„Theater am Meer“ muss den Spielplan erneut ändern

Wilhelmshavener Zeitung vom 17. November 2020

„Theater am Meer“ muss den Spielplan erneut ändern

UNTERHALTUNG - Fortsetzung hängt auch von den bundesweiten
Kontaktbeschränkungen im Dezember ab

Eine Szene aus „Noog is nicht noog“ (von links: Harald Schmidt, Ute Menssen, Edith Schlette, Arnold Preuß und Dagmar Wehrmann). FOTO: TAM

WILHELMSHAVEN. (wz) Zum zweiten Male in diesem Jahr ist das Theater am Meer komplett geschlossen. Wegen der stark steigenden Infektionszahlen wurde ein bundesweiter „Lockdown light“ verordnet. Für das Theater am Meer hieß das erneut kurz vor einer Premiere alles „auf Null“ herunterzufahren.

„Die Maßnahme – obwohl sie zu erwarten war – hat uns ganz schön aus dem Tritt gebracht“, sagt Theaterleiter Arnold Preuß. „Wir hatten trotz der ganzen corona-bedingten Einschränkungen mit unseren ersten Produktionen, der Komödie ,Mit dien Oogen‘, der szenischen Lesung ,Love Letters‘ und dem ,Ringelnatz/Groth-Abend‘ einen sehr guten Start in die Spielzeit 2020/21 geschafft. Wenn auch anfänglich deutlich weniger Zuschauer in die Vorstellungen kamen, habe der Vorverkauf für die weitere Spielzeit gerade so schön Fahrt aufgenommen. Dann kam der Teil-Lockdown. Nach den ersten zwei Wochen des Stillstandes und der aktuellen Entwicklung bundesweit, aber auch in Wilhelmshaven, haben wir große Zweifel, ob die Spielzeit im Dezember mit einer dann einmonatigen Unterbrechung fortgesetzt werden kann.“ Im Moment deute alles darauf hin, dass die Maßnahmen zur deutlichen Kontaktreduzierung für eine weitere Weile fortbestehen müssten, so Preuß. Die Infektionszahlen seien in den letzten zwei Wochen bundesweit deutlich gestiegen – auch in Wilhelmshaven.

„Wenn also Ende November eine Fortsetzung der Theaterschließung entschieden wird, dann ist das für uns auch okay so. Sowohl für unser gesamtes Ensemble (auf und neben der Bühne) als auch für unsere Besucher steht die gesundheitliche Fürsorge an oberster Stelle, das ist für unser Theater die einheitliche Auffassung“, so der Bühnenleiter. Man habe die Theaterpause auch genutzt, um die bisher gesammelten Erfahrungen mittels einer Spielplanänderung wettzumachen. „Derzeit sind unsere Planungen für die Fortsetzung der Spielzeit aber nur im Konjunktiv anzukündigen“, sagt Preuß und bittet um Verständnis. Dies sei einfach der aktuellen Situation geschuldet, mit der man, so gut es geht, umgehen müsse.

Nach der Pause im November solle im Dezember die Spielzeit zunächst mit der Premiere der Komödie von Frank Walsh „Noog is nich noog“ in der Regie von Arnold Preuß fortgeführt werden. Gleichzeitig könnten die verschobenen und weitere Vorstellungen der szenischen Lesung „Love Letters“ (Regie: Elke Münch) stattfinden. Auch der im Dezember schon bestens verkaufte „Ringelnatz/Groth-Abend“ könnte stattfinden. „Da wir in der Probenarbeit festgestellt haben, dass bei Produktionen mit mehr als fünf Ensemblemitgliedern die Abstände schwieriger einzuhalten sind, haben wir uns entschlossen, die Inszenierung Honnig in’n Kopp, die mit 14 Rollen personell sehr umfangreich ausgestaltet ist, erneut zu verschieben.

An diese Position solle dann mit einer monatlichen Verschiebung der Premiere in den Februar 2021 das Zwei-Personenstück „Zwei wie Bonnie und Clyde“ rücken. Anstelle der geplanten vierten niederdeutschen Produktion „Een Sluck toveel“ werde die Komödie für ein Schauspielpärchen „Meer linken Hannen“ von Pierre Chesnot in den Spielplan genommen.