Bleibt alles anders: Theater in Corona-Zeiten

KOMPASS für die schönsten Seiten unserer Region im Winter 2020

Bleibt alles anders: Theater in Corona-Zeiten

Mit Abstand:Arnold Preuß und Marion Zomerland in einer Szene aus „Love Letters“ – FOTO: Theater am Meer, Bökhaus

Der Zeitpunkt des Teil-Lockdowns hätte für das "Theater am Meer" kaum schlechter sein können: erneut hieß es kurz vor einer Premiere, alles „auf null“ herunterzufahren. „Die Maßnahme – obwohl sie zu erwarten war – hat uns ganz schön aus dem Tritt gebracht“, sagt Theaterleiter Arnold Preuß.

Trotz der coronabedingten Einschränkungen hatte das Ensemble mit den ersten Produktionen, der Komödie „Mit dien Oogen“, der szenischen Lesung „Love Letters“ und dem „Ringelnatz/Groth-Abend“ einen sehr guten Start in die Spielzeit 2020/21 geschafft. "Wenn auch anfänglich deutlich weniger Zuschauer in die Vorstellungen kamen, nahm der Vorverkauf für die weitere Spielzeit gerade so schön Fahrt auf", so Preuß. Dies und die in Wilhelmshaven bis dahin so niedrigen Infektionsfälle stimmten für die Fortsetzung des Spielplanes mit der nächsten Premiere, der Komödie „Noog is nich noog“ am 7. November optimistisch. Mittlerweile habe man aber große Zweifel, ob die Spielzeit im Dezember mit einer dann einmonatigen Unterbrechung fortgesetzt werden könne. Würde eine Fortsetzung der Theaterschließung entschieden werden, so sei das für das Theater am Meer in Ordnung, so Preuß: "Sowohl für unser gesamtes Ensemble als auch für unsere Besucher steht die gesundheitliche Fürsorge an oberster Stelle."

Die Theaterpause hat das Team daher auch genutzt, um die aus der bisherigen Spielzeit gesammelten Erfahrungen mittels einer Spielplanänderung wettzumachen. „Derzeit sind unsere Planungen für die Fortsetzung der Spielzeit aber nur im Konjunktiv anzukündigen", sagt Preuß und bittet um Verständnis, „dies ist einfach der aktuellen Situation geschuldet, mit der man so gut es geht, umgehen muss.“

Wenn möglich, soll die Spielzeit im Dezember zunächst mit der Premiere der Komödie von Frank Walsh „Noog is nich noog“ in der Regie von Arnold Preuß fortgeführt werden. Gleichzeitig könnten die verschobenen und weitere Vorstellungen der szenischen Lesung „Love Letters“ (Regie: Elke Münch) stattfinden. Auch der im Dezember schon bestens verkaufte „Ringelnatz/Groth-Abend“ könnte stattfinden.

„Da wir in der Probenarbeit festgestellt haben, dass bei Produktionen mit mehr als fünf Ensemblemitgliedern die notwendigen Abstände schwieriger einzuhalten sind, haben wir uns entschlossen, die Inszenierung „Honnig in’n Kopp“, die mit 14 Rollen personell sehr umfangreich ausgestaltet ist und erhebliche Einschnitte erfordert hätte, erneut zu verschieben, um das Stück dann in der folgenden Spielzeit in der ursprünglich inszenierten Fassung von Elke Münch zu zeigen", erklärt Preuß.

An die Position des Stücks in dieser Spielzeit tritt mit einer monatlichen Verschiebung der Premiere in den Februar das Zwei-Personenstück „Zwei wie Bonnie und Clyde“. Für die ursprünglich geplante vierte niederdeutsche Produktion „Een Sluck toveel“, die mit acht Spielern ebenfalls zu groß sei, werde dann die wunderbare Komödie für ein Schauspielpärchen „Veer linken Hannen“ von Pierre Chesnot in den Spielplan genommen.

Abwarten müsse man dann die aktuelle Entwicklung bei der Beurteilung, ob man die Produktion der Theaterschule HAPEN im nächsten Juni schon zeigen könne. „Wir haben in den vergangenen Monaten in den verschiedenen Ensembles der Produktionen so rücksichtsvoll und dennoch konstruktiv und kreativ gearbeitet, dass wir sehr gerne möglichst schnell wieder auf die Bühne möchten. Dies haben uns auch die wunderbaren und vielfältigen Reaktionen unseres Publikums vermittelt, die uns sehr stolz gemacht haben.“