Ihre große Liebe führt sie nach Venedig

WILHELMSHAVENER ZEITUNG | 12. März 2020

Ihre große Liebe führt sie nach Venedig

PREMIERE "Theater am Meer" inszeniert "Honnig in'n Kopp" mit 14 Darstellern - Samstag Premiere

Amandus (Heinz Zomerland) erinnert sich, wie er damals mit seinem Sohn Niko (André Gelhart) gezeltet hat. EnkelinTilda (Leyan Besser) hört aufmerksam zu – FOTO: TaM, Arnold Preuß

Das vierte Stück der Spielzeit 2019/2020 befasst sich mit einer rührenden Familengeschichte. Das kleine Theater stand bei der Umsetzung vor großen Herausforderungen.

VON THORBEN BEHRING

WILHELMSHAVEN – Eine Krakheit kann das Leben eines Menschen aus seiner Bahn werfen. Aber auch Angehörige stellt sie vor große Herausforderungen. Davon handelt das Stück "Honnig in'n Kopp", dass am Samstag, 14. März, um 20 Uhr, im Theater am Meer auf die Bühne kommt. Das Stück basiert auf dem großen Filmerfolg "Honig im Kopf" von Til Schweiger, in dem Dieter Hallervorden die Hauptrolle spielt. Der hochgelobte Film aus dem Jahr 2014 hatte mehr als sieben Millionen Besucher in die Kinos geführt.

Das "Theater am Meer" bringt nun die Niederdeutsche Fassung von Frank Grupe auf die Bühne. Die Regisseurin Eke Münch sztet das Stück mit einem zahlenmäßig großen Ensemble um - es wirken 14 Schauspieler mit.

In „Honnig in‘n Kopp“ erzählt die Enkelin Tilda (Leyan Besser) die Geschichte einer ganz besonderen Liebe: der Liebe zwischen ihr und ihrem an Alzheimer erkrankten Opa Amandus (Heinz Zomerland). Dieser war bisher das humorvolle und geschätzte Familienoberhaupt. Im Laufe des Geschehens zeigt er jedoch immer stärker die Symptome einer furchtbaren Krankheit. Seine zunehmende Vergesslichkeit und Hilflosigkeit ziehen die erschreckende Diagnose nach sich: Demenz. Nach dem Tode seiner Frau baut Amandus gesundheitlich zunehmend ab. Allein auf sich gestellt kann er nicht mehr leben. Um ihn zu unterstützen nehmen ihn Tilda und ihre Familie bei sich zu Hause auf. Die Demenzerkrankung stellt Tildas Eltern Niko (André Gelhart) und Sarah (Ulrike Schütze) jedoch vor große Herausforderungen. Denn neben der Krankheit von Amandus zermartern auch eigene Sorgen ihr Familienleben: beide sind viel mehr mit sich selbst und ihrer Arbeit beschäftigt. Allein Tilda schafft es, ihrem Opa mit Verständnis zu begegnen. Nach einigen Eskapaden von Amandus kommen die Eltern zu dem Schluss, dass es mit der bisherighen Situation nicht weitergehen könne. Deshalb planen sie den Umzug des Großvaters in ein Seniorenheim. Da beschließt Tilda kurzerhand ihren Opa, der sie zärtlich „mien lüttje Principessa“ nennt, nochmals an den Ort zu bringen, an dem er einst mit seiner großen Liebe Margarethe so glücklich war: Venedig! Es beginnt eine abenteuerliche Reise.

„Honnig in’n Kopp“ ist eine packende, anrührende Geschichte über ein aktuelles Thema - erzählt mit viel Wärme und Sinn für Komik. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle: von Liebe, Fürsorge, Trauer bis Zuversicht! Da die Geschichte durch zahlreiche Schauplätze führt, war die Konzeption des Bühnenbildes im kleinen "Theater am Meer" eine große Herausforderung. Bühnenbildner Harald Schmidt fan eine geschickte Lösung, die von Wolfgang Buttjer und Heinz Fuchs umgesetzt wurde. Die vielfältige Bühnenmalerei stammt von Thomas Marschner. Es handelt sich um das vierte Stück der laufenden Spielzeit 2019/2020.