Warum die Lage Kopfschmerzen bereitet

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 18. Januar 2021

Warum die Lage Kopfschmerzen bereitet

CORONA - Seit Anfang November ist das Theater am Meer geschlossen – So geht es der Institution 

 

Das Theater am Meer in der Kieler Straße muss mindestens bis zum 31. Januar geschlossen bleiben.
WZ-FOTO: Lübbe

Juliane Minow

WILHELMSHAVEN. Mit dem Beginn des „Lockdown-Light“ Anfang November mussten bundesweit auch Theater ihre Türen schließen. Das betrifft in Wilhelmshaven nicht nur die Landesbühne Niedersachsen Nord, sondern auch das Theater am Meer. Wie geht es der Institution gerade? Das hat die „Wilhelmshavener Zeitung“ den Leiter Arnold Preuß gefragt.

Der Theaterbetrieb ist seit dem 2. November komplett eingestellt. „Das betrifft das Spielen von Vorstellungen, den Probenbetrieb, die Theaterschule und das Theaterbüro“, so Preuß. Da das Ensemble aus Schauspielern bestehe, die das Theaterspielen im Nebenberuf ausüben und beim Theater am Meer nicht in einem Beschäftigungsverhältnis seien, musste auch der Probenbetrieb eingestellt werden. Erst, wenn die Theater wieder öffnen dürfen, können die Proben wieder aufgenommen werden, kann an Produktionen gearbeitet werden und die Theaterschule ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Bis dahin heißt es allerdings: Warten. Preuß hofft auf bessere Verhältnisse im Laufe des Jahres. Aber: „Eine Prognose, wann das sein wird, kann ich nicht abgeben. Die aktuelle Verlängerung war aber ja angesichts der Zahlen zu erwarten und kam nicht überraschend.“ Das heißt aber nicht, dass die Lage dem Theater am Meer keine Kopfschmerzen bereitet: „Je länger das alles dauert, umso kritischer wird natürlich unsere Situation“, so Preuß. „So gut wie keine Einnahmen mehr, aber laufende Miet- und Verbrauchskosten.“ Programme zur Rettung der Kultur hätten zwischenzeitlich finanziell geholfen, aber ewig könne man so natürlich nicht weitermachen.

„Wir hoffen somit auf rasche allgemeine Verbesserungen der Infektionslage und dann auf ein zügiges Anfahren der Kultureinrichtungen. Wir wollen dann ganz, ganz schnell ganz viel anbieten, damit wir unserem Publikum wieder Theater in unserem ,Wohnzimmer‘ – so nennen wir ja liebevoll unser kleines Schauspielhaus – präsentieren können.“ Und trotz allen Schwierigkeiten gibt es auch etwas Positives zu berichten: „Seit unserer Schließung im März haben wir ja für die neue Spielzeit 2020/21 unseren rund 1000 Abonnenten kein Abonnement für die Spielzeit zugesandt, sondern nur Karten im freien Verkauf in den Verkauf gegeben, da wir nicht wissen konnten, wie sich die Spielzeit entwickelt.“

Das Theater am Meer wollte nämlich nicht in eine hohe Erstattungspflicht der Abonnementgelder geraten. Auf diese Information haben die Abonnenten sehr erfreulich reagiert und das Theater vielfach wissen lassen, dass sie sich immer noch als Abonnenten fühlten und sofort wieder in die Vorstellungen kommen wollten, wenn der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne.

Preuß: „Dies ist eine große mentale Unterstützung gewesen und wir haben aus dem Abonnentenstamm auch einige sehr schöne Spenden erhalten, die gezeigt haben, dass wir ein wunderbares Stammpublikum haben.“