totale Sehnsucht.