Klevemann speelt Lebemann (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

KLEVEMANN SPEELT LEBEMANN

(Der keusche Lebemann)
Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach, Plattdeutsch von Erich Schiff

Inszenierung: Rudolf Sang
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kramer
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Julius Mesenbrink, Inh. Firma "Klävemann & Mesenbrink, Baustoffe - Willi Minauf
Max Klävemann, dito. - Heinz Schnittker a.G.
Frau Meta Mesenbrink - Annemarie Beermann
Wally Mesenbrink, beider Tochter - Gerda Jörss
Lia Pellerina, Tänzerin - Ellen Beutz
Walter Kraftmeier, Boxer - Enno Buß
Heinz Bremer - Karl-Heinz Herpel
Mieze, Wallys Freundin - Helga Dannemann
Else. Wallys Freundin - Marianne Tholen
Minna, Haushälterin - Therese Peters
Harm Schröder, Chauffeur - Heinrich Frese

Kramer Krey (2. WA)

2. Wiederaufführung (3), davor vor 1939 und 1949/50 gespielt

KRAMER KREY

Komödie in fünf Akten von Hermann Boßdorf
Inszenierung: Willi Minauf

Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kaebe
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Karsten Kray - Hans Macker
Mile Haak, Haushälterin - Ellen Beutz
Asmus Broihan, Kaffemakler, sein Freund - Willi Minauf
Hein Kohrs, Hausknecht - Günter Boye
Piepersch, Scheuerfrau - Therese Peters
Dele Rüsch - Helga Dannemann
Laura Facklamm, Wwe. - Annemarie Beermann
Gendarm - Fritz Dannemann

Krey (Hans Macke) will Laura Facklam (Annemarie Beermann) schnell loswerden. Mile (Ellen Beutz) und Hein Kohrs (Günter Boye) sind etwax skeptisch - eine Szene aus Kramer Krey - Spielzeit 1958/69 -

so hätte Krey (Hans Macker) es gerne - Mile (Ellen Beutz) umgarnt ihm  - seine Szene aus "Kramer Krey" - Spielzeit 1958/59 -

Dar hett de Muurmann dat Lock laten, sagt Mile Haak (Ellen Beutz), aber Dele Rüüsch (Helga Dannemann) denkt gar nicht daran  - eine Szene aus "Kramer Krey" - Spielzeit 1958/59 -

Asmus Broihan (Willi Minauf) ist auf Freiersfüssen - aber Mile (Ellen Beutz) bleibt skeptisch
- eine Szene aus "Kramer Krey" - Spielzeit 1958/59 -

De Voss in de Fall (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE VOSS IN DE FALL

(Spektakel in Kleihörn)
Komödie in drei Akten von Karl Bunje

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Annemarie Beermann
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Hinnerk Brau - Hans Macker
Käthe, seine Tochter - Helga Dannemann
Anthrin Frers, Wwe. - Erika Kaebe
Gesche Slumps, Großmagd bei Brau - Therese Peters
Anny Folkerts, Kleinmagd bei Brau - Gerda Jörss
Folkert Folkerts, Arbeiter bei Brau - Heino Aden
Krischan Stuhr, Knecht bei Brau - Enno Buß
Theo Baak, Bauingenieur - Günter Boye
Jan Mullfoot - Willi Völker
Magnus Stindt - Emil Meinen

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(v. l.) Enno Buß, Emil Meinen, Willi Völker, Erika Kaebe, Therese Peters und Helga Dannemann

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Emil Meinen und Erika Kaebe

Lilofee (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

LILOFEE

Dramatische Ballade in fünf Bildern von Manfred Hausmann
Plattdeutsch von Heinrich A. Schmidt-Barrien
Musik Ludwig Roselius
Inszenierung: Rudolf Sang
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kaebe
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizienten: Maria Siebels/Günter Boye
Musikeinspielungen Mitglieder des Wilhelmshavener Sinfonieorchesters

Rollen und Darsteller
Herr Smolk von Brake - Willy Beutz
Frau Klindwoort - Annemarie Beermann
Lilofee, ihre Tochter - Gerda Jörss
Fridolin, Seemann - Karl-Heinz Herpel
Schnaars, Seemann - Enno Buß
Kulle, Seemann - Heino Aden
Rosa Schnakenberg - Ellen Beutz
Jorem, ein Neger - Günter Boye
Caddy, ein Mischblut - Helga Dannemann
Enriqueta, Kubanerin - Marianne Tholen
Inez, Kubanerin - Ingeborg Welzel

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Herr Smolk van Brake (Willy Beutz) und Lilofee (Gerda Jörss) gehen einen gefährlichen gemeinsamen Weg - eine Szene aus "Lilofee" - Spielzeit 1958/59 -

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Schnaars (Enno Buß) und Kulle (Heino Aden) machen sich Sorgen um den in Lilofee verliebten Fridolin (Karl-Heinz Herpel) - eine Szene aus "Lilofee" - Spielzeit 1958/59 -

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Die Seeleute Kulle (Heino Aden) , Schnaars (Enno Buß) und Friedolin (Karl-Heinz Herpel) bekommen Besuch von Jorem (Günter Boye), Caddy (Helga Dannemann), Enriqueta (Marianne Tholen) und Inez (Ingeobrg Welzel) - eine Szenenfoto aus "Lilofee" - Spielzeit 1958/59 -

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Friedolin (Karl-Heinz Herpel) wird heftig von Rosa Schnakenburg (Ellen Beutz) umworben - eine Szenenfoto aus "Lilofee" - Spielzeit 1958/59 -

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Friedolin (Karl-Heinz Herpel) wird heftig von Rosa Schnakenburg (Ellen Beutz) bei Frau Klindworrt (Annemarie Beermann) abgeholt  - eine Szenenfoto aus "Lilofee" - Spielzeit 1958/59 -

Herr Staatsanwalt geiht angeln (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

HERR STAATSANWALT GEIHT ANGELN

Komödie in drei Akten von Wilfried Wroost

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kaebe
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Dora Papendiek, Wwe. Pächterin der Pension "Haus Sorgenfrei" - Ellen Beutz
Adolf Rowedder, Dachdeckermeister - Willi Minauf
Dr. Archibald Eyssenhardt, Staatsanwalt - Hans Macker
Erika Klappenbach, Friseurgehilfin - Helga Dannemann
Manfred Meyer, ihr Verlobter - Heino Aden/Werner Willms
Hilde Puttfarken, Mädchen bei Papendiek - Gerda Jörss
Heino Thomsen, Angestellter bei der Gemeindeverwaltung - Ernst Neumann

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Dr. Archibald Eyssenhardt (Hans Macker) geht zum Angeln, es bestaunen ihn Erika Klappenbach (Helga Dannemann) und Manfred Meyer (Heino Aden) - eine Szene aus "Herr Staatsanwalt geiht angeln" - Spielzeit 1958/59 -

Mannslüüd sünd Dickköpp (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

MANNSLÜÜD SÜND DICKKÖPP

Komödie in vier Akten von Friedrich Lange
Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Annemarie Beermann
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizient: Heino Aden

Rollen und Darsteller
Jan Brink - Enno Buß
Gerd, sein Sohn - Günter Boye
Emma, seine Tochter - Gerda Jörss
Klaus Bruns, Nachbar - Willi Minauf
Heinrich Helling, Schulmeister - Hans Macker
Anne, seine Tochter - Helga Dannemann
Jette Wicken, Haushälterin - Erika Kaebe
Laura, ihre Tochter - Ellen Beutz

Richard Germer Abend

RICHARD GERMER ABEND

Aus Anlaß des 75. Geburtstages von August-Hinrichs

Es singt Richard Germer vom NWDR Hamburg
Es plaudert Walter A. Kreye von Radio Bremen
Es spielt die Niederdeutsche Bühne Rüstringen den Einakter "Alltomal Sünner"

Wenn du Geld hest (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

WENN DU GELD HEST

Lustspiel in drei Akten von Wilfried Wroost

Inszenierung. Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kaebe
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Julius Kappelhoff, Kontorbote - Willi Minauf
Rudolf, Taxi - Chauffeur, sein Sohn - Günter Boye
Lissi, Hausangestellte, seine Tochter - Gerda Jörss
Fredi, Hoteldiener, sein Sohn - Ernst Neumann
Frl. Emilie Kappelhoff, Julius Schwester - Ellen Beutz
Oskar Pommerenke, kaufmännischer Angestellter - Karl-Heinz Herpel/Heino Aden
Alma Roggenbuck, Wwe. Inh. einer Autovermietung - Annemarie Beermann
Helga, ihre Tochter - Hildegard Steffens
Robert M. Dörmann, Inhaber einer Schiffsbefrachterfirma - Willi Völker

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"Du bruukst jem bloots´n Sparbook ünner de Nääs to hollen....."

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".....batz liggt Se för Di op de Knee!"  v.l. Heino Aden, Gerda Jörss, Ellen Beutz, Günter Boye und Ernst Neumann - es steht Willi Minauf  - eine Szene aus "Wenn Du Geld hest..." - Spielzeit 1957/58-

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Das "Corpus delicti" - damit fängt alles an. Oskar Pommerenke (Heino Aden) gibt Jules Kappelhoff (Willi Minauf) sein Sparkassenbuch mit 350.000 Mark zur Aufbewahrung - ein Szenenfoto aus "Wenn du Geld hest" - Spielzeit 1957/58

Twee Kisten Rum (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

TWEE KISTEN RUM

Komödie in drei Akten von Alma Rogge

Regie: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Erika Kaebe
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
August Katjendörp, Torfschiffer - Willi Minauf
Guste von Katjendörp, seine Tochter - Ellen Beutz
Dirk Uffers, Fischer - Karl-Heinz Herpel
Gerd Tietjen, Krämer - Heino Aden
Lüder Bohls, Hafenarbeiter - Enno Buß
Timpe, Zollbeamter - Günter Boye
Annette Küpers, Wirtin vom "Friesenkroog" - Annemarie Beermann
Lieschen, ihre Nichte - Gerda Jörss
Hinnerk Küpers, Seemann - Hans Macker

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Die "Rumkisten-Konferenz"  v.l. Gerd Tietjen (Heino Aden), Lüder Bohls (Enno Buß), Dirk Uffers (Karl-Heinz Herpel) und August von Katjendörp (Willi Minauf)  - eine Szene aus "Twee Kisten Rum" - Spielzeit 1957/58 -

PRESSESTIMMEN

Je mehr Grog - desto weniger Unfreden

Niederdeutsche Bühne Rüstringen brachte Alma Rogges "Twee Kisten Rum"

Seit Alma Rogge im Kriegsjahr 1917 ihr erstes Werk "Up de Freete" schrieb, ist sie in der niederdeutschen Bühnenbewegung besonders durch ihren vielgespielten "Vergantschooster" sehr bekannt geworden. Auch ihr an Rudolf Kinaus "Söbenteihn Sack Koffi" erinnerndes Bühnenstück "Twee Kisten Rum", das die Niederdeutsche Bühne Rüstringen am Sonntag zum ersten Male aufführte, fand viele vergnügte Zuschauer.

Immerhin trifft die Bezeichnung Komödie bei dieser an der Küste in einem kleinen Sielort spielenden Schmuggleraffäre nicht ganz zu. Eher kann man von einem recht netten und gefälligen plattdeutschen Lustspiel sprechen. Für eine Komödie ist die ganze Handlung allzu glatt konstruiert, fehlen ihr jene Funken, die auf der Stelle zünden und die Zuschauer mitreißen. Dieses Stück ist........jen.

Mit Karl-Heinz Herpel war die Rolle des Fischers Dirk Uffers, der bedenkenlos dem Staat ein Schnippchen zu schlagen bereit ist, wenn es um geschmuggelten Rum geht, ausgezeichnet besetzt. Daß dieser Draufgänger nicht lange fackelt und nach Seeräubermanier sich seine Liebste Lieschen sichert, ist kein Wunder.

Als plötzlich wiederaufkreuzenden Seemann Hinnerk Küpers sieht man nach längerer Zeit einmal wieder Hans Macker in einer sehr gut ausgedeuteten Rolle. Daß die von dem Zöllner im Schiff gefundene Kiste mit geschmuggeltem Rum doch noch im Sieldorf bleibt, ist diesem gleichfalls der Devise "Je mehr Grog - desto weniger Unfreeden" verfallenen unrastigen Fahrensmann zu verdanken. Wie allerdings sein Ehekonflikt mit der immer noch begehrenswerten Annette Küpers ausgeht, läßt die Verfasserin am Schluß völlig offen.

Für Günter Boye durfte die Bezeichnung Nachwuchsspieler nun bald nicht mehr zutreffen. Was er aus der Rolle des Zollbeamten Timpe machte, war ausgezeichnet. Hannes Kaebe gab dem Stück durch seine beiden Bühnenbilder einen sehr schönen durchaus stilechten Rahmen und hatte dadurch wesentlichen Anteil an dem Erfolg Aufführung. -bs.

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August von Katjendörp (Willi Minauf) prüft den "Grönen",  Zollbeamter Timpe (Günter Boye)  - eine Szene aus "Twee Kisten Rum" - Spielzeit 195758 -

Neuinszenierung der Niederdeutschen Bühne Rüstringen Alma Rogge: "Twee Kisten Rum"

Es ist wohl Zufall, daß unsere Heimatbühne ihre drei letzten Inszenierungen in oder bei einer Gaststätte abrollen läßt.

Alma Rogge führt uns in ihrer Komödie an einen Sieiort, wie wir ihn hier in engster Nachbarschaft kennen. Als oldenburgische Bauerntochter ist sie fest in unserer Heimat verwurzelt und weiß ihren Gestalten echte Impulse zu verleihen.

Irn "Friesenkrug" dieses Sieldorfes spielt sich nun allerhand komödienhaftes um zwei Kisten Rum ab, die auf nicht eben legale Weise an Land gebracht werden. Es soll hier nicht verraten werden, wie diese Schrnuggelaffäire ausläuft. Jedenfalls wurde allen Zuhörern eindringlich genug klargemacht, welche hohen Werte in dem aus solchem Rum gebrauten Grog stecken. Trotzdem auf der Bühne seitens der Akteure diesem edlen Gebräu eifrig zugesprochen wurde, vermißten wir aber doch den beschwingten Geist, den ja der Alkohol in sich hat.

Die Aufführung steht und fällt mit der Rolle des Torfschiffers August von Katjendörp, die Willi M i n a u f ganz vortrefflich spielte. Er hatte gleichzeitig die Regie und lenkte seine Mitspieler so, wie es der jeweilige Part erforderte.

Die Niederdeutsche Bühne verfügt ja auch über Kräfte, die den Anforderungen der niederdeutschen Bühnenautoren vollauf genügen. In das Ensemble vorteilhaft eingereiht hat sich nunmehr Günter B o y e. Er verkörperte den Zollbeamten Timpe und machte durchaus glaubhaft, welchen Kampf es in seinem Innern kostete, Beamtenpflicht und menschliche Verbundenheit aufeinander abzustimmen.

Ellen B e u t z als Tochter des Torfschiffers rollte wieder derart mit ihren Augen, daß der Zöllner einfach ,.weg" war. Karl-Hleinz Herpel als Fischer Dirk Üffers und Heino A d e n als Krämer Gerd Tietjen waren Beteiligte an der Schmuggelei und boten wieder gute Leistungen. Annemarie B e e r m a n n gab eine gute Vorstellung einer Frau, deren Mann lange Jahre nichts von sich hören ließ, aber doch diesem trotz allem in Liebe zugetan ist. Ihre Nichte Lieschen, war Garda J ö r s s , keine große Rolle zwar, aber doch konnte sie wieder sehr gut gefallen.

Hans M a c k e r als Hinnerk Küpers verkörperte einen Seermann von echtem Schrot und Korn. Enno B u s s war - sehr gemäßigt - ebenfalls mit von der Partie. Die Bühnenbilder von Hannes Kaebe stellten einmal das Innere des Friesenkruges, zum anderen eine Brücke in einem Sieldorf dar, und ließen an Echtheit nichts zu wünschen übrig. Es war eine Aufführung, die vielleicht etwas straffer und zügiger hätte gebracht werden können. - tgh-

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Gerd Tietjen (Heino Aden) und Dirk Uffers (Karl-Heinz Herpel)  umschwärmen das Lieschen (Gerda Jörss)  - eine Szene aus "Twee Kisten Rum" - Spielzeit 1957/58 -

In Hamborg op St. Pauli (2. WA)

2. Wiederaufführung, davor 1949/50 und 1951/52 gespielt

IN HAMBORG OP ST. PAULI

Lustspiel in drei Akten von Wilfried Wroost

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Marianne Tholen
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Johannes Pröschmeyer, Gastwirt - Willi Minauf
Pauline, seine Frau - Therese Peters
Ursula, genannt Uschi, beider Tochter - Gerda Jörss
Mia Puvagel, Pauline´s Schwester - Annemarie Beermann
Christian Sellhorn, Kapitän für Küstenfahrt - Karl-Heinz Herpel/Kurt Röthel
Otto Karstendiek, sein Onkel - Heinrich Frese
August Dührkopp, Schiffswachmann - Enno Buß
Frieda, seine Frau, Morgenfrau bei Pröschmeyers - Erika Kaebe
Willi, ihr Sohn, Friseurgehilfe - Günter Boye

De Deerns ut´n Dörpskroog (1. WA)

1. Wiederaufführung, vorher vor 1939 gespielt

DE DEERNS UT´N DÖRPSKROOG

Volksstück in fünf Akten von Friedrich Lange

Inszenierung: :Willy Beutz
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Souffluese: Annemarie Beermann
Inspektion: Maria Siebels
Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Frisuren: Friseurmeister Teichmann

Rollen und Darsteller:
Martin Höge, Lehrer - Willy Beutz
Bernd Schulte, Gastwirt und Bauer - Hans Macker, Willi Robe
Dora Schulte, seine Tochter - Hildegard Steffens
Guste Steenhof, Magd - Ellen Beutz
Schuhmacher Hinnerk Lütje - Heino Aden
Klaus Back, Dorfbarbier und Blechpuster - Emil Meinen
Jan Peters, Kleinknecht - Ernst Neumann, Günter Boye
Schwester Anna - Gerda Jörß
Anita Eike, Privatsekretärin - Gerda Jörß
Anton Kreihenhorst - Willi Völker
Fritz Fink, Jugendfreund Doras - Karl-Heinz Herpel. Werner Willms

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Ein Klönsnack över´n Tuun: Jan Peters (Ernst Neumann) und Hinnerk Lüthje (Heino Aden) - eine Szene aus "De Deerns ut´n Dörpskroog" - Spielzeit 1957/58 -

PRESSESTIMMEN

Guste und Dora karren an den Mann

Niederdeutsche Bühne brachte Friedirch Langes "De Deerns ut´n Dörpskroog"

Nach dem handfesten Schwank "De lüttje Wippsteert" setzte die feinsinnige Bauernkomödie "De Deerns ut'n Dörpkroog" des Delmenhorsters Friedrich Lange die Reihe der Neuaufführungen der Niederdeutschen Bühne "Rüstringen" in der Spielzeit 1957/58 fort. Willy Beutz hatte wieder die Regie übernommen. Er lockerte das in Wilhelmshaven schon aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg her bekannte Stück sehr geschickt durch eine Volkstanzgruppe vom Touristenverein "Die Naturfreunde", ein Doppelquartett vom Bürgergesangverein und eine kleine Blaskapelle auf und schuf so die durchaus stilechte Stimmung eines dörflichen Festes. Alle Rollen waren so besetzt, daß ein trefflich ausgefülltes Spiel zustande kam, der Erinnerung des Rezensenten nach sogar abgerundeter als damals vor dem Kriege.

In Hans Macker fand Willy Beutz einen versierten Spieler, der der Gestalt des verzagenden Gastwirts und Bauern Bernd Schulte Züge gab, die überzeugend und echt wirkten. Hildegard Steffens war als seine Tochter Dora, die vergeblich auf die Rückkehr ihres Jugendfreundes wartet, von stiller Zurückhaltung und gab diesem Part ein schönes und zartes Profil. Ellen Beutz zweites "spätes Mädchen" in diesem Stück fand in der Rolle der Magd Guste Steenhof so viele Möglichkeiten, ihre Darstellungskunst zu beweisen, daß es fast einer Kettenreaktion glich, wenn die Spielerin alle Gelegenheiten beim Schopfe nahm, auf drastische oder listige Weise an den Mann zu kommen. Daß es dabei oft Beifall auf offener Szene gab, war nicht verwunderlich.

Die Rolle des hagestolzen, knickerigen Schuhmachers Hinnerk Lütje gab Heino Aden bei jedem Auftritt reichlich Gelegenheit, eine eigene und sehr persönlich empfundene Note in das Spiel zu bringen. Das Haus amüsierte sich köstlich über diese ausgereifte Leistung, genau wie über Emil Meinens Dorfbarbier und Blechpuster Klaus Back, der ewig durstig und voller List, wie Till Eulenspiegel den klaren Kopf behält und fleißig mithilft, daß die beiden überständigen "Deerns ut'n Dörpkroog" doch noch an den Mann kommen. Dritter im Bunde dieser sehr deutlich gezeichneten Männerrollen ist Ernst Neumann, der eine überzeugende Leistungsprobe als Kleinknecht Jan Peters ablegte und besonders in der Szene als befrackter "Ober" die Lacher auf seine Seite ziehen konnte.

Gerda Jörß war in der Rolle der Schwester Anna des Dorfschusters und als Privatsekretärin Anita Eike von geradezu prachtvoller Wandlungsfähigkeit. Ihr Spiel war wie Immer gelöst und vollkommen echt im Ausdruck. Ohne Tadel und erfreulich schwungvoll füllte Willi Völker die Aufgabe aus, einen glattschnackenden Anton Kreihenhorst auf die Bretter zu stellen, jenen hochtrabenden, schon verstädterten Typ, der aus der 300 Jahre alten Dorfschenke ein modernes Hotel machen will und dabei den Schultenvater ins Elend bringt.

Willy Beutz als Lehrer Martin Höge gab seinem Part mit absichtlicher Zurückhaltung einen klaren und glaubwürdigen Ausdruck als eine im Dorf geachtete Autorität, während Karl-Heinz Herpel als zurückkehrender Jugendfreund Doras, der in der Fremde gescheitert ist, sympathisch ruhig wirkte. Harnes Kaebe stellte mit seinem Bühnenbild den schönen Hintergrund eines entfernt liegenden Dorfes und den Vorplatz eines ländlichen Krugs und vervollständigte so die Illusion des Hochsommers sehr gut. Herzlicher Beifall war der Dank für eine glänzend gelungene Premiere. Auf das demnächst kommende Spiel "In Hamborg up Sankt Pauli ist man schon gespannt.

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Ein Klönsnack an´n Disch: von rechts Martin Höge (Willy Beutz), Klaus Back (Emil Meinen), Bernd Schulte (Hans Macker), Anton Kreihenhorst (Willi Völker) Dora Schulte (Hildegard Steffens)  - eine Szene aus "De Deerns ut´n Dörpskroog" - Spielzeit 1957/58 -

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Ein Klönsnack an´n Disch:  Bernd Schulte (Hans Macker) ist wohl nicht so ganz damit einverstanden, daß seine Tochter Dora (Hildegard Steffens) mit dem Lehrer Martin Höge (Willy Beutz) "fründjert". - eine Szene aus "De Deerns ut´n Dörpskroog" - Spielzeit 1957/5

De lüttje Wippsteert (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE LÜTTJE WIPPSTEERT

(Die spanische Fliege)
Schwank von Franz Arnold und Ernst Bach
Plattdeutsch von Erich Schiff

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Marianne Tholen
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Willem Cordes, Kolonialwaren - Willi Minauf
Meta, seine Frau - Annemarie Beermann
Lene, beider Tochter - Hildegard Steffens
Eduard Stint, Schulmeister - Hans Macker
Mathilde, seine Tochter - Gerda Jörss
Christian Krey, Polizeidiener a. D. - Enno Buß
Gerd Bruns, Assessor - Karl-Heinz Herpel/Hans Abken
Anton Stüring, Kichdiener - Heino Aden
Otto Gemeiner, Revisor - Walter Hinrichs
Liese, seine Frau - Ellen Beutz
Heinrich, beider Sohn - Heinz Schnittger a.G.
Adeline, Dienstmädchen - Erika Kaebe

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Da ist "dat Maleurkind", für das sie alle drei jahrelang Alimente gezahlt haben.  v.l. Hans Macker, Heino Aden und Enno Buß  - eine Szene aus "De lüttje Wippsteert" - Spielzeit 1957/58 -

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Vater Gemeiner (Walter Hinrichs) mit Sohn Heinrich (Heinz Schnitger a.G.) wollen Geld bei den Herren Krey (Enno Buß), Willi Cordes (Willi Minauf) und Stüring (Heino Aden ) eintreiben - eine Szene aus "De lüttje Wippsteert" - Spielzeit 1957/58 -

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Heinrich Gemeiner (Heinz Schnittger als Gast von der August-Hinrichs-Bühne) erzählt Mathilde (Gerda Jörss) etwas über das Liebesleben .... in der Tierwelt!  - eine Szene aus "De lüttje Wippsteert" - Spielzeit 1957/58 -

Recht geiht sien Gang (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung
14.09.57 Premiere zum 25. Bühnenjubiläum

RECHT GEIHT SIEN GANG

(Volk baben an)
Drama in fünf Akten von Walter Looschen

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Annemarie Beermann
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels
Kostüme: Paul Welzel

Rollen und Darsteller
Edo van Wietum, Häuptling - Hans Macker
Johann, sein Bruder - Willy Beutz
Jantjemöm, ihre blinde Tante - Therese Peters
Heye Willms, Schiffshauptmann - Heino Aden
Thalke Margret - Gerda Jörss
Mammo, der alte Knecht - Heinrich Frese
Berend Upts, Botschafter - Karl-Heinz Herpel
Etta - Ellen Beutz
Van Butenlanns, Kaufmann - Willi Völker
1. Knecht - Günter Boye
2. Knecht - Hans Abken

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Edo van Wietum (Hans Macker), streitet mit seinem Bruder Johann (Willy Beutz). Die blinde Jantjemöm (Therese Peters) und der Schiffshauptmann Willms (Heino Aden) hören gespannt zu. - eine Szene aus "Recht geiht sien Gang" - Spielzeit 1957/58 -

 
PRESSESTIMMEN

"Recht geiht sien Gang"

Festaufführung zur 25-Jahr-Feier der Niederdeutschen Bühne Rüstringen

"Wenn de een orrer anner van mien Schriewswark ok man 'n littjet Spier to´n Nadenken mit na Hus nimmt, denn so bün ick deg tofräden. Denn fisch ick doch nich so ganz for umsonst in den schönen und deepen plattdütschen See". Walter Looschen, der Verfasser des Niederdeutschen Dramas in fünf Akten, das die Niederdeutsche Bühne Rüstringen anläßlich ihrer 25-Jahr-Feier zur Aufführung brachte, schrieb diese Worte in seinen Begleitzeilen zur Festschrift. Er umriß damit gewisserrnaßen die Zielsetzung seines dichterischen Schaffens, der er auch in seinem Drama um den seeräubernden Häuptling Edo van Wieturn treu blieb. Vielleicht sogar allzu treu, so daß über langen Mono- und Dialogen die dramatische Steigerung etwas zu kurz kam.

Immerhin kam der dem anwesenden Dichter gespendete Beifall aus ehrlichem Herzen. Er galt vor allem den Darstellern der Niederdeutschen Bühne, die sich hier einmal mehr ".zum Hort und Deuter der schönen Werke unserer plattdeutschen Heimatdichter" machte, wie ihr das Oberbürgermeister Nieter in seinem Glückwunschschreiben bekundete. Im Mittelpunkt des Dramas steht die kraftvolle Figur des Häuptlings Edo van Wietum, der sein Leben unter die Devise gestellt hat, daß Gewalt vor Recht geht und daß Recht und Macht nur bei ihm allein liegen. Erst kurz vor seinem unrühmlichen Ende im Kerker kommt ihm die späte Erkenntrris, daß "Recht sien Gang" zu gehen hat.

Hans IvI a c k e r stellt in dieser Rolle eine blutvolle Gestalt auf die Bühne. Er macht diesen Häuptling auch da sympathisch, wo die von ihm vertretene Gesetzauslegung zur Unmoral wird. Willy B e u t z als sein Bruder Johann, der in seiner Empörung über den an dem Häuptling verübten Verrat seinen Priesterrock zerreißt und mit eigener Hand die Verräterin bestraft, meistert glänzend seine Rolle, die zu den schwierigsten des Dramas gehört. Ihren Aufgaben gerecht wurden auch die übrigen männlichen Darsteller des Stückes, Heino Aden als Edos Schiffshauptmann Heye Willms, Willi Völker als der Kaufmann van Butenlanns, von dem sich Edo im Trunk überlisten und fangen läßt, sowie Heinrich Frese, der Senior der Schar, Karl-Heinz Herpel, Günter Boye und Hans Apken.

Großartig aber waren die weiblichen Rollen besetzt. Wie Therese Peters die blinde Tante Jantjemön darstellte, verdient alle Achtung. Auch Gerda Jörss als die intrigierende Zigeunerin, die, verliebt und verräterisch, die wenigen dramatischen Steigerungen in das Spiel bringt, bot eine ausgezeichnete Leistung. Ellen B e u t z als die blonde Geisel aus Butenlanns, die sogar ihr Leben wagt, um ihren Entführer zu befreien, bot selbst, in der düsteren Kerkerszene noch eine prächtige frauliche Gestalt. Willi M i n ra u f , der für die Regie verantwortlich zeichnete, darf von dem "am Schluß immer wieder gespendeten Beifall ein gut Teil auf sein Konto buchen. Das von Hannes K a e b e geschaffene Bühnenbild wirkte trotz seiner Kargheit überzeugend echt.

Viele Blumenspenden und Geburtstagsgeschenke von Firmen, Vereinen und Freunden der Niederdeutschen Bühne Rüstringen wurden nach der Festvorführung auf die Bühne gereicht. Sichtbarer Ausdruck für die guten Wünsche zu weiterer erfolgreicher Arbeit zum Wohl der Heimat und der Heimatsprache.

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Die blinde Jantjemöm (Therese Peters) und Johann van Wietum (Williy Beutz) - eine Szene aus "Recht geiht sien Gang" - Spielzeit 1957/58 -

Festaufführung: "Recht geiht sien Gang"

In einer glänzend gelungenen Aufführung bot die Niederdeutsche Bühne "Rüstringen" als Festaufführung anläßlich ihres 25jährigen Bestehens Walter Looschens fünfaktiges niederdeutsches Drama "Recht geiht sien Gang". Das Stadttheater sah am Sonnabend ein volles Haus mit vielen auswärtIgen Gästen. unter ihnen auch der Dichter des Dramas, dem am Schluß des Stückes herzlicher Beifall gezollt wurde.

Wenn es langanhaltenden Applaus gab, als der Vorhang nach dem letzten Akt, der düsteren Kerkerszene, fiel, so galt dieseer zweifellos in erster Linie dem Ensemble. Für das Stück selbst wurde der Abend ein Achtungserfolg. Looschen stellt in den Mittelpunkt seines Dramas die urwüchsige Gestalt des friesischen Häuptlings Edo van Wietum. Man erkennt unzweifelhaft, daß dem Autor die Figur des Rüstringer Häuptlings Edo Wiemken vorgeschwebt hat, als er sein Drama schrieb.

So ist auch die in dem Stück gut herausgearbeitete Entführung des betrunkenen Häuptlings durch die "Butenlanners" historisch verbürgt, wenn es in der Tat auch Holländer waren, die Edo Wiemken d. Ä. nach einern wüsten Gelage an Bord eines ihrer eigenen Schiffe in Ketten legten und ihn nach den Niederlanden brachten. Die Rüstringer sollen damals ein hohe Lösegeld für die Befreiung Ihres "Hovetling und Koptein" gezahlt haben.

Man vermißt an dem Stück viele Züge eines echten und packenden Dramas; dazu hat es zu wenig Höhepunkte. Manches wurde durch Dialoge erklärt, die sehr viel Aufmerksamkeit beim Zuhörer erforderten, statt durch Handlung zu überzeugen. Kernpunkt des Stückes ist die unbeugsame, rechthaberische Haltung des Häuptlings, der nur sich selbst und seine Macht gelten läßt, bis er schließlich, durch Verrat in die Hände seiner Feinde gefallen, in aussichtsloser Lage im Verlies erkennt, daß Recht seinen Gang gehen muß.

Mit Hans Macker wurde die Rolle des Häuptlings Edo van Wietum hervorragend...... (leider lag der Artikel nicht mehr vollständig vor)

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Die Zigeunerin Thalke Margret (Gerda Jörss) sorgt für Dramatik.  Seinen Priestermantel will Johann (Willy Beutz) ablegen. - ein Szene aus "Recht geiht sien Gang" - Spielzeit 1957/58 -

Richard Germer und Rudolf Kinau (1. WA)

RICHARD GERMER UND RUDOLF KINAU

Abend mit Geschichten und Musik

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 Richard Germer am 28.9.1956

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Nach der gelungenen Veranstaltung traf sich der Vorstand mit den Künstlern zum Klönsnack v.l. Richard Germer, Willy Beutz (Bühnenleiter), Rudl Kinau, Willi Minauf (Spielleiter), Heino Aden (2. Vorsitzender) und Willi Völker (Schatzmeister) - Spielzeit 1956/57 -

Hexenkomödie (1. WA)

1. Wiederaufführung, davor vor 1939 gespielt

HEXENKOMÖDIE

Komödie von Heinrich Behnken
Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Marianne Tholen
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Jan Hellwege, Bauer - Hans Macker
Stina, seine Frau - Therese Peters
Jürn, deren Sohn - Karl-Heinz Herpel
Sophie Diekhoff, Nachbarin - Annemarie Beermann
Hanna Meiners, Schneiderin - Hildegard Steffens
Lene, ihre Tochter - Gerda Jörss
Immenhannes - Willi Minauf
Harm Engelke, Hexenmeister - Emil Meinen

De Schelm van Möhlbrook (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE SCHELM VAN MÖHLBROOK

Komödie in drei Akten von Erhard Asmus

Inszenierung: Willi Minauf
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Beleuchtung: Hugo Kazmierczak
Souffleuse: Marianne Tholen
Frisuren: Helmut Teichmann
Inspizientin: Maria Siebels

Rollen und Darsteller
Stoffer Gröön - Hans Macker
Katrin, seine Frau - Annemarie Beermann
Margret, deren Tochter - Gerda Jörss
Lena, Magd - Ellen Beutz
Hans Holten Tippelbruder - Karl-Heinz Herpel
Wilhelm Pieseke, sein Freund - Enno Buß
Jakob Munzel, Dorfschuster - Heino Aden
Jan Sibbert, Viehhändler - Willi Völker
Wachtmeister - Walter Hinrichs

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Der Riß in der Hose ist sehr verdächtig!  v.l. Jakob (Heine Aden), Stoffer (Hans MackerI, Hans (Karl-Heinz Herpel), Wilhelm (Enno Buß), Wachtmeister (Walter Hinrichs) und Katrin (Annemarie Beermann) - eine Szene aus "De Schelm van Möölbrook" - Spielzeit 1956/57 -

Wilhelmshavener Zeitung vom 26. Februar 1957

Niederdeutsche Bühne Rüstringen:

"De Schelm van Möölbrook"

Komödie in drei Akten von Erhard Asmus

"Humor ist, wenn man trotzdem lacht". So bezeichnet der Autor dieses plattdeutschen Stückes selbst seine Lebensdevise. Dieser Wahlspruch könnte aber doppelsinnig ausgelegt werden, wenn man ihn auf das Stück und seine Ausführung im Stadttheater am Sonntagabend bezieht. Darum sei, um alle Klarheiten restlos zu beseitigen, vermerkt: Es wurde (trotzdem) viel gelacht. Gelacht wurde über die deftige Ausdrucksweise und die manchmal drollige Mimik der Hauptdarsteller. Dabei trat die Handlung selbst mehr in den Hintergrund, die auch wohl nicht allzuviel Grund zum Lachen bot.

Immerhin: Die schauspielerische Leistung unseres plattdeutschen Ensembles war weit über dem Durchschnitt des sonst Gewohnten. Wer eigentlich der "Schelm" vom Möölenbrook war, blieb rätselhaft. War es der Müller selbst, der ein Doppelleben zu führen schien, war es der philisternde Viehhändler, der die einem anderen zugedachten Prügel bezog, war es einer der beiden Tippelbrüder, die den Haussegen wieder gerade hängen halfen? Klar wurde nur, daß die Ehefrau des Müllers kein "Drachen" war, sondern eine mit Recht verbitterte und dabei in ihren Reaktionen wohl etwas spitz reagierende Frau.

Hans Macker stellte den Müller in so seriöser Welse auf die Bühne, daß man ihm den Schwerenöter kaum zutraute, obgleich die Indizien in Form einer zerrissenen Hose und eines Schuhabdrucks ganz gegen ihn sprachen. Annemarie Beermann als seine Frau war in ihrer Art unübertrefflich. Sie spielte von Anfang bis zum Schluß ihre Rolle meisterhaft und trotz ihres beleidigten Frauentums mit geradezu beispielhafter Ruhe und Ausgeglichenheit.

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Jakob (Heino Aden) hat den beiden Tippelbrödern (Enno Buß und Karl-Heinz Herpel) ´ne Menge zu erzählen - eine Szene aus "De Schelm van Möölbrook" - Spielzeit 1956/57 -

Während Gerda J ö r s s als Tochter ihren Liebreiz auf den jüngeren der beiden Tippelbrüder (Karl-Heinz Herpel) wirken ließ, war Ellen Beutz als Magd Lena in ihrer Tollpatschigkeit und Beschränktheit, aber auch mit ihren Bemühungen um den älteren der Landstreicher (Enno B u s s) oft der Anlaß zu stürmischem Beifall bei offener Szene. Man gönnte ihr ihr spätes Liebesglück.

Beide Landstreicher waren trotz ihrer Gegensätzlichkeit ein köstliches Paar. das in schönster Harmonie nicht nur an ihren eigenen Vorteil dachte, sondern auch anderen zum Glück und zur Zufriedenheit verhelfen wollte. Heino Aden als stotternder und gehörnter Ehemann einer "Dame" (Bardame) zeigte sein Talent für solche Rollen erneut, er war diesmal besonders gut in Form. Willi Völker glänzte nicht minder, wenn auch nicht immer als Held, doch das entsprach seiner Rolle. Für zeitgemäße Wachtmeisterrollen gibt Walter Hinrichs eine gute Figur ab, früher hätte man wohl einen Mann mit stärkerem Leibesumfang auf die Bühne gebracht.

Willi M i n a u f als Regieführer holte aus seiner Künstlerschar das Beste heraus, was sie zu geben vermag. Als die Spieler ihn zum Schlußapplaus auf die Bühne holten, galt ein großer Anteil des reichen Beifalls auch ihm. Für das Bühnenbild, das bewußt ein wenig primitiv gehalten war, zeichnete Hannes K a e b e verantwortlich.

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