THEATER AM MEER ändert Spielplan 2020/21

Theater am Meer I Pressemeldung I 15. November 2020

THEATER AM MEER ändert Spielplan 2020/21

Fortsetzung der Spielzeit im Dezember derzeit noch fraglich

 

Eine Szene aus „Noog is nicht noog“ (v.l.n.r. Harald Schmidt, Ute Menssen, Edith Schlette, Arnold Preuß und Dagmar Wehrmann) – FOTO: TaM

WILHELMSHAVEN I Zum zweiten Male in diesem Jahr ist das Theater am Meer komplett geschlossen. Wegen der stark steigenden Infektionszahlen wurde ein bundesweiter „Lockdown light“ verordnet. Für das Theater am Meer hieß das erneut kurz vor einer Premiere alles „auf null“ runterzufahren.

„Die Maßnahme – obwohl sie zu erwarten war – hat uns ganz schön aus dem Tritt gebracht“, sagt Theaterleiter Arnold Preuß, „wir hatten trotz der ganzen coronabedingten Einschränkungen mit unseren ersten Produktionen, der Komödie „Mit dien Oogen“, der szenischen Lesung „Love Letters“ und dem „Ringelnatz/Groth-Abend“ einen sehr guten Start in die Spielzeit 2020/21 geschafft. Wenn auch anfänglich deutlich weniger Zuschauer in die Vorstellungen kamen, nahm der Vorverkauf für die weitere Spielzeit gerade so schön Fahrt auf. Dies und die in Wilhelmshaven bis dahin so niedrigen Infektionsfälle stimmten uns für die Fortsetzung des Spielplanes mit der nächsten Premiere, der Komödie „Noog is nich noog“ am 7. November sehr optimistisch. Nach den ersten zwei Wochen des Stillstandes und der aktuellen Entwicklung bundesweit, aber auch in Wilhelmshaven, haben wir große Zweifel, ob die Spielzeit im Dezember mit einer dann einmonatigen Unterbrechung fortgesetzt werden kann.“

Im Moment deute alles darauf hin, dass die Maßnahmen zur deutlichen Kontaktreduzierung für eine weitere Weile fortbestehen müssten, so Preuß. Die Infektionszahlen seien in den letzten zwei Wochen bundesweit deutlich gestiegen. Auch hier in Wilhelmshaven seien wir leider nicht mehr mit ganz wenigen Infektionen in einer entspannten Position. Wenn also Ende November eine Fortsetzung der Theaterschließung entschieden werde, dann sei das für uns auch okay so. Sowohl für unser gesamtes Ensemble (auf und neben der Bühne) als auch für unsere Besucher stehe die gesundheitliche Fürsorge an oberster Stelle, das sei für unser Theater die einheitliche Auffassung, so der Bühnenleiter. Man habe die Theaterpause auch genutzt, um die aus der bisherigen Spielzeit gesammelten Erfahrungen mittels einer Spielplanänderung wettzumachen.

„Derzeit sind unsere Planungen für die Fortsetzung der Spielzeit aber nur im Konjunktiv anzukündigen, sagt Preuß und bittet um Verständnis, „dies sei einfach der aktuellen Situation geschuldet, mit der man so gut es geht, umgehen muss.“ Nach der Pause im November solle im Dezember die Spielzeit zunächst mit der Premiere der Komödie von Frank Walsh „Noog is nich noog“ in der Regie von Arnold Preuß fortgeführt werden. Gleichzeitig könnten die verschobenen und weitere Vorstellungen der szenischen Lesung „Love Letters“ (Regie: Elke Münch) stattfinden. Auch der im Dezember schon bestens verkaufte „Ringelnatz/Groth-Abend“ könnte stattfinden.

„Da wir in der Probenarbeit festgestellt haben, dass bei Produktionen mit mehr als 5 Ensemblemitgliedern die notwendigen Abstände schwieriger einzuhalten sind, haben wir uns entschlossen, die Inszenierung „Honnig in’n Kopp“, die mit 14 Rollen personell sehr umfangreich ausgestaltet ist und erhebliche Einschnitte erfordert hätte, erneut zu verschieben, um das Stück dann in der folgenden Spielzeit in der ursprünglich inszenierten Fassung von Elke Münch zu zeigen. An diese Position solle dann mit einer monatlichen Verschiebung der Premiere in den Februar 2021 das Zwei-Personenstück „Zwei wie Bonnie und Clyde“ rücken. Für die ursprünglich geplante vierte niederdeutsche Produktion „Een Sluck toveel“, die mit 8 Spielern ebenfalls zu groß sei, werde dann die wunderbare Komödie für ein Schauspielpärchen „Veer linken Hannen“ von Pierre Chesnot in den Spielplan genommen. Abwarten müsse man dann die aktuelle Entwicklung bei der Beurteilung, ob man die Produktion der Theaterschule HAPEN im nächsten Juni schon zeigen könne. Mit der Aussicht auf einen Impfstoff sei da ein gewisser Optimismus angebracht.

„Soweit steht also die Planung, die wir dann umsetzen können, wenn a) die Schließung der Theater zum 1. Dezember aufgehoben wird und b) in Wilhelmshaven die Inzidenzlage so stabil ist, dass der Wert von 35 nicht überschritten wird“, sagt der Theaterbaas. „Wir haben in den vergangenen Monaten in den verschiedenen Ensembles der Produktionen so rücksichtsvoll und dennoch konstruktiv und kreativ gearbeitet, dass wir sehr gerne möglichst schnell wieder auf die Bühne möchten. Dies haben uns auch die wunderbaren und vielfältigen Reaktionen unseres Publikums vermittelt, die uns sehr stolz gemacht haben.“

 

Szene aus „LOVE LETTERS“ (v.l.) Arnold Preuß und Marion Zomerland. FOTO: Dietmar Bökhaus, TaM