Dat Schörengericht (1. WA)

1. Wiederaufführung (2)

DAT SCHÖRENGERICHT

Lustspiel in zwölf Seznen nach Heinrich von Kleist von Friedrich Hans Schaefer

Inszenierung: Rudolf Plent
Ausstattung: Christa Düx

Dorfrichter Adam (Arnold Preuß, links) und seinintriganter Schreiberling Licht (Marc Gelhart)

Souffleuse: Magita Pust
Requisite: Marianne Karstens
Maske: Christel Brandt-Jaedeke
Inspizienz: Anke Schluppkotten
Bühnenbildbau: Wolfgang Buttjer, Heinz Fuchs, Frank Münkenwarf
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Wolfgang Buttjer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Heinz Fuchs, Gerd Gelhart, Willy Meinert, Harald Schmidt
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers

Mit dem Lied "Wo kaam ik an Dien Vaderhuus" versucht Adam gute Stimmung zu machen (Markus Lomertin, Christel Dörnath, Arnold Preuß, Heidi Strowik)

Rollen und Darsteller:
Gerichtsrat Walter – Jürgen Tapken
Dörprichter Adam– Arnold Preuß
Schriever Licht– Marc Gelhart
Fro Martje Rull– Marion Zomerland
Eve – Martina Stühmer
Jan Tümpel– Klaus Aden
Ruprecht Tümpel – André Gelhart
Fro Brigitte– Wilma Welte
Een Deener – Markus Lomertin
Een Büttel – Günter Boye
Magd Greten – Heidi Strowik
Magd Lisbeth – Christel Dörnath

"Dat Schörengericht" v.l. Klaus Aden, André Gelhart, Jürgen Tapken, Arnold Preuß, Marc Gelhart

Quickborn - Zeitschrift für plattdeutsche Sprache und Literatur, 94. Jahrgang, Heft 2 , 2004

Dat Schörengericht

Rezension von Erhard Brüchert

"Der zerbrochene Krug" von Kleist ist durch die kongeniale sprachliche Fassung von Friedrich Hans Schaefer im Niederdeutschen zu einem Klassiker geworden - und das mit Recht. Denn dieses deutsche Lustspiel, mit dem Kleist die Klassik abrundete (weder Goethe noch Schiller haben ja ein erfolgreiches Lustspiel geschaffen) ist natürlich eigentlich ein Volksstück und spielt in den Niederlanden, also zumindest in einem Gebiet, welches dem Niederdeutschen benachbart ist. Die Figur und der Charakter des Dorfrichters Adam und dessen Geschichte um Nötigung, Erpressung und Amtsanmaßung ist im engen Umfeld der Dorfrichter-Stube und ihrer Menschen ein exemplarischer Fall für Situations-, Sprach- und Charakterkomik.

Unsere Schüler beißen sich heute an diesem Stück die Zähne aus - erstens, weil sie die Charakterkomik der Figuren um 1800 nicht mehr so richtig verstehen und zweitens, weil sie die hochdeutschen Sprachfeinheiten von Kleist nicht mehr nachempfinden können oder wollen. In der plattdeutschen Fassung fallen einige dieser Feinheiten weg, doch dafür treten die Figuren umso kräftiger und plastischer hervor. Das war auch ein Erfolg der Wilhelmhavener Aufführung: Als Dorfrichter Adam brillierte der langjährige Leiter und Ideengeber der Bühne, Arnold Preuß. Er stellte einen Adam vor, der nicht nur - wie vielfach in hochdeutschen Aufführungen vom "Krug" - den dumpf-derben Typus herauskehrte, sondern einen durchaus leutseligen, aber auch diplomatischen und intriganten, dörflichen Herrscher betonte.

Rudolf Plent ließ diesen Adam sogar, gemeinsam mit seinen beiden Mägden Greten und Lisbeth (Heidi Strowik und Christel Dörnath), nach der Vesperpause vor dem Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) ein plattdeutsches Couplet vorsingen, was Adam aber auch nicht mehr retten kann. Diese Einlage unterbrach dann aber doch etwas zu stark den Kleistschen Handlungsaufbau, der konsequent und bruchlos auf die Entlarvung von Adam abzielt. Auch eine Pause war - vor dem Erscheinen der Frau Brigitte (Wilma Weite) - eingefügt, was ja schon bekanntlich der Uraufführung in Weimar unter der Regie von Goethe sehr geschadet hat, weil der drängende Spannungsaufbau des Stück dadurch unterbrochen wird. Adam und Rat Walter gönnen sich in dieser Pause fast kameradschaftlich ein Gläschen an der Bühnenrampe und kokettieren dabei mit dem Publikum: auch das kam durchaus gut beim Publikum an, ist aber nicht im Sinne der Kleistschen Dramaturgie. Da "man" das Stück aber inzwischen (seit 200 Jahren) gut kennt, ist die Spannung auf den Ausgang auch nicht mehr ganz so groß und drängend. Man kann sich eine Pause erlauben.

Die zweite Glanzrolle in dem Stück, Frau Martje Rull, wurde von Marion Zomerland als fast noch jugendlich agile, temperamentvolle Frau in den besten Jahren gespielt. Ihre berühmte "Krugrede" war in Sprache, Gestik und Bewegung auf der Bühne gut akzentuiert und strukturiert. Das "Mitspielen" der durch die Rede gelangweilten anderen Figuren kam detailreich über die Rampe; es reichte vom wiederholten Einschlafen des BüttelsHahnmeier (Günter Boye), über das Stirnrunzeln und Unterbrechen von Walter, das ängstlich-aggressive Mithören von Adam, das sprunghafte Aufbegehren von Ruprecht (Andre Gelhart) bis zum gequälten, mädchenhaft-schüchternen Wegwenden der Eve (Martina Stühmer). Eve und Ruprecht bildeten als Liebespaar, das durch Dorfrichter Adam bedrängt und gefährdet wird, das passende Gegenstück zu dem Viereck Adam - Rat Walter - Schreiber Licht (Marc Gelhart) - Frau Martje Rull.

Die anderen Figuren sind Nebenrollen, die aber durch ihre fast ständige Präsenz auf der Bühne - außer von Frau Brigitte - ein konzentriertes Mitspielen ohne Text verlangen. Auch das wurde von Vadder Jan Tümpel (Klaus Aden), dem Büttel und den beiden Mägden Greten und Lisbeth gut geleistet. Das übersichtliche Bühnenbild (Christa Düx) mit der zentralen Stellung des Richterstuhls und der Zeugenrampe davor ließ nur den Rat Walter etwas links am Rand sitzen, was nicht ganz seiner tragenden Kontrollfunktion in dem Stück entspricht. Gut war hier der Fensterausblick auf das winterliche Dorf. So konnte am Schluss sogar Adams Flucht durch Eis und Schnee imaginär nachvollzogen werden.

Alles in allem hat die Wilhelmshavener Niederdeutsche Bühne hier ein nur wenig modernisiertes, aber immer noch sehr komödiantisches und sehenswertes "Schörengericht" zur Aufführung gebracht. Es wird auch weiterhin zu unseren Klassikern gehören. Das Publikum folgte dem "Schicksal" von Adam und seinen Mitspielern/innen Eve, Ruprecht, Licht, Frau Rull und Rat Walter mit amüsiertem Wiedererkennen und am Schluss mit langem, dankbarem Beifall.

"Dat Schörengericht", Lustspiel vonFriedrich Hans Schaefer nach Heinrich von Kleist, Aufführung der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven,Premiere 3.4.2004, Regie Rudolf Plent

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 6. April 2004

Ein komödiantischer Volltreffer

Arnold Preuß als durchtriebener Adam in „Dat Schörengericht" der Niederdeutschen Bühne

Die niederdeutsche Bühne lockte mehr als 10 000 Zuschauer ins Theater. Nun wird „Der zerbrochene Krug" auf Platt gespielt.

VON ERNST RICHTER

Das Bild zeigt (von links) Markus Lomertin als des Gerichtsrats Diener, (Marc Gelhart als Schreiber Licht, Arnold Preuß in der Rolle des listigen Dorfrichters Adam und Christel Dörnath als Magd Lisbeth (Foto: Olaf Preuschoff)

WILHELMSHAVEN - Eigentlich wollte die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven „Theater am Meer" mit der Erstaufführung „De Fledderbeerpunsch" (Feuerzangenbowle) die Spielzeit 2003/04 beschließen. Es traten, wie berichtet, Besetzungsprobleme auf. Kurzfristig musste umdisponiert werden, um die Spieltermine einhalten zu können. So rückte das Lustspiel „Dat Schörengericht" (Der zerbrochene Krug) in der Übersetzung von Friedrich Hans Schaefer nach Heinrich von Kleist auf den Spielplan. Das wurde zu einem Glücksfall.

Am vergangenen Wochenende war Premiere in Stadttheater. Heinrich von Kleist hat das Lustspiel „Der zerbrochene Krug" 1806 in Königsberg vollendet. Kleist hat ihn in der Gerichtsstube eines niederländischen Dorfs bei Utrecht im 18. Jahrhundert angesiedelt. „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer rückt die Gerichtsstube des Dorfrichters Adam nach Schaar, belässt die feine Kostümausstattung aber in der damaligen Zeit. Gerichtsrat Walter befindet sich auf einer überraschenden Inspektionsreise, kommt von Kniphausen und will weiter nach Sengwarden. Bei seiner Visite in Schaar trifft er auf einen ganz unpässlichen Dorfrichter Adam, den seine Begehrlichkeit auf die junge Eve zu Fall bringt, obwohl er mit aller Durchtriebenheit seine Schuld zu vertuschen sucht.

Arnold Preuß verleiht diesem Dorfrichter Adam die tragikomische Charakterfigur, die diese Aufführung bestimmend prägt, zumal er mit Marc Gelhart als Gerichtsschreiber Licht einen glänzenden Partner gefunden hat, der selbst ganz unverhohlen scharf auf das Amt des Dorfrichters ist. JürgenTapken hat als Gerichtsrat Walter seinen souveränen Auftritt. Ebenfalls weit über eine schauspielerische Laiendarstellung hinaus gelingt Marion Zomerland die Charakterisierung der redegewandten Klägerin Martje Rull, die von ihrem zerbrochenen Krug nicht lassen will.

Andre Gelhart spielt bravourös den Bauernsohn Ruprecht, in Verdacht geraten, in die Kammer von Frau Rulls Töchterlein Eve eingestiegen zu sein, wo bei seiner plötzlichen Flucht der besagte Krug zu Bruch ging. Tochter Eve wird von Martina Stühmer mit jungfräulicher Akribie dargestellt. Erst als ihrem Ruprecht die von Dorfrichter Adam ausgesprochene Haftstrafe droht, schreit sie es heraus: Der Richter Adam hat den Krug zerbrochen. Perücke und Adams Klumpfuß nährten den Verdacht auf des Dorfrichters Tat, eifrig genährt von Schreiber Licht, der als Zeugin Frau Brigitte ausgekundschaftet hat, dargestellt von Wilma Welte.

In den weiteren Rollen vervollständigen das von Regisseur Rudolf Plent fein eingestimmte Ensemble Klaus Aden als Bauer Jan Tümpel mit der lockeren Hand; humorvoll eingestellt Günter Boye als Büttel Hahnmeier und Markus Lomertin als Bediensteter des Gerichtsrats; dazu gesellen sich Heidi Strowik und Christel Dornath als Mägde Greten und Lisbeth. Zusammen mit Dorfrichter Adam stimmen sie als köstlichen Regieeinfall ein Liedchen an, um den inzwischen misstrauisch gewordenen Gerichtsrat etwas aufzuheitern. Das alles passiert in der von Christa Dux ganz ansprechend gestalteten Gerichtsstube als Bühnenbild.

Nein, ein Bauernschwank, der lauthals Lachsalven produziert, ist „Dat Schörengericht" nicht. Hintergründig ist der Humor. Das wird auch vom Publikum mit gebotener Zurückhaltung quittiert. Der berechtigte Beifall schlägt sich im anhaltenden Schlussapplaus nieder. Damit hat das „Theater am Meer" Lust auf die nächste Spielzeit geweckt. Arnold Preuß, hier als Leiter der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven, sieht die Bühne im Aufwind: In der Spielzeit 2003/04 werde zum ersten Mal wieder die Zahl von 10 000 Tokiekers erreicht.

Die weiteren Aufführungen sind: Sonnabend, 17. April, 20 Uhr, Sonntag, 18. April, 15.30 und 20 Uhr, Sonntag, 25. April, 15.30 und 20 Uhr, 8. Mai, 20 Uhr. Damit werde die Qualität der Inszenierungen anerkannt. Das soll auch in der kommenden Spielzeit die Devise für das „Theater am Meer" sein.

Anschaulich schildert Fro Martje (Marion Zomerland) den hogen Herrn Walter (Jürgen Tapken ) und Adam (Arnold Preuß) die Geschichte des Kruges und des Pidder Lüng

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 5. April 2004

Lüsterner Dorfrichter gerät in arge Erklärungsnöte

PREMIERE Niederdeutsche Bühne mit  „Dat Schörengericht"

Als letzte Aufführung dieser Saison inszenierte die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven „Dat Schörengericht". Arnold Preuß brillierte.

VON HARTMUT SIEFKEN

WILHELMSHAVEN - Die Premiere geriet zu einem rundherum vergnüglichen Theaterabend. Ursprünglich sollte die „Feuerzangenbowle" als letztes auf dem Spielplan stehen, doch aus personellen Gründen musste die Bühnenleitung kurzfristig umdisponieren. Mit „Dat Schörengericht", dem Lustspiel von Friedrich Hans Schaefer nach dem Klassiker von Heinrich von Kleist, fand man guten Ersatz und weitaus mehr als nur eine Verlegenheitslösung. Regisseur Rudolf Plent verstand es, die Schauspieltruppe gut in Szene zu setzen, nichts wirkte steif oder allzu statisch, die Schauspieler agierten und überzeugten durchweg durch engagiertes, mimisch unterstütztes Spiel.

Besonders hervorzuheben ist Arnold Preuß in der Hauptrolle des Dorfrichters Adam; der verschlagene Lüstling Adam hatte das arme Mädchen Eve Rull in der Nacht in arge Bedrängnis gebracht. Mit Müh und Not konnte er vor ihrem eifersüchtigen Verlobten Ruprecht durch: Fenster flüchten, wobei er den Krug zerbrach, seine Perücke im Spalier verlor und einen kräftigen Hieb einsteckte, zwar blieb er zunächst unerkannt, doch weil Martje Rull, Eves Mutter, Ruprecht im Verdacht hatte, den Krug zerstört zu haben, landete der nächstliche Vorfall auf seinem Richtertisch. Dummerweise platzt ausgerechnet an diesem Tag Gerichtsrat Walter zur Inspektion herein. Adam versucht zwar, Eve mit einem gefälschten Stellungsbefehl für Ruprecht zum Schweigen zu erpressen, doch das Unheil nimmt für seinen Lauf.

Marion Zomerland verkörpert redselig die Martje Rull. André Gelhart gibt dem verzweifelten Ruprecht beredten Ausdruck, Martina Stümer der gottverlassenen Eve.

Ruprecht (André Gelhart) schildert die vergangene Nacht und Adam (Arnold Preuß) und Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) hören erstaunt zu

Auch die übrigenRollen sind solide besetzt

Adams Schreiber Licht, den kriecherischen Ehrgeizling, der alles daran setzt, Adams Fehltritt zu eignen Gunsten auszunutzen, mimte vorzüglich Marc Gelhart. Solide besetzt auch die übrigen Rollen: Jürgen Tapken als Gerichtsrat Walter, Klaus Aden als Bauer Jan Tümpel, Wilma Welte, als Jans Schwester, die Adam schwer belastet, Markus Lomertin als Bedienter des Gerichtsrats, Günter Boye als trotteliger Büttel Hahnmeier und Heidi Strowik und Christel Dörnath als Mägde des Richters.

Christa Düx lieferte den Entwurf für das rustikale Bühnenbild, das Wolfgang Buttjer und Heiz Fuchs bauten. Die Bühnentechnik bewerkstelligten Werner Dörnath, Manfred Eilers, Heinz Fuchs, Gerd Gelhart, Wilfried Meinert und Frank Münkenwarf. Magita Pust gab die Stichworte als „Topustersche", die Requisiten besorgte Marianne Karstens, für die Masken zeichneten Christel Brandt-Jaedeke, Patricia Ens und Katja Stöver verantwortlich. Uwe Freiberg, Heinz Hillers und Peter Pfaus setzten alles ins rechte Licht. Manfred Eilers oblag die die technische Leitung, Anke Schluppkotten die Inspizienz.

Weitere Aufführungstermine im Stadttheater sind: 17. April, 20 Uhr; 18. und 25. April, 15.30 Uhr und 20 Uhr; 8. Mai, 20 Uhr.

"So nehm Gerichtigkeit denn dien Loop", Richter Adam (Arnold Preuß) spricht das Urteil, Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) ist empört.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 5. Mai 2004

"Dat Schörengericht" tagt am Sonnabend, den 8. Mai, noch ein letztes Mal: Um 20 Uhr beginnt dann im Stadttheater die letzte Vorstellung der niederdeutschen Fassung von Heinrich von Kleists "Der zerbrochene Krug" mit der das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" in dieser Spielzeit brilliert. Das Szenenfoto zeigt Spielleiterin Marion Zomerland in der Rolle der streitsüchtigen Martje Rull, die den Verlobten ihrer Tochter Eve, den Bauernsohn Ruprecht Tümpel (André Gelhart) verdächtigt, in der Nacht zuvor ihren Krug zerschmissen zu haben. Welche Rolle Dorfrichter Adam, dargestellt von Bühnenleiter Arnold Preuß, bei den Verwicklungen spielt, können die Zuschauer noch einmal erleben.

Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) erkennt langsam die wahren Zusammenhänge, die zum zerbrochenen Krug von Fro Martje (Marion Zomerland) führten. Adam (Arnold Preuß) und Licht (Marc Gelhart) verfolgen die Szenerie skeptisch

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 20. April 2004

Letzte Premiere dieser Saison des "Theaters am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" war "Dat Schörengericht", das als Ersatz für die ursprünglich geplante "Feuerzangenbowle" auserkoren wurde. Es entpuppte sich dabei keineswegs als Notlösung, sondern als Glücksgriff. Es erhielt überall glänzende Kritiken. Von dem Lustspiel, das einer niederdeutscher Übersetzung des "Zerbrochenen Krugs" von Heinrich von Kleist entspricht, finden weitere Aufführungen am 25. April und am 8. Mai um 20 Uhr und am 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr. Außerdem gibt das Theater am Meer im Rahmen der Sander Theaterwoche am Sonnabend, dem 24. April, 20 Uhr, mit dem Stück ein Gastspiel im Sander Bürgerhaus.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 16. April 2004

Spaß mit listigem Dorfrichter

Das Bild zeigt (von links) Markus Lomertin als des Gerichtsrats Diener, (Marc Gelhart als Schreiber Licht, Arnold Preuß in der Rolle des listigen Dorfrichters Adam und Christel Dörnath als Magd Lisbeth (Foto: Olaf Preuschoff)

Anfang April feierte das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven die letzte Premiere dieser Saison. "Dat Schörengericht", als Ersatz für die ursprünglich geplante "Feuerzangenbowle" auserkoren, entpuppte sich dabei keineswegs als Notlösung, im Gegenteil. Regie führte der Berufsregisseur Rudolf Plent, der auch das Jubiläumsstück "Große Freiheit Nr. 7" (Spielzeit 2002/2003) und das Schauspiel "Froo Geesche Gottfried" (2001/2002) an der Bühne inszenierte. Das Lustspiel "Dat Schörengericht", die niederdeutsche Version des "Zerbrochenen Krugs" von Heinrich von Kleist, wird noch sechs Mal aufgeführt: am 17., 18. und 25. April sowie am 8. Mai jeweils ab 20 Uhr und zusätzlich am 18. und 25. April jeweils ab 15.30 Uhr. Außerdem gibt das Theater am Meer im Rahmen der Sander Theaterwoche am Sonnabend, dem 24. April, 20 Uhr, mit dem Stück ein Gastspiel im Sander Bürgerhaus.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 14. April 2004

Theater am laufenden Band

19. bis 24. April: Theaterwoche im Bürgerhaus Sande / Karten gibt es bei den Banken

Vier Ensembles aus Wilhelmshaven, Sande und Schortens präsentieren in der kommenden Woche ihre aktuellen Stücke. Ein Thriller ist auch dabei.

SANDE/GRA - Erstmalig findet im Sander Bürgerhaus eine Theaterwoche statt, und zwar vom 19. bis 24. April (Montag bis Sonnabend). Die Theatergruppe des Bürgervereins Sande, die Heimatbühne Schortens und das Theater am Meer-Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven haben gemeinsam vier Abendveranstaltungen geplant, in denen sie das Publikum sowohl in hochdeutscher als auch in plattdeutscher Sprache begeistern wollen.

Auf dem Spielplan stehen Komödien und ein spannender Thriller. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Los geht es Montag, 19. April, mit der Heimatbühne Schortens und der Komödie „Spitzboven in't Huus" von John Graham. Nächster Termin ist Mittwoch, 21. April. Dann präsentiert das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven das Erfolgsstück „Misery". Simon Moore hat den Thriller des Erfolgsautors Stephen King fürs Theater bearbeitet, und diese Version wurde dann ins Niederdeutsche übertragen.

Am Donnerstag, 22. April, bringt die Theatergruppe des Bürgervereins Sande noch einmal die Komödie „Nebelige Nebeleien" aus der Feder von Derek Benfield in hochdeutscher Sprache auf die Bühne. Bei der Abschlussveranstaltung am Sonnabend, 24. April, ist erneut das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven zu Gast, und zwar mit der letzten Inszenierung der aktuellen Saison. Auf dem Plan steht „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer, eine niederdeutsche Fassung von Heinrich von Kleists Lust „Der zerbrochne Krug".

Karten für die Theaterwoche gibt es im Vorverkauf in allen Sander Geldinstituten sowie bei der Gemeindekasse. Angeboten werden sowohl ein Abonnement für alle vier Aufführungen, als auch Einzelkarten.

Auf der Anklagebank sitzen neben dem Büttel (Günter Boye) Vadder Jan (Klaus Aden) und Sohn Ruprecht Tümpel (André Gelhart)

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 10. April 2004

„Niederdeutsche" heute im Radio

WILHELMSHAVEN/LR - Bei der Premiere des Stückes „Dat Schörengericht" hatte auch NDR 1-Radio Niedersachsen der Niederdeutschen Bühne einen Besuch abgestattet. Ausschnitte aus dem Stück sowie Interviews mit Arnold Preuß, der den „Dorfrichter Adam" gibt, mit „Ruprecht"-Darsteller Andre Gelhart und Premieren-Besuchern sind am heutigen Sonnabend zwischen 18 und 20 Uhr auf NDR 1 zu hören.

NEUE RUNDSCHAU vom 31. März 2004

Ein Dorfrichter in großen Nöten

Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven präsentiert „Dat Schörengericht"

Licht (Marc Gelhart) muss wieder einen Wutausbruch von Adam (Arnold Preuß) erleiden

Als Ersatz für die ursprünglich geplante „Feuerzangenbowle" präsentiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" nun als fünfte Produktion der laufenden Saison das Lustspiel „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer. Dahinter verbirgt sich die niederdeutsche Fassung des Heinrich-von-Kleist-Klassikers „Der zerbrochene Krug". Premiere ist am 3. April um 20 Uhr.

Mittelpunkt der Handlung ist der Dorfrichter Adam (Arnold Preuß), dessen lüsterne nächtliche Ausflüge zu seiner nächsten Gerichtsverhandlung führen. In der Nacht zuvor war er Eve Rull (Martina Stühmer) nachgestiegen und hatte dort auf der Flucht vor ihrem eifersüchtigen Verlobten Ruprecht Tümpel (Andre Gelhart) den Tonkrug der Mutter Martje (Marion Zomerland) versehentlich zu Fall gebracht. Lädiert von der spektakulären Flucht, wird der Dorfrichter nun am nächsten Morgen von seinem ehrgeizigen Schreiber Licht (Marc Gelhart) aus dem Schlaf gerissen. Dieser weiß zu berichten, dass der Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) auf Revisionstour ist und auch das hiesige Gericht überprüfen will.

Der anfangs so banal wirkende Krieg um den zerbrochenen Krug, den Martje Rull mit Hilfe der Perückenmacherin Frau Brigitte (Wilma Welte) gegen Ruprecht und dessen Vater Jan Tümpel (Klaus Aden) ausfechten will, stellt sich als ideale Basis heraus, um dem Gerichtsrat Walter einmal einen genauen Eindruck vom legeren Schaffen des Richters zu verschaffen.

Das Spiel um den gerissenen Dorfrichter Adam, der nie um eine Ausrede verlegen ist, wird nach der Premiere am 3. auch am 4., 17., 18. und 25. April sowie am 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr aufgeführt. Des Weiteren wird das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven' mit dem Lustspiel anlässlich der „Sander Theaterwoche" am 24. April um 20 Uhr im Sander Bürgerhaus zu Gast sein. Über Weiteres informiert die bühneneigene Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de

KOMPASS für Wilhelmshaven und Friesland 4/2004

Dorfrichter in Nöten

Als letzte Inszenierung bringt das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" am 3. April um 20 Uhr im Stadtteater Wilhelmshaven das Lustspiel „Dat Schörengericht" heraus. Es ist der Ersatz für die geplante „Feuerzangenbowle"-Inszenierung, die ausfallen musste. Hinter „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer verbirgt sich der Lustspielklassiker „Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist. Es geht um einen Dorfrichter (gespielt von Arnold Preuß), der praktisch über sich selbst Gericht sitzen muss. Denn er ist höchstpersönlich in den Fall, den Mutter Martje (Marion Zomerland) anhand des zerbrochenen Kruges vor Gericht bringt, verwickelt.

In der Nacht, als er hinter Eve Rull (Martina Stühmer) her war, war er auf der Flucht vor deren Verlobten Ruprecht Tümpel (Andre Gelhart) und dabei stieß er den Krug um und zerbrach ihn. Interessant zu verfolgen, wie Adam versucht, sich aus der Sache herauszuwinden.

In der Inszenierung von Rudolf Pleint spielen zudem: Marc Gelhart (Schreiber Licht), Jürgen Tapken (Gerichtsrat Walter), Günter Boye (Büttel), Christel Dörnath und Heidi Strowik (Mägde) Wilma Welte (Brigitte) und Klaus Aden (Jan Tümpel). Das Theater am Meer tritt mit diesem Stück auch anlässlich der Sander Theaterwoche am 24. April im Bürgerhaus Sande auf.

Ruprecht (André Gelhart) wird von Fro Martje (Marion Zomerland) beschuldigt, Schreiber Licht (Marc Gelhart) führt das Protokoll

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 30. März 2004

Dorfrichter in großen Nöten

THEATER Niederdeutsche mit plattdeutschem Kleist-Klassiker

Als Ersatz für die ursprünglich geplante „Feuerzangenbowle" präsentiert das „Theater am Meer" nun das Lustspiel „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer.

WILHELMSHAVEN/MG - Hinter der fünften Produktion dieser Saison verbirgt sich die niederdeutsche Fassung des Heinrich-von-Kleist-Klassikers „Der zerbrochene Krug". Inszenieren wird das Stück, das bereits in der Saison 1989/1990 auf dem Plan stand, der Berufsregisseur Rudolf Plent, der zuletzt das Jubiläumsstück „Grode Freeheit Nr.7" (2002/2003) und das Schauspiel „Froo Geesche Gottfried" (2001/2002) in Wilhelmshaven in Szene setzte. Premiere ist am kommenden Sonnabend, dem 3. April, um 20 Uhr.

Mittelpunkt der Handlung ist der Dorfrichter Adam (Arnold Preuß), dessen lüsterne nächtliche Ausflüge zu seiner nächsten Gerichtsverhandlung führen. In der Nacht zuvor war er Eve Rull (Martina Stühmer) nachgestiegen und hatte dort auf der Flucht vor ihrem eifersüchtigen Verlobten Ruprecht Tümpel (Andre Gelhart) den Tonkrug der Mutter Martje (Marion Zomerland) versehentlich zu Fall gebracht.

v.l. Deener (Markus Lomertin), Büttel Hahnmeier (Günter Boye), Richter Adam (Arnold Preuß), Schreiber Licht (Marc Gelhart)

Arnold Preuß gibt den lüsternen Dorfrichter Adam

Lädiert von der spektakulären Flucht wird der Dorfrichter nun am nächsten Morgen von seinem ehrgeizigen Schreiber Licht (Marc Gelhart) aus dem Schlaf gerissen. Dieser weiß zu berichten, dass der Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) auf Revisionstour ist und auch das hiesige Gericht überprüfen will, wie kurz darauf von dessen Bediensteten (Markus Lomertin) bestätigt wird.

Während Adam in Panik den Büttel (Günter Boye), seine Mägde Lisbeth (Christel Dörnath) und Greten (Heidi Strowik) mobilisiert, um Ordnung zu schaffen, sieht der Schreiber mit Gelassenheit dem Ende der nicht ganz sauberen Karriere des Richters entgegen. Und der anfangs so banal wirkende Krieg um den zerbrochenen Krug, den Martje Rull mithilfe der Perückenmacherin Frau Brigitte (Wilma Welte) gegen Ruprecht und dessen Vater Jan Tümpel (Klaus Aden) ausfechten will, stellt sich als ideale Basis heraus, um Gerichtsrat Walter einen genauen Eindruck vom legeren Schaffen des Richters zu verschaffen ...

Das Spiel um den gerissenen Dorfrichter Adam, der nie um eine Ausrede verlegen ist, wird nach der Premiere am 3. auch am 4., 17., 18. und 25. April sowie am 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr aufgeführt. Des Weiteren wird das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne" mit dem Lustspiel anlässlich der „Sander Theaterwoche" am 24. April um 20 Uhr im Sander Bürgerhaus zu Gast sein.

Mehr Infos unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

Lisbeth (Christel Dörnath) und Greten (Heidi Strowik) haben es nicht leicht mit Adam

Die Fragen von Licht (Marc Gelhart) bringen Adam (Arnold Preuß) nicht in Verlegenheit

v.l. Jan Tümpel (Klaus Aden), Ruprecht Tümpel (André Gelhart) hören sich Fro Martjes (Marion Zomerland) Anklage an

Eve (Martina Stühmer) bekommt eine Tracht Prügel von ihrer Mutter (Marion Zomerland), Licht (Marc Gelhart) notiert dies fleißig für das Protokoll

Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) ist entsetzt über Adams (Arnold Preuß) Vertraulichkeit mit den Parteien, hier Martje Rull (Marion Zomerland)

Fro Martje Rull (Marion Zomerland) klagt wegen des zerbrochnen Kruges, Adam (Arnold Preuß) und Licht (Marc Gelhart) hören aufmerksam zu

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 28. März 2004

„Theater am Meer":„Dat Schörengericht"

Ein Dorfrichter in Nöten

Wilhelmshaven. (gms) Als Ersatz für die ursprünglich geplante „Feuerzangenbowle" präsentiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" nun als fünfte Produktion der laufenden Saison das Lustspiel „Dat Schörengericht" von Friedrich Hans Schaefer. Dahinter verbirgt sich die niederdeutsche Fassung des Heinrich von Kleist-Klassikers "Der zerbrochene Krug". Mittelpunkt der Handlung ist der Dorfrichter Adam (Arnold Preuß), dessen lüsterne nächtliche Ausflüge zu seiner nächsten Gerichtsverhandlung führen.

Das Spiel um den gerissenen Dorfrichter Adam, der nie um eine Ausrede verlegen ist, wird nach der Premiere am 3. April um 20 Uhr auch am 4., 17., 18. und 25. April sowie am 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr aufgeführt.

Des Weiteren wird das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" mit dem Lustspiel anlässlich der "Sander Theaterwoche" am 24. April um 20 Uhr im Sander Bürgerhaus zu Gast sein. Über Weiteres informiert die bühneneigene Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de

Beim Schäferstündchen gestört (Christel Dörnath) als Lisbeth und (Arnold Preuß) als Adam

Gespannt lauschen Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) und Richter Adam (Arnold Preuß) der Erzählung von Fro Brigitte (Wilma Welte)

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 24. Februar 2004

Gericht statt Feuerzangenbowle

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE Spielplan musste geändert werden

WILHELMSHAVEN - Das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" gehört dank intensiver Nachwuchsarbeit zu den wenigen Bühnen im Niederdeutschen Bühnenbund, die eine Inszenierung der „Feuerzangenbowle" in Angriff nehmen können. So geschehen zu Beginn der laufenden Saison 2003/2004.

Die Besetzung stand fest, und die Proben hatten bereits vor kurzem angefangen. Doch nach zahlreichen Umbesetzungen im Laufe der Spielzeit mussten nun zuletzt sowohl die weibliche Hauptdarstellerin aus beruflichen Gründen als auch der männliche Hauptdarsteller aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Für die Bühnenleitung Arnold Preuß und Marion Zomerland war nun Eile geboten. In Absprache mit dem Regisseur Rudolf Plent und der Bühnenbildnerin Christa Düx, die zuletzt an der Bühne „Froo Geesche Gottfried" und „Grode Freeheit Nr.7" herausgebracht haben, einigte man sich auf „Dat Schörengericht" als Ersatz.

Hinter dem Titel verbirgt sich die niederdeutsche Nachdichtung von Kleists „Der zerbrochene Krug" durch Friedrich Hans Schaefer, die die Bühne bereits in der Spielzeit 1989/1990 erfolgreich präsentiert hat.

Es spielen: Susanne Conrad (Magd Lisbeth), Heidi Strowik (Magd Greten), Martina Stühmer (Eve), Wilma Welte (Fro Brigitte), Marion Zomerland (Martje Rull), Klaus Aden (Jan Tümpel), Günter Boye (Büttel), Andre Gelhart (Ruprecht Tümpel), Marc Gelhart (Schriever Licht), Markus Lomertin (Bedienter), Arnold Preuß (Dörprichter Adam) und Jürgen Tapken (Gerichtsrat Walter).

Die Termine für die Vorstellungen für das fünfte Stück der Saison bleiben erhalten: 3., 4., 17., 18., 25. April, 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind auf der Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de erhältlich. MG

Mutter (Marion Zomerland) und Tochter Rull (Martina Stühmer) auf der Klagebank

NEUE RUNDSCHAU vom 18. Februar 2004

„Feuerzangenbowle" wird „Schörengericht"

Theater am Meer musste Spielplan ändern

Das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" gehört dank intensiver Nachwuchsarbeit zu den wenigen Bühnen im Niederdeutschen Bühnenbund, denen es möglich ist, eine Inszenierung der „Feuerzangenbowle" in Angriff zu nehmen. So geschehen zu Beginn der laufenden Saison 2003/2004. Die Besetzung stand fest, und die Proben hatten bereits angefangen. Doch nach zahlreichen Umbesetzungen im Laufe der Spielzeit mussten nun zuletzt sowohl die weibliche Hauptdarstellerin aus beruflichen Gründen als auch der männliche Hauptdarsteller aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Für die Bühnenleitung Arnold Preuß und Marion Zomerland war nun Eile geboten. In Absprache mit dem Regisseur Rudolf Plent und der Bühnenbildnerin Christa Düx, die zuletzt an der Bühne „Froo Geesche Gottfried" und „Grode Freeheit Nr.7" herausgebracht haben, einigte man sich auf „Dat Schörengericht" als Ersatz.

Hinter dem Titel verbirgt sich die niederdeutsche Nachdichtung von Kleists „Der zerbrochene Krug" durch Friedrich Hans Schaefer, die die Bühne bereits in der Spielzeit 1989/1990 erfolgreich präsentiert hat. Es spielen: Susanne Conrad (Magd Lisbeth), Heidi Strowik (Magd Greten), Martina Stühmer (Eve), Wilma Welte (Fro Brigitte), Marion Zomerland (Martje Rull), Klaus Aden (Jan Tümpel), Günter Boye (Büttel), Andre Gelhart (Ruprecht Tümpel), Marc Gelhart (Schriever Licht), Markus Lomertin (Bedienter), Arnold Preuß (Dörprichter Adam) und Jürgen Tapken (Gerichtsrat Walter).

Die Termine für die Vorstellungen für das fünfte Stück der Saison bleiben erhalten: 3., 4., 17., 18., 25. April, 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind auf der Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de erhältlich. MG

Der Büttel (Günter Boye) pennt, die Magd Lisbeht (Christel Dörnath) rennt. Der Gerichtsrat Walter (Jürgen Tapken) ist auf Revisionstour, Richter Adam (Arnold Preuß) gibt sich gelassen.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 17. Februar 2004

Niederdeutsche Bühne ändert Spielplan

„Feuerzangenbowle" ist geplatzt / Neu: „Dat Schörengericht"

Aus beruflichen Gründen müssten wichtige Schauspieler absagen.

WILHELMSHAVEN -Weil wichtige Darsteller aus beruflichen Gründen absagen mussten, hat das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" nun seinen Spielplan für die laufende Saison noch einmal geändert. Statt der „Feuerzangenbowle", für die bereits die Proben begonnen hatten, wird nun „Dat Schörengericht" als Ersatz inszeniert.

Hinter dem Titel verbirgt sich die niederdeutsche Nachdichtung von Kleists „Der zerbrochene Krug" durch Friedrich Hans Schaefer, die die Bühne bereits in der Spielzeit 1989/1990 erfolgreich präsentiert hat.

Es spielen: Susanne Conrad (Magd Lisbeth), Heidi Strowik (Magd Greten), Martina Stühmer (Eve), Wilma Welte (Fro Brigitte), Marion Zomerland (Martje Rull), Klaus Aden (Jan Tümpel), GünterBoye (Büttel), André Gelhart (RuprechtTümpel), Marc Gelhart (Schriever Licht), Markus Lomertin (Bedienter), Arnold Preuß (Dörprichter Adam) und Jürgen Tapken (Gerichtsrat Walter).

Die Termine für die Vorstellungen für das fünfte Stück der Saison bleiben erhalten: 3., 4., 17., 18. und 25. April sowie 8. Mai um 20 Uhr und am 18. und 25. April zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndbwilhelmshaven.de erhältlich.

"Licht - Fründ", ruft Adam (Arnold Preuß) seinem Schreiber (Marc Gelhart) zu, der Diener (Markus Lomertin) kündigt eine Revision an

WILHELMSHAVEN, 12. Februar 2004

"Feuerzangenbowle" wird "Schörengericht"

"Theater am Meer" ändert Spielplan 2003/2004

WILHELMSHAVEN/MG - Das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" gehört dank intensiver Nachwuchsarbeit zu den wenigen Bühnen im Niederdeutschen Bühnenbund, denen es möglich ist, eine Inszenierung der "Feuerzangenbowle" in Angriff zu nehmen. So geschehen zu Beginn der laufenden Saison 2003/2004. Die Besetzung stand fest, und die Proben hatten bereits vor kurzem angefangen. Doch nach zahlreichen Umbesetzungen innerhalb der vorgesehenen Besetzung im Laufe der Spielzeit mussten nun zuletzt sowohl die weibliche Hauptdarstellerin aus beruflichen Gründen als auch der männliche Hauptdarsteller aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Für die Bühnenleitung (Arnold Preuß und Marion Zomerland) war nun Eile geboten. In Absprache mit dem Regisseur Rudolf Plent und der Bühnenbildnerin Christa Düx, die zuletzt an der Bühne "Froo Geesche Gottfried" und "Grode Freeheit Nr.7" herausgebracht haben, einigte man sich auf "Dat Schörengericht" als Ersatz. Hinter dem Titel verbirgt sich die niederdeutsche Nachdichtung von Kleists "Der zerbrochene Krug" durch Friedrich Hans Schaefer, die die Bühne bereits in der Spielzeit 1989/1990 erfolgreich präsentiert hat.

Es spielen: Susanne Conrad (Magd), Heidi Strowik (Magd), Martina Stühmer (Evi), Wilma Welte (Fro Brigitte), Marion Zomerland (Fro Martje Rull), Klaus Aden (Jan Tümpel), Günter Boye (Büttel), André Gelhart (Ruprecht Tümpel , Marc Gelhart (Schriever Licht), Markus Lomertin (Dener), Arnold Preuß (Richter Adam) und Jürgen Tapken (Gerichtsrat Wolter) spielen. Dier Termine für die Vorstellungen für das fünfte Stück der Saison bleiben erhalten: 3., 4., 17., 18., 25. 4., 8. 5. um 20 Uhr und am 18. und 25. 4. zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de erhältlich.

De ole Fischfroo (3. WA)

3. Wiederaufführung (4), davor

DE OLE FISCHFROO

Volkskomödie von Erhard Asmus

Inszenierung und Bühne: Jürgen Tapken

Souffleuse:Ebba Mannott-Kallus
Requisite: Marianne Karstens
Maske: Magita Pust
Inspizienz: Monika Grahl
Bühnenbildbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Ewald Brouver, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla, Torsten Könnecke, Heinz Zomerland
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller
Karl Brüdt, Kesselklopfer – Walter Bleckwedel
Tine Brüdt, Fischfrau – Brigitte Halbekath
Lieschen Brüdt, beider Tochter – Sandra Krüger
Jupp Brüdt, beider Sohn – André Gelhart
Fiede Lütt, Bootsmann – Karl Zacher
Jan Kersten, Steuermann – Marc Gelhart
Tetje Fries, Arbeitskollege von Karl Brüdt – Horst Karstens
Heinrich Meier – Harald Schmidt
Dora Wutzke, Nachbarin – Karin Heyel

Die Bühne - Wohnküche bei Brüdt´s

Brigitte Halbekath als Tine Brüdt

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 9. Februar 2004

Des Lebens Ernst mit Humor gewürzt

„Theater am Meer" hat mit  „De ole Fischfroo" Erfolg

Tine Brüdt (Brigitte Halbekath) lädt ihre Sorgen bei Dora Wuzke (Karin Heyel) ab

VON ERNST RICHTER

WILHELMSHAVEN - Es kann gelacht, gebangt und beifällig verstanden werden: Das Volksstück „De ole Fischfroo" von Erhard Asmus steht nun zum vierten Mal auf der Bühne des „Theaters am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven". Am Sonnabend fand im Stadttheater die von starkem Beifall begleitete Premierenvorstellung statt. Jürgen Tapken hat „De ole Fischfroo" inszeniert und auch das Bühnenbild konzipiert. Er kennt die Handlung in- und auswendig, hat er doch in der Aufführung 1985/86 selbst als heimkehrender Sohn Jupp auf der Bühne gestanden.

Bevor das Spiel beginnt, stimmt Drehorgelspieler August Desenz das Publikum musikalisch auf die Hafenszene ein. Dann öffnet sich der Vorhang, und das Publikum tritt ein in die gute Wohnstube von Korl und Tine Brüdt, der Fischfroo, die sich ein Leben lang für ihre Familie abrackert und seit 25 Jahren frischen Fisch „an die Eck van de Steinstraat" verkauft. Korl ist arbeitslos und vertrinkt mit seinem Zechkumpan, dem früheren Arbeitskollegen Tedje, das letzte Stempelgeld. Tochter Lieschen fühlt sich zu Feinerem berufen und hält nichts von einer Arbeit. Sohn Jupp fährt zur See und hat sich lange nicht mehr gemeldet. Groß sind die Sorgen von Mutter Tine Brüdt, der olen Fischfroo, die mit viel Herz, in schlichter Duldsamkeit dem Schicksal ergeben, von Brigitte Halbekath charakterstark gezeichnet wird.

Humorigen Kontrast bringt dazu Karin Heyel als resolute Nachbarin Dora Wutzke auf die Bühne. Walter Bleckwedel verkörpert den arbeitslosen Trunkenbold Korl Brüdt, der sich resignierend fast selbst aufgegeben hat. Sandra Krüger spielt das fein sein wollende Töchterchen Lieschen, verliebt, auf Wolke sieben schwebend, in einen besseren Herrn, den Heinrich Meier, der später als Heiratsschwindler und Dieb entlarvt wird. Diesen undankbaren Part meistert Harald Schmidt mit Noblesse und fein aufgelegter Mimik. Und dann geht für de ole Fischfroo die Sonne auf: Sohn Jupp steht mit Seesack vor der Tür. Ist heimgekehrt mit 5000 Mark im Sack. Damit sich Muttern endlich ihr Fischgeschäft einrichten kann. Andre Gelhart steigert sich mit Temperament und Spielfreude in die Rolle des Heimkehrers.

In seinem Schlepp befinden sich zwei Bordkollegen, der Steuermann Jan Kersten und der Bootsmann Fiede Lütt, beide echt seemännisch verkörpert von Marc Gelhart und Karl Zacher. Gemeinsam soll nun das 25-jährige Jubiläum von Tine Brüdt als Fischfroo gefeiert werden. In einem unbeobachteten Augenblick schnappt sich Heinrich Meier die Fünftausend aus dem Küchenschapp und möchte sich unbemerkt aus dem Staub machen, wird von den Feiernden aber zum Bleiben genötigt. Und das Publikum, Zeuge des Diebstahls, zittert - lasst den Kerl nicht mit der Kohle abhauen! Dazu kommt es zum Glück und zur Erleichterung der Zuschauer nicht, denn Vater Korl und sein Zechkumpan Tedje kommen von ihrem Kneipengang heim. Horst Karsten bringt als Tedje Fries Leben in die Bude und entlarvt den scheinheiligen Heinrich Meier. Das Publikum freut sich und geht in die Pause.

Der dritte Akt der Handlung ist der gelungenen Wandlung der hochnäsigen Tochter Lieschen zu einer netten Deern gewidmet, die eine gute Hausund treu sorgende Ehefrau zu werden verspricht. Sie hat den Steuermann Jan in ihr Herz geschlossen. Mit einer List gelingt es Bootsmann Fiede, das Paar zu vereinen. Ende gut, alles gut - Sohn Jupp bleibt an Land, und auch Vater Korl hat endlich wieder Arbeit. Zeitgemäße Attitüden zeichnen diese locker gespielte Inszenierung aus, in der auch gesungen werden darf. Hier wird der Ernst des Lebens trefflich mit Humor gewürzt.

Das Ensemble der "olen Fischfroo" - Karl Zacher, Marc Gelhart, Harald Schmidt, Horst Karstens, Sandra Krüger, Karin Heyel, Walter Bleckwedel und Brigitte Halbekath

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 9. Februar 2004

„De ole Fischfroo": Ein Klassiker mit gutem Ende

THEATER Niederdeutsche Bühne begeisterte ihr Publikum mit neuer Premiere am Sonnabend

Mit der Aufführung „De ole Fischfroo" streichelte die Niederdeutsche Bühne das Gemüt all jener, die das Klassische am niederdeutschen Theater lieben.

VON INGA HELLWIG

Brigitte Halbekath als Tine Brüdt

WILHELMSHAVEN - Einen Ausflug in die eigene Vergangenheit unternahm am Sonnabend mit der Wiederaufführung des Theaterstücks „De ole Fischfroo" das Ensemble der Niederdeutschen Bühne in seiner Februar-Premiere im Stadttheater. Das Volksstück in drei Akten von Erhard Asmus steht zum vierten Mal seit 1954 auf dem Spielplan. Mit der neuen Inszenierung brachte Regisseur Jürgen Tapken, der 1985 selbst die Rolle des Jupp Brüdt spielte, alles auf die Bühne, was klassisches Volkstheater kennzeichnet: Theatralische Anschaulichkeit, eine bunte Handlung, Scherz und Ernst sowie eine Prise Waterkant und Seemannsromatik.

Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist eine typische Wohnküche der 60er-Jahre. Hier hadert die lang gediente Fischverkäuferin Tine Brüdt (Brigitte Halbekath) am Tag ihres 25-jährigen Dienstjubiläums mit ihrem Schicksal und ihren Finanzen. Ehemann Karl (Walter Bleckwedel) ist nicht nur arbeitslos, sondern zusammen mit seinem Kumpel Tedje Fries (Horst Karstens) Stammgast in der Eckkneipe.

Sandra Krüger gab eingelungenes Debüt als Lieschen Brüdt

Tochter Lieschen (Sandra Krüger) hält deutlich mehr vom Geldausgeben als vom Geldverdienen und spielt ihrem schnöseligen Liebhaber Heinrich Meier (Harald Schmidt) einen luxuriösen Lebenswandel vor. Die klatschsüchtige Nachbarin Dora Wutzke (Karin Heyel), geht ihr auf die Nerven. Doch plötzlich taucht Sohn Jupp (Andre Gelhart), der vor fünf Jahren zur See ging, wieder auf und löst ein Versprechen ein: Mutter Brüdt bekommt 5000 Mark für einen eigenen Fischladen. Doch für das Geld und auch für Lieschen finden sich noch andere Interessenten. Zusammen mit Steuermann Jan Kersten (Marc Gelhard) und Bootsmann Fiede Lütt (Karl Zacher) strudeln alle Beteiligten durch Liebesleid, Intrigen und Wirrungen und finden am Ende zu einem guten, gerechten Ausgang.

Wenn auch dem gesamten Stück etwas mehr Tempo nicht geschadet hätte, sauber und humorvoll agierend hatten die Schauspieler die Lacher auf ihrer Seite und brachten auch die ernsthaften Anklänge des fast ein halbes Jahrhundert alten Stücks wirklichkeitsnah rüber. Unterstützt von ihren bereits routinierten Mitstreitern hatte Neueinsteigerin Sandra Krüger mit ihrem quirligen Spiel als Lieschen Brüdt ein gelungenes Debüt. Sahnehäubchen der Premiere war der Gastauftritt von Orgelspieler August Desenz.

Souffleuse: Ebba Mannott-Kallus. Maske: Magita Pust. Requisite: Monika Eilers. Bühnenbau: Wolfgang Buttjer und Heinz Fuchs. Bühnentechnik: Klaus Aden, Wolfgang Buttjer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Heinz Fuchs, Gerd Gelhart und Frank Münkenwarf. Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich. Beleuchtung: Peter Pfaus und Uwe Freiberg, Heinz Hillers. Technische Leitung: Manfred Eilers. Inspizienz: Monika Grahl.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 18. März 2004

Das Endemble "De ole Fischfroo" sitzt um den Tisch herum, die Mitglieder des WTB stehen drum herum, ganz links Willy Meinert (Vereinswerbung), 2. v.l. Jürgen Tapken, Regisseur

Zu der jüngsten Aufführung „De ole Fischfroo" hatte das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" wieder Mitglieder eines Vereins eingeladen, der sich in der vergangenen Zeit hervorgetan hat. Diesmal hat der traditionelle Theaterverein den WTB insTheater gelockt. Die verschiedenen Gruppen des WTB haben in den vergangenen Monaten in zahlreichen Wettbewerben Erfolge ver
zeichnen können.

So hat die Gruppe „United" unter der Trainerin Susanne Mittmann den 1. Platz im Bezirksentscheid der bis 30-Jährigen errungen und kann somit am kommenden Landesentscheid in Oldenburg teilnehmen. Ebenfalls dabei sein wird die Jazz-Tanzgruppe, die unter den ab 30-Jährigen den 3. Platz belegten. Die „Flashlights" verfehlten den Landesentscheid hingegen knapp mit dem undankbaren 4. Platz. Alle Gruppen werden bei der Landesmeisterschaft „Gymnastik und Tanz" dabei sein, bei der „United" bereits achtmal als Meister hervorgingen. Derweil ist das „Theater am Meer- Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ebenfalls bemüht, die Erfolge der vergangenen Monate zu wiederholen und probt fleißig für „Dat Schörengericht", die letzte Inszenierung dieser Saison.

Sie kommen von See her - Jan Kersten (Marc Gelhart), Fiete Lütt (Karl Zacher)

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 28. Februar 2004

Brigitte Halbekath geht als „Fischfroo" in Pension

NIEDERDEUTSCHE Volksstück begeistert

WILHELMSHAVEN/MG - Der Erfolgskurs des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" hält auch mit dem aktuellen Stück „De ole Fischfroo" weiter an. Nach Komödie, Thriller und Farce sorgt nun ein traditionelles Volksstück für einen abwechslungsreichen Spielplan. Auch die drei Vorstellungen nach der Premiere sind begeistert von Publikum aufgenommen worden - nun verbleiben nur noch vier Aufführungstermine.

Auf der Premierenfeier hatte Bühnenleiter Arnold Preuß angekündigt, dass die Hauptdarstellerin des Stückes, Brigitte Halbekath in der Rolle der Fischfrau Tine Brüdt, mit dieser Inszenierung in den wohlverdienten Ruhestand gehen möchte. Aus privaten Gründen, die sie der Bühnenleitung genannt hat, möchte sie nach mehreren Jahrzehnten als exzellente Spielerin der Bühne nun als inaktives Mitglied erhalten bleiben. In seiner Ansprache würdigte Arnold Preuß ihr langjähriges Schaffen in zahlreichen Rollen. Wie auch in dem aktuellen Stück standen der zierlichen Dame mit der gutherzigen Ausstrahlung besonders Mutterrollen gut zu Gesicht.

In der Rolle zuvor als Rosie in „Du büst bloots tweemol jung" bewies sie wie auch als Fischfrau ihr Gespür für anrührende Momente. All das honorierte das versammelte Ensemble nach dem ausführlichen Rückblick mit stehenden Ovationen und bedauerte zwar verständnisvoll den Rücktritt, freute sich aber gleichzeitig, Brigitte Halbekath weiterhin als Mitglied in den eigenen Reihen zu wissen.

Für alle, die Brigitte Halbekath als Darstellerin ein letztes Mal in Aktion erleben oder einfach nur das Volksstück von Erhard Asmus über Sehnsüchte verschiedenster Art sehen möchten, bieten sich nur noch vier Termine an, und zwar am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr und 20 Uhr sowie am 6. und 7. März jeweils um 20 Uhr.

"De ole Fischfroo" ist das Stück, in dem Hauptdarstellerin Brigitte Halbekath (links) ihren Abschied von der Niederdeutschen Bühne feiert; unser Bild zeigt sie mit Karin Heyel

NEUE RUNDSCHAU vom 11. Februar 2004

Niederdeutscher Klassiker:  „De ole Fischfroo"

Fröhliche und zugleich nachdenkliche Aufführung des Theaters am Meer

Nach überwiegend modernen Stücken in dieser Spielzeit wartet das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" nun mit einem „Klassiker", nämlich „De ole Fischfroo" auf. Damit unterstreicht das Theater am Meer gerade auch die Bedeutung der „klassischen" Stücke aus den Gründerjahren für den Erhalt der niederdeutschen Sprache. Das Volksstück von Erhard Asmus ist an der Bühne schon dreimal inszeniert worden, zuletzt in der Spielzeit 1985/1986. Damals spielte Jürgen Tapken als heimkehrender Sohn noch selbst mit, heute inszeniert er das Stück.

Die Premiere war am 7. Februar im Stadttheater. „De ole Fischfroo" stellt eine gelungene Mischung aus nachdenklicher Traurichkeit und mitreißender Fröhlichkeit dar. Die Liebe, die auch in diesem Stück eine Rolle spielt, rückt der Thematik um Not und Armut zuliebe nach hinten. Weitere Vorstellungen finden nach der Premiere am 22., 29. Februar, 6. und 7. März um 20 Uhr und am 22. und 29. Februar zusätzlich um 15.30 Uhr statt. MG

Fiede Lütt (Karl Zacher), Jan Kersten (Marc Gelhart), Heinrich Meier (Harald Schmidt), Lieschen Brüdt (Sandra Krüger), Dora Wutzke (Karin Heyel), Tine Brüdt (Brigitte Halbekath) und Korl Brüdt (Walter Bleckwedel) feiern das 25-järhige Jubilium der Froschfroo.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 5. Februar 2004

„De ole Fischfroo" muss noch immer für ihre Familie sorgen

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE Klassiker wird  wieder aufgeführt

Mit „De ole Fischfroo" präsentiert die Niederdeutsche Bühne jetzt wieder einen Klassiker. Am Sonntag ist Premiere.

WILHELMSHAVEN/MG - Nach überwiegend modernen Stücken in dieser Spielzeit bringt das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" nun wieder einen Klassiker auf die Bühne. Am Sonntag hat „De ole Fischfroo" Premiere im Stadttheater. Damit unterstreicht das Theater am Meer die Bedeutung der „klassischen" Stücke aus den Gründerjahren für den Erhalt der niederdeutschen Sprache. Das Volksstück von Erhard Asmus ist an der Bühne schon dreimal inszeniert worden, zuletzt in der Spielzeit 1985/1986. Damals spielte Jürgen Tapken als heimkehrender Sohn noch selbst mit, heute inszeniert er das Stück.

Titelfigur der Geschichte, die Anfang der 60er-Jahre spielt, ist die Fischverkäuferin Tine Brüdt (Brigitte Halbekath). Seit vielen Jahren steht sie bei Wind und Wetter draußen und sorgt für das Einkommen der Familie, denn Ehemann Karl (Walter Bleckwedel) ist arbeitslos und zieht es vor, mit seinem Saufkumpan Tetje Fries (Horst Karstens) sein Geld in Kneipen auszugeben. Tochter Lieschen (Sandra Krüger) ist sich zu fein, arbeiten zu gehen und scharwenzelt lieber mit ihrem Freund Heinrich Meier (Harald Schmidt) herum.

Weiteres Sorgenkind der Familie ist Jupp (Andre Gelhart), der zur See fährt und sich seit der Abreise nicht gemeldet hat. Doch nun, pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Mutter, wie man von der aufdringlichen Nachbarin Dora Wutzke (Karin Heyel) erfährt, kehrt der Junge mit seinen Freunden Fiete Lütt (Karl Zacher) und Jan Kersten (Marc Gelhart) zurück. Er finanziert mit seiner gesparten Heuer der Mutter ihren lang gehegten Wunsch vom eigenen Fischgeschäft.

„De ole Fischfroo" stellt eine gelungene Mischung aus nachdenklicher Traurigkeit und mitreißender Fröhlichkeit dar. Die Liebe spielt auch in diesem Stück eine Rolle, im Vordergrund aber steht das Thema Not und Armut. Weitere Vorstellungen finden am 8., 22. und 29. Februar, 6. und 7. März um 20 Uhr und am 22. und 29. Februar zusätzlich um 15.30 Uhr statt.

KOMPASS FÜR WILHELMSHAVEN UND FRIESLAND 2/2004

„De ole Fischfroo"

Nach einigen modernen Stücken kommt das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" am 7. Februar um 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven mit einem „Klassiker" heraus: „De ole Fischfroo". Das Volkstück von Erhard Asmus erlebt jetzt seine vierte Inszenierung bei der Niederdeutschen Bühne. Es inszeniert Jürgen Tapken, der 1986/86 den heimkehrenden Sohn spielte.

Titelfigur der Geschichte, die Anfang der 60er Jahre spielt, ist die Fischverkäuferin Tine Brüdt (Brigitte Halbekath). Während sie die Familie ernährt, zieht es Ehemann Karl (Walter Bleckwedel) vor, zusammen mit seinem Saufkumpanen Tetje Fries (Horst Karstens) durch die Kneipen zu ziehen. Tochter Lieschen (Sandra Krüger) ist sich zu fein, arbeiten zu gehen und scharwenzelt lieber mit Heinrich Meier (Harald Schmidt) durch die Gegend. Auch Jupp (Andre Gelhart), der zur See fährt und sich schon lange nicht mehr gemeldet hat, ist ein Sorgenkind. Aber rechtzeitig zum 25-jährigen Jubiläum der Mutter kehrt Sohnemann mit seinen Freunden Fiete Lütt (Karl Zacher) und Jan Kersten (Marc Gelhart) zurück.

Das hat auch die aufdringliche Nachbarin Dora Wutzke (Karin Heyel) mitbekommen. „De ole Fischfroo" ist eine gelungene Mischung aus nachdenklicher Traurigkeit und mitreißender Fröhlichkeit. Und natürlich spielt die Liebe eine große Rolle.

v.l. Karl Zacher, Horst Karstens, Harald Schmidt, Marc Gelhart

Sandra Krüger spielt Lieschen Brüdt

Karin Heyel, Marc Gelhart

Jan (Marc Gelhart) bi´n klar Schipp maken

Harald Schmidt als Heinrich Meier becirct er Sandra Krüger als Lieschen Brüdt

Es wird auch schon mal ein bisschen handgreiflich - Harald Schmidt, Marc Gelhart, Horst Karstens und Karl Zacher

v.l. Karl Zacher, Marc Gelhart, Sandra Krüger, Harald Schmidt, Karin Heyel und Brigitte Halbekath

Keen Tiet för de Leev (NDE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

KEEN TIET FÖR DE LEEV

Farce von Anthony Marriott & Bob Grant
Niederdeutsch von Arnold Preuß

Inszenierung: Arnold Preuß
Ausstattung: Christa Düx

Regieassistenz: Marc Gelhart
Souffleuse:
Requisite: Monika Eilers
Maske: Christel Brandt-Jaedeke
Inspizient: Monika Grahl
Bühnenbildbau: Klaus Panka, Wolfgang Buttjer, Frank Münkenwarf
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla, Marc Gelhart, Arnold Preuß
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller

Hotelmanager – Karl Zacher
Albert, Hotelportier – Günter Jaedeke
Dr. Georg Gerdes, Allgemeinmediziner, Hotelgast und Golfspieler – Jürgen Tapken
Winfriede Gerdes, Gerdes Frau und Harfenistin – Christel Dörnath
Michaela Ungermann, Gerdes Sprechstundenhilfe und Geliebte – Marion Zomerland
Cord Schmidt, junger Hotelgast in den Flitterwochen – André Gelhart
Julia Schmidt, seine soeben angetraute junge Frau – Dagmar Grube
Dietmar Weismüller, Hotelgast und Hornist – Willy Meinert
Eveline Weismüller, seine Ehefrau – Christine Wessoleck

Christel Dörnath und Marion Zomerland

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 13. Januar 2004

Verwicklungen hoch drei

UNTERHALTUNG Bei „Keen Tiet för de Leev" bleibt kein Auge trocken

VON INGA HELLWIG

WILHELMSHAVEN - Noch insgesamt fünfmal kann man das aktuelle Stück „Keen Tiet för de Leev" der Niederdeutschen Bühne sehen, das nach der Premiere am zweiten Weihnachtstag auch zu den Aufführungen am vergangenen Sonntag zahlreichen Besuchern des Stadttheaters vergnügliche Stunden verschaffte.

Mit der Farce von Antony Marriott und Bob Grant bringt die Truppe der Niederdeutschen diesmal wieder ein Stück auf die Theaterbretter, das den Lachmuskeln kaum eine Pause erlaubt. Arnold Preuß transponierte das aus dem Englischen stammende Stück „No room for love" nach Friesland und ins Niederdeutsche, wo ein nicht nummeriertes Hotelzimmer im Hotel Schloss Gödens zum Dreh- und Angelpunkt wird.

Dort hat sich Dr. med. Georg Gerdes (Jürgen Tapken) in der Hoffnung auf ein vergnügliches und diskretes Wochenende mit seiner attraktiven Sprechstundenhilfe Michaela Ungermann (Marion Zomerland) als frisch vermähltes Ehepaar Schmidt eingemietet. Dummerweise trifft durch einen Zufall kurz darauf auch seine Ehefrau, Harfenistin Winfriede Gerdes (Christel Dörnath), ein. Dies macht es dem Mediziner nicht leicht, sein Märchen von einem Golfwochenende aufrecht zu erhalten, zumal der Hotelportier (Marc Gelhart ersetzte am Sonntag den erkrankten Günther Jaedeke) durch die versehentliche Mehrfachbelegung des Hotelzimmers auf den Namen Schmidt eine wilde Konfusion auslöst.

Denn außer dem Doktor und seiner Geliebten gibt es noch das „echte" Flitter-Ehepaar Cord und Julia Schmidt (Dagmar Grube und Andre Gelhart), und als sich auch die Hotelgäste Weismüller (Willy Meinert) und seine sehr dem Alkohol zugetane Ehefrau Eveline (Christine Wessolleck) in der Zimmertür irren, ist das Chaos perfekt.

Der Hotelmanager (herrlich gespielt von Karl Zacher) und sein Portier erleben eine Nacht voller vertauschter und verheimlichter Identitäten, hektischer Missverständnisse, unbeabsichtigter Bettpartner und heftiger Konfrontationen. Der Knoten der Verwicklungen zieht sich voll von heftig deftigem Humor dabei so fest zu, dass es für die Nerven weniger Humorerprobter kaum auszuhalten ist.

Doch die treue Fangemeinde der Niederdeutschen Bühne ist hier ja bestens trainiert. Wer mal wieder so richtig aus vollem Herzen und bis zur Bauchschmerzengrenze lachen möchte und außerdem einmal die gesamte Truppe der Niederdeutschen Bühne in Dessous und Nachtwäsche sehen möchte, dem sei das Stück „Keen Tiet för de Leev" an den Folgeterminen 25., 26., 31. Januar und am 1. Februar wärmstens ans Herz gelegt.

Christine Wessolleck, Willy Meinert

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 29. Dezember 2003

Turbulenzen in der Hochzeitssuite

Niederdeutsche Bühne spielte mit Bravour die Posse „Keen Tiet för de Leev"

VON ERNST RICHTER

Eveline (Christine Wesselleck) ist glücklich - sie hat ihre Warmbuddel

WILHELMSHAVEN - Traditionsbewusst ließ die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven - „Theater am Meer" am zweiten Weihnachtsfeiertag im Stadttheater die dritte Premiere der Spielzeit folgen. Die Farce „Keen Tiet för de Leev" von Anthony Marriott & Bob Grant übertrug Arnold Preuß in die niederdeutsche Sprache und übernahm auch die Regie. Und das Publikum bog sich vor Vergnügen. Denn das Bühnenbild von Christa Düx öffnete dem temperamentvollen (Ver)wechselspiel alle neun Türen zu der Hochzeitssuite im Hotel „Schloss Gödens" von Dangast. Das Laienensemble präsentierte sich in konditionsstarker Spielfreude, die im Parkett mit Lachsalven am laufenden Band quittiert wurde.

Zwei Fakten sind bei der Leistung des neunköpfigen Ensembles äußerst positiv hervorzuheben: Es hat sicher einer intensiven Probenarbeit bedurft, um die turbulente Handlung so zu koordinieren, dass der jeweilige Schauspieler oder die Schauspielerin im entscheidenden Augenblick auch durch die richtige Tür ein- oder abtritt. Zum anderen wurde mit einem technischen Einfall die Vorstellung gerettet: Christel Dörnath hatte in der Rolle als Ehefrau und Harfenistin Winfriede Gerdes einen stimmlichen Totalausfall. So spielte sie stumm ihren Part, während die Sprache von der Souffleuse Sandra Kröger synchron eingeblendet wurde. Das von Arnold Preuß vor Beginn angekündigte Experiment klappte prächtig.

Dreh- und Angelpunkt der Turbulenzen in der Hotelsuite war das Hochzeitsbett, das zunächst aber eher als Lotterbett diente, auf dem es sich Dr. Georg Gerdes mit seiner Sprechstundenhilfe Michaela Ungermann übers Wochenende gemütlich machen wollte. Doch es kam alles anders, denn weitere Hotelgäste trafen ein, unter ihnen sogar ein echtes Hochzeitspaar und ganz zufällig auch die Ehefrau des (laut Programmheft) Mediziners, die als Harfenistin überraschend eine Konzertvertretung übernommen hatte, womit Dr. Gerdes nicht gerechnet hatte.

Zu allem Ungemach hatten die Hotelzimmer keine Nummern an den Türen, so dass die Irrungen und Wirrungen der Verwechselungen groteske Formen annehmen konnten. Das Publikum schien die Schwächen der Hotelgäste zu kennen, denn selbst eine nur angedeutete Situationskomik wurde prompt verstanden und bejubelt. Bis zur Pause erfreute das Ensemble das Publikum mit einem witzigpointierten Spiel um „Keen Tiet för de Leev", in dem der Überraschungseffekt des gegenseitigen Erkennens viel zu früh eintrat. Denn dieses kuriose Durch- und Übereinander hätte man sich zuschauend noch etwas länger gewünscht.

Doch dann wurden die Begegnungen und Geständnisse drastischer, um nicht zu sagen handgreiflicher, die schließlich in einen Bühnenklamauk ausarteten, dem nichts hinzuzufügen ist. Mit tosendem Beifall verabschiedete das Premierenpublikum das Ensemble, das komplett keine Schwächen zeigte. In Spiellaune sorgten von Beginn an Karl Zacher und Günther Jaedeke als Hotelmanager und Portier Albert für die humorige Einstimmung des Publikums. Dann kam Jürgen Tapken als Dr. Georg Gerdes mit seiner Geliebten, der Sprechstundenhilfe Michaela Ungermann, attraktiv in Szene gesetzt von Marion Zomerland. Sie gaben sich als das Ehepaar Schmidt aus, nicht ahnend, dass das jung verheiratete, eben eintreffende Paar Julia und Cord auch Schmidt heißt, dargestellt von Dagmar Grube und Andre Gelhart.

Und dann kreuzt auch noch die echte Ehefrau Winfriede des Dr. Gerdes mit ihrem rustikalen Harfenkasten im Gepäck auf, souverän gespielt von Christel Dörnath. Es wird immer turbulenter in der Hochzeitssuite und auf dem umgebenden Hotelflur mit den Türen zu den Nachbarzimmern. Zum großen Gaudi trifft dann auch noch das Ehepaar Dietmar und Eveline Weismüller ein, er ein resoluter Hornist mit Rauschebart, sie eine versteckte Alkoholikerin, trefflich dargestellt von Willy Meinert und Christine Wessolleck.

In silvesternaher Partystimmung verabschiedet das Premierenpublikum das spielfreudige Ensemble, das noch mehrfach Gelegenheit hat, mit „Keen Tiet för de Leev` das niederdeutsche Publikum zu erfreuen, nämlich am Sonntag, 11. Januar, um 15.30 und 20 Uhr, am Sonntag, 25. Januar, ebenfalls um 15.30 und 20 Uhr, am Montag, 26. Januar, Samstag, 31. Januar, und Sonntag, 1. Februar, jeweils Beginn um 20 Uhr.

Günter Jaedeke und Karl Zacher

NEUE RUNDSCHAU vom 18. Februar 2004

Sportorganisatoren zu Besuch im "Thearter am Meer"

Aktion: „Vereine gehen gemeinsam ins Niederdeutsche Theater"

Trotz der umfangreichen Vorbereitungen für das diesjährige Behindertensportfest und die Deutsche Meisterschaft, auch in diesem Jahr, fanden die Sportorganisatoren unter der Leitung von Chef-Organisator Helmut Möhle die Zeit, sich mit über 30 Personen das Stück „Keen Tiet för de Leev" des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" anzusehen. Das Organisationsteam war einer Einladung von Willy Meinert im Rahmen der Aktion „Vereine gehen gemeinsam ins Niederdeutsche Theater" gefolgt, der seit Beginn dieser Spielzeit wieder in den Kreis der Aktiven der Bühne zurückgekehrt ist und neben seiner Debütrolle als Dietmar Weismüller sehr erfolgreich für die Vereinswerbung und -information zuständig ist. Der Beigeordnete Helmut Möhle gratulierte den beiden Bühnenleitern Marion Zomerland und Arnold Preuß zu den bisher gezeigten Leistungen auf der Bühne und im Marketingbereich.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 11. Februar 2004

Sportorganisatoren im „Theater am Meer"

AKTION „Vereine gemeinsam ins  Niederdeutsche Theater" erfolgreich

WILHELMSHAVEN/LR - Trotz der umfangreichen Vorbereitungen für das diesjährige Behindertensportfest und die Deutsche Meisterschaft, auch in diesem Jahr, fanden die Sportorganisatoren unter der Leitung von Chef-Organisator Helmut Möhle die Zeit, sich mit über 30 Personen das aktuelle Stück „Keen Tiet för de Leev" des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" anzusehen.

Das Organisationsteam war einer Einladung von Willy Meinert im Rahmen der Aktion „Vereine gehen gemeinsam ins Niederdeutsche Theater" gefolgt, der seit Beginn dieser Spielzeit wieder in den Kreis der Aktiven der Bühne zurückgekehrt ist und neben seiner Debütrolle als Dietmar Weismüller sehr erfolgreich für die Vereinswerbung und -information zuständig ist.

Die Gäste des „Theater am Meer" bedankten sich bei den Darstellerinnen und Darstellern für den sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Bühnenleiter Arnold Preuß gab den Dank an die Besucher zurück, die nicht mit Beifall gespart hatten, und hob in seiner kurzen Begrüßung die Gemeinsamkeit von Sport und Theater hervor: beides diene nachhaltig der Gesundheitsvorsorge. Der Beigeordnete Helmut Möhle gratulierte den beiden Bühnenleitern Marion Zomerland und Arnold Preuß zu den bisher gezeigten Leistungen auf der Bühne und im Marketingbereich, man könne allseits feststellen, dass es mit dem Niederdeutschen Theater wieder stark bergauf gehe. Er versprach, dass dies nicht der letzte gemeinsame Besuch sei und überreichte der Bühnenleitung eine Geldspende, die mit großer Freude und Dankbarkeit verbucht werden wird.

Jürgen Tapken, Marion Zomerland

WILHELMSHAVEN, 1. Februar 2004

Sportorganisatoren zu Besuch im  "Theater am Meer"

Aktion "Vereine gehen gemeinsam ins Niederdeutsche Theater" läuft erfolgreich

Das Organisationskommitee des Behindertensportfestes in der Kulisse von "Keen Tiet för de Leev", darunter links Bühnenleiter Arnold Preuß (Übersetzer und Regisseur des Stückes), 2.v.l. Jürgen Tapken (Dr. Gerdes), 4.v.l. Bühnenleiterin Marion Zomerland (Michaela Ungermann), rechts Marc Gelhart (Regieassistent), 3.v.r. Willy Meinert (Dietmar Weismüller), 4.v.r. Helmut Möhle, Leiter Organisationskommitee und Beigeordneter, davor knieend Karl Zacher (Manager)

WILHELMSHAVEN - Trotz der umfangreichen Vorbereitungen für das diesjährige Behindertensportfest und die Deutsche Meisterschaft, auch in diesem Jahr, fanden die Sportorganisatoren unter der Leitung von Chef-Organisator Helmut Mühle die Zeit, sich mit über 30 Personen am gestrigen Sonnabend das aktuelle Stück "Keen Tiet för de Leev" des Theaters am Meer - Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven anzusehen.

Das Organisationsteam war einer Einladung von Willy Meinert im Rahmen der Aktion Vereine gehen gemeinsam in Niederdeutsche Theater" gefolgt, der seit Beginn dieser Spielzeit wieder in den Kreis der Aktiven der Bühne zurückgekehrt ist und neben seiner Debutrolle als Dietmar Weismüller sehr erfolgreich für die Vereinswerbung und -information zuständig ist. Die Gäste des Theaters am Meer bedankten sich bei den Darstellerinnen und Darstellern für den sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Abend. Bühnenleiter Arnold Preuß gab den Dank an die Besucher zurück, die nicht mit Beifall gespart hatten und hob in seiner kurzen Begrüßung die Gemeinsamkeit von Sport und Theater hervor: beides diene Nachhaltig der Gesundheitsvorsorge.

Cheforganisator und Beigeordneter Helmut Möhle (li.) überreicht eine Geld-Spende an Bühnenleiterin Marion Zomerland und Willy Meinert (re.), zuständig für die Vereinswerbung

Der Beigeordnete Helmut Möhle gratulierte den beiden Bühnenleitern Marion Zomerland und Arnold Preuß zu den bisher gezeigten Leistungen auf der Bühne und im Marketingbereich, man könne allseits feststellen, dass es mit dem Niederdeutschen Theater wieder stark bergauf gehe. Er versprach, dass dies nicht der letzte gemeinsame Besuch sei und überreichte der Bühnenleitung eine Geldspende, die mit großer Freude und Dankbarkeit schnellstens verbucht werden wird.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 28. Januar 2004

Marion Zomerland und Jürgen Tapken - in einer sehr verfänglichen Situation

Am Wochenende besteht zum letzten Mal die Gelegenheit, die turbulente Farce "Keen Tiet für de Leev" des "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" zu sehen. Das Stück in der Übersetzung und Inszenierung des Bühnenleiters Arnold Preuß erfreut sich großer Beliebtheit. Die beiden letzten Vorstellungen am Sonnabend und am Sonntag beginnen um 20 Uhr im Stadttheater. Unser Bild: Jürgen Tapken und Marion Zomrland in einem der wenigen Momente in diesem Stück, in dem tatsächlich einmal zwei im Bett liegen, die auch zusammenliegen wollen.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 23. Januar 2004

André Gelhart und Dagmar Grube sorgen für große Heiterkeit

"Lachen bis zur Bauchschmerzgrenze" wird der jüngsten Produktion der Niederdeutschen Bühne attestiert. Wer sich dieser Therapie unterziehen möchte, der hat dazu am Sonntag um 15.30 und um 20 Uhr sowie am Monag um 20 Uhr im Stadttheater Gelegenheit. Unser Foto zeigt André Gelhart und Dagmar Grube als frisch Vermählte, denen das Schicksal in der Komödie "Keen Tiet för de Leev" keine ruhige Hochzeitsnacht vergönnt.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 11. Januar 2004

"Keen Tiet för de Leev" startet

Wilhelmshaven. (gms) Am 2. Weihnachtstag feierte das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" mit dem Stück „Keen Tiet für de Leev" seine traditionell Premiere. Die temperamentvolle Verwechslungskomödie aus der Feder von Anthony Marriott und Bob Grant ist noch siebenmal im Stadttheater zu sehen, und zwar am 11., 25., 26. und 31. Januar um 20 Uhr und am 11. und 25. Januar zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind im Internet unter www.ndb-wilhelmshaven.de abrufbar.

Karl Zacher und Christel Dörnath helfen mit bei den vielen Verwechslungen

NEUE RUNDSCHAU vom 7. Januar 2004

Eine temperamentvolle Verwechslungskomödie

„Keen Tiet för de Leev" der Niederdeutschen Bühne feierte Premiere

Am 2. Weihnachtsfeiertag feierte das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" traditionell Premiere. Diesmal präsentierte die Bühne die Farce „Keen Tiet för de Leev" in der Inszenierung des Bühnenleiters Arnold Preuß, der auch das Stück ins Niederdeutsche übersetzt hat. Die turbulente Komödie, die in Wilhelmshaven erstmals aufgeführt wurde, nahm das Premierenpublikum in einem vollbesetzten Zuschauerraum mit reichlich Szenenapplaus und frenetischem Schlussbeifall begeistert auf. Ab 11. Januar folgen nun sieben weitere Vorstellungen des quirligen Stückes.

Den bunten und anspruchsvollen Bühnenbild-Entwurf lieferte Christa Düx. Dieser stellt eine Etage des Hotels „Schloss Gödens" in Dangast dar, in deren Zentrum das Zimmer Nummer 12a liegt. Im Gegensatz zu weiteren umliegenden Zimmern ist hier keine Zimmernummer an der Tür angebracht, was schwere Folgen hat. Diese so genannte „Hochzeitssuite" ist für das Flitterwochen-Paar Julia (Dagmar Grube) und Cord Schmidt (Andre Gelhart) reserviert. Doch als der Portier Albert (Günther Jaedeke) die beiden ordnungsgemäß dort abliefert, ist ihm der Manager (Karl Zacher) bereits mit Dr.Georg Gerdes (Jürgen Tapken) und seiner Geliebten Michaela Ungermann (Marion Zomerland) zuvorgekommen. Denn der Allgemeinmediziner hat sich mit seiner Sprechstundenhilfe ebenfalls als jungverheiratetes Paar namens Schmidt ausgegeben, um unerkannt herumpoussieren zu können. Und wie der Zufall es so will, kommen sich die Paare zunächst nicht in die Quere, und das Zimmer bleibt doppelt belegt.

Die Situation wird für Gerdes jedoch weitaus brisanter, als seine Frau Winfriede (Christel Dörnath), ihres Zeichens Harfenistin, auf dem Dangaster Kurkonzert für eine Kollegin einspringen muss und nun mit ihrem Instrument ebenfalls in dem Hotel nächtigt. Auch Dietmar Weismüller (Willy Meinert) ist mit seiner Frau Eveline (Christine Wessolleck) und seinem Waldhorn angereist und hält Nr. 12a für seine Suite. Somit ist bestens dafür gesorgt, dass keines der Paare in dieser Nacht zur Ruhe kommt, nur eben anders, als geplant.

Die temperamentvolle Verwechslungskomödie aus den Federn von Anthony Marriott und Bob Grant ist noch siebenmal im Stadttheater zu sehen, und zwar am 11., 25., 26., 31. Januar sowie am 1. Februar um 20 Uhr und am 11. und 25. Januar zusätzlich um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind im Internet unter www.ndb-wilhelmshaven.de abrufbar. MG

Wo kommt bloß die Harfe hin? - Günter Jaedeke

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 7. Januar 2004

Wieder mehr Besucher im "Theater am Meer"

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE Neues Konzept trug erste Früchte - Abwärtstrend der letzten Jahre gestoppt

Positiv fällt die Jahresbilanz des „Theaters am Meer - Niederdeutsche Bühne" aus. Der Besucherrückgang der vergangenen Jahre konnte gestoppt werden.

"Keen Tiet för de Leev" heißt das neue Stück, mit dem das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne" am 2. Weihnachtstag Premiere hatte - vor vollem Haus im Stadttheater. Das Stück, von Bühnenleiter Arnold Preuß übersetzt und in Szene gesetzt, wird am kommenden Sonntag, um 15.30 und 20 Uhr sowie an fünf weiteren Terminen aufgeführt. (v.l. Jürgen Tapken, Marion Zomerland, Christel Dörnath)

WILHELMSHAVEN/LR - „Mit 9.336 Besuchern bei 48 Vorstellungen fällt das Besucherergebnis des Jahres 2003 erstmals wieder positiv aus", das ist das Fazit, das die beiden Leiter des „Theaters am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven", Marion Zomerland und Arnold Preuß, jetzt zogen. „Wir haben gegenüber dem Jahresergebnis von 2002 mit 51 Vorstellungen und 9312 Besuchern nicht nur ein leichtes Plus an Zuschauern verbuchen können, sondern auch den Abwärtstrend der letzten Jahre zu stoppen vermocht."

Im Jahresrückblick stand das Bühnenjahr 2003 ganz im Zeichen von Aufbruch, Veränderung, Erneuerung und Tradition. Ab Mai 2003 übernahmen mit Marion Zomerland und Arnold Preuß erstmals zwei Personen die Leitung der Bühne.

Beide traten ihr Amt vor dem Hintergrund stark zurückgegangener Besucherzahlen und einer mehr als angespannten Finanzlage mit einer völlig veränderten Vorstands- und Marketingkonzeption an, die auf das Stärken des künstlerischen Profils, der Verbesserung der Aus- und Fortbildung und der drastischen Reduzierung von Ausgaben setzt und dabei mit neuen öffentlichkeitswirksamen Aktionen den Stellenwert des Theaters zu steigern vermag.

Äußerer Ausdruck dieser neuen Öffentlichkeitsarbeit war die Einführung eines neuen Namens der Bühne, verbunden mit einem neuen Logo. Das neue Logo wird durch eine Welle (für das Meer, aber auch für das Mehr an Besuchern, die man ansprechen und ins Theater locken möchte) dargestellt. Die Erfahrungen des ersten halben Jahres haben gezeigt, dass sich der neue Name des Theaters in sehr kurzer Zeit etabliert und die Marketingmaßnahmen gegriffen haben. Abonnementwerbeaktionen und andere Dinge haben Erfolge erzielt.

Werbeveranstaltungen mit Sonderprogrammen wie „Dinner for one - op Platt" oder „Max un Moritz" von der Theaterschule für Kinder sowie andere Produktionen der Lese- und Sketchgruppe haben Appetit auf „mehr" gemacht. Die finanziellen Sorgen sind durch restriktive Sparmaßnahmen kleiner geworden, die Abonnementszahlen sind gestiegen, die Besucherzahlen ziehen an.

Ein besonderes Augenmerk richten die beiden Leiter auf die Intensivierung der Nachwuchsarbeit mit den Kinder der Theaterschule. Bei der Gestaltung des Spielplanes wird zum einen ein besonderer Wert auf die Pflege des niederdeutschen Stückgutes gelegt, was heißt, dass Stücke aus der Blütezeit des Niederdeutschen Theaters, die so genannten Klassiker im Spielplan besonders gepflegt und herausgestellt werden.

Daneben wird bewusst Wert gelegt auf das Beschreiten neuer Wege und das Zeigen neuer Themen auf der Niederdeutschen Theaterbühne. Umgeben von diesen beiden Schwerpunkten wird ein überwiegend unterhaltendes Theaterprogramm geboten, welches sich dem neuen, frechen, spiel- und experimentierfreudigen Image der Bühne anpasst.

Jürgen Tapken baut Vogelnester, Christel Dörnath und Marion Zomerland sind etwas verwundert

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 23. Dezember 2003

„Keen Tiet für de Leev" sorgt für Turbulenzen

PLATTDEUTSCH: Die traditionelle Weihnachts- Premiere spielt diesmal im Grand Hotel "Schloss Gödens"

Die Niederdeutsche Bühne beendet die Feiertage mit einer wahren Farce. Am Freitag um 20 Uhr ist die Premiere im Stadttheater

Wilhelmshaven. (gms) Wenn sich am Freitag, dem 26. Dezember 2003, um 20 Uhr, der Vorhang für die Farce „Keen Tiet för de Leev" von Anthony Marriott & Bob Grant erstmals beiseite schiebt, erblickt der Zuschauer die relativ harmlos anmutende Hochzeitssuite des etwas in die Jahre geratenen Grandhotel „Schloss Gödens".

Der hyperaktive Manager des Hotels streitet mal wieder mit dem aufsässigen Portier um nicht erledigte Wartungsarbeiten am Waschbecken in Zimmer 18. Es herrscht große Aufregung in Dangast, denn das jährliche große Kurkonzert steht an, und alle Musikanten sind in diesem Hotel untergebracht.

Zu der Hektik kommt noch das strapazierte Nervenkostüm der übersensiblen Künstler. Zu allem Übel findet auch noch ein junges, frisch verheiratetes Ehepaar Unterschlupf in der Hochzeitssuite, das in aller Ruhe ihre erste gemeinsame Liebesnacht genießen will. Das Stück gehörte nicht in das Genre der Farcen, wenn alles so abliefe, wie der leicht chaotische Hotelmanager die Kammern vergeben hat. Natürlich findet das junge Hochzeitspärchen keine ruhige Minute, und mit dem bekannten Mediziner Dr. Gerdes und seiner Sprechstundenhilfe taucht ein weiteres Liebespaar auf.

Um die Turbulenzen weiter anzutreiben, taucht die Ehefrau des besagten Arztes auf, die als ausgezeichnete Harfenistin für eine erkrankte Kollegin den Solopart im Kurkonzert spielen soll. Mit akribischer Genauigkeit geht sie der plötzlichen Anwesenheit ihres Gatten auf den Grund, den sie eigentlich Golf spielend in der Bremer Schweiz wähnte.

Situationskomik und Wortwitz zeichnen das Stück "Keen Tiet för de Leev " aus, das von Arnold Preuß nicht nur ins Niederdeutsche übersetzt , sondern auch inszeniert wird.

Nach der Premiere am 26. Dezember sind weitere Vorstellungen terminiert: 11., 25., 26. und 31. Januar, sowie am 1. Februar, jeweils 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven sowie am 11. und 25.1. auch um 15.30 Uhr.

Mehr Informationen auch unter www. ndb-wilhelmshaven.de.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 21. Dezember 2003

Traditionelle Premiere der Niederdeutschen Bühne am 2. Weihnachtstag

„Keen Tiet für de Leev" sorgt für Turbulenzen

Wilhelmshaven. (gms) Wenn sich am Freitag, dem 26. Dezember 2003, um 20 Uhr, der Vorhang für die Farce „Keen Tiet för de Leev" von Anthony Marriott & Bob Grant erstmals beiseite schiebt, erblickt der Zuschauer die relativ harmlos anmutende Hochzeitssuite des etwas in die Jahre geratenen Grandhotel „Schloss Gödens". Und der hyperaktive Manager des Hotels streitet mal wieder mit dem aufsässigen Portier um nicht erledigte Wartungsarbeiten am Waschbecken in Zimmer 18.

Es herrscht große Aufregung in Dangast, denn das jährliche große Kurkonzert steht an und alle Musikanten sind in diesem Hotel untergebracht. Zu der Hektik, mit denen solch große Kulturevents verbunden sind, kommt noch das strapazierte Nervenkostüm der übersensiblen Künstler hinzu. Zu allem Übel findet auch noch ein junges, frisch verheiratetes Brautpaar Unterschlupf in der Hochzeitssuite und diese möchten in aller Ruhe ihre erste gemeinsame Liebesnacht genießen.

Das Stück würde nicht in das Genre der Farcen gehören, wenn alles so abliefe, wie der leicht chaotische Hotelmanager die Kammern vergeben hätte. Natürlich findet das junge Hochzeitspärchen keine ruhige Minute und selbstverständlich taucht ein weiteres Liebespaar auf, in Person des bekannten Arztes Dr. Gerdes, der mit seiner Sprechstundenhilfe inkognito ein kleines Techtelmechtel organisiert hat. Um die Turbulenzen weiter anzutreiben, taucht die Ehefrau des besagten Dr. Gerdes auf, die als ausgezeichnete Harfenistin für eine erkrankte Kollegin den Solopart im Kurkonzert spielen soll.

Mit akribischer Genauigkeit geht sie der plötzlichen Anwesenheit ihres Gatten auf den Grund, den sie eigentlich Golf spielend in der Bremer Schweiz wähnte. Und um das Chaos perfekt zu machen, hat Hornist Dietmar Weißmüller nicht nur Schwierigkeiten mit seinem verstopften Musikinstrument, sondern auch mit seiner Gattin, die ständig schlafwandlerisch durch die einzelnen Zimmer des Gasthofs wandelt.

Für das aufwändige Bühnenbild konnte Christa Düx (Oldenburg) verpflichtet werden.

Nach der Premiere sind weitere Vorstellungen terminiert: 11., 25., 26. und 31.1. sowie am 1.2. 2004 jeweils 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven sowie am 11. und 25.1. auch um 15.30 Uhr. Weitere Informationen unter www. ndb-wilhelmshaven.de.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 20. Dezember 2003

Zum Weihnachtsfest gibt es eine tempogeladene Farce

Premiere der Niederdeutschen Bühne am 26. Dezember: „Feen Tiet för de Leev"

WILHELMSHAVEN - Wenn sich am Freitag, 26. Dezember, um 20 Uhr der Vorhang für die Farce „Keen Tiet för de Leev" von Anthony Marriott und Bob Grant erstmals beiseite schiebt, erblickt der Zuschauer die relativ harmlos anmutende Hochzeitssuite des in die Jahre geratenen Grandhotels „Schloss Gödens". Der hyperaktive Manager des Hotels streitet mal wieder mit dem aufsässigen Portier um nicht erledigte Wartungsarbeiten am Waschbecken in Zimmer 18. Es herrscht große Aufregung in Dangast, denn das jährliche Kurkonzert steht an und alle Musiker sind in diesem Hotel untergebracht.

Zu der Hektik kommt noch das strapazierte Nervenkostüm der übersensiblen Künstler hinzu. Zu allem Übel findet auch noch ein junges, frisch verheiratetes Brautpaar Unterschlupf in der Hochzeitssuite, das in aller Ruhe seine erste Liebesnacht genießen möchte. Doch natürlich findet das junge Hochzeitspärchen keine ruhige Minute, und selbstverständlich tauchtt ein weiteres Liebespaar auf, in Person des bekannten Arztes Dr. Gerdes, der mit seiner Sprechstundenhilfe inkognito ein kleines Techtelmechtel organisiert hat.

Um die Turbulenzen weiter anzutreiben, taucht die Ehefrau des besagten Dr. Gerdes auf, die als ausgezeichnete Harfenistin für eine erkrankte Kollegin den Solopart im Kurkonzert spielen soll. Mit akribischer Genauigkeit geht sie der plötzlichen Anwesenheit ihres Gatten auf den Grund, den sie eigentlich Golf spielend in der Bremer Schweiz wähnte...

Situationskomik und Wortwitz zeichnen das Stück „Keen Tiet för de Leev" aus, das von Speelbaas Arnold Preuß nicht nur ins Niederdeutsche übersetzt, sondern auch temporeich inszeniert wird. Für das aufwändige Bühnenbild konnte die Oldenburger Bühnenbildnerin Christa Düx verpflichtet werden: Die Darsteller: Christel Dörnath, Dagmar Grube, Christine Wessolleck, Marion Zomerland, Andre Gelhart, Günter Jaedeke, Willy Meinert, Jürgen Tapken und Karl Zacher. Weitere Informationen und die Aufführungstermine im Internet unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

WILHELMSHAVEN, 14. Dezember 2003

"Keen Tiet för de Leev" - Weihnachten geht´s los!

Die Endproben für die turbulente Farce haben begonnen

Wilhelmshaven/AP - Die letzten sechs Proben auf der großen Bühne des Stadttheaters haben begonnen. Am 2. Weihnachtstag ist Premiere. Hier können Sie schon mal einen kleine Einblick in das Geschen bekommen. Nachstehende Bilder von der ersten Bau- und Durchlaufprobe geben einen Blick in die Welt der Technik frei. Das in drei Wochen erbaute Bühnenbild wird erstmals aufgebaut, die Bühnenbildnerin, Christa Düx, Oldenburg, überprüft das Resultat, korrigiert und ergänzt. Die Schauspieler haben erstmals Kostüme an und müssen jetzt mit echten Türen und größeren Gängen (die Probenbühne ist leider kleiner als die Bühne des Theaters) umzugehen lernen. Viel Spaß beim Betrachten der folgenden Bilder und vielleicht haben Sie Lust sich die Premiere anzusehen, es gibt noch Karten.

Das Bühnenbild von "Keen Tiet för de Leev"

Bühnenbildnerin Christa Düx aus Oldenburg

Und hier einige Szenenfotos vom ersten Bühnendurchlauf von "Keen Tiet för de Leev":

Albert (Günter Jaedeke) leidet unter chronischer Harfenitis

Julia (Dagmar Grube) fibert der ersten, der Hochzeitsnacht entgegen

Es kommt, wie es kommen musste: Ehefrau (Christel Dörnath) und Geliebte (Marion Zomerland) treffen aufeinander. Jetzt muss Georg Gerdes (Jürgen Tapken) sein Talent beweisen

Albert (Günter Jaedeke) bekämpft den "asigen Röök" im Hotel

Neue Rundschau vom 17. Dezember 2003
WILHELMSHAVEN, 13. Dezember 2003

"Keen Tiet för de Leev" sorgt für Turbulenzen

Traditionelle Premiere des Theater am Meer - Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven am 2. Weihnachtstag

Wilhelmshaven/AP - Wenn sich am Freitag, den 26. Dezember 2003, um 20 Uhr, der Vorhang für die Farce "Keen Tiet för de Leev" von Anthony Marriott & Bob Grant erstmals beiseite schiebt, erblickt der Zuschauer die relativ harmlos anmutende Hochzeitssuite des etwas in die Jahre geratenen Grandhotel "Schloss Gödens" und der hyperaktive Manager des Hotels streitet mal wieder mit dem aufsässigen Portier um nicht erledigte Wartungsarbeiten am Waschbecken in Zimmer 18. Es herrscht große Aufregung in Dangast, denn das jährliche große Kurkonzert steht an und alle Musikanten sind in diesem Hotel untergebracht.

Zu der Hektik, mit denen solch große Kulturevents verbunden sind, kommt noch das strapazierte Nervenkostüm der übersensiblen Künstler hinzu. Zu allem Übel findet auch noch ein junges, frisch verheiratetes Brautpaar Unterschlupf in der Hochzeitssuite und diese möchten in aller Ruhe ihre erste gemeinsame Liebesnacht genießen. Das Stück würde nicht in das Genre der Farcen gehören, wenn alles so abliefe, wie der leicht chaotische Hotelmanager die Kammern vergeben hätte. Natürlich findet das junge Hochzeitspärchen keine ruhige Minute und selbstverständlich taucht ein weiteres Liebespaar auf, in Person des bekannten Arztes Dr. Gerdes, der mit seiner Sprechstundenhilfe inkognito ein kleines Techtelmechtel organisiert hat.

Um die Turbulenzen weiter anzutreiben, taucht die Ehefrau des besagten Dr. Gerdes auf, die als ausgezeichnete Harfenistin für eine erkrankte Kollegin den Solopart im Kurkonzert spielen soll. Mit akribischer Genauigkeit geht sie der plötzlichen Anwesenheit ihres Gatten, den sie eigentlich Golf spielend in der Bremer Schweiz wähnte, auf den Grund. Und um das Chaos perfekt zu machen, hat Hornist Dietmar Weißmüller nicht nur Schwierigkeiten mit seinem verstopften Musikinstrument, sondern auch mit seiner Gattin, die ständig schlafwandlerisch durch die einzelnen Zimmer des Gasthofs wandelt.

Situationskomik und Wortwitz zeichnen das Stück "Keen Tiet för de Leev" aus, das von Speelbaas Arnold Preuß nicht nur ins Niederdeutsche übersetzt, sondern auch temporeich inszeniert wird, denn ständig gehen neun Türen auf und zu. Für das aufwändige Bühnenbild konnte die Oldenburger Bühnenbildnerin Christa Düx verpflichtet werden, die die Bühne mit den neun Türen konzipiert hat. Folgende Darsteller spielen die Rollen: Christel Dörnath, Dagmar Grube, Christine Wessoleck, Marion Zomerland, André Gelhart, Günter Jaedeke, Willy Meinert, Jürgen Tapken und Karl Zacher. Nach der Premiere am 26. Dezember sind weitere Vorstellungen terminiert: 11.01, 25.01., 26.01. 31.1. und 1.2.2004 jeweils 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven sowie am 11.1. und 25.1. auch um 15.30 Uhr. Weitere Informationen sind unter www.ndb-wilhelmshaven.de zu erhalten.

Misery (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung in niederdeutscher Sprache

MISERY

Thriller von Simon Moore nach Stephen King
Niederdeutsch von Jürgen Witt

Inszenierung und Bühne: Elke Münch
Musik: Nicolas Ducci

Regieassistent: Marc Gelhart
Souffleuse:Hanna Christoffers
Requisite: Marianne Karstens
Maske: Heidi Strowik
Inspizienz: Monika Grahl
Pyrotechnik: Rolf-Dieter Janßen, Harald Schmidt
Stunts: Ralf Cordes
Bühnenbildbau: Wolfgang Buttjer, Alfred Christoffers, Frank Münkenwarf, Klaus Panka
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Wolfgang Buttjer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Horst Karstnes, Günter Michaels, Frank Münkenwarf, Harald Schmidt
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus, Heinz Hillers
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller
Annie Wilkes, ehemalige Krankenschwester - Marion Zomerland
Paul Schelder, Roman-Schriftsteller - Arnold Preuß

Arnold Preuß (Paul) - Marion Zomerland (Annie)

NORD-WEST-ZEITUNG/Der Gemeinnützige vom 23. April 2004

Tolles Wechselbad der Gefühle

THEATERWOCHE „Theater am Meer“ zeigt das Stück „Misery“ – Wenig Besucher

Das Besucherinteresse bei der ersten Sander Theaterwoche ist sehr gering. Dabei gab und gibt es Interessantes zu sehen und hören.

Von Annette Kellin

SANDE - Theater und Sande: Das scheint nicht so recht zusammen zu passen. Kämpft schon die heimische Theatergruppe des Bürgervereins mit enormem Werbeaufwand für annähernd gleichbleibende Besucherzahlen (und auch hier bleiben oft etliche Reihen im Bürgerhaus unbesetzt), so scheint das Interesse der Bevölkerung an den Gastspielen auswärtiger Gruppierungen im Zusammenhang mit der gerade stattfindenden Theaterwoche noch geringer zu sein. Schade eigentlich, denn hier könnten die Bürger eine Vielfalt erleben, die zum Teil sogar dem professionellen Theater nicht viel nachstehen. Und das zu einem Preis, für den man heute kaum noch eine Kinokarte bekommt.

„Misery“, ein Thriller, mit dem das „Theater am Meer“ (Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven) erfolgreich war, fand in Sande nur knapp 30 Zuschauer. Zum Auftakt hatte die Schortenser Heimatbühne das aktuelle Stück „Spitzboven in’t Huus“, ein heiteres Stück ,präsentiert. Doch auch hier habe es nur gut 50 Interessenten gegeben, berichtete Franz Schabenberger, Spielleiter der Theatergruppe. „Ein enttäuschendes Ergebnis“, kommentierte er. Dabei wurde denen, die gekommen waren, eine Leistung präsentiert, die dem professionellen Theater nicht viel nachsteht.

„Misery“ beschäftigt sich mit einem für das plattdeutsche Theater ungewöhnlichen Genre. In bester Thrillermanier ist das Stück eine Adaption an Stephen King, niederdeutsch verfasst von Jürgen Witt. In dem Zwei-Personen-Stück wird psychologisch dicht und schauspielerisch in Bestform (Marion Zomerland als ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes und Arnold Preuß als Romanschriftsteller Paul Schelder) eine Welt gezeichnet, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Bewunderung und Fanatismus verschwimmen.

Kribbelnde Spannung, ein geniales Wechselbad der Gefühle bis hin zum aufwühlenden Höhepunkt. Für Thrillerfreunde wäre das ein absolutes Muss gewesen. Die Theaterwoche bietet am Sonnabend, 24. April, um 20 Uhr mit „Dat Schörengericht“ eine weitere Vorstellung des „Theaters am Meer“.

NORD-WEST-Zeitung/Jeverland-Bote vom 15. März 2004

Ein Psycho-Duell der Spitzenklasse

LOKSCHUPPEN Theater am Meer offenbart mit „Miserey“ den blanken Horror – Thriller-Klassiker

Um Leben und Tod geht es in „Misery“, das jetzt im Zimmertheater gezeigt wurde. Die Aufführung hätte mehr Besucher verdient.

VON MARINA SCHüNEMANN

 

Intensiv und packend war die Darstellung von Arnold Preuß und Marion Zomerland im Thriller „Misery“ unter der Regie von Elke Münch. BILD: MARIINA SCHüNEMANN

JEVER - Aus dem Off ertönt Applaus, in diesen hinein die Stimme des Autors, der seinen neuesten „Misery-Roman“ den romantischen Frauen widmen möchte. Der Vorhang des „Zimmertheaters im Lokschuppen“ öffnet sich, und man sieht den Autor am Tropf hängend im Bett liegen. In ein „Misery“-Buch vertieft, wacht Annie Wilkes über ihn. Offensichtlich ist er verletzt und weiß noch nicht, dass ihn sein größter weiblicher Fan nach einem Autounfall entdeckt und in ihr Haus gebracht hat.

Sehr bald entfalten die Darsteller Arnold Preuß und Marion Zomerland vom „Theater am Meer“ der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven in den folgenden zwei Stunden ein Psycho-Duell der Spitzenklasse. Nach dem Stück von Simon Moore, dessen Vorlage Stephen King lieferte, entwickelt sich aus der harmlosen Anfangsszene dieses Thrillers sehr rasch der blanke Horror. Unter der Regie von Elke Münch offenbart sich die Liebhaberin trivialer Literatur als psychisch Gestörte, die beim Durchlesen des neuen Manuskriptes entdeckt, dass ihre geliebte Misery sterben soll. Erregt schreit sie ihr Idol an, verkrampft die Finger zu Krallen und geht ihm an die Gurgel. Spätestens jetzt dämmert dem Schriftsteller, dass er der Gefangene einer Psychopathin ist.

Beschränkt sich Arnold Preuß’ Rolle anfangs darauf, zu klagen und nach Tabletten zu jammern, beweist er in der Phase, als sie „ihn ein wenig mobiler braucht“ und in einen Rollstuhl verfrachtet, dass er seiner Partnerin in der schauspielerischen Leistung durchaus ebenbürtig ist. Beeindruckend spielt er den Verzweifelten, der seiner Peinigerin zu entkommen sucht und aus blanken Überlebenswillen bereit ist, „Misery“ wieder auferstehen zu lassen.

Nach der Pause kündet Schreibmaschinengeklapper vom Entstehen des 1. Kapitels von „Miserys Rückkehr“. Parallel zu den Drohungen und Launen Annies, die großen Einfluss auf den Inhalt nimmt, wirken die Versatzstücke des Kitsches erheiternd. In guter Thriller-Manier schlägt die Entspannung jedoch sofort wieder ins Gegenteil um. In depressiver Stimmung erzählt Annie ihre Lebensgeschichte: Die Auslöschung der Familie als sie ein Jahr alt war, ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und das gehäufte Sterben der Babys, wenn sie Dienst hatte. Mit einer für Laiendarsteller ungewöhnlichen Leistung spielt Marion Zomerland diese Szene, die den Wendepunkt bedeutet. Alle, die sie liebt, müssen sterben.

Für den Autor, der zunächst ein halbes Bein einbüßt, geht es jetzt um Tod oder Leben. In einer wüsten Szene entscheidet er den Kampf für sich und tritt am Ende als Bestsellerautor durch den Vorhang vor sein Publikum, das an diesem Abend hätte durchaus zahlreicher sein können.

NORD-WEST-Zeitung/Der Münsterländer vom 12. März 2004

Mit Axthieb zum Wunschroman

THEATER Schocker statt Schwank: Stephen King auf Niederdeutsch aufgeführt

In Friesoythe stand das Originalrequisit nicht zur Verfügung - die Veranstalter halfen mit einer echten Triumph - Adler aus - Danke!

VON REINER KRAMER

Friesoythe - Das Bühnenbild ist spartanisch: Ein Krankenbett, ein zum Schreibtisch umfunktionierter Küchentisch, eine Schreibmaschine und ein Rollstuhl. Das sind die Utensilien, um einen der bekanntesten Stephan King-Schocker auf die Bühne zu bringen: „Misery".

Das „Theater am Meer-Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" gastierte mit dem Thriller im Kulturzentrum Alte Wassermühle. Einen Nerven zerreißenden Höhepunkt hatten die Veranstalter der „Friesayther Plattdütsch Daoge" damit an Land gezogen. Rund 40 Besucher ließen sich von dem Zwei-Personen-Stück auf die Folter spannen. Das Besondere an der Aufführung: Sie wurde komplett auf Plattdeutsch gespielt. „Ich habe gedacht, dass Stück sei unspielbar", so Bühnenleiter Arnold Preuß. Doch er wurde eines Besseren belehrt. Auf einer niederdeutschen Bühne in Kiel ist das Theaterensemble auf die Übersetzung gestoßen, die sogleich adaptiert wurde.

Der erfolgreiche Schriftsteller und charismatische Frauentyp Paul Schelder (Arnold Preuß) wird nach einem Unfall von Annie Wilkes aus dem Autowrack gerettet - die ehemalige Krankenschwester ist sein „größter Fan", wie sie ihm gesteht. Jedes neue Buch seiner „Misery"-Reihe verschlingt sie geradezu. In der Wildnis, kilometerweit vom nächsten Nachbarn entfernt, ist der erfolgreiche Buchpreis-Gewinner ihren zunächst liebevollen Pflegediensten vollkommen ausgeliefert. Doch schon bald zeigt Annie Wilkes - nuanciert gespielt zwischen hingebungsvoller Ergebenheit und mörderischer Bedrohlichkeit von Marion Zomerland - ihr wahres manisches Gesicht: Denn mit dem Anti-Helden seines gerade beendeten Romans kann sie sich so gar nicht mehr identifizieren. Als sie zudem erfährt, dass Schelder die von ihr so vergötterte „Misery" im letzten Roman hat sterben lassen, sieht sie nur einen Ausweg: Sie zwingt den bettlägerigen Starautor dazu, sein Manuskript zu verbrennen und einen neuen „Misery"-Roman zu schreiben: „Miserys Rückkehr". Entrinnen gibt es keines. Die verzweifelten Fluchtversuche des Autors weiß sie zu unterbinden: mit einem kräftigen Axt-Hieb auf sein Schienbein.

Die Schockerwirkung hat bei den Besuchern nicht ihre Wirkung verfehlt. „Wir suchen spannende Themen aus, besonders in Bezug auf zukünftige Besucherschichten", erklärte Preuß. Denn auch junge Besucher sollen über diese Stücke in den Theatersaal gezogen werden. Niederdeutsches Theater kann mehr sein als schwankhaft, wie die Inszenierung unter Beweis stellte.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 3. Dezember 2003

Grauen strömte durch Bretter-Ritzen

PREMIERE Thriller mit Gänsehautgarantie bei der Niederdeutschen Bühne

Regisseurin Elke Münch brachte in der ausverkauften Premiere der Niederdeutschen Bühne einen Theaterthriller auf die Bühne, der dem Publikum das Blut in den Adern gefrieren ließ.

VON INGA HELLWIG

WILHELMSHAVEN - Bei „Misery", einem Theaterstück von Simon Moore nach Stephen Kings Roman „Sie" (ins Niederdeutsche übersetzt von Jürgen Witt), strömte das Grauen förmlich durch die Theaterbretter. Mit feinnervigem Suspense und einem eindringlichen Psychogramm von Abhängigkeit und Grenzüberschreitung hat Elke Münch das Stück in Szene gesetzt.

Dabei scheint anfangs alles gut zu werden, denn der Schriftsteller Paul Schelder (Arnold Preuß) hatte zwar in einer verschneiten Nacht einen Unfall und liegt bewegungsunfähig im Bett, aber seine Retterin, Anni Wilkes (Marion Zomerland), ist gelernte Krankenschwester und kümmert sich in ihrer abgelegenen Hütte rührend um den Patienten. Doch schneller als alle denken, ändert sich das. Anni verwandelt sich vom fürsorglichen Engel in eine sadistische Bestie. Denn Misery ist der Name der berühmtesten Romanheldin des Autors Paul Schelder und Anni, als begeisterte Leserin seiner Romane, entpuppt sich als Psychopathin, die in ihrer Zwischenwelt zwischen Realität und Fiktion fassungslos feststellt, dass ihre einzige „Freundin", Misery, im letzten Roman sterben muss.

Die Heldin seiner Erfolgsserie wieder zum Leben zu erwecken, wird nun zur Aufgabe des bewegungsunfähigen Paul Schelder. Jeden Tag ein Kapitel, und zwar nach strengsten Anweisungen. Er schreibt beziehungsweise tippt um sein Leben. Jeder Buchstabe ein hektischer Akt der Befreiung. Jeder Satz - so hofft er - ein Tippschritt in Richtung Freiheit.

Marion Zomerland spielt äußerst überzeugend die überspannte Krankenschwester als hysterisch-durchgedrehte Furie. Mit fahrigen Bewegungen säuselt sie mal vor Verehrung, um gleich darauf tobsüchtig zu kreischen. Dabei lässt Marion,Zomerland deutlich spüren, dass sich hinter der Fassade der psychotischen Verrückten auch ein verletztes Mädchen verbirgt.

Arnold Preuß spielt, mit Momenten treffenden Galgenhumors, den Schriftsteller als Mann im Zentrum des Entsetzens. Fassungslosigkeit, Angst stehen ihm ins Gesicht geschrieben, während zugleich ein narzisstisch nach Anerkennung gierender und einsamer Mensch zum Vorschein kommt.

Im Zusammenspiel mit der pointierenden Lichtregie und der Musik (Nicolas C. Ducci), wie aus einem Horrorthriller, verwandeln Marion Zomerland und Arnold Preuß die Bühne in einen Ort des Grauens. Meisterhaft inszeniert, rückte die Frage des Verständnisses der niederdeutschen Sprache völlig in den Hintergrund, denn gesprochen wurde die Sprache eines sich stetig steigernden Gänsehautfaktors.

Das Publikum, das zweieinhalb Stunden mitleiden durfte, quittierte die Spitzenleistung mit verdientem Applaus. Regie: Elke Münch; Regieassistenz: Marc Gelhart; Souffleuse: Hanna Christoffers; Maske : Heidi Strowik; Requisite: Marianne Karstens; Pyrotechnik: Rolf-Dieter Janßen; Stunts: Ralf Cordes; Bühnenbau: Wolfgang Buttjer, Alfred Christoffers, Frank Münkenwarf, Harald Schmidt; Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich; Bühnenbild: Elke Münch; Bühnentechnik: Wolfgang Buttjer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gehlhart Horst Karstens, Günter Michaels, Frank Münkenwarf, Harald Schmidt; Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg, Heinz Hillers; Technische Leitung: Manfred Eilers; Inspizienz: Monika Grahl.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 2. Dezember 2003

Anni und Paul im Psycho-Thriller

Niederdeutsche Bühne wagt sich an Zwei-Personen-Stück "Misery" heran

Marion Zomerland und Arnold Preuß erhielten lebhaften Beifall vom Premierenpublikum.

Marion Zomerland in der Rolle der Krankenschwester Anni, die den Autor Paul Schelder (Arnold Preuß) pflegt, allerdings aus reinem Eigennutz.

VON ERNST RICHTER

WILHELMSHAVEN - Das "Theater am Meer - die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" verstieg sich nach dem überaus erfolgreichen Saisonstart mit "De Trooschien" zu dem Thriller "Misery" von Simon Moore nach Stephen King. Die Übersetzung dieses Zwei-Personen-Stücks ins Niederdeutsche besorgte Jürgen Witt. Am Sonntag hatte das Psychodrama Premiere im Stadttheater. Die beiden Personen, die ehemalige Krankenschwester Anni Wilkes und der Roman-Schriftsteller Paul Schelder, werden von Marion Zomerland und Arnold Preuß dargestellt. Die Regie führt Elke Münch, bekannt als Schauspielerin der Landesbühne und Regisseurin der Niederdeutschen Bühne, zuletzt mit "De Goldene Anker".

Die plattdeutsche Aufführung hat mit mehreren Gegengewichten auf der Erfolgsleiter zu kämpfen. Die Wilhelmshavener Landesbühne spielte "Misery" vor drei Jahren mit großem Erfolg als Studio-Inszenierung im Jungen Theater. Die beiden Rollen waren exzellent besetzt mit Isabell Weißkirchen und Holger Teßmann. Die Aufführung boomte.

Ein weiterer Knackpunkt der Niederdeutschen Inszenierung ist die Frage, ob dieses Zwei-Personen-Stück für eine plattdeutsche Übersetzung tauglich und die große Bühne des Stadttheaters dafür geeignet ist. Die Meinungen dazu werden geteilt sein. Das Publikum erwartet von der Niederdeutschen Bühne entspannendes Theaterspiel. Es muss dabei nicht unbedingt gelacht werden. Aber gelegentlich schon. So staute sich bei "Misery" das beherrschte Lachen wie der Überdruck in einem Dampfkessel auf, um sich bei der kleinsten humorigen Andeutung aus dem Sicherheitsventil Luft zu verschaffen.

Doch zu den Pluspunkten auf der Erfolgsleiter der Niederdeutschen: Marion Zomerland personifiziert sich mit dieser psychopathischen, ehemaligen Krankenschwester, die zufällig ihren Lieblingsautoren aus dessen Unfallauto geborgen hat, nun in ihrem abgelegenen Haus pflegt und nimmer mehr hergeben möchte. Denn sie schmachtet nach weiteren Romanen mit der Hauptperson Misery. So eskaliert für den Schriftsteller Paul Schelder diese erzwungene Zweisamkeit mit der Krankenschwester Anni. Er schreibt sozusagen um sein Leben. Und als er in seinem letzten Roman diese Misery sterben lässt, geht es auch hier zwischen Anni und Paul um Sein oder Nichtsein. Schließlich kommt es zwischen den beiden zu einem Handgemenge mit tödlichem Ausgang.

Die Regie strafft die Handlung in einzelne Spielszenen wie Momentaufnahmen einer verklemmten Sympathie der Krankenschwester zu ihrem Lieblingsautor, der bei einem Verkehrsunfall schwerverletzt wurde und zunächst quasi hilflos der pflegenden Krankenschwester ausgeliefert ist. Marion Zomerland agiert in den gefühlsbetonten Wechselbädern einer psychopathischen jungen Frau. Sie quält und umsorgt ihren Patienten, fesselt mit ihrem Spiel das Publikum und führt es hautnah in diese Zweier-Dramatik.

Arnold Preuß hat als Unfallverletzter, ans Krankenbett gefesselter Schriftsteller gut Stöhnen. Auf dem Weg der Genesung werden seine Lebensgeister wacher und im Rollstuhl auch beweglicher. Weihnachten wird Paul Schelder von der ihn in Eigennutz pflegenden Frau reich beschenkt auch mit einer Schreibmaschine, damit er seine Romane mit Misery fortsetzen kann. Denn Anni Wilkes wartet auf die Fortsetzungen, nachdem er sein Roman-Manuskript "Brooklyn brennt" verbrennen musste. So bringt Arnold Preuß in diesem Gruselstück eine gut getimte Charakterdarstellung auf die Bühne.

Das Premierenpublikum sparte nicht mit lebhaftem Beifall und rief die beiden Darsteller Marion Zomerland und Arnold Preuß zusammen mit Regisseurin Elke Münch, die auch für das Bühnenbild verantwortlich ist, sowie Nicolas C. Ducci, der Geräusche und Musik einbaute, sowie Regieassistent Marc Gelhart mehrfach vor den Vorhang. Gespielt wird "Misery" am 5., 7., 13. 27, und 28. Dezember jeweils um 20 Uhr im Stadttheater sowie am 7. und 28. Dezember auch um 15.30 Uhr.

NORD-WEST-Zeitung vom 10. März 2004

Der Autor schreibt um sein Leben

THEATER Thriller im Lokschuppen

Ein spannender Thriller ist im Lokschuppen zu sehen. Die Niederdeutsche Bühne spielt „Misery" im Zimmertheater.

JEVER/LR - Dass niederdeutsche Theaterstücke auch äußerst spannend sein können, beweist das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" am kommenden Freitag, 12. März, um 20 Uhr, wenn im „ZiL", Zimmertheater im Lokschuppen, der Thriller „Misery` einen krimimäßigen Theaterabend verspricht.

In dem Stück geht es um den Schriftsteller Paul Schneider (Arnold Preuß), der mit dem Auto verunglückt und von der Krankenschwester Annie Wilkes (Marion Zomerland) gefunden wird. Sie ist ein Fan von Schneider, ist jedoch nicht damit einverstanden, dass dieser die Romanheldin von „Misery" sterben lassen will. Sie zwingt Schneider mit ihren eigenen Mitteln, „Misery" auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Nun schreibt Schneider um sein Leben.

Elke Münch führt die Regie bei diesem Stück von Simon Moore (Niederdeutsch von Jürgen Witt) nach einem Roman von Stephen King, das in der besonderen Atmosphäre des Lokschuppens ein unter die Haut gehendes Theatererlebnis garantiert.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 10. März 2004

„Misery" im Lokschuppen

JEVER/GRA - Das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ist Freitag, 12. März, 20 Uhr, im Zimmertheater im Lokschuppen Jever mit dem Thriller „Misery` zu Gast. In dem Stück geht es um den Schriftsteller Paul Schneider (Arnold Preuß), der mit dem Auto verunglückt und von der Krankenschwester Annie Wilkes (MarionZomerland) gefunden wird. Sie ist jedoch nicht einverstanden, dass Schneider die Romanheldin von „Misery" sterben lassen will.

Misery auch in Friesoythe und Jever

Niederdeutsche Bühne zu Gastspielen nach außerhalb eingeladen

Mit dem Thriller „Misery" hat das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" im vergangenen Herbst einmal mehr mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass niederdeutsche Stücke nur amüsant sein dürfen. Unter der Regie von Elke Münch erarbeiteten Bühnenleiter Arnold Preuß und Spielleiterin Marion Zomerland einen spannenden Theaterabend. In den Rollen des Erfolgsautors Paul Schelder und der „psychologisch vielschichtigen" Krankenschwester Annie Wilkes sorgten beide weit über die Wilhelmshavener Stadtgrenzen hinaus für Begeisterung, so dass die Bühne nun auch zu Gastspielen außerhalb des gewohnten Stadttheaters eingeladen wurde.

Zunächst präsentiert die Bühne am 10. März das Stück im Kulturzentrum „Alte Wassermühle" in Friesoythe. Beginn der Vorstellung ist um 19.30 Uhr. Am 12. und 13. März gastiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" um jeweils 20 Uhr im Künstlerforum im Lokschuppen in Jever.

Das Stück handelt von dem erfolgreichen Schriftsteller Paul Schelder, der mit seinem Auto verunglückt, nachdem er wieder einmal einen bedeutenden Preis für seinen neuesten „Misery"-Roman eingeheimst hat. Glücklicherweise findet ihn die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes und flickt ihn in ihrem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das Geschehen ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan. Auch wenn ihr Enthusiasmus bei der Pflege daher kaum zu bremsen scheint, ist der Umgang mit ihr nicht gerade einfach. Denn Annie ist bisweilen ein wenig sprunghaft, was ihr Gemüt anbelangt und neigt daher zu spontanen Gefühlsausbrüchen unterschiedlichster Art. Das macht sich für Paul besonders bemerkbar, als er Annie mit seinem nächsten Roman konfrontiert. Dieser hat nämlich nichts mehr mit Annies vergötterter „Misery"-Reihe zu tun.

Als Annie auch noch erfährt, dass Paul ihre heiß geliebte Titelheldin Misery im letzten Band hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autoren endgültig klar, dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul mit ihren eigenen Mitteln, Misery auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Fortan schreibt Paul um sein Leben.

Weitere Informationen zu den Gastspielen und dem regulären Spielplan im Wilhelmshavener Stadttheater gibt es unter www.ndb-wilhelmshaven.de. MG

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 13. Februar 2004

Thriller „Misery" auf Niederdeutsch im Lokschuppen

JEVER/GRA - Mit dem Thriller „Misery" hat das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" im vergangenen Herbst mit dem Vorurteil aufgeräumt, niederdeutsche Stücke dürften nur amüsant sein. Unter der Regie von Elke Münch erarbeiteten Bühnenleiter Arnold Preuß und Spielleiterin Marion Zomerland einen spannenden Theaterabend.

Davon können sich am 12. und 13. März (Freitag/ Sonnabend), jeweils ab 20 Uhr, auch die Jeveraner überzeugen, denn dann gastiert das Theater am Meer mit „Misery" im Lokschuppen. In dem Stück geht es um den Schriftsteiler Paul Schelder (Arnold Preuß), der mit dem Auto verunglückt und von der Krankenschwester Annie Wilkes (Marion Zomerland) gefunden wird. Sie ist ein Fan von Schelder, jedoch nicht damit einverstanden, dass er die Romanheldin von „Misery" sterben lassen will.

NEUE RUNDSCHAU vom 31. Dezember 2003

Niederdeutsche Bühne honoriert Vereinsleistungen

Ein Blick hinter die Kulissen des Theaters

Theater trifft auf Tanz:Spielleiterin des "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven", Marion Zomerland (links) und Bühnenleiter Arnold Preuß (rechts) begrüßen die "Just Dance Irish"-Gruppe im "Misery"- Bühnenbild. Regisseurin Elke Münch (4.v.r.) und die Tanz-Trainerin Jutta Stuckey (2.v.r.) haben bereits öfter zusammengearbeitet.

WILHELMSHAVEN / - MG. Das Ensemble des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" weiß als langjähriger Verein nur zu genau, was man gemeinschaftlich zu leisten vermag und was eine Gruppe von Menschen bewegen und erreichen kann. Deshalb zollt die Bühne nun vermehrt ihre Anerkennung gegenüber den Vereinen, die sich durch besondere Leistungen hervortun.

So zum Beispiel die „Just Dance Irish"-Gruppe des SV Concordia Wilhelmshaven, die Ende September in Leimen den 1. Platz der 2. Deutschen Meisterschaft belegt hat. Aus diesem Grund lud das Theater-Ensemble die Tänzerinnen nebst Anhang zu einer Vorstellung des Thrillers „Misery" nach Stephen King ein. Anschließend ermöglichten die Hauptdarsteller und Bühnenleiter Marion Zomerland und Arnold Preuß zusammen mit der Regisseurin Elke Münch den ebenfalls bühnenerprobten Sportlerinnen einen Blick hinter die Kulissen des Theaters. Leiterin und Trainerin Jutta Stuckey sprach im Namen ihrer Gruppe großes Lob für den spannenden und gruseligen Theaterabend aus.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 21. Dezember 2003

Einladungen nach Jever und Bremen für Theater am Meer

Noch 3x „Misery"im Stadttheater

Wilhelmshaven. (gms) Kurz vor Ende des Jahres 2003 wird es auf der Bühne des Stadttheaters noch dreimal Spannung pur geben. Am 27. Dezember um 20 Uhr sowie am 28. Dezember um 15.30 Uhr und um 20 Uhr zeigt das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven die letzten Vorstellungen von Stephen Kings Thriller „Misery".

Mit diesem Stück hat das Ensemble der Niederdeutschen Bühne bewiesen, dass die plattdeutsche Sprache weitaus mehr kann, als man gemeinhin glaubt. Neben den großartigen schauspielerischen Leistungen, die den beiden Darstellern Marion Zomerland und Arnold Preuß attestiert wurde, ist beim Publikum deutlich geworden, dass ein neuer, frischer Wind bei den Niederdeutschen weht, und das nicht nur bei diesem Stück, das von Elke Münch sensibel in Szene gesetzt wurde.

Die Qualität der Arbeit und die wiedergewonnene Spielstärke haben auch dazu geführt, dass das Theater am Meer eingeladen wurde, den Thriller „Misery" in Jever und in der Komödie Bremen zu spielen. Ein Beleg dafür, dass das Niederdeutsche Theater in Wilhelmshaven stark im Aufwind ist.

• Beachten Sie in diesem Zusammenhang unsere Verlosungsaktion auf Seite 2 dieser Ausgabe.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 18. Dezember 2003

Theater-Besuch

Wilhelmshaven - / Das Ensemble der Niederdeutschen Bühne zollt ihre Anerkennung gegenüber Vereinen, die sich durch besondere Leistungen hervortun. So der "Just Dance Irish - Gruppe" des SV Concordia Wilhelmshaven, die Ende September in Leimen den 1. Platz der 2. Deutschen Meisterschaft belegt hat. Aus diesem Grund lud das Theater-Ensemble die Tänzerinnen zu einer Vorstellung des Thrillers "Misery" ein.

Neue Rundschau vom 17. Dezember 2003
WILHELMSHAVEN, 13. Dezember 2003

Noch dreimal "Misery" im Stadttheater

Einladungen in Jever und Bremen zu spielen - Homepage wird gut besucht

Wilhelmshaven/AP - Kurz vor Ende des Jahres 2003 wird es auf der Bühne des Stadttheaters noch dreimal (am 27. Dezember um 20 Uhr und am 28. Dezember um 15.30 Uhr und um 20 Uhr) Spannung pur geben, wenn das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven die letzten Vorstellungen von Stephen Kings Thriller "Misery" spielt.

Mit diesem Stück hat das Ensemble der Niederdeutschen Bühne bewiesen, dass die plattdeutsche Sprache weitaus mehr kann, als man gemeinhin glaubt. Neben den großartigen schauspielerischen Leistungen, die den beiden Darstellern Marion Zomerland und Arnold Preuß attestiert wurde, ist beim Publikum deutlich geworden, dass ein neuer, frischer Wind bei den Niederdeutschen weht und das nicht nur bei diesem Stück, das von Elke Münch sensibel in Szene gesetzt wurde.

Die Qualität der Arbeit und die widergewonnene Spielstärke haben auch dazu geführt, dass das Theater am Meer eingeladen wurde, den Thriller "Misery" in Jever und in der Komödie Bremen zu spielen. Ein Beleg dafür, dass das Niederdeutsche Theater in Wilhelmshaven stark im Aufwind ist. Ein weiteres Zeichen dafür ist die Tatsache, dass der NDR mit einer Reporterin die Premiere besucht hat, um für eine Diskussionssendung um die Zukunft des Niederdeutschen Theaters Stimmen und Stimmungen einzufangen. Bühnenleiter Arnold Preuß ist in dieser Sendung neben den Bühnenleiterkollegen aus Oldenburg, Bremen und Neuenburg zu hören. Die Diskussion wird Anfang Januar 2004 auf NDR 1 ausgestrahlt.

Ein dritter Beweis, dass das Niederdeutsche Theaterschiff wieder volle Fahrt aufgenommen hat, sind die Zahlen, die die Besuche auf der Homepage der Niederdeutschen Bühne dokumentieren. Allein in den Monaten September, Oktober und November ist die Adresse www.ndb-wilhelmshaven.de jeweils über 20.000-mal angeklickt worden. Auf den umfangreichen Seiten stellt sich das Theater am Meer mit seinem Programm, seinen Darstellern und seiner Geschichte bereichert um viele aktuelle Nachrichten in Wort und Bild dar.

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 29. November 2003

Saison wird mit Thriller fortgesetzt

Niederdeutsche zeigen „Misery"

WILHELMSHAVEN - Mit „De Trooschien" hat sich das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" mit großem Erfolg aus der Sommerpause zur Saison zurückgemeldet. Sie wird nun mit dem Thriller „Misery" von Stephen King fortgesetzt. Inszeniert wird das Stück von der Berufsregisseurin Elke Münch, die an der Bühne zuletzt „De Goldene Anker" in Szene setzte.

Die theatertaugliche Bearbeitung von Simon Moore stellt in der niederdeutschen Fassung von Jürgen Witt eine Besonderheit dar. Nicht zuletzt, weil dieses spannende und abendfüllende Stück von nur zwei Akteuren gespielt wird. Dabei gibt sich die neue „Doppelspitze" des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" die Ehre. Der Bühnenleiter Arnold Preuß wird als RomanAutor Paul Schelder zu sehen sein, während die Spielleiterin Marion Zomerland ihm als „psychologisch vielschichtige" Krankenschwester Annie Wilkes das Leben zu Hölle macht.

Und das, nachdem sie es zunächst gerettet hat. Denn der erfolgreiche Schriftsteller verunglückt mit seinem Auto, nachdem er wieder einmal einen bedeutenden Preis für seinen neuesten „Misery"-Roman eingeheimst hat. Glücklicherweise findet Annie ihn und flickt ihn in ihrem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das Geschehen ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan.

Als Annie erfährt, dass Paul in seinem letzten Band ihre heißgeliebte Titelheldin Misery hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autoren endgültig klar, dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul mit ihren eigenen Mitteln, Misery auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Fortan schreibt Paul um sein Leben. Die nervenaufreibende Geschichte erhält in der Inszenierung zusätzlich akustische Unterstützung durch Nicolas C. Ducci, derfür die Musik und Geräusche verantwortlich zeichnet.

Premiere ist am Sonntag, dem 30. November, um 20 Uhr .im Stadttheater. Karten gibt im Service-Center des Stadttheaters. Weitere Informationen im Internet , unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

KOMPASS für Wilhelmshaven und Friesland 12/03 vom 28.November 2003

Niederdeutsche Bühne spielt:

Stephen Kings "Misery" auf Platt


Arnold Preuß als Paul Schelder, Marion Zomerland als Annie Wilkes

Mit "De Trooschien" hatte sich das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne" erfoglreich aus der Sommerpause zurückgemeldet. Nun haben die ambitionierten Amateur-Schauspieler ein ehrgeiziges Projekt angepackt: Sie spielen den erfolgreichen Thriller "Misery" von Stephen King auf Plattdeutsch. Inszeniert wird das Stück, das vor wenigen Jahren im Jungen Theater aufgeführt wurde, von der Berufsregisseurin Elke Münch, die bereits "De Goldene Anker" an der Niederdeutschen Bühne mit Erfolg inszenierte.

Die theatertaugliche Bearbeitung des Romans von Stephen King stammt von Simon Moore, die niederdeutsche Übersetzung besorgte Jürgen Witt. Die dramatisierte Form des Romans stellt eine Besonderheit dar, weil diese spannende und abendfüllende Geschichte von nur zwei Akteuren gespielt wird.

Das ist eine reizvolle Aufgabe für die neue Doppelspitze der "Niederdeutschen", Arnold Preuß und Marion Zomerland, die neben ihrer Leiter-Funktion den Ehrgeiz als Schauspieler nicht aufgegeben haben. Preuß spielt den Roman-Autor Paul Schelder, Marion Zomerland die psychologisch vielschichtige Krankenschwester Annie Wilkes. Annie mach Paul Schelder das Leben zur Hölle, und das, obwohl sie ihm zuvor das Leben gerettet hat. Denn er erfolgreiche Schriftsteller war mit seinem Auto verunglückt, nachdem der wieder einmal einen bedeutenden Preis, diesmal für sein Buch "Misery", eingeheimst hat. Glücklicherweise findet Annie ihn rechtzeitig und flickt ihn in seinem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan.

Auch wenn der Enthusiasmus während der Pflege kaum zu bremsen ist, scheint der Umgang miteinander nicht gerade einfach. Denn Annie ist bisweilen ein wenig sprunghaft, sie neigt zu spontanen Gefühlsausbrüchen unterschiedlichster Art. Das bekommt Paul zu spüren, als er Annie mit seinem nächsten Roman konfrontiert. Dieser hat nämlich nichts mehr mit der von Annie vergötterten, "Misery" - Reihe zu tun. Als Annie auch noch erfährt, dass Paul ihre heißgeliebte Titelheldin Misery im letzten Band hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autor endgültig klar, dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul, Misery wieder auferstehen zu lassen und einen neuen Roman - diesmal nach ihren eigenen Vorstellungen - zu schreiben. Fortan schreibt Schelder um sein Leben. Für die akustischen Effekte sorgt Nicolas C. Duccy. Er ist für Musik und Geräusche zuständig.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 26. November 2003

Nach dem "Trooschien" kommt nun ein Thriller

NIEDERDEUTSCHE BÜHNE: "Misery" hat am 30. November Premiere im Stadttheater Wilhelmshaven



Marion Zomerland

WILHELMSHAVEN/MG - Mit "De Trooschien" hat sich das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" mit großem Erfolg aus der Sommerpause zurückgemeldet. Ehrgeizig soll die Spielzeit weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden, und zwar mit dem Thriller "Misery" von Stephen King. Inszeniert wird das Stück von der Berufsregisseurin Elke Münch, die an der Bühne zuletzt "De Goldene Anker" in Szene setzte. Die theatertaugliche Bearbeitung von Simon Moore stellt in der niederdeutschen Fassung von Jürgen Witt eine Besonderheit dar. Nicht zuletzt, weil dieses spannende und abendfüllende Stück von nur zwei Akteuren gespielt wird.

Dabei gibt sich die neue "Doppelspitze" der Bühne Wilhelmshaven die Ehre. Der Bühnenleiter Arnold Preuß wird als Roman-Autor Paul Schelder zu sehen sein, während die Spielleiterin Marion Zomerland ihm als "psychologisch vielschichtige" Krankenschwester Annie Wilkes das Leben zu Hölle macht. Und das, nachdem sie es zunächst gerettet hat. Denn der erfolgreiche Schriftsteller verunglückt mit seinem Auto, nachdem er wieder einmal einen bedeutenden Preis für seinen neuesten "Misery"-Roman eingeheimst hat.

Glücklicherweise findet Annie ihn und flickt ihn in ihrem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das Geschehen ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan. Als sie erfährt, dass Paul ihre heiß geliebte Titelheldin Misery im letzten Band hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autoren endgültig klar; dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul mit ihren eigenen Mitteln, Misery auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Fortan schreibt Paul um sein Leben. Premiere ist am 30. November um 20 Uhr im Stadttheater. Karten gibt es am Service-Center im Stadttheater.

Annie: "Wat dor wol binnen is?" (Marion Zomerland ist Annie Wilkes)

WILHELMSHAVEN, 22. November 2003

"MISERY"- Premiere in einer Wochen

Stephen King-Thriller als Niedersächsische Erstaufführung im Theater am Meer

Schmerzhafte Nächte ohne lindernde Pillen (Arnold Preuß)

Wilhelmshaven - AP/ Nun dauert es noch knapp eine Woche, dann wird das "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" seine zweite Premiere in dieser laufenden Spielzeit haben. Mit dem Thriller nach Stephen Kings "Misery" steht ein ganz besonderes Stück auf dem Spielplan. Als erste Bühne in Niedersachsen und als zweite überhaupt, spielt das Ensemble des Theater am Meer dieses hochdramatische Stück im Wilhelmshavener Stadttheater. Die Endproben laufen auf Hochtouren und alle sind gespannt, wie das Stück ankommen wird, das Stück bei dem sich das Bühnenleitungsduo Marion Zomerland und Arnold Preuß gemeinsam auf der Bühne präsentieren werden.

Die Krankenschwester Annie Wilkes wird von Marion Zomerland gespielt, die der Bühne seit 1982 angehört und in vielen Rollen in großes darstellerisches Können bewiesen hat, so 1983 als Debütantin Meike Hölkens in "Kornbloomen för den olen Smusskater", 1986 als Julie in "Liliom", 1987 als Greten Witt in "Stratenmusik", 1989 als Elsbe in "Mudder Mews", 1990 als Belinda in dem gleichnamigen Stück, 1994 als Silvia Dresen in "Halsbreken Grappen", 2001 als Geesche Gottfried in dem gleichnamigen Stück und zuletzt in der Doppelrolle der Susanne und Gritje in "Du büst bloots tweemal jung". Im Sommer diesen Jahres spielte sie auf der Freilichtbühne in Westerstede die Titania im "Sommernachtstraum". 1991 "To´n Düvel mit den Sex"

Arnold Preuß stellt den Autoren Paul Schelder dar. Er gehört der Bühne seit 1973 an und hat neben vielen Rollen auch zahlreiche Inszenierungen für die Niederdeutsche Bühne einstudiert, so 1980 "Nette Pasteten", 1985 "De ole Fischfroo", 1987 "Kiek mal wedder in", 1988 "De Fährkroog" und in dieser Spielzeit die Eröffnungspremiere "De Trooschien". Daneben hat er einige Klassiker des hochdeutschen Theaters für das Niederdeutsche Theater entdeckt und als Übersetzungen uraufgeführt, wie 1988 Bertolt Brechts "Herr Puntila un sien Knecht Matti", 1991 Carlo Goldonis "De plietsche Tüffelhannes" oder 1993 Gogols 'Revisor' als "De Kunnerlüür oder Goot smeert is half wunnen".

Nachstehend sehen Sie einige Szenenfotos aus dem Stück, das am kommenden Sonntag, 30. November aufgeführt werden wird.

Marion Zomerland als Annie Wilkes

Annie liest den letzten Roman "Miserys Kind"

Handfeste Auseinandersetzungen zwischen Annie und Paul

Ein Fluchtversuch?

NEUE RUNDSCHAU vom 19. November 2003

Proben für "Misery" laufen auch Hochtouren

Thriller von Stephen King inszeniert Elke Münch / Premiere am 30. November

 

Arnold Preuß wird als Roman-Autor Paul Schelder zu sehen sein, während die Spielleiterin Marion Zomerland ihm als Krankenschwester Annie Wilkes dass Leben zur Hölle macht

WILHELMSHAVEN/ - Mit „De Trooschien“ hat sich das „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ mit großem Erfolg aus der Sommerpause zur Saison 2003/2004 zurückgemeldet. Ehrgeizig soll die Spielzeit weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden, und zwar mit dem Thriller „Misery“ von Stephen King. Inszeniert wird das Stück von der Berufsregisseurin Elke Münch, die an der Bühne zuletzt „De Goldene Anker“ in Szene setzte.

Die theatertauglichen Bearbeitung von Simon Moore stellt in der niederdeutschen Fassung von Jürgen Witt eine Besonderheit dar. Nicht zuletzt, weil dieses spannende und abendfüllende Stück von nur zwei Akteuren gespielt wird. Dabei gibt sich die neue „Doppelspitze“ des „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ die Ehre. Der Bühnenleiter Arnold Preuß wird als Roman-Autor Paul Schelder zu sehen sein, während die Spielleiterin Marion Zomerland ihm als „psychologisch vielschichtige“ Krankenschwester Annie Wilkes das Leben zu Hölle macht.

Und das, nachdem sie es zunächst gerettet hat. Denn der erfolgreiche Schriftsteller verunglückt mit seinem Auto, nachdem er wieder einmal einen bedeutenden Preis für seinen neuesten „Misery“-Roman eingeheimst hat. Glücklicherweise findet Annie ihn und flickt ihn in ihrem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das Geschehen ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan. Auch wenn ihr Enthusiasmus bei der Pflege daher kaum zu bremsen scheint, ist der Umgang mit ihr nicht gerade einfach. Denn Annie ist bisweilen ein wenig sprunghaft, was ihr Gemüt anbelangt und neigt daher zu spontanen Gefühlsausbrüchen unterschiedlichster Art. Das macht sich für Paul besonders bemerkbar, als er Annie mit seinem nächsten Roman konfrontiert. Dieser hat nämlich nichts mehr mit Annies vergötterter „Misery“-Reihe zu tun. Als Annie auch noch erfährt, dass Paul ihre heißgeliebte Titelheldin Misery im letzten Band hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autoren endgültig klar, dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul mit ihren eigenen Mitteln, Misery auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Fortan schreibt Paul um sein Leben...

Die nervenaufreibende Geschichte erhält in der Inszenierung des „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ zusätzlich akustische Unterstützung durch Nicolas C. Ducci, der für die Musik und Geräusche verantwortlich zeichnet. Bereits bei „Froo Geesche Gottfried“ und „Du büst bloots tweemol jung“ gelang es ihm, die Stimmung musikalisch weiter herauszuarbeiten. Premiere ist in wenigen Wochen am 30. November um 20 Uhr im Stadttheater. Karten gibt es bereits jetzt am Service-Center im Stadttheater, weitere Informationen im Internet unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

Paul (Arnold Preuß) ist entsetzt, was verlangt Annie (Marion Zomerland) von ihm?

Paul (Arnold Preuß) fragt Annie (Marion Zomerland) was sie von "Brocklyn brennt" hält

WILHELMSHAVEN, 6. November 2003

Proben für „Misery“ von Stephen King laufen auf Hochtouren

Paul: Woso wüllt Se, dat ik dat Book afbrenn? Anni: Ik will dat nich, Se wüllt dat.

WILHELMSHAVEN/ MG - Mit „De Trooschien“ hat sich das „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ mit großem Erfolg aus der Sommerpause zur Saison 2003/2004 zurückgemeldet. Ehrgeizig soll die Spielzeit weiterhin erfolgreich fortgesetzt werden, und zwar mit dem Thriller „Misery“ von Stephen King. Inszeniert wird das Stück von der Berufsregisseurin Elke Münch, die an der Bühne zuletzt „De Goldene Anker“ in Szene setzte.

Die theatertauglichen Bearbeitung von Simon Moore stellt in der niederdeutschen Fassung von Jürgen Witt eine Besonderheit dar. Nicht zuletzt, weil dieses spannende und abendfüllende Stück von nur zwei Akteuren gespielt wird. Dabei gibt sich die neue „Doppelspitze“ des „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ die Ehre. Der Bühnenleiter Arnold Preuß wird als Roman-Autor Paul Schelder zu sehen sein, während die Spielleiterin Marion Zomerland ihm als „psychologisch vielschichtige“ Krankenschwester Annie Wilkes das Leben zu Hölle macht.

Und das, nachdem sie es zunächst gerettet hat. Denn der erfolgreiche Schriftsteller verunglückt mit seinem Auto, nachdem er wieder einmal einen bedeutenden Preis für seinen neuesten „Misery“-Roman eingeheimst hat. Glücklicherweise findet Annie ihn und flickt ihn in ihrem einsamen Haus wieder zusammen. Für sie ist das Geschehen ein großes Wunder, denn sie ist Schelders größter Fan. Auch wenn ihr Enthusiasmus bei der Pflege daher kaum zu bremsen scheint, ist der Umgang mit ihr nicht gerade einfach. Denn Annie ist bisweilen ein wenig sprunghaft, was ihr Gemüt anbelangt und neigt daher zu spontanen Gefühlsausbrüchen unterschiedlichster Art. Das macht sich für Paul besonders bemerkbar, als er Annie mit seinem nächsten Roman konfrontiert. Dieser hat nämlich nichts mehr mit Annies vergötterter „Misery“-Reihe zu tun. Als Annie auch noch erfährt, dass Paul ihre heißgeliebte Titelheldin Misery im letzten Band hat sterben lassen, wird dem Bestseller-Autoren endgültig klar, dass Annie besessen ist. Sie zwingt Paul mit ihren eigenen Mitteln, Misery auferstehen zu lassen und einen neuen Roman nach ihren Vorstellungen zu schreiben. Fortan schreibt Paul um sein Leben...

Die nervenaufreibende Geschichte erhält in der Inszenierung des „Theater am Meer – Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven“ zusätzlich akustische Unterstützung durch Nicolas C. Ducci, der für die Musik und Geräusche verantwortlich zeichnet. Bereits bei „Froo Geesche Gottfried“ und „Du büst bloots tweemol jung“ gelang es ihm, die Stimmung musikalisch weiter herauszuarbeiten. Premiere ist in wenigen Wochen am 30. November um 20 Uhr im Stadttheater. Karten gibt es bereits jetzt am Service-Center im Stadttheater, weitere Informationen im Internet unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

WILHELMSHAVEN, 2. November 2003

"Misery" - op platt

Spannung vor der nächsten Premiere des "Theater am Meer" am 30. November 2003  - Elke Münch inszeniert packenden Thriller

WILHELMSHAVEN / AP - Als Kathy Bates 1990 in Hollywood den Oscar für die Rolle der "Annie" in Stephen Kings Gruselthriller "Misery" bekam, war Arnold Preuß Leiter der Niederdeutschen Bühne. Das Niederdeutsche Theater an der Jade war bekannt für seine innovativen Spielpläne. Stücke, wie "Liliom", "De Herr Puntila un sien Knecht Matti" und "De plietsche Tüffelhannes" waren - auch für die Entwicklung des Niederdeutschen Theaters insgesamt - richtungsweisend. Schon damals dachte er daran, das Stück "Misery" für das Niederdeutsche Theater zu entdecken.

Anni: Rünner darmit! Paul:Oh, mein Zeit!

Manchmal brauchen auch am Theater Entwicklungen und Entscheidungen länger als man denkt, so ist das Stück erst im letzten Jahr von der Niederdeutschen Bühne Kiel erstmals in Niederdeutscher Sprache aufgeführt worden. In diesem Jahr hat Arnold Preuß - gemeinsam mit Marion Zomerland - wieder die Leitung der Bühne übernommen, jetzt unter dem neuen Namen "Theater am Meer". Beide haben für die laufende Spielzeit ein besonderes Stück gesucht, das auch anderes, als das vermeintlich niederdeutsche Publikum, anspricht. Man war sich sehr schnell einig, mit "Misery" das besondere Stück gefunden zu haben. Mit "Misery" wird sich das neue Leitungsteam auch gemeinsam dem Publikum vorstellen. Seit dem der Spielplan bekannt wurde, haben besonders viele Menschen ihr Interesse für das Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven bekundet. Der größte Teil des Interesses liegt an der Entscheidung, "Misery" in Niederdeutscher Sprache zu spielen.

Paul: Bidde, Anni. Dat deiht so weh. Ik bruuk de Pillen.  Anni: So gau krepeert Se nich.

Marion Zomerland wird die Krankenschwester Anni Wilkes spielen, die einsam auf dem Lande lebt. Sie leidet an einer Persönlichkeitsstörung. Eines Tages findet Anni im Winter auf einer verschneiten Landstraße den schwer verunglückten und lebensgefährlich verletzten Schriftsteller Paul Schelder, gespielt von Arnold Preuß. Sie rettet ihn und pflegt ihn gesund. Wie es der Zufall so will, ist Anni Paul Schelders größter Fan. Sie lebt von und für die Heldin der Fortsetzungsromane "Misery". Diese hat Paul allerdings in seinem aktuellen Roman sterben lassen. Als Anni das erfährt, zwingt sie Paul eine Fortsetzung unter dem Titel "Miserys Rückkehr" zu schreiben. Mehr und mehr wird das kleine Landhaus zum lebensbedrohenden Gefängnis, da Paul erkennen muss, "de is beklopptt - un se ward di ümbringen. Paul, du musst hier ruut!".

Die Dramaturgie des Stückes sorgt dafür, das von Anfang an, eine unheimliche Beziehung zwischen den beiden Akteuren auf der Bühne herrscht, die den Zuschauer sehr schnell gefangen nimmt und fesselt. Bis zum dramatischen Finale wird dem geneigten Krimifan und Gruselkenner atemlose Spannung bis in die Haarspitzen garantiert. Die Premiere dieses Thrillers der Extraklasse, bei dem die bekannte Berufsschauspielerin Elke Münch nicht nur die Regie führt, sondern auch das Bühnenbild entworfen hat, ist am Sonntag, den 30. November 2003 um 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven.

Warüm hebbt Se Misery ümbrocht? schreit Annie (Marion Zomerland), Paul (Arnold Preuß) weiß nicht, wie er sich retten soll

De Trooschien (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung in niederdeutscher Sprache

DE TROOSCHIEN

(The Licene)
Komödie von Ephraim Kishon
Niederdeutsch von Lore Moor


Inszenierung und Bühne: Arnold Preuß

Souffleuse: Christel Dörnath
Requisite: Monika Eilers
Maske: Ebba Mannott-Kallus
Inspizienz: Anke Schluppkotten
Bühnenbildbau: Klaus Panka, Alfred Christoffers, Wolfgang Buttjer
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Ewald Brouver, Werner Dörnath, Manfred Eilers,  Gerd Gelhart, Patrik Pust, Rolf-Peter Laustermann
Beleuchtung: Heinz Hillers, Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller.
Daniel Brozowsky, selbständiger Klempnermeister - Heinz Zomerland
Ella, seine Frau - Helga Lauermann
Viki, ihre Tochter, Studentin - Anita Kups
Robert Knoll, Vikis Verlobter, Angestellter - André Gelhart
Bunky, landwirtschaftlicher Arbeiter, junger Mann - Marc Gelhart
Rose Rosenboom, Witwe - Magita Pust

Nachbarin Rosenboom (Magita Pust) fällt mal wieder zur Last. Daniel (Heinz Zomerland) und Ella (Helga Lauermann) stecken in einer Ehekrise,  Bunky (Marc Gelhart) und Viki (Anita Kups) stehen kurz davor,  auch wenn sie (noch) nicht verheiratet sind

'Opholln' tönt es sehr leise von Daniel (Heinz Zomerland), er beobachtet nicht ungern die Entwicklung seiner Tochter Viki (Anita Kups), an der  Bunky (Marc Gelhart) nicht ganz unschuldig ist

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 7. Oktober 2003

Mit Witz und Ironie aufgeführt

Niederdeutsche Bühne startete mit  "De Trooschien" in die Spielzeit

'Ella, verlaat mi nich!', bis zu diesem Satz, haben Ella (Helga Lauermann) und Daniel (Heinz Zomerland) ein Wellenbad der Gefühle zu nehmen

WILHELMSHAVEN/ERI - Mit der neuen Firmierung "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" startete die plattdeutsche Bühne in die Spielzeit 2003/04. Mit Marion Zomerland und Arnold Preuß stellt sich auch das neue Führungsduo des Niederdeutschen Laientheaters vor. Viel hat sich die Bühne vorgenommen, ansprechende Stücke (wir berichteten) und mehr Publikum, dazu Alten- und Jugendtheater sollen aktuellen Anreiz bieten. Die Eröffnungspremiere ist bereits erfolgreich über die Bühne des Stadttheaters gegangen. Aufgeführt wird die Komödie "DeTrooschien" von Ephraim Kishon, ins Niederdeutsche übertragen von Lore Moor.

Allein der Titel der Komödie verrät es: Es geht um Liebe, um Heirat, um ein wenig Techtelmechtel und um heftigen Streit zwischen Mama und Papa. Ganz wie aus dem Leben gegriffen. Nur etwas pointierter von Arnold Preuß als Regisseur auf die Bühne gebracht. Das Publikum hat sein ironisch-witziges Amüsement, das sich so auch bei den lieben Nachbarsleuten abspielen könnte.

Robert (André Gelhart) macht seinen zukünfiten Schwiegereltern Daniel (Heinz Zomerland) und Ella (Helga Lauermann) einen Besuch und hat einen schönen Blumenstrauß für seine Braut Viki (Anita Kups) dabei

Das Spektakel um den Trauschein und das Familienbuch eröffnen Helga Lauermann als Ella Brozowsky und Magita Pust als verwitwete Nachbarin Rose Rosenboom, die sich den Rock kürzen lassen will, ganz offensichtlich aber Ellas Mann Daniel, den Klempnermeister Brozowsky, anhimmelt. Temperamentvoll betritt Anita Kups als heiratsfreudige Tochter Viki im rauschenden Brautkleid die Bühne. In 14 Tagen soll Hochzeit sein. Zuvor müssen aber die Formalitäten erledigt werden. Dazu gehört auch der Trauschein von Daniel und Ella, die nun schon 25 Jahre Mann und Frau sind. Doch der Trauschein ist nicht zu finden. So recht können sich Papa und Mama auch nicht an den Hochzeitstag erinnern.

So kommt die Komödie in die Gänge. Tochter Viki fleht ihre Eltern an, notfalls ganz schnell den Ehebund mit einer Trauung zu besiegeln. Aber Ella ist widerborstig, will Bedenkzeit, Daniel reagiert und fühlt sich frei wie ein Junggeselle. Da erscheint Robert Knoll, Vikis Verlobter mit Blumenstrauß, verkörpert von André Gelhart. Die Verwirrung wird größer und der Streit zwischen den Eltern drastischer. Ella wirft ihrem Daniel mancherlei vor, was sie in der 25-jährigen Gemeinsamkeit alles so hat ertragen müssen und nennt ihn eine Tyrannen: "Kiek mal Daniel, dat is ja nich slimm, wenn eener een Tyrann is - aver togeven schull he dat tominnst".

So kommt es zu heftigen Turbulenzen, die sich noch zuspitzen, als Bunky, junger Mann mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, erscheint, dargestellt von Marc Gelhart. Das Publikum ahnt, was passieren wird: Vikis Verlobter segelt achtern aus, obwohl der Trauschein zu aller Überraschung samt Familienbuch doch noch auftaucht. Bunky gewinnt Viki im Handumdrehen, und das streitsüchtige Elternpaar schließt seinen Frieden miteinander. Das Publikum ist von der flüssigen Aufführung angetan und applaudiert kräftig.

Heinz Zomerland und Helga Lauermann bringen Witz mit Ironie und klassischem Partnerstreit als Daniel und Ella Brozowsky auf die Bühne. Temperamentvoll beflügeln Marc Gelhart und Anita Kups als Bunky und Viki die Szene. André Gelhart karikiert recht treffsicher als Vikis Verlobter Robert Knoll den Muttersöhnchen-Typ eines stocksteifen Büromachos. Und Magita Pust spielt als Nachbarin die Trümpfe weiblicher Neugierde deftig aus und rundet damit mit Würze die Ensemble-Leistung ab. Das Bühnenbild als gute Stube der Brozowskys entwarf Arnold Preuß, gebaut von Klaus Panka, Alfred Christoffers und Wolfgang Buttjer.

Die weiteren Aufführungen im Stadttheater sind am Sonntag, 12. Oktober, um 15.30 und 20 Uhr, am Sonntag, 19. Oktober, um 20 Uhr und am Sonntag, 26. Oktober, ebenfalls Beginn um 20 Uhr.

Daniel (Heinz Zomerland) muss Bunky (Marc Gelhart) auf ungewöhnliche Art zum Bleiben überreden

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 29. September 2003

Von der Last mit dem Ja-Wort

PREMIERE Die Niederdeutsche Bühne eröffnete die Spielsaison mit „De Trooschien"  - Großer Applaus

Das Ensemble der Niederdeutschen Bühne hat am Sonnabend seine Spielzeit 2003/2004 mit dem Stück „De Trooschien" eröffnet.

VON VERENA WIECHERS

Mami is in helle Opregung' erklärt verzweifelt Robert (André Gelhart) seiner Braut Viki (Anita Kups) begreiflich zu machen

WILHELMSHAVEN - In der ironischen Komödie dreht sich alles um die Ehe. Viki, die Tochter von Daniel (Klempner) und Ella Brozowsky, will Muttersöhnchen Robert Knoll heiraten. Der wiederum darf nur dann das Ja - Wort geben, wenn seine Mutter den Trauschein der Brozowkys gesehen hat. Den können die Eltern allerdings nicht finden und kommen ins Grübeln. Haben sie überhaupt geheiratet? Denn vor deren Trauung kam ihnen ein geplatzter Kolben in die Quere. Der Vater der verliebten Tochter würde auch noch einmal heiraten. Nur Ella ist sich nicht sicher. Sie braucht Bedenkzeit. Daniel scheint nicht mehr der zu sein, dem sie vor 25 Jahren das Ja - Wort gegeben hat. In der Zwischenzeit tritt Bunky in das Leben der Brozowkys. Er beginnt sich für Viki zu interessieren. Während es zwischen Vikis Eltern kriselt, macht die neugierige Nachbarin Rose Rosenboom Daniel Avancen. So ist das Chaos vorprogrammiert.

Die Rolle des Daniel spielte Heinz Zomerland, der das muffelige ständig nörgelnde Familienoberhaupt mit viel Biss und Ironie sehr gut darstellte. Helga Lauermann (Ella) kann man die überfürsorgliche und unzufriedene Mutter abnehmen. Beschränkt auf die „zickigen" Spitzen gegenüber Daniel lebte die Rolle auf. Viki, gespielt von Anita Kups, wirkte manchmal durch ihre noch leicht unsichere Spielweise nicht ganz überzeugend. Das kann aber auch an der Aufregung zur Premiere liegen.

Marc Gelhart mimte den belesenen und impulsiven Landarbeiter. Die neugierige Nachbarin Rose Rosenboom bzw. Magita Pust darf auf keinen Fall als Charakter fehlen. Sie war einfach „nümmich". In die Herzen aller Schwiegermütter hat sich Andre Gelhart als Robert gestammelt. Insgesamt ragten Heinz Zomerland und Andre Gelhart durch ihr vermeintlich friesisches Temperament aus dem Ensemble heraus. Das Publikum schien großes Gefallen an dem Stück „De Trooschien" gefunden zu haben: Der Applaus wollte einfach nicht abreißen.

Regie führt Arnold Preuß, der auch das Bühnenbild entwarf. Christel Dörnath soufflierte, die Requisite stellte Monika Eilers zusammen. Ebba Mannott-Kallus ist für die Maske tonangebend, Klaus Panka, Alfred Christoffers und Wolfgang Dörnath sowie Wolfgang Buttjer sind für den Bühnenbau zuständig. Die Bühnenmalerei bewerkstelligte Herbert Ulbrich. Die Bühnentechnik vollbrachten Ewald Brouwer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Rolf-Peter Lauxtermann und auch Patrick Pust. Für die Beleuchtung sind Uwe Freiberg, Heinz Hitlers und Peter Pfaus zuständig. Die technische Leitung übernahm Manfred Eilers. Inspizientin ist Anke Schluppkotten.

Fazit: Jeder, der am Plattdeutsch seine Freude hat, sollte das Stück nicht versäumen. Es lohnt sich.

Rose Rosenboom´s (Magita Pust) letzter Angriff, 'Dani föhl mal mien Hart'. Daniel (Heinz Zomerland) weiß mit einer Pumpengeschichte aus fröhern Tieten zu begeistern

NEUE RUNDSCHAU vom 8. Oktober 2003

"De Trooschien"

'There is a Rose in spanish harlem', singt Daniel (Heinz Zomerland), während Ella (Helga Lauermann) 'düsse spanische Koh nich mehr sehn will

ist eine temperamentvolle Inszenierung eines Kishon-Stückes (Regie: Arnold Preuß) im Stadttheater Wilhelmshaven. In dem Stück geht es um ein Ehepaar, das an ihrer langjährigen Ehe zweifelt, da der Trauschein nicht zu finden ist. Die Niederdeutsche Bühne bietet noch vier Vorstellungen an. Die Termine sind: 12. Oktober (15.30 und 20 Uhr), 19. Oktober (20 Uhr) und 26. Oktober (20 Uhr). Das Foto zeigt die beiden Hauptdarsstller Helga Lauermann in der Rolle der Ella Brozowsky und Heinz Zomerland als ihren Ehemann Daniel Brozowsky.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 28. September 2003

Gestern war die Premiere des Kishon-Stückes

Verwirrung durch „De Trooschien"

Verwirrt schaut Rose (Magita Pust) auf die 'gehorsamen Drei': Ella (Helga Lauermann), Viki (Anita Kups) und Bunky (Marc Gelhart)

Wilhelmshaven. (gms) Für das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ist es nun soweit: Mit neuem Schwung und Elan eröffnete das Ensemble gestern mit „De Trooschien" die Spielzeit 2003/2004. Die Komödie von Ephraim Kishon ist von Lore Moor ins Niederdeutsche übertragen worden. Regie führt der Bühnenleiter Arnold Preuß, der das Stück in die 60er Jahre versetzt hat.

Viki Brozowsky (Anita Kups) möchte den Chefkalkulator Robert Knoll (André Gelhart) heiraten. So penibel, wie sein Beruf anmutet, ist der junge Statistiker tatsächlich: Damit bei der Hochzeit alles seinen geregelten Weg gehen kann, muss er seiner dominanten Mutter das Stammbuch von Vikis Eltern vorlegen. Doch damit beginnen immense Probleme im Hause Brozowsky. Denn die gewünschten Unterlagen lassen sich nicht finden. Somit keimen in Vater Daniel (Heinz Zomerland) und Mutter Ella (Helga Lauermann) berechtigte Zweifel auf, ob man vor 25 Jahren überhaupt auf dem Standesamt gewesen ist. Daraufhin gerät gleich die ganze Lebensgemeinschaft ins Wanken.

Während Daniel seiner Tochter zuliebe gleich am nächsten Tag der Form halber das Versäumte nachholen will, überdenkt Ella gründlich, ob sie ihren vermeintlichen Ehegatten so schnell noch mal heiraten würde. Schließlich ist er nicht mehr ganz so verwegen und umsorgend, wie er damals in jungen Jahren war. Der ohnehin schon große Trubel verstärkt sich, als neben der nervigen Nachbarin Rose Rosenboom (Magita Pust) nun auch noch Bunky (Marc Gelhart), ein früherer Nachbarsjunge, permanent bei den Brozowskys aufkreuzt, weil Daniel von ihm Hilfe erwartet...

Kishon stellt mit seinem ihm eigenen Humor ironisch dar, wie ungesetzmäßig sich die Liebe verhält. Auf turbulente Art zeigt er den Weg zur Einsicht aller Beteiligten, dass sich zwischenmenschliche Emotionen nur selten durch Formalitäten aufhalten lassen. Nach der Premiere präsentiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" die Komödie „De Trooschien" noch am 4., 5., 12., 19. und 26. 10. um 20 Uhr und am 5. und 12. 10. ebenfalls um 15.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf beim Service-Center des Stadttheaters sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Weitere Informationen unter 0 44 21/94 01-15 und im Internet auf www.ndbwilhelmshaven.de.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 26. September 2003

Niederdeutsche startet schwungvoll

PREMIERE Morgen wird im Stadttheater das Stück „De Trooschien" aufgeführt

Für das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ist es nun soweit: Mit neuem Schwung und Elan eröffnet das Ensemble am 27. September mit „De Trooschien" die Spielzeit 2003/2004.

"Hegst Du jichtenseen Geföhl för mi?" - fragt Daniel (Heinz Zomerland) seine Ella (Helga Lauermann) nach 25jähriger Ehe

WILHELMSHAVEN/MG - Die Komödie von Ephraim Kishon ist von Lore Moor ins Niederdeutsche übertragen worden. Regie führt der Bühnenleiter Arnold Preuß, der das Stück in die 60er Jahre versetzt hat. Seit wenigen Tagen befindet sich das Team nun in der heißen Endprobenphase mit fertigem Bühnenbild auf der Hauptbühne.

Viki Brozowsky (Anita Kups) möchte den Chefkalkulator Robert Knoll (Andrd Gelhart) heiraten. So penibel, wie sein Beruf anmutet, ist der junge Statistiker tatsächlich: Damit bei der Hochzeit alles seinen geregelten Weg gehen kann, muss er seiner dominanten Mutter das Stammbuch von Vikis Eltern vorlegen. Doch damit beginnen immense Probleme im Hause Brozowsky. Denn die gewünschten Unterlagen lassen sich nicht finden. Somit keimen in Vater Daniel (Heinz Zomerland) und Mutter Ella (Helga Lauermann) berechtigte Zweifel auf, ob man vor 25 Jahren überhaupt auf dem Standesamt gewesen ist.

Daraufhin gerät gleich die ganze Lebensgemeinschaft ins Wanken. Während Daniel seiner Tochter zuliebe gleich am nächsten Tag der Form halber das Versäumte nachholen will, überdenkt Ella gründlich, ob sie ihren vermeintlichen Ehegatten so schnell noch mal heiraten würde. Schließlich ist er nicht mehr ganz so verwegen und umsorgend, wie er damals in jungen Jahren war. Der ohnehin schon große Trubel verstärkt sich, als neben der nervigen Nachbarin Rose Rosenboom (Magita Pust) nun auch noch Bunky (Marc Gelhart), ein früherer Nachbarsjunge, permanent bei den Brozowskys aufkreuzt; weil Daniel von ihm Hilfe erwartet...

Kishon stellt mit seinem ihm eigenen Humor ironisch dar, wie ungesetzmäßig sich die Liebe verhält. Auf turbulente Art zeigt er den Weg zur Einsicht aller Beteiligten, dass sich zwischenmenschliche Emotionen nur selten durch Formalitäten aufhalten lassen.

Nach der Premiere am 27. 9., für die noch Karten erhältlich sind, präsentiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" die Komödie „De Trooschien" am 4., 5., 12., 19. und 26. 10. um 20 Uhr und am 5. und 12. 10. ebenfalls um 15.30 Uhr. Karten im Vorverkauf beim Service-Center des Stadttheaters sowie vor Vorstellungsbeginn. Weitere Informationen unter 94 01-15 und im Internet auf www.ndb-wilhelmshaven.de.

NEUE RUNDSCHAU vom 24. September 2003

Niederdeutsche Bühne spielt „De Trooschien"

„Theater am Meer": Eröffnung der neuen  Spielzeit 2003/2004

Für das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ist es nun so weit: Mit neuem Schwung und Elan eröffnet das Ensemble am 27. September mit „De Trooschien" die Spielzeit 2003/2004. Die Komödie von Ephraim Kishon ist von Lore Moor ins Niederdeutsche übertragen worden. Regie führt der Bühnenleiter Arnold Preuß, der das Stück in die 60er Jahre versetzt hat. Seit wenigen Tagen befindet sich das Team nun in der heißen Endprobenphase mit fertigem Bühnenbild auf der Hauptbühne.

Ella (Helga Lauermann) und Daniel (Henz Zomerland) - Probenphoto -

Viki Brozowsky (Anita Kups) möchte den Chefkalkulator Robert Knoll (Andre Gelhart) heiraten. So penibel, wie sein Beruf anmutet, ist der junge Statistiker tatsächlich: Damit bei der Hochzeit alles seinen geregelten Weg gehen kann, muss er seiner dominanten Mutter das Stammbuch von Vikis Eltern vorlegen. Doch damit beginnen immense Probleme im Hause Brozowsky. Denn die gewünschten Unterlagen lassen sich nicht finden. Somit keimen in Vater Daniel (Heinz Zomerland) und Mutter Ella (Helga Lauermann) berechtigte Zweifel auf, ob man vor 25 Jahren überhaupt auf dem Standesamt gewesen ist. Daraufhin gerät gleich die ganze Lebensgemeinschaft ins Wanken. Während Daniel seiner Tochter zuliebe gleich am nächsten Tag der Form halber das Versäumte nachholen will, überdenkt Ella gründlich, ob sie ihren vermeintlichen Ehegatten so schnell noch mal heiraten würde. Schließlich ist er nicht mehr ganz so verwegen und umsorgend, wie er es damals in jungen Jahren war. Der ohnehin schon große Trubel verstärkt sich, als neben der nervigen Nachbarin Rose Rosenboom (Magita Pust) nun auch noch Bunky (Marc Gelhart), ein früherer Nachbarsjunge, permanent bei den Brozowskys aufkreuzt, weil Daniel von ihm Hilfe erwartet...

Kishon stellt mit seinem ihm eigenen Humor ironisch dar, wie ungesetzmäßig sich die Liebe verhält. Auf turbulente Art zeigt er den Weg zur Einsicht aller Beteiligten, dass sich zwischenmenschliche Emotionen nur selten durch Formalitäten aufhalten lassen. Nach der Premiere am 27. September, für die noch Karten erhältlich sind, präsentiert das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" die Komödie „De Trooschien" am 4., 5., 12., 19. und 26. Oktober um 20 Uhr und am 5. und 12. Oktober um 15.30 Uhr.

Karten sind im Vorverkauf beim Service-Center des Stadttheaters sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01-15 und im Internet auf www.ndb-wilhelmshaven.de. (MG)

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 24. September 2003

Niederdeutsche spielt Kishon-Stück

„De Trooschien" hat am Sonnabend im Stadttheater Premiere

Liebe kennt keine Gesetzmäßigkeiten, das erfährt das
Publikum auf amüsante Weise.

Bunky (Marc Gelhart), Robert Knoll (André Gelhart), Fro Rosenboom (Magita Pust) und Ella (Helga Lauermann

WILHELMSHAVEN - Für das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" ist es soweit: Das Ensemble eröffnet am Sonnabend, dem 27. September, mit „De Trooschien" die neue Spielzeit. Die Komödie von Ephraim Kishon ist von Lore Moor ins Niederdeutsche übertragen worden. Regie führt der Bühnenleiter Arnold Preuß, der das Stück in die 60er Jahre versetzt hat. Seit wenigen Tagen befindet sich das Team nun in der heißen Endprobenphase mit fertigem Bühnenbild auf der Hauptbühne.

Viki Brozowsky (Anita Kups) möchte den Chefkalkulator Robert Knoll (Andrd Gelhart) heiraten. So penibel, wie sein Beruf anmutet, ist der junge Statistiker tatsächlich: Damit bei der Hochzeit alles seinen geregelten Weg gehen kann, muss er seiner dominanten Mutter das Stammbuch von Vikis Eltern vorlegen. Doch damit beginnen immense Probleme im Hause Brozowsky. Denn die gewünschten Unterlagen lassen sich nicht finden. Somit keimen in Vater Daniel (Heinz Zomerland) und Mutter Ella (Helga Lauermann) berechtigte Zweifel auf, ob man vor 25 Jahren überhaupt auf dem Standesamt gewesen ist.

Daraufhin gerät gleich die ganze Lebensgemeinschaft ins Wanken. Während Daniel seiner Tochter zuliebe gleich am nächsten Tag der Formhalber das Versäumte nachholen will, überdenkt Ella gründlich, ob sie ihren vermeintlichen Ehegatten so schnell noch mal heiraten würde. Schließlich ist er nicht mehr ganz so verwegen und umsorgend wie er damals in jungen Jahren war. Der ohnehin schon große Trubel verstärkt sich, als neben der nervigen Nachbarin Rose Rosenboom (Magita Pust) nun auch noch Bunky (Marc Gelhart), ein früherer Nachbarsjunge, permanent bei den Brozowskys aufkreuzt, weil Daniel von ihm Hilfe erwartet.

Kishon stellt mit seinem ihm eigenen Humor ironisch dar, wie ungesetzmäßig sich die Liebe verhält. Auf turbulente Art zeigt er den Weg zur Einsicht aller Beteiligten, dass sich zwischenmenschliche Emotionen nur selten durch Formalitäten aufhalten lassen. Nach der Premiere am 27. September, für die noch Karten erhältlich sind, präsentiert die Niederdeutsche Bühne die Komödie „De Trooschien" am 4., 5., 12., 19. und 26. Oktober, um 20 Uhr und am 5. und 12. Oktober um 15.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse im Service-Center des Stadttheaters erhältlich.

Jeversches Wochenblatt vom 17. September 2003

Zum Saisonauftakt eine Komödie

Niederdeutsche hat Proben begonnen

André Gelhart als Robert Knoll und Magita Pust als Nachbarin Rose Rosenboom in "De Trooschien"

WILHELMSHAVEN/FS - Die Proben haben begonnen: „De Trooschien" wird das erste Stück der Niederdeutschen Bühne „Theater am Meer" in der neuen Spielzeit. In der Komödie „De Trooschien" von Ephraim Kishon wird auf ironische Weise thematisiert, wie verbindlich ein Trauschein für eine Beziehung ist: Da dieser dem Ehepaar Brozowsky für die anstehende Hochzeit ihrer Tochter fehlt, beginnt die 25-jährige Lebensgemeinschaft zu bröckeln. Gespielt wird das elterliche Paar von Helga Lauermann und Heinz Zomerland.

Die Tochter mit Heiratsabsichten wird von Anita Kups verkörpert, die Rolle ihres Verlobten von André Gelhart. Magita Pust wird als anstrengende Nachbarin Rose Rosenboom für Trubel sorgen, und Marc Gelhart stellt mit Bunky den erhofften Retter in der Not dar.

Die Komödie „De Trooschien" hat am Sonnabend, 27. September, Premiere. Das neue Spielzeitheft bietet übrigens einen Überblick über weitere Stücke, Preise und Termine. Auf www.ndb-wilhelmshaven.de steht es zum Download bereit.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 2. September 2003

„De Trooschien" sorgt für Wirbel

THEATERSAISON Schauspieler proben für ein neues Stück

Von links das Ensemble vom "Trooschien": Heinz Zomerland (als Daniel Brozovsky), André Gelhart (Robert), Anita Kups (als Viky), Magita Pust (als Rose), Helga Lauermann (als Ella) und Marc Gelhart (als Bunky).

WILHELMSHAVEN/BC - Die Proben für „De Trooschien" - das erste Stück in der neuen Theatersaison des „Theater am Meer" der Niederdeutschen Bühne - haben vor kurzem unter der Leitung von Arnold Preuß begonnen. Dazu erschien druckfrisch das neue Spielzeitheft, das einen Überblick über die Stücke, Preise und Termine dieser Theatersaison bietet.

„De Trooschien nach dem satirischen Theaterstück von Ephraim Kishon handelt von Ehepaar Ella (Helga Lauermann) und Daniel Brozowsky (Heinz Zomerland) und deren Tochter Vicky (Anita Kups), die ihren Liebsten Robert (Andre Gelhart) endlich heiraten will. Robert, erzkonservativer Bürokrat und Muttersöhnchen, möchte aber erst einmal den Trauschein seiner Schwiegereltern in spe sehen, bevor er sein Ja-Wort gibt.

Da der Trauschein spurlos verschwunden ist, scheint die Lösung zunächst klar: Ella und Daniel heiraten einfach noch mal. Doch dann kommen Ella Zweifel, ob sie ihren Mann nach 25 Jahren Ehe-Alltag wirklich noch einmal heiraten will. So kommt es zu einem handfesten Ehekrach, an dem die Ehe fast zerbricht. Da taucht Bunky (Marc Gelhart), ein vitaler, unkomplizierter Bursche, auf. Ist er der erhoffte Retter in der Not? Das Theaterstück „De Trooschien" feiert am 27. September Premiere.

KOMPASS - Ausgabe September 2003

Niederdeutsche mit „De Trooschien"

Das „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne am Meer" steigt am 27. September um 20 Uhr im Stadttheater mit der Komödie „De Trooschien" von Ephraim Kishon in der Übersetzung von Lore Moor in die neue Saison ein. Regie führt in dem turbulenten Zweiakter, in dem es um Bürokratie und Legalität geht, Bühnenleiter Arnold Preuß. Seine Partnerin im Bühnenvorstand ist Marion Zomerland.

Robert (André Gelhart), Viky (Anita Kups), Bunky (Marc Gelhart) - Probenphoto -

Die penible Mutter des jungen Statistikers Robert Knoll (Andre Gelhart) bringt die Geliebte ihres Sohnes (Anita Kups) und deren Eltern arg in die Bredouille. Sie möchte, bevor Robert heiratet, das Stammbuch von Vikis Eltern einsehen. Doch die stellen nach -zig Jahren Ehe fest, dass sie möglicherweise nie auf dem Standesamt gewesen sind. Als der Vater das Versäumte nachholen will, kommen seiner Lebensgefährtin Zweifel, ob sie ihren vermeintlichen Ehegatten überhaupt noch einmal will. Schließlich ist er nicht mehr so umsorgend wie vor 25 Jahren. In dem von typisch Kishon'schen Humor geprägtem Stück spielen weiter mit Heinz Zomerland (Vater), Helga Lauermann (Mutter), Magita Pust (Nachbarin) und Mark Gelhart (Bunky).

NEUE RUNDSCHAU vom 27. August 2003

„De Trooschien"  eröffnet Saison

Neues Spielzeitheft erhältlich

Wilhelmshaven/MG - Die Proben für „De Trooschien", das erste Stück in der neuen Theatersaison des „Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven", haben am Montag Abend unter der Leitung von Arnold Preuß begonnen. Druckfrisch ist auch das neue Spielzeitheft erschienen, das einen Überblick über die Stücke, Preise und Termine dieser Theatersaison bietet.

In der Komödie „De Trooschien" von Ephraim Kishon wird auf ironische Weise thematisiert, wie verbindlich ein Trauschein wirklich für eine Beziehung ist. Da dieser dem Ehepaar Brozowsky für die anstehende Hochzeit der Tochter fehlt, beginnt die 25-jährige Lebensgemeinschaft allmählich zu bröckeln. Gespielt wird das elter

liche Paar von Helga Lauermann (zuletzt in „Ruten Teihn") und Heinz Zomerland („De Goldene Anker"). Die Tochter mit Heiratsabsichten wird von Anita Kups („Grode Freeheit Nr. 7") verkörpert, die Rolle ihres Verlobten von AndrL- Gelahmt („Grode Freeheit Nr. 7"). Magita Pust („Opa ward verköfft") wird als anstrengende Nachbarin Rose Rosenboom für Trubel sorgen, und Marc Gelahmt („De Goldene Anker") stellt mit Bunky den erhofften Retter in der Not dar.

Das druckfrische Spielzeitheft ist bereits jetzt am Service-Center im Stadttheater erhältlich, und es steht ab sofort erstmals auch zum Download auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de bereit

Viky (Anita Kups), Ella (Helga Lauermann) - Probenphoto -

WILHELMSHAVEN, 18. August 2003

Spielzeit 2003/2004 hat begonnen

"De Trooschien" wird probiert

WILHELMSHAVEN / AP - Am Montagabend war die Sommerpause für das Ensemble des "Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven" offiziell vorbei. Die Vorbereitungen für die erste Inszenierung der Spielzeit 2003/2004 sind abgeschlossen und der Probenbetrieb wurde mit der ersten Leseprobe unter der Leitung von Regisseur und Bühnenleiter Arnold Preuß aufgenommen. Mit der Komödie "De Trooschien" von Ephraim Kishon wird die Spielzeit am Sonnabend, den 27. September um 20 Uhr im Stadttheater eröffnet werden. Das Stück zeigt mit einem starken Augenzwinkern das menschlich-allzumenschliche Verhalten eines seit 25 Jahren verheirateten Ehepaares, das bedingt durch die Hochzeitsabsichten ihrer Tochter auf die Suche nach den eigenen Hochzeitspapieren in heftige Turbulenzen kommt.

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Regisseur Arnold Preuß bei der ersten Probe (Leseprobe)

De Bremer Stadtmusikanten (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DE BREMER STADTMUSIKATNEN

ein Märchenspiel, nach dem Märchen der Gebürder Grimm
Plattdeutsch von Wilmke Anners

Inszenierung und Bühne:Elke Münch

Komposition: Oleg Stele
Aufnahme: Oleg Stele
Tanz: Susanne Mittmann
Technische Leitung: Manfred Eilers
Bühnenbau: Alfred Christoffers, Günter Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Günter Scherf
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich

Rollen und Darsteller

De Muskanten
De Esel - Karina Harms/Dana Stolte
De Hund - Insa Schölermann/Fenja Strowik
De Katt - RIeke Grube/Fehmke Seibert
De Hahn - Marius Münch

De Rövers
De Baas - Marion Zomerland
De Jüngst - Sontka Zomerland
De Annern - Tomke Krull, Janina Lürßen, Gabriele Manke,
Patrick Pust, Markus Pust

 
Hund, Esel und Katze beratschlagen, was zu tun ist

Inhalt

Welches Kind kennt denn noch nicht die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten? Was, so viele?

Na, dann wird es aber höchste Zeit, dass wir Euch zeigen, was dem Esel, dem Hund, der Katze und dem Hahn in der Welt der Menschen widerfahren ist. Warum alle vier ihren Frauchen und Herrchen davonlaufen und nach Bremen ziehen wollen, um dort Stadtmusikanten zu werden.

Auf ihrem Weg durchqueren sie einen dunklen Wald. Dort begegnen sie - aber das ahnt ihr bestimmt schon längst - den wilden, furchterregenden Räubern! Doch was wären sie für schlechte Musikanten, wenn sie ihre Kunst nicht beherrschten. Also machen sie Musik, das den Räubern hören und sehen vergeht.

Wie die Geschichte ausgeht, wollt ihr wissen? Dann kommt zu uns und erlebt mit den Kindern der Theaterschule der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven die Geschichte der "Bremer Stadtmusikanten".

Fenja Strowik, Karina Harms

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 19. September 2002

Stadtmusikanten: Der Hahn kräht "up platt"

Gestern Premiere der NDB Theaterschule

Von Malte Kirchner

"Kükerikü", schreit der Hahn, wenn er "platt snackt ". Zusammen mit dem Hund, der Katze und dem Esel beschließt er, nach Bremen zuziehen und dort zu musizieren. "De Bremer Stadtmusikanten" feierte am Mittwoch im Pumpwerk Premiere. Die erste Aufführung der Theaterschule der Niederdeutschen Bühne (NDB) wurde von Elke Münch in Szene gesetzt.

Karina Harms, Marius Münch, Rieke Grube

Das gemeinsame Schicksal, von den Menschen schlecht behandelt zu werden, führt die vier Tiere zusammen. Kurzentschlossen beschließen sie, nach Bremen aufzubrechen. Auf dem Weg dorthin durchqueren sie einen Wald, wo sie auf "de Rövers" treffen. Die vier Tiere jagen diese kurzentschlossen mit ihrer Musik davon.

hi.v.li. Markus Pust, Sontka Zomerland, Gabriele Manke, Patrick Pust vo.v.li. Janina Lürßen, Marion Zomerland, Tomke Krull

Auch als die Räuber in der Nacht zurückkehren, sind die Tiere ihnen zu deren großer Überraschung überlegen. Das rund vierzig Minuten lange Märchenspiel amüsiert durch die Niederdeutsche Sprache, die in etlichen Dialogen lustiger ist, als die Originalfassung. Die jungen Darsteller der Theaterschule spielen ihre Rollen gekonnt. Auch das Bühnenbild passt: "De Hahn" hat standesgemäß einen Hochsitz, von dem aus er auf das Geschehen herabblicken kann.

Sontka Zomerland

Dass ein niederdeutsches Stück keinerlei Probleme hat, Modernes zu integrieren, beweisen die Musik und Tanzeinlagen. Das gemeinsame Lied der vier Musikanten ist alles andere als altbacken. Zur Freude des sehr jungen Publikums wird es am Ende des Stückes auch noch mal wiederholt.

Die zweite Vorführung der "Bremer Stadtmusikanten" ist heute um 15 Uhr im Pumpwerk.

Fenja Strowik, Marius Münch, Rieke Grube, Karina Harms

Ruten Teihn (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

RUTEN TEIHN

Kriminalstück von Heinz Wunderlich
Plattdeutsch von Heide Tietjen

Inszenierung und Bühne: Rolf-Peter Lauxtermann
Musik: Nicolas C. Ducci

Regieassistenz: Marc Gelhart
Souffleuse: Karin Heyel/Ebba Mannott-Kallus
Requisite: Monika Eilers
Maske: Jasmine Dirks, Heidi Strowik
Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Ewald Brouwer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Heinz Hillers, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers
Inspizienz: Monika Grahl

Rollen und Darsteller
Dr. med. Jens Paulsen, Landarzt- Claus Miehlke
Margot, Arzthelferin - Dagmar Grube
Irene Paulsen, Paulsens Ehefrau - Christine Wessolleck
Olaf Herberg, Landwirt - Horst Qualmann
Dr. med. Richard Tredup, Landarzt - Nicolas C. Ducci
Wally Baltes, Patientin - Martina Stühmer
Bodo Krogmann, Patient - Ingo Folkers
Susanne Grieper, Patientin - Wilma Welte
Kommissarin Schroth - Helga Lauermann

Stimme von Kalle, Wallys Freund - Marc Gelhart
Stimme von Frau Behrens, Patientin - Karin Heyel
Stimme von Wulf, Kriminalbeamter - Rolf-Peter Lauxtermann

 

 

Bernd Krogmann (Ingo Folkers): ein seltsamer Patient, so denken jedenfalls Schwester Margot (Dagmar Grube) und Dr. Paulsen (Claus Miehlke)

Inhalt

Dr. Jens Paulsen will nach einigen Jahren seine Frau Irene zurückgewinnen. Zuletzt war er mit seiner Arzthelferin Margot liiert. Paulsen versucht dieses Kapitel zu schließen, doch Margot möchte aufgrund ihrer innigen Gefühle für ihn nicht nachgeben. Auch Irene sträubt sich gegen eine Rückkehr, ist sie doch mit dem Landwirt Olaf Herberg wesetlich glücklicher.

Doch auch jegliche Versuche von Dr. Richard Tredup, einem alten Kumpel von Paulsen, scheitern, ihm dieses Vorhaben aus dem Kopf zu schlagen. Zu sehr möchte Paulsen mit seiner Frau ein neues Leben beginnen. Am alles entscheidenden Abend, geschieht das Unfassbare: Paulsen wird im Flur seiner Praxis erschossen. Kommissar Schroth begint mit seinem Ermittlungen...

Als Krimi stellt dieses Stück eine Besonderheit im Spielplan der Niederdeutschen Bühne dar. Bis zuletzt wird nicht nur der Kommissar auf falsche Fährten geführt. Wer hat Dr. Jens Paulsen auf dem Gewissen? Und warum musste er sterben? Ein spannendes Theatererlebnis erwartet Sie.

Sie will nicht zu ihrem Mann zurück:  Irene Paulsen (Christine Wessolleck) und Dr. Jens Paulsen (Claus Miehlke)

NEUE RUNDSCHAU vom 26. März 2003

Ruten Teihn" Kriminalstück der Niederdeutschen Bühne

Warum musste Dr. Paulsen sterben? - Spannende Suche nach dem Täter

Claus Miehlke als Dr. Jens Paulsen

Mit dem Kriminalstück "Ruten Teihn" von Heinz Wunderlich feiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven e. V. am 29. März 2003 um 20 Uhr die letzte Premiere in dieser Spielzeit. Gleichzeitig wird Bühnenleiter Rolf-Peter Lauxtermann mit dieser Inszenierung sein Regiedebüt geben.

Dr. Jens Paulsen (Claus Miehlke) will nach einigen Jahren seine Frau Irene (Christine Wessolleck) zurückgewinnen. Zuletzt war er mit seiner Arzthelferin Margot (Dagmar Grube) liiert. Paulsen versucht dieses Kapitel abzuschließen, doch Margot möchte aufgrund ihrer innigen Gefühle für ihn nicht nachgeben. Auch Irene sträubt sich gegen eine Rückkehr, ist sie doch mit dem Landwirt Olaf Herberg (Horst Qualmann) wesentlich glücklicher. Doch auch jegliche Versuche von Dr. Richard Tredup (Nicolas C. Ducci), einem alten Kumpel von Paulsen, scheitern, ihm dieses Vorhaben aus dem Kopf zu schlagen. Zu sehr möchte Paulsen mit seiner Frau ein neues Leben beginnen.

Sie führt die Verhöre durch: Kommissarin Schroth (Helga Lauermann, stehend). Die Verdächtigen (von links: Horst Qualmann, Dagmar Grube, Christine Wesselleck und Nicolas C. Ducci) sitzen um sie herum

Bevor er jedoch ein klärendes Gespräch mit ihr führen kann, steht noch jede Menge Stress ins Haus bzw. in die Praxis: Patienten wie Wally Baltes (Martina Stühmer), die verzweifelt versucht, ihr Kind abtreiben zu lassen, Bodo Krogmann (Ingo Folkers), der Paulsen irgendwoher bekannt vorkommt, obwohl er noch nie in seiner Praxis war, oder Susanne Grieper (Wilma Welte), die scheinbar kuriert aus ihrer Entziehungskur zurückkehrt, gefährden Paulsens pünktlichen Feierabend. Nachdem Paulsen dann doch zu seinem nicht sehr erfolgreichen Gespräch mit Irene kommt, geschieht das Unfassbare: Paulsen wird im Flur seiner Praxis erschossen.

Dieser mysteriöse und scheinbar unlösbare Mordfall ruft Kommissarin Schroth (Helga Lauermann) auf den Plan. War es einer von Paulsens Bekannten? Oder seine Frau? Vielleicht sogar seine Geliebte? Einziger Anhaltspunkt ist ein Zettel mit einer merkwürdigen Notiz: "Ruten Teihn" (Karo Zehn) ...

Susanne Grieper (v. l: Wilma Welte) ist eine Patientin von Dr. Paulsen gewesen. Auch sie wird von Kommissarin Schroth (Helga Lauermann) als Täterin verdächtigt

Als Kriminalstück stellt "Ruten Teihn" eine Besonderheit im Spielplan der Niederdeutschen Bühne dar. Bis zuletzt wird nicht nur die Kommissarin auf falsche Fährten geführt. Wer hat Dr. Jens Paulsen auf dem Gewissen? Und warum musste er sterben? All diese Fragen werden nach der Premiere am 29.3. noch am 30.3., 6., 12., 13. und 27.4. um 20 Uhr und am 6. und 13.4. auch um 15.30 Uhr beantwortet. Karten sind im Vorverkauf beim Service Center des, Stadttheaters sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Weitere Informationen unter Tel. (0 44 21) 94 01 15 und im Internet auf www.ndb-wilhelmshaven.de. MG

KOMPASS WILHELMSHAVEN vom 31.3.2003

"Ruten Teihn," oder der scheinbar unlösbare Mordfall

Die Niederdeutsche Bühnen am Stadttheater Wilhelmshaven beschäftigt sich in ihrer letzten Inszenierung in der Spielzeit 2002/03 mit dem Kriminalstück "Ruten Teihn" (Karo Zehn). Die Besonderheit an dieser Inszenierung, die am 29. März Premiere hatte: Rolf Peter Lauxtermann, der Speelbaas der Niederdeutschen, führte hier zum ersten Male Regie.

Die Geschichte handelt von Dr. Jens Paulsen, der nach mehreren Seitensprüngen seine Ehefrau Irene wieder zurückgewinnen will. Deshalb will er das Verhältnis zu seiner Sprechstundenhilfe Margot beenden. Aber, Margot will ihn nicht aufgeben und Irene ihn nicht wieder haben. Aber Dr. Paulsen will sein Vorhaben, seine Ehe wieder aufleben zu lassen, nicht aufgeben, auch nicht, nachdem ihm sein langjäjriger Freund Dr. Tredup davon abgeraten hat.

Doch bevor das klärende Gespräch mit Frau Irene zustande kommt, muss Dr. Paulsen noch einen stressigen Praxis Tag bewältigten. Zu diesem Gedankenausstausch kommt es dann aber nicht mehr. Paulsen wird erschossen im Flur seiner Praxis aufgefunden. Die Umstände sind mysteriös und rufen Kommissarin Schroth auf den Plan. Wer war der Mörder? Einer seiner Bekannten? Seine Frau? Oder seine Geliebte?

In "Ruten Teihn" spielen mit: Claus Miehlke, Christine Wessolleck, Dagmar Grube, Horst Qualmann, Nicolas C. Ducci, Martina Stühmer, Ingo Follkers, Wilma Welte und Helga Lauermann.

Die Kommissarin lässt den Tathergang noch einmal rekonstruieren: Von links die Tatverdächtigen: Dr. Tredug (Nicolas C. Ducci), Frau Grieper (Wilma Welte) und Schwester Margot (Dagmar Grube) sowie die Kommissarin (Helga Lauermann)

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 31. März 2003

Wer tötete Dr. Paulsen?

"RUTEN TEIHN" - Regiedebüt von Rolf-Peter Lauxtermann - Das letzte Stück der Niederdeutschen Bühne in dieser Spielzeit.

VON INGA HELLWIG

WILHELMSHAVEN - Warum musste Dr. Paulsen sterben? Wer war sein Mörder? In der Pause der Wilhelmshavener Erstaufführung des Kriminalstücks von Heinz Wunderlich "Ruten Teihn" in der plattdeutschen Übersetzung von Heide Tietjen gab es für die Zuschauer viel zu rätseln. Denn bei dem letzten Stück der Niederdeutschen Bühne für die Spielzeit 2002/2003 handelt es sich um einen waschechten Krimi mit allem, was dazugehört: eine Leiche, eine Kommissarin, zwielichtige Gestalten, verdächtige Verwandtschaft, lästige Freunde und natürlich einen Täter.

Die Premiere am Sonnabend, die zugleich die Regiepremiere des langjährigen NDB-Ensemble-Mitglieds Rolf-Peter Lauxtermann darstellte, widmete sich damit einem für die Laienschauspieler ungewohnten Genre. Keine Kalauer, kein vor Lachen brüllendes Publikum, aber auch nicht das Kontrastprogramm der nachdenklicheren Art; eher eine Alternative zum Fernseh-Krimi am Wochenende.

Gesucht wird der- oder diejenige, die den Landarzt Dr. med. Jens Paulsen (Claus Mielke) in seiner Praxis erschossen hat. Der Kreis der Verdächtigen ist für die Kriminalkommissarin Schroth (Helga Lauermann) schnell klar. Die betrogene Ehefrau Irene (Christine Wessolleck) und ihr Verehrer, Landwirt Olaf Herberg (Horst Qualmann), die verlassene Geliebte und Arzthelferin Schwester Margot (Dagmar Grube) sowie Landarzt-Konkurrenz Dr. med. Richard Tredup (Nicolas C. Ducci) hatten alle ein handfestes Motiv, Dr. Paulsen zu beseitigen.

Wally Baltes (Martina Stühmer) gerät auch in Verdacht (links Helga Lauermann)

Gleichzeitig verfügt keiner von ihnen über ein wasserdichtes Alibi. Und dann sind da noch die undurchsichtigen Patienten der Praxis, die ungewollt schwangere und minderjährige Wally Baltes (Martina Stümer) und ihr Freund Kalle (als Stimme Marc Gelhardt), der Schlägertyp Bodo Krogmann (Ingo Folkers) und die drogenabhängige Susanne Grieper (Wilma Welte). Doch mit einer, zunächst rätselhaften, Notiz spielt die Leiche selbst der Kommissarin die Trumpfkarte, die Ruten Teihn (Karo Zehn) in die Hand.

Die Mischung stimmte: Viele Charaktere, viele Verdachtsmomente und interessante Aspekte boten ein Kriminalknäuel, das es mit unerwartetem Ende zu entwirren galt. Doch um eine ernsthafte Konkurrenz zum Tatort zu werden, muss das Ensemble der Niederdeutschen Bühne an der Kategorie Krimi noch ein wenig feilen.

Mit deutlicher herausgespielten Charakteren und - das müssen sich die durch ihre große Bühnenerfahrung semiprofessionellen Darsteller der Niederdeutschen Bühne mit ihrem eigenen hohen Ansprüchen auch einmal sagen lassen - ohne die häufigen Texthaker, wäre das Stück spannend und erfrischend zugleich gewesen. So blieb es bei handfester Hausmannskost - gut zu verdauen, aber ohne den gewohnten Pfiff.

Inszenierung, Bühne und Bühnenbild: Rolf-Peter Lauxtermann; Regieassistenz: Marc Gelhart; Musik: Nicolas C. Ducci; Souffleuse: Karin Heyel/Ebba Mannott-Kallus; Requisite: Monika Eilers; Maske: Jasmin Dirks/Heidi Strowik; Bühnenbau: Günter Scherf/ Horst Vollbrecht; Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich; Bühnentechnik: Ewald Brouwer/WernerDörnath/Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla; Beleuchtung: Uwe Freiberg/Heinz Hillers/Peter Pfaus; Technische Leitung: Manfred Eilers; Inspizienz: Monika Grahl; Stimme von Frau Gehrens, Patientin: Karin Heyel; Stimme von Wulf, Kriminalbeamter: Rolf Peter Lauxtermann.

Schwester Margot (Dagmar Grube) wird von Dr. Tredup (Nicolas C. Ducci) verteidigt

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 1. April 2003

Ein Krimi auf Knall und Fall fixiert

Niederdeutsche Bühne beendet 70. Jubiläums- Spieljahr mit "Ruten Teihn"

von Erich Richter

Die Frau Kommissarin (Helga Lauermann) steht vor einem Rätsel.  Die Verdächtigen (v.l. Horst Qualmann, Christine Wesselleck, Dagmar Grube und Nicolas C. Ducci) schweigen sich aus.

WILHELMSHAVEN - Eine für die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven anstrengende und aufregende Jubiläumssaison und für das Publikum ein anregendes, wie interessantes Theaterjahr findet mit dem Kriminalstück "Ruten Teihn" (Karo zehn) ihren Abschluss. 70 Jahre Niederdeutsche Bühne, das forderte den aktiven Laienspielern Höchstleistungen ab. Es braucht nur an die jüngsten Erfolgsstücke der Saison erinnert zu werden wie "Grode Freeheit Nr. 7" oder "De Goldene Anker". So kann und wird sich auch jeder zuschauende Freund der Niederdeutschen Bühne kritische Anmerkungen zu der fünften Inszenierung verkneifen, dem Kriminalstück "Ruten Teihn" von Heinz Wunderlich, übertragen ins Niederdeutsche von Heide Tietjen.

Das Stück zeichnet sich mit nicht enden wollenden Verhören aus, um den Täter schließlich überführen zu können.

Ein Knall, ein dumpfer Fall, das Publikum nimmt akustisch den Mord an dem Landarzt Dr. Jens Paulsen (Claus Miehlke) wahr, der zuvor im Sprechzimmer seiner Arztpraxis seiner Arzthelferin Schwester Margot (Dagmar Grube) klar gemacht hatte, dass sein Techtelmechtel mit ihr ein Ende haben muss. Er will zu seiner Frau Irene (Christine Wessolleck) zurück, die dann auch in der Praxis aufkreuzt aber alle Beteuerungen für einen Neuanfang strikt ablehnt. Sie fühlt sich bei dem Landwirt Olaf Herberg (Horst Qualmann) glücklicher und besser aufgehoben.

Inzwischen kommen auch andere Patienten in die Sprechstunde: Wally Baltes (Martina Stühmer), die ihr Kind nicht austragen möchte. Bodo Krogmann (Ingo Folkers), ein Patient mit Halsschmerzen, kommt dem Doktor irgendwie bekannt vor, und Susanne Grieper (Wilma Welte), die von einer Entziehungskur zurück ist, will Dr. Paulsen in einem unbeobachteten Moment ein paar Rezepte entwenden und wird dabei erwischt.

Und da tritt auch noch der Doktorkollege Richard Tredup (Nicolas C. Ducci) in Erscheinung, den Dr. Paulsen bittet, seine Frau Irene zur Rückkehr zu bewegen. Insgesamt eine recht verworrene Gesellschaft. Da fällt der Schuss, und die ermittelnde Kriminalkommissarin Schroth (Helga Lauermann) beginnt mit den Ermittlungen. Die Verhöre und Recherchen ziehen sich ohne nennenswerte Aktionen in die Länge. Helga Lauermann entwickelt sich dabei glaubwürdig mit viel Spielgespür zur Hauptfigur der Handlung. Sie ist als Kommissarin sozusagen "Tatort verdächtig". Als Stimmen sind außerdem zu hören: Marc Gelhart, Karin Heyel und Rolf-Peter Lauxtermann.

Auch ein Zettel, der dem Schreibtisch des Landarztes Paulsen entdeckt wird, kann die Spannung beim Publikum nicht weiter steigern. Die Worte "Ruten Teihn" stehen drauf und verbreiten Panikstimmung. Wer ist Mörder? Die Kommissarin weiß es noch nicht und selbst das Publikum ahnt nichts. Das bleibt der Schlussszene vorbehalten.

Bühnenleiter Rölf-Peter Lauxtermann hat mit der Aufführung sein Regie-Debüt abgeliefert. Er verabschiedet sich mit Ende dieser Spielzeit nach fünf Jahren als Bühnenleiter, will aber weiter als Ensemble-Mitglied der Niederdeutschen Bühne angehören. Das sehr realistisch gestaltete Bühnenbild bauten Günter Scherf und Horst Vollbrecht. Der Applaus blieb nicht aus.

Dr. Richard Tredup (Nicolas C. Ducci) und rechts Dr. Paulsen (Claus Miehlke) sind alte Freunde - wirklich?

Die Arzthelferin Margot (Dagmar Grube) gerät schnell in Verdacht.

De golden Anker (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung in niederdeutscher Sprache

DE GOLDEN ANKER

(Der goldene Anker - Marius)
Tragikomödie von Marcel Pagnol
Deutsch von Bruno Frank
Plattdeutsch von Hans - Jürgen Ott

Inszenierung und Bühne: Elke Münch
Regieassistenz: Marc Gelhart

Souffleuse: Magita Pust/Marianne Karstens
Requisite: Monika Eilers
Maske: Heidi Strowik
Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Ewald Brouwer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Heinz Hillers, Peter Pfaus
Techn ische Leitung: Manfred Eilers
Inspizientin: Anke Schluppkotten
Inspizienzassistentin: Monika Grahl


Rollen und Darsteller
Jens - Marc Gelhart
Klaas, sein Vater, Inhaber des Lokals "Zum Goldenen Anker" - Horst Karstens
Harm Bekaan, Segelmacher - Walter Bleckwedel
Käptn Mewes - Klaus Aden
Ole Bakker - Heinz Zomerland
Bruns, Oberzollinspektor - Günther Jaedeke
Der kleine Heizer - Christian Strowik
Visser, Obermaat - Nicolas C. Ducci
Fanny - Martina Hofmann
Hanne, Fannys Mutter - Helga Lauermann
ein arabischer Seemann - Patrick Pust
eine Kundin - Christel Dörnath
ein Polizist:- Markus Pust

 

Fanny (Martina Hofmann) denkt an Jens

Jens (Marc Gelhart) denkt an Fanny

Inhalt

Jens und sein Vater Klaas betreiben eine kleine Kneipe am Hafen. Tagaus, tagein führen die beiden ein ruhiges, zufriedenes Leben und kümmern sich dort um ihre Stammgaste. Zu denen gehören auch Fanny und ihre Mutter Hanne, die vor dem Lokal ihren Fischstand haben. Kein Wunder also, dass die beiden Kinder seit Ewigkeiten gut befreundet sind.

Als die beiden sich mit einem mal etwas intensiver füreinander interessieren und beginnen, ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu machen, werden die beiden vor allem von Hanne mit dem moralischen Zeigefinger zur Vorsicht und Vernunft gebeten. Hinzu kommt, das Jens seit langen den Traum vom Leben auf hoher See hegt und dann und wann von heftigem Fernweh heimgesucht wird. Und für solch einen Wunsch ist eine Beziehung nicht unbedingt von Vorteil...

Ein heiteres, aber auch sehr nachdenkliches Stück mit einem Schuss Seemannsromantik.....

Hanne (Helga Lauermann - re) macht Fanny (Martina Hofmann)  Vorwürfe wegen der letzten Nacht

Obermaat Visser (Nicolas C. Ducci)

Wilhelmshaven - Kompass 02/2003 vom 30. Januar 2003

Niederdeutsche hebt  "De goldene Anker"

Harm Bekaan (Walter Bleckwedel) bietet Fanny (Martina Hofmann)  ein Zuhause - geht sie darauf ein?

Als vierte Inszenierung in der Spielzeit 2002/03 präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven am Sonnabend, dem 8. Februar, um 20 Uhr im Stadttheater die Komödie "De goldene Anker" von Marcel Pagnol in der niederdeutschen Übersetzung von Hans-Jürgen Ott. Regie führt ein weiteres Mal Elke Münch, Landesbühnenschauspielerin in Zeiten der Immelmann-Ära. Erfolgreich war sie bereits mit "Van nu n bün ik glücklich."

Vater Klaas (Horst Karstens) .und Sohn Jens (Marc Gelhart) Betreiben eine Kneipe, kümmern sich um ihre Stammgäste Szene und führen ansonsten ein ruhiges Leben. Zu denen, die häufiger mal in die Kneipe "Zum goldenen Anker" reinschauen, gehört auch Fanny (Martina Hofmann).

Als Jens und Fanny Gefühle füreinander entdecken, beginnen sie ein Verhältnis. Doch Jens hat nicht nur etwas für Fanny übrig, er möchte auch gerne seinen Traum, einmal zur See zu fahren, verwirklichen. Aber solche Pläne sind wiederum nicht von Vorteil für eine einvernehmliche Zweierbeziehung.

Die Besucher der Premiere und aller weiteren Vorstellungen erwartet ein heiteres, aber auch nachdenkliches Stück mit einem Schuss Seemannsromantik und der spannenden Frage, welches Gefühl sich bei Jens durchsetzt. In weiteren Rollen spielen Klaus Aden, Christian Strowik, Heinz Zomerland, Günther Jaedeke, Helga Lauermann, Nicolas Ducci, Patrick Pust, Christel Dörnath und Markus Pust

Fanny (Martina Hofmann) und Jens (Marc Gelhart)  welche Sehnsucht wird siegen - Fanny oder die Seefahrt?

Wilhelmshavener Zeitung vom 10. Februar 2003

Zwischen Moral und Sehnsucht: Junge Liebe im "Goldenen Anker"

Erfolgreiche Premiere der "Niederdeutschen"

Von Inga Hellwig

Ole Bakker (Heinz Zomerland) hat seine Zuunft in Schnaps ertränkt

Liebe, Sehnsucht, ein innerer Konflikt und die Hafenkneipe "Goldener Anker" als Schauplatz: Vier klassische Zutaten lieferten der Niederdeutschen Bühne am Sonnabend bei der Premiere "De goldene Anker" die Grundlage für ein typisches Volksstück. Die Tragikomödie von Marcel Pagnol in der Inszenierung von Regisseurin Elke Münch erzählt die Geschichte der Fischhändlerstochter Fanny (Martina Hofmann) und Jens (Marc Gelhart), dem Sohn des Kneipenbesitzers.

Seit der Kindheit befreundet, entdecken die beiden die Liebe zueinander. Fanny träumt vom Heiraten, doch Jens kann nicht von einer Sehnsucht, die ihn schon als kleiner Junge erfasst hat, lassen. In seiner Kammer steht der gepackte Seesack, und vor der Tür wartet das Schiff, mit dem er nach Hawaii, Feuerland und Madagaskar reisen will. Und dann ist da noch der reiche Segelmacher Harm Bekaan (Walter Bleckwedel), der ebenfalls ein Auge auf die junge Fanny geworfen hat. Im Gastraum des "Goldenen Ankers" fällt schließlich die Entscheidung darüber, welche Wünsche in Erfüllung gehen.

Ihrem Tagebuch vertraut Fanny (Martina Hofmann) alles an

Beteiligt an der Entwicklung des Geschehens sind auch Fannys Mutter Hanne (Helga Lauermann), Obermaat Visser (Nicolas C. Ducci), Matrose Ole Bakker (Heinz Zomerland), ein Polizist (Markus Pust) und Klaas (Horst Karstens), der Gastwirt des "Goldenen Ankers". Als kauziger, aber herzensguter Gastwirt spielte vor allem er sich mit seinen humorvollen Einlagen in die Herzen der Premierenbesucher. Skat spielend, schachernd und Köm trinkend sorgte er zusammen mit Käpt'n Mewes (Klaus Aden), Oberzollinspektor Bruns (Günter Jaedeke) und dem kleinen Heizer (Christian Strowik) für rauchiges und rauhes Hafenmilieu auf der Bühne.

Dies und kleine Einlagen, wie der Auftritt des arabischen Teppichhändlers (Patrick Pust), sorgten für die heitere Seite der Tragikomödie. Sachlicher und ernster hingegen wurde die Botschaft des Stückes in Szene gesetzt. Die Moralvorstellungen, die vor allem von Mutter Hanne von Jens und Fanny eingefordert werden, sind mit heutigen Maßstäben zwar nicht mehr ganz nachvollziehbar, das Dilemma sich widersprechender Lebensträume bleibt jedoch aktuell.

Entsetzt hört Klaas (Horst Karstens) die neueste Neuigkeit  von Hanne (Helga Lauermann)

So belohnten die Zuschauer, die als treue Gemeinde wieder zahlreich erscheinen waren, "De goldene Anker" mit viel Applaus. Sie wirkten ebenfalls mit::

Souffleuse: Marianne Karstens, Margita Pust. Maske: Heidi Strowik. Requisite: Monika Eilers. Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht. Bühnentechnik: Ewald Brouwer, Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla. Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich. Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg, Heinz Hillers. Technische Leitung: Manfred Eilers. Inspizienz: Anke Schluppkotten. Inspiziensassistenz: Monika Grahl

Jeversches Wochenblatt vom 10. Februar 2003

Kein Happyend für Jens und Fanny

"De Goldene Anker": Niederdeutsche Bühne am Stadttheater mit vierter Premiere im 70. Jubiläumsjahr

von Ernst Richter

Vorne wird ein zünftiger Skat gedroschen (Käpt´n Mewes - Klaus Aden, Klaas - Horst Karstens, Harm Bekaan - Walter Bleckwedel). Hinten spielen der kleine Heizer (Christian Strowik) und Bruns (Günter Jadeke) 66.

Wilhelmshaven. "De Goldene Anker" lädt mit sanfter musikalischer Untermalung zum Verweilen ein. Noch ist in dem Lokal nicht viel los. Jens trocknet hinter der Theke Gläser, der alte Käpt'n klagt über zu wenig Leute, die jetzt noch die Fähre benutzen. Alle gehen über die neue Brücke. Im Lehnstuhl hält Kneipenwirt Klaas ein Nickerchen, und vor dem "Goldenen Anker" wartet Fanny auf Kundschaft, um ihre frischen Fische loszuwerden. Das Milieu hat maritimes Flair. Aus dem Hafen dröhnt das Horn eines Ozeandampfers und weckt in Jens das große Fernweh.

Der junge Mann möchte raus aus dem engen Alltagstrott, weit weg, möchte ferne Länder sehen und das Meer in allen Spielarten erleben. Wenn da nur nicht Fanny wäre. Beide kennen sich von Jugend auf und sind auf dem besten Weg, die Liebe zueinander zu entdecken, obwohl Mutter Hanne streng über Fannys Sittsamkeit wacht. Und da ist auch noch Ole Backer, ein wohlhabender und in Ehren ergrauter Witwer, der selbst ein Auge auf Fanny geworfen hat. Er macht Mutter Hanne Andeutungen, die sie missversteht und auf sich bezieht. Das gibt Ärger. Doch auch sie ist letzten Endes geschäftstüchtig und weiß, wenn Tochter Fanny gut versorgt ist, kommt auch sie mit ihrem kleinen Fischhandel über den Berg.

Der kleine Heizr (Christian Strowik) spielt den Kiewitt wenn Mewes (Klaus Aden), Klaas (Horst Karstens) und Bruns (Günter Jaedeke) Skat spielen

Doch es kommt anders. Im Streit zwischen Fernweh und liebender Zweisamkeit, die Fanny und Jens bereits ausprobiert haben, siegt das Fernweh. So erlebt "De Goldene Anker" kein Happyend. Das Premierenpublikum kann sich aber denken, dass Jens nach ein paar Runden um den Globus doch bei Fanny vor Anker gehen wird. Die Niederdeutsche Bühne hat mit dieser Tragikomödie "De Goldene Anker" von Marcel Pagnol,ins Niederdeutsche übersetzt von Hans Jürgen Ott, als viertes Stück dieser Saison auf die Bühne des Stadttheaters gebracht, inszeniert von Elke Münch, die auch das Bühnenbild entwarf. Das Publikum nahm sehr beifällig die Vorstellung auf, obwohl die Regie die Handlung fast ein wenig zu brav in Szenen setzte. Es wird sehr viel geredet und weniger gehandelt.

Wenn da am Kneipentisch beim Skat die Fetzen fliegen, dann wackelt die Wand. Und wenn sich Vater und Sohn (Klaas und Jens) im immerwährenden Generationenduell die Wahrheiten um die Ohren schlagen, dann wird das Publikum kopfnickend denken: ja, ja, wie bei uns oder unseren lieben Nachbarn auch. Das Laienensemble der Niederdeutschen Bühne hat viel Text einstudieren müssen, um die zweistündige Aufführung über die Bühne zu bringen.

Marc Gelbart spielt den ungestümen, von Freiheitsdrang und großer Liebe zu Fanny gleichermaßen arg strapazierten Jens, dessen Vater Klaas von Horst Karstens mit gelassenem Spielwitz in routinierter Manier dargestellt wird. In frischer Farbigkeit bringt Martina Hofmann diese temperamentvolle Deern Fanny auf die Bühne. Die Fischfrau Hanne ist zwar kein Startyp einer Molly Melone wohl aber ein resolutes Frauenzimmer, das stets um das Wohl ihrer Tochter Fanny bedacht ist: Helga Lauermann trifft den richtigen Ton.

Hier streiten sie nicht um des Kaisers Bart, sondern um des Besens Stiel (Helga Lauermann, Horst Karstens)

Heinz Zomerland liefert hier in dem Part als Witwer Ole Bakker eine sehr gelungene Charakterstudie ab, der sich auch Klaus Aden als Käpt'n Mewes anschließen kann. Walter Bleckwedel spielt den Segelmacher Harm Bekaan, der Jens zur See ruft. In den weiteren Rollen des spielfreudigen Ensembles wirken mit: Günther Jaedeke als Oberzollinspektor Bruns, Christian Strowik als kleiner Heizer, Patrick Pust als arabischer Teppiche verkaufender Seemann, Christel Dörnath als eine Fischkäuferin, Markus Pust als Polizist und Nicolas C. Ducci als Obermaat Visser.

"De Goldene Anker" ist ein unterhaltsame Komödie, die von Freiheitsdrang, von Sehnsüchten, von dem Wunsch nach Zärtlichkeit, von Liebe und Glück erzählt. Ein Stück zum Zuhören. Ein kleines Rätsel bleibt am Ende der Premierenvorstellung ungelöst: Als sich Horst Karstens an den Tisch setzen will, droht der Stuhl unter ihm zusammenzubrechen, was sicher nicht beabsichtigt war oder?

Hanne (Helga Lauermann) führt das Kassenbuch,  im Laden macht Jens (Marc Glehart) das Frühstück

Fanny (Martina Hofmann) liebt Jens (Marc Gelhart), liebt Jens auch Fanny?

Spielen einen zünftigen Skat (von links: Klaus Aden, Horst Karstens und Walter Bleckwedel), von hinten blicken neugierig die Kibitze (Christian Strowik, Günter Jaedeke)

Helga Lauermann als Fischhändlerin Hanne

Marc Gelhart als Jens

Opa ward verköfft (2. WA)

2. Wiederaufführung (3), davor bereits gespielt 1971/72 und 1986/87

OPA WARD VERKÖFFT

Lustspiel von Franz Streicher
Plattdeutsch von Dieter Jorschick

Inszenierung und Bühne: Jürgen Reiners

Regieassistenz: Nicolas C. Ducci
Souffleuse: Ebba Mannott-Kallus
Requisite: Marianne Karstens
Maske: Christel Brandt-Jaedeke, Jasmine Dirks
Inspizienz: Anke Schluppkotten
Bühnenbildbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Newerla
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller
Opa - Horst Jönck
Hannes Kulenkamp, Bauer - Klaus Aden
Schorsch Kulenkamp,sein Sohn - Marc Gelhart
Katrin, Dienstmädchen - Berta Brinkhoff
Peter Fiesebarg, Bauer - Horst Karstens
Guste Fiesebarg, seine Frau - Magita Pust
Eva Fiesebar, deren Tochter - Claudia Schröder
August, Fiesebargs Knecht - Harald Schmidt

Bei Kulenkamp hängt der Haussegen schief - die Magd verlässt den Hof  (von links: Horst Jönck, Berta Brinkhoff, Marc Gelhart, Klaus Aden)

Inhalt

Bei Kuhlenkamps hängt der Haussegen schief. Das Dienstmädchen Katrin verlässt mit Sack und Pack das Haus, weil es vom Opa, dem Schwiegervater des Bauern Hannes tyrannisiert wrd. Ununterbrochen spielt er ihr Streiche und wirft ihr Beleidigungen an den Kopf

Nun fehlt natürlich eine Frau im Haus, da Hannes Witwer ist und mit seinem Sohn Schorsch und dem Opa allein wohnt. Er hat sich jedoch mit Peter Fiesebarg bereits geeinigt, das Schorsch dessen Tochter Eva heiraten soll. Doch dieser möchte sich seine Partnerin gerne selbst aussuchen und nimmt Eva erst einmal nkognito in Betracht. Er vertrtit für ein paar Tage Fiesebargs Knecht August.

Unterdessen haben die beiden Väter bereits den nächsten Deal ausgeheckt : Da Fiesebarg von zwei Häusern gehört hat, die der Opa besitzen soll, von denen aber sonst keiner was weiß, und Hannes den Opa gerne loswerden würde, weil dieser nur zu seiner weiteren Verschuldung beiträgt, werden sich die beiden schnell einig: Fiesebarg kauft Hannes den Opa ab, und selbst Letzterer zeigt sich damit zufrieden...

Wieso alle zunächst mit diesem Handel glücklich werden und wie lange dieses Glück tatsächlich hält, sollte man sich ansehen.

Schorsch (Marc Gelhart) und Hannes Kulenkamp (Klaus Aden) haben große Wut - wegen Opa!

Wilhelmshavener Zeitung vom 24. Dezember 2002

Premiere am Zweiten: "Opa ward verköfft"

Niederdeutsche Bühne spielt am 26. Dezember

Traditionell hebt sich am 2. Weihnachtsfeiertag der Vorhang für die dritte Inszenierung der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven. Es handelt sich in dieser Saison um das Lustspiel "Opa ward verköfff, den der Berufsregisseur Jürgen Reiners für die Bühne in Szene setzen wird. Reiners hat sich bereits mit Komödien wie "Witte Wyandotten" und "In Harnborg up St. Pauli" als Gastregisseur in Wilhelmshaven verdient gemacht. Er wird den Klassiker von Franz Streicher in der Übersetzung von Dieter Jorschik ins heutige Zeitalter transportieren. Die Handlung bleibt jedoch die gleiche: Bei Kulenkamps hängt der Haussegen schief. Das Dienstmädchen Katrin (Berta Brinkhof) verlässt mit Sack und Pack das Haus, weil sie vom Opa (Horst Jönck), dem Schwiegervater des Bauern Hannes (Klaus Aden), tyrannisiert wird. Ununterbrochen spielt er ihr Streiche und wirft ihr Beleidigungen an den Kopf.

Nun fehlt natürlich eine Frau im Haus, da Hannes Witwer ist und mit seinem Sohn Schorsch (Marc Gelhart) und dem Opa allein wohnt. Er hat sich jedoch mit Peter Fiesebarg (Horst Karstens) bereits geeinigt, dass Schorsch dessen Tochter Eva (Claudia Schnöder) heiraten soll. Doch Schorsch möchte sich seine Partnerin gerne selbst aussuchen und nimmt Eva erst mal inkognito in Betracht: Er vertritt für ein paar Tage Fiesebargs Knecht August (Harald Schmidt). Unterdessen haben die beiden Väter bereits den nächsten Deal ausgeheckt...

Wer am Ende wirklich das bekommt, was er will, ist nach der Premiere am 26. 12. noch am 29.12.,5.,12.,18.und19. 1. um 20 Uhr und am 5. und 12. 1. zusätzlich um 15.30 Uhr zu sehen. Karten sind im Vorverkauf beim Service Center des Stadttheaters sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Weitere Informationen unter Tel. 94 01 15.

Ja, ik koop em di af, seggt Peter Fiesebarg (Horst Karstens) und Hannes Kulenkamp (Klaus Aden) lässt sich auf den Handel ein - für 2.000 Euro

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 28. Dezember 2002

Premiere: Dieser Olle ist kein Ladenhüter

Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven gewinnt mit dem Klassiker "Opa ward verköfft" / Viel Szenenapplaus für die Darsteller

von Ernst Richter

Zwischen Evi (Claudia Schröder) und Schorsch (Marc Gelhart) hat´s gleich gefunkt!

Wilhelmshaven. Wenn sich die Kulenkamps mit den Fiesebargs um den Opa in die Haare kriegen, Krach mit der Dienstmagd haben, einem Knecht auf den Leim gehen und obendrein noch als Ehevermittler fungieren sollen, dann kommt das Publikum aus dem Lachen nicht heraus. Recht witzig und treffend pointiert sind die harschen Rededuelle. Die Turbulenzen steigern sich gnadenlos bis zum Happy End. Das Lustspiel "Opa ward verköfft" von Franz Streicher, ins Niederdeutsche übersetzt von Dieter Jorschick, ist ein klassischer Dauerbrenner, bei dem eigentlich nichts schief gehen kann, wenn die Laienspielschar gut aufgelegt ist und sich die komödiantischen Bonbons mit Esprit zuspielt.

Die Premierenvorstellung der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven erfüllte diese Erwartungen. Das Publikum amüsierte sich zwei kurzweilige Stunden lang und markierte manche Pointe mit Szenenbeifall. Jürgen Reiners hat als Gast diesen Schwank für das Wilhelmshavener Laientheater inszeniert.

Hat er kalte Ohren, oder hekt er nur wieder einen seiner Streiche aus? Opa (Horst Jönck)

Die Handlung wird getragen von den drei Mannslü Horst Jönck als Opa, Klaus Aden als Bauer Hannes Kulenkamp und Horst Karstens als Bauer Peter Fiesebarg. Das ist die Senioren-Vorzeigeriege der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven. Mit beseelter Unruhe, aber bedächtigen Schritts führen sie sich gegenseitig in stoischer Gelassenheit hinters Licht. Das sind echte Attacken auf die Lachmuskeln des Publikums. Und wenn sie sich gegenseitig angiften, dann bleibt kein Auge trocken.

Dieses Männer-Trio wird unterstützt, ergänzt und sicher auch verstärkt von den Nachwuchskräften der Bühne. Da stürmt Marc Gelhart als Schorsch, Sohn des Bauern Kulenkamp, in die Szene, um mit Opas Ärgernissen ins Gericht zu gehen, die der Alte tagsüber hier und da hinterlässt. Deshalb hat auch die Dienstmagd Katrin, dargestellt von Berta Brinkhoff, Hals über Kopf gekündigt. Magita Pust gefällt als resolute Ehefrau Guste Fiesebarg und sehr im Kontrast dazu Claudia Schröderals deren Tochter Eva. Natürlich musste sich da zwischen Eva und Schorsch etwas anbahnen, hier passiert's sozusagen auf Knall und Fall. Harald Schmidt gestaltet echt den Part als Knecht August.

Das Notizbuch von August bringt die Geschichte ins Rollen (Horst Jönck als Opa)

Wenn sich der Vorhang öffnet, dann gehört der erste Beifall des Premierenpublikums dem Bühnenbild, das hier von Günther Scherf und Horst Vollbrecht zusammengestellt wurde. Kostüme und Ausstattung: Marianne Karstens.

"Opa ward verköfft" wird als Bühnenklassiker auch in dieser gelungenen Neuauflage das Publikum begeistern, unterhalten und humorige Stunden vermitteln. Natürlich geht es in der Handlung um das liebe Geld, um Besitz und einen Opa, der eine gute Erbschaft verheißt, dann aber doch nichts auf der Naht hat, um schließlich den Spieß umzudrehen, um doch als kleiner Krösus dazustehen. Die nächste Inszenierung ist "De Goldene Anker", Premiere am Sonnabend, 8. Februar.

Was tut man nicht alles, wenn man 2 Häuser in Aussicht hat? Guste Fiesebarg (Magita Pust) und Opa (Horst Jönck)

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 31. Dezember 2002

Knallbonbon mit Moral: Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Niederdeutsche Bühne begeistert mit Klassiker "Opa ward verköfft"

Von Norbert Stein

Opa genießt es, wie Fiesebarg um seine Gunst buhlt  (Horst Karstens - Horst Jönck)

Wer widrige Wetterverhältnisse nicht scheut, um sich "Opa ward verköfft", das neue Stück der Niederdeutschen Bühne, anzusehen, trifft mit seiner Wahl ins Schwarze. Der von Regisseur Jürgen Reiners ins Euro-Zeitalter transportierte Komödien-Klassiker stellt nach wie vor ein zeitloses Stück Unterhaltung dar, das die Lachmuskeln der Zuschauer anhaltend strapaziert. Ein prächtig ausgestattetes Bühnenbild ab dem zweiten Akt und blendend aufgelegte Darsteller, die mit überzeugend gespielter Situationskomik brillierten, sorgten bei den Anwesenden für rundum vergnügliche Abendunterhaltung.

Allzu garstig benimmt sich der Opa (Horst Jönck) im Haushalt des Schwiegersohns Hannes Kulenkamp (Klaus Aden) und dessen Sohn Schorsch (Marc Gelhart). Einen Streich nach dem anderen denkt er sich vor allem auf Kosten von Dienstmädchen Katrin (Berta Brinkhoff) aus, die er mit seinen Späßen und fortwährenden Beleidigungen aus dem Haus ekelt. Da nun eine Frau im Haus fehlt, einigt sich Bauer Hannes mit seinem Bekannten Peter Fiesebarg, großartig mit cholerischen Ansätzen gespielt von Horst Karstens, auf einen Deal: Schorsch soll dessen Tochter Eva (Claudia Schröder) ehelichen, die er zwar noch nie gesehen hat, was aber für die beiden von untergeordneter Bedeutung ist.

Guste (Magita Pust) hört es gar nicht gern, das Tochter Evi (Claudia Schröder) so von dem neuen Knecht schwärmt - Opa ( Horst Jönck) freut das dagegen sehr

Doch sowohl der Bräutigam als auch die Braut wollen sich ihre Partner selbst aussuchen, und lehnen eine Heirat nach "Blind Date" Manier ab. So denkt sich Schorsch eine List aus, um Eva zunächst unerkannt in Augenschein zu nehmen und lässt sich bei Bauer Fiesebarg als Vertretung des Knechts (Harald Schmidt) einstellen. Fiesebarg ist von Opas kratzbürstigem Wesen derart angetan, dass er ihn von Hannes abkauft und zusammen mit seiner Gattin Guste (Magita Pust) fortan nach Strich und Faden verwöhnt, um sich später auf diese Weise Opas Hinterlassenschaft unter den Nagel zu reißen.

Dafür müssen die Fiesebargs die ganze Boshaftigkeit von Opa über sich ergehen lassen, der das Spiel natürlich durchschaut und im Stillen ganz andere Pläne schmiedet. Denn wie so oft im Leben, gilt auch hier die Binsenweisheit: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Weitere Aufführungstermine: 5., 12., 18. und 19. Januar um 20 Uhr und am 5. und 12. Januar zusätzlich um 15.30 Uhr.

Evi (Claudia Schröder) und Opa (Horst Jönck) verstehen sich sofort ganz prima.

Opa (Horst Jönck - rechts) fühlt sich bei Fiesebargs (von links - Horst Karstens, Magita Pust, Claudia Schröder) sichtlich wohl.

Am Schluß gibt es natürlich ein Happy End - aber wie das aussieht, wird nicht verraten! Schauen Sie sich das selbst an!

Du büst bloots tweemal jung (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung

DU BÜST BLOOTS TWEEMAL JUNG

Komödie von Ron Aldridge, Deutsch von Horst Willems
Plattdeutsch von Arnold Preuß

Inszenierung und Bühne: Arnold Preuß

Musikalische Leitung: Nicolas C. Ducci
Regieassistenz: Martina Stühmer
Bühnenbildbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei. Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Michaelis
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Souffleuse: Wilma Welte
Maske: Heidi Strowik
Requisiten: Marianne Karstens
Inspizient: Nicolas C. Ducci
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller:
Günter Bach genannt Bachie - Walter Bleckwedel
Susanne genannt Susi - Marion Zomerland
Richard - Jürgen Tapken
Thomas genannt Tom - Horst Jönck
Julia - Hanna Christoffers
Rosie - Brigitte Halbekath
Gritje - Marion Zomerland

 

Susanne (Marion Zomerland) und Bachie (Walter Bleckwedel)

Inhalt

Bachie macht nach dem Tod seiner Frau Gritje mit seinem ungehaltenen Lebenswandel und seiner speziellen Art von Humor seinen Mitmenschen ganz schön zu schaffen. Mein seinen Freunden Tom, Julia und Rosie verbringt er viel Zeit und bringt daheim Tochter Susanne und Schwiegersohn Richard zur Verzweifelung. Zu schwer fällt es ihm, sich seinem Rentenalter entsprechend zu verhalten. Auch Rosie, die Bachie besonders am Herzen liegt, hat Mühe, die Witze von ihm nicht als kindisch abzutun.

Am Abend vor der Hochzeit von Julia und Tom führt sie ein klärendes Gespräch mit ihm, und Bachie zegt sich einsichtig. Doch als er beim Jungesellenabschied ein wenig über dieStränge schlägt, hat dies verheerende Folgen... Eine Komödie, de sich mit den Zweifeln am Sinn und an der Wichtigkeit von Partnerschaft im hohen Alter beschväftigt. Lohnt es sich, im Rentenalter nochmal zu heiraten? Gibt es so etwas wie den zweiten Frühling wirklich? Muss man sich deshalb wie ein Kind aufführen?

Bachie (Walter Bleckwedel) ist erstaunt,  was Tom (Horst Jönck) ihm alles aus der vergangenen Nacht erzählt.

Wilhelmshavener Zeitung 14. November 2002

Du büst bloots tweemol jung"

Premiere der Niederdeutschen Bühne am Sonnabend im Stadttheater

 

Nicht nur Bachie (Walter Bleckwedel) bestaunt den "neuen" Tom (Horst Jönck), auch Susanne (Marion Zomerland) und Rosie (Brigitte Halbekath) sind verstimmt

Am Sonnabend, 16. November, öffnet sich im Stadttheater der Vorhang für die zweite Inszenierung der Niederdeutschen Bühne in dieser Saison: Die Komödie "Du büst bloots tweemol jung" aus der Feder von Ron Aldridge wird als Wilhelmshavener Erstaufführung präsentiert. Regie führt hierbei Bühnenmitglied Arnold Preuß, der auch in den letzten Jahren mit "Allens ut de Reeg" und "Geld in'n Büdel miteens Getüdel" sein Händchen für temperamentvolle Komödien bewies. Das Stück beschäftigt sich mit den Zweifeln am Sinn und an der Wichtigkeit von Partnerschaft im hohen Alter. Günter Bach (Walter Bleckwedel), genannt Bachie, macht nach dem Tod seiner Frau Gritje mit seinem ungehaltenen Lebenswandel und seiner speziellen Art von Humor seinen Mitmenschen ganz schön zu schaffen.

Mit seinen Freunden Thomas (Horst Jönck), Julia (Hanna Christoffers) und Rosie (Brigitte Halbekath) verbringt er viel Zeit und bringt daheim seine Tochter Susanne (Marion Zomerland) und Schwiegersohn Richard (Jürgen Tapken) zur Verzweifelung. Zu schwer fällt es ihm, sich seinem Rentenalter angemessen zu verhalten. Auch Rosie, die Bachie besonders am Herzen liegt, hat Mühe, die Witze von ihm nicht als kindisch abzutun. Am Abend vor der Hochzeit von Julia und Tom führt sie ein klärendes Gespräch mit ihm, und Bachie zeigt sich einsichtig. Doch als er beim Junggesellenabschied ein wenig über die Stränge schlägt, hat dies verheerende Folgen...

Lohnt es sich, im Rentenalter noch mal zu heiraten? Gibt es so was wie den zweiten Frühling wirklich? Muss man sich deshalb wie ein Kind aufführen? Antworten auf diese Fragen und noch mehr gibt es nach der Premiere am 23., 24. 11., 7., B. und 11. 12. um 20 Uhr und am 24. 11. und B. 12. zusätzlich um 15.30 Uhr zu sehen. Eintrittskarten sind sowohl an der Abendkasse als auch im Verkauf am ServiceCenter des Stadttheaters erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 94 01 15.

Jeversches Wochenblatt vom 18. November 2002

Ein Komödienspiel mit zwei Gesichtern

Niederdeutsche Bühne bietet Wilhelmshavener Erstaufführunng "Du büst bloots tweemol jung"

Von Ernst Richter

Sie haben ihre Probleme miteinander Schwiegersohn Richard (Jürgen Tapken) und Schwiegervater Bachie (Walter Bleckwedel)

Wilhelmshaven. Die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven ist weiterhin in Jubiläumsstimmung. Nach dem Erfolg mit dem Musical "Grode Freeheit Nr. 7" zum Auftakt der Jubiläumsspielzeit zum 70jährigen bestehen folgt nun mit der zweiten Inszenierung "Du büst bloots tweemol jung" eine Komödie, die sich zu einem weiteren Erfolgsstück entwickeln wird. Ron Aldridge ist der Autor dieser Wilhelmshavener Erstaufführung in der Übersetzung von Arnold Preuß, der auch die Regie führt. Die Handlung ist hintergründig und hat zwei Gesichter. Am Sonnabend ging mit Erfolg die Premierenvorstellung über die Bühne des Stadttheaters.

Im Mittelpunkt steht Günter Bach, genannt Bachie, der nach dem Tod seiner Frau Gritje einen Lebenswandel führt, der Familie und Nachbarschaft fast zur Weißglut treibt. Als dieser Bachie nun während einer Sauftour seinen Freund Tom dazu bringt, die geplante Hochzeit mit Julia abzusagen, ist der Ofen gänzlich aus und Bachie muss Prügel einstecken. Die Handlung hat die Lacher schnell auf ihrer Seite. Komik ist angesagt und wird turbulent ausgespielt.

Sie sind doch eigentlich ein hübsches Paar:  Bachie (Walter Bleckwedel) und Rosie (Brigitte Halbekath)

"Du büst bloots tweemol jung" hat aber auch einen tiefsinnigen, ernsten Hintergrund, der die Kehrseite unserer Spaßgesellschaft anspricht. Da ist einmal dieser verwitwete Bachie, der nach dem Tod seiner Frau Gritje allein im Leben steht, der krampfhaft, bisher aber vergeblich, nach einem Sinn seines Lebens sucht und dabei die verrücktesten Sachen anstellt, die nicht nur sein familiäres Umfeld zur Verzweifelung bringen. Und da ist sein Zechfreund Tom, der auf Freiersfüßen wandelt. Ein pensionierter Berufsflieger auf der Suche nach der Lebenschance, alles das tun zu können, was ihm bisher im Leben versagt geblieben ist. Alkoholisiert werden die Zungen locker, und Tom verkündet dem Freundeskreis am nächsten Tag unbeirrbar, dass aus der Hochzeit mit Julia nichts werden kann.

Natürlich endet das Stück gleich mit einem doppelten Happyend. Genau betrachtet werden die hier aufgeführten Sorgen, Wünsche und Nöte eines Single-Lebens plastisch dargestellt. Wenn Bachie allein vor sich hinträumt, dann erscheint ihm seine verstorbene Frau Gritje, die ihm engelgleich leibhaftig gegenüber tritt. Sie tauschen Gedanken aus, erinnern sich, und Gritje ermuntert Tom, ein neues Leben zu zweit zu beginnen. Diese melodramatischen Szenen sind eindrucksvoll, gehen unter die Haut und haben rein gar nichts mit einem komödiantischen Schwank niederdeutscher Bühnenseligkeit gemein. Spaßleute werden hier verzweifelt darauf gewartet haben, wo sie nun einem knalligen Lacher ansetzen können. Die Aufführung ist mehr als ein platitüdenhartes Lustspiel.

"Spiele spielen ist schön, wenn man sich nich egalweg vertörnt"  Bachie (Walter Bleckwedel), Julia (Hanna Christoffers)  und Tom (Horst Jönck) streiten um den Würfel.

Das macht diese Komödie zu einem interessanten Theaterstück. das von dem Ensemble weiter viel Rollenstudium verlangt. Ein paar Dialoge zu Beginn könnten getrost gekürzt werden. Dennoch lebt dieses Stück allein von der Handlung. Plüschsofa und Schanktisch Atmosphäre mit Durchblick auf Mohnblüten und Kornfelder würden zwar allgemein vom Publikum beklatscht werden, sind hier aber nicht vermisst. Die kleine Tanzeinlage mit "Bum Bum" Ringelreigen leitet dann wieder zum Lustspiel über und führt aus tieferem Fahrwasser in flache Regionen.

Walter Bleckwedel spielt mit viel passender Gestik, mit Mienenspiel und prompten Wortreaktionen diesen Single Günter Bach. Horst Jönck weiß mit Spielerfahrung und trockenem Humor den Frühpensionär Tom darzustellen. Jürgen Tapken ist als Richard über seinen Schwiegervater Bachie so aufgebracht, dass er fast zum Choleriker wird. Toll spielen er und Marion Zomerland als Ehefrau Susi diese Charakterstudie glänzend aus. Marion Zomerland stellt in ihrer zweiten Rolle die verstorbene Gritje dar. Es gelingt ihr, diese beiden grundverschiedenen Charakterrollen glaubwürdig auszuformen. Hanna Christoffers als Julia und Brigitte Halbekath als Rosie gefallen in den Frauenrollen.

Das Bühnenbild bietet keine Haftpunkte für gelangweilte Augenblicke. Es konzentriert, schlicht gesagt, das Publikum auf die Handlung. Am Ende gibt es anhaltenden und sehr verdienten Beifall für das Ensemble und den Regisseur.

Wilhelmshavener Zeitung vom 18. November 2002

Für den "zweiten Frühling" nie zu alt

Gelungene Erstaufführung der Niederdeutschen Bühne - Neun weitere Vorstellungen

Susanne (Marion Zomerland), nimmt ihren Vater (Walter Blekwedel) schwer zur Brust, Rosie (Brigitte Halbekath) unterstützt sie nach Kräften.

Mit minutenlangem Beifall feierten die Besucher der Premiere von ""Du büst bloots tweemol jung" am Sonnabend die Schauspiel Amateure der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater. Die Komödie von Ron Aldridge, ins Plattdeutsche übersetzt von Bühnenmitglied und Regisseur Arnold Preuß, erzählt von den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen, an denen sich auch im fortgeschrittenen Alter nichts Wesentliches zu ändern scheint.

"Alleen blieben is nich bloß swor, dat is gräsig" entfährt es Günter Bach (Walter Bleckwedel), von seinen Freunden nur Bachie genannt, bei einer seiner Zwiesprachen mit der verstorbenen Ehefrau Gritje (Marion Zomerland), die einige Male in Gestalt eines Engels in emotional schwierigen Situationen auftaucht. Er solle sein Herz wieder öffnen, auf den Gefühlen seiner Mitmenschen nicht herumtrampeln und neue Beziehungen zulassen, lautet immer wieder der gut gemeinte Rat der geliebten Gattin.

Besonders meine sie damit Bachies gespanntes Verhältnis zu Rosie (Brigitte Halbekath), die neben Julia (Hanna Christoffers) und Thomas (Horst Jönck) zu seiner feierwütigen "Rentnergang" gehört. Während sich Julia und Tom noch einmal in das Abenteuer Ehe stürzen wollen, bringt Bachie mit zweifelhaftem Humor und lotterigem Lebenswandel Tochter Susanne (ebenfalls Marion Zomerland) und Schwiegersohn Richard (Jürgen Tapken), in deren Haus er wohnt, zur Verzweiflung.

Bachie (Walter Bleckwedel) spricht in seinen Gedanken mit seiner verstorbenen Frau Gritje (Marion Zomerland). Im Theater werden Träume sichtbar.

Als Rosie am Abend des Junggesellenabschieds ein klärendes Gespräch mit Bachie sucht, weil sie seinen beißenden Witz nicht länger ertragen kann, wandelt sich das Blatt als Bachie ihr gegenüber seine wahren Gefühle erahnen lässt und sich scheinbar wieder wie ein "normaler Mensch" benimmt. Doch am Tag des Jaworts zwischen Tom und Julia sorgt Bachie noch einmal für das reinste Chaos unter allen Anwesenden, denn Tom ist plötzlich alles andere als überzeugt von dem Wunsch, Julia zu heiraten. Aber auch die hat nach einem nächtlichen intensiven Gedankenaustausch mit ihrer Freundin Rosie alles andere als Heiratsabsichten.

So nimmt das temperamentvoll und engagiert gespielte Stück von Liebe, Leid und verpassten Gelegenheiten seinen Lauf und steuert auf ein überraschendes Ende zu, an dem nur eines fest zu stehen scheint: Für den "zweiten Frühling" ist man nie zu alt. Weitere Aufführungstermine: 23., 24.11., 7., B. und 11.12. um 20 Uhr und am 24.11. und 8.12. zusätzlich um 15.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse und im Verkauf am ServiceCenter des Stadttheaters. no

"Van nu an is allens möglich" sagt Tom (Horst Jönck) und Bachie (Walter Bleckwedel) guckt skeptisch

Mitwirkende:
Regie:Arnold Preuß, Regieassistenz: Martina Stühmer; Musikalische Leitung: Nicolas C. Ducci; Bühnenbild: Arnold Preuß;
Darsteller: Walter Bleckwedel, Horst Jönck, Hanna Christoffers, Brigitte Halbekath, Marion Zomerland, Jürgen Tapken, Marion Zomerland; Souffleuse:Wilma Welte; Requisite:Marianne Karstens; Maske: Heidi Strowik; Bühnenbau: Günther
Scherf, Horst Vollbrecht; Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich; Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Michaels; Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus; Technische Leitung: Manfred Eilers; Inspizienz: Nicolas C. Ducci.

Tom (Horst Jönck), erzählt Susanne (Marion Zomerland) , Rosie (Brigitte Halbekath) und Bachie (Walter Bleckwedel), was er in seinem neuen Leben alles machen will.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 09. Dezember 2002

Niederdeutsche Bühne spielt noch vier Mal in 2002

"Du büst bloots tweemol jung"

Wilhelmshaven. (gms) Am 16. November öffnete sich im Stadttheater der Vorhang für die zweite Inszenierung der Niederdeutschen Bühne in dieser Saison: Mit Begeisterung aufgenommen wurde die Erstaufführung der Komödie "Du büst bloots tweemol jung" aus der Feder von Ron Aldridge, die Bühnenmitglied Arnold Preuß in Szene setzte, der auch in den letzten Jahren mit "Allens ut de Reeg" und "Geld in'n Büdei miteens Getüdel" sein Geschick für temperamentvolle Komödien bewies. Auch die musikalische Leitung von Nicolas C. Ducci, der mit den Darstellern einen Rap einstudierte und stimmungsvolle Kompositionen ablieferte, wurde neben der darstellerischen Leistung aller mit viel Applaus honoriert.

Das Stück beschäftigt sich mit den Zweifeln am Sinn und an der Wichtigkeit von Partnerschaft im hohen Alter. Günter Bach (Walter Bleckwedel), genannt Bachie, macht nach dem Tod seiner Frau Gritje mit seinem ungehaltenen Lebenswandel und seiner speziellen Art von Humor seinen Mitmenschen ganz schön zu schaffen. Mit seinen Freunden Thomas (Horst Jönck), Julia (Hanna Christoffers) und Rosie (Brigitte Halbekath) verbringt er viel Zeit und bringt daheim seine Tochter Susanne (Marion Zomerland) und Schwiegersohn Richard (Jürgen Tapken) zur Verzweiflung. Zu schwer fällt es ihm, sich seinem Rentenalter angemessen zu verhalten. Auch Rosie, die Bachie besonders am Herzen liegt, hat Mühe, die Witze von ihm nicht als kindisch abzutun. Am Abend vor der Hochzeit von Julia und Tom führt sie ein klärendes Gespräch mit ihm und Bachie zeigt sich einsichtig. Doch als er beim Junggesellenabschied ein wenig über die Stränge schlägt, hat dies verheerende Folgen ...

Lohnt es sich, im Rentenalter noch mal zu heiraten? Gibt es so was wie den zweiten Frühling wirklich? Muss man sich deshalb wie ein Kind aufführen? Antworten auf diese Fragen und andere gibt es noch am B. und 11.12. um 20 Uhr sowie am 8.12. zusätzlich um 15.30 Uhr zu sehen. Eintrittskarten sind sowohl an der Abendkasse als auch im Vorverkauf am Service Center des Stadttheaters erhältlich.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. Nr. 04421/9401 15.

Sie stoßen auf die bevorstehende Hochzeit an: Bachie (Walter Bleckwedel) , Rosie (Brigitte Halbekath), Julia (Hanna Christoffers) und Tom (Horst Jönck)

Da ist ja die Motorad-Gang wieder:  v. l. Hanna Christoffers, Horst Jönck, Brigitte Halbekath, Walter Bleckwedel

Groote Freeheit Nr. 7 (WE)

Niedersächsische Erstaufführung

GROOTE FREEHEIT NR. 7

Musical nach dem Film von Helmut Käutner
Buch von Karl Viebach
Plattdeutsch von Frank Grupe
Strichfassung von Rudolf Plent

Inszenierung: Rudolf Plent
Bühnenbild: Christa Düx

Musikalische Leitung: Erich A.Radke
Musikalische Assistenz: Oliver Poppe
Regieassistent: Nicolas C. Ducci

Souffleuse: Margot Andrews-Jäkel, Magita Pust
Requisiten: Monika Eilers
Maske: Christel Brandt-Jaedeke, Jasmin Dirks
Bühnenbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Christa Düx
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Michaels
Licht und Ton im Pumpwerk: Ralf und Bernd
Beleuchtung Stadttheater: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Inspizienz: Anke Schluppkotten, Nicolas C.Ducci
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller
Johnny Kröger, Stimmungssänger - Karl Zacher
Fiete Brinkmann, sein Freund - Arnold Preuß
Hein Kiekbusch, sein Freund - Harald Schmidt
Jupp, Kölner Matrose - André Gelhart
Gisa Häuptling, eine junge Frau - Katrin Paasch
Anita Schröder, Chefin vom "Hippodrom" - Roswitha Wunderlich
Willi Appeldorn, Nieter bei Blohm & Voss - Marc Gelhart
Frau Kassbohm, seine Wirtin - Hildegard Steffens
Margot, Animiermädchen - Heidi Strowik
Jenny, Animiermädchen - Martina Stühmer
Pony, Animiermädchen - Ulina Schütt
Boxer - Markus Pust
Wellenkamp - Horst Qualmann
weitere Beteiligte - Klaus Aden, Christel und Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck, Anita Kups, Helga Lauermann, Rolf-Peter Lauxtermann, Sophie Milosavljevic und Wilma Welte

Fiete (Arnold Preuß), Jupp (André Gelhart) und Hein (Harald Schmidt) freuen sich auf Hamburg und auf Johnny Kröger

Inhalt

Seit Johnny Kröger sein Steuermannspatent verloren hat, verdient er sich seinen Unterhalt als Stimmungssänger in der von Anita Schröder geführten "Großen Freiheit Nr. 7" auf St. Pauli. Alle paar Wochen besuchen ihn dort seine früheren Seefahrtskameraden Fiete und Hein und schüren Johnnys Fernweh.

Eines Tages kreuzt Gisa, die Verlobte seines verstorbenen Bruders, im Hippodrom auf, und er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Als die wesentlich jüngere Gisa jedoch beginnt sich mehr für den anderen, gleichaltrigen Willi Appeldorn zu begeistsern, macht sich Johnny zunehmend Gedanken um seine Zukunft...

Johnny (Karl Zacher) und seine Hamburger Deerns (v.l. Ulina Schütt, Sophie Milosavljevic, Heidi Strowik, Martina Stühmer, Helga Lauermann)

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 17. September 2002

"Grode Freeheit Nr. 7" feiert morgen Premiere

Musical ab 20 Uhr im Pumpwerk / "Bremer Stadtmusikanten" für Kinder

Wilhelmshaven. Im September feiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven ihr 70-jähriges Bestehen. Im Rahmen der jetzigen Jubiläumswoche finden bis zum 22. September verschiedene Programmpunkte im Kulturzentrum Pumpwerk statt. So wird die bühneneigene Theaterschule die "Bremer Stadtmusikanten" als Kinderproduktion am morgigen Mittwoch, 18. September, um 11 Uhr und am 19. September um 15 Uhr auf die Bühne bringen, und mit den Gruppen "Lavay" und "Schmelztiegel" wird am 20. September um 20.30 Uhr ein plattdeutsches Rockkonzert veranstaltet.

Absoluter Höhepunkt und gleichzeitiger Saisonstart der Bühne wird allerdings die Inszenierung der "Großen Freiheit Nr. 7", die der Berufsregisseur Rudolf Plent (zuletzt Regisseur bei "Froo Geesche Gottfried") besorgen wird. Die musikalische Leitung hat Erich A. Radke, der zuletzt bei der Landesbühne die Musik für "Kiss me Kate" arrangierte. Vorlage für dieses Stück ist der gleichnamige Film von Helmut Käutner; das Buch schrieb Karl Vibach, übersetzt wurde es von der Frank Grupe.

Bekannt geworden ist das Musical durch einschlägige Hits wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins", "Beim ersten Mal, da tut's noch weh", "La Paloma" und "Aloa Oe". Die Handlung ist vor allem Fans von Hans Albers oder Freddy Quinn bekannt: Der frühere Seemann Jonny Kröger (Karl Zacher) verdient sich seinen Unterhalt als Stimmungssänger bei Anita Schröder (Roswitha Wunderlich) im "Hippodrom" an der Reeperbahn. Eines Tages bekommt er nicht nur Besuch von seinen früheren SeefahrtsFreunden Fiete (Arnold Preuß), Hein (Harald Schmidt) und Jupp (Andre Gelhart), sondern auch von Gisa Häuptlein (Katrin Paasch), der Verlobten seines verstorbenen Bruders.

Fröhlich vereint: Johnny Kröger (Karl Zacher), Fiete Brinkmann (Arnold Preuß), Jupp (Andre Gelhart) und Hein Kiekbusch (Harald Schmidt)

Schon bald verguckt sich der alternde Ex Matrose in das junge Fräulein, doch auch Willi Appeldorn (Marc Gelhart), Nieter bei Blohm & Voss, kreuzt immer wieder die Wege von Gisa und hat sich ebenfalls in sie verliebt. Natürlich kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen Willi, Jonny und dessen Freunden. Somit liegt die Entscheidung bei Gisa, doch Jonny beginnt zu zweifeln, ob er nicht doch wieder seinem Fernweh nachgibt und in See sticht..

Des weiteren wirken Christel Dörnath, Anita Kups, Sophie Milosavljevic, Helga Lauermann, Ulina Schütt, Hildegard Steffens, Heidi Strowik, Martina Stühmer, Wilma Welte, Klaus Aden, Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck, Rolf Peter Lauxtermann und Horst Qualmann in diversen Rollen mit.

Premiere dieses Musicals wird am morgigen Mittwoch, 18. September, um 20 Uhr im Pumpwerk sein. Weitere Möglichkeiten, das Stück an diesem prädestinierten, aber für die Niederdeutsche Bühne ungewöhnlichen Ort zu sehen, bestehen am 19. September um 20 Uhr, 20. September und 15 Uhr und am 21. September als Festaufführung um 19 Uhr. Doch auch im Stadttheater im regulären Abendspielplan ist "Grode Freeheit Nr. 7" zu sehen, und zwar am 2., 5., 6., 9., 27. Oktober und am 3. November um 20 Uhr und am 6. und 27. Oktober zusätzlich um 15.30 Uhr. Der Vorverkauf für die Veranstaltungen läuft sowohl im Service Center des Stadttheaters als auch bei der Wilhelmshaven Information auf Hochtouren. Weitere Informationen unter Telefon 04421/ 9401 15. WEITERE INFOS www.ndb wilhelmshaven.de


Margot (Heidi Strowik) singt "ihr" Lied. Um sie herum sitzen im Kreis von links nach rechts Martina Stühmer, Ulina Schütt, Christel Dörnath, Helga Lauermann, Sophie Milosavljevic und Anita Kups

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 20. September 2002

Gleich geht's stimmungsvoll zu Johnny Kröger ins Hippodrom

"Grode Freeheit Nr. 7": Muntere Jubiläumspremiere der "Niederdeutschen"

Von Wolfgang A. Niemann

Viel Beifall gab es am Mittwochabend im recht gut besuchten Pumpwerk bei der niedersächsischen Erstaufführung des Musicals "Grode Freeheit Nr. 7" in der niederdeutschen Fassung von Frank Grupe. Das Stück war als Film mit Hans Albers und später als Musikrevue mit Freddy Quinn berühmt geworden. Diese Inszenierung von Regisseur Rudolf Plent war zugleich der Auftakt zum 70. Bühnenjubiläum der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven. Mit stimmungsvoller Musik ging es eingangs gleich ins "Hippodrom", dem Unterhaltungsetablissement an der Reeperbahn in Hamburg, wo der abgetakelte Seemann Johnny Kröger (Karl Zacher) als Stimmungssänger seine Brötchen verdient. Da sorgt er mit Ohrwürmern wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" für guten Umsatz und seine mondän auftretende Chefin Anita (Roswitha Wunderlich) ist ihm nicht nur deshalb sehr zugetan. Aber auch die fesche Truppe der Animiermädchen im Modelook der Charleston-Zeit umschwärmt ihn als nicht mehr ganz taufrischen Hahn im Korb.

Klamauk und Döntjes sind angesagt, als Krögers alte Kumpel, die Matrosen Fiete (Arnold Preuß) und Hein (Harald Schmidt) mit dem nassforschen Leichtmatrosen Jupp aus Köln (Andre Gelhart) aufkreuzen und sich fröhlich Wein/Köhm, Weib und Gesang widmen. Spannung aber kommt auf durch den Auftritt von Gisa Häuptling (Katrin Paasch), denn dieses Mädel vom Land war die Verlobte von Krögers eben verstorbenen Bruder. Er kümmert sich nicht nur rührend um sie, sondern verliebt sich umgehend in die brave Unschuld. Umgarnt wird sie aber auch vom jungen Nieter Willi (Marc Gelhart), so dass Reibereien programmiert sind. Die muntere Geschichte wird in flotter Szenenabfolge mit vielen Ohrwürmern wie "Aloha Oe" und "Beim ersten Mal, da tut's noch weh" vorangebracht, und das leicht frivole Turteln der Barmädchen sorgt ebenso für allerlei Amüsement wie "Fiete" und "Hein" als deftige Matrosen, wobei vor allem Arnold Preuß als seewasserfester Komödiant dem Seepferdchen die Sporen gibt.

Bei den Gesangseinlagen schimmert manch 50-er Jahre Charme durch wie überhaupt ein sehr volkstümliches Flair gepflegt wird. Das Publikum, das manchen Applaus für schmissige Lieder oder Gags wie den "Klei mi am Mors" schreienden Papagei Krögers spendete, wurde durch gute Leistungen des gesamten spielfreudigen Ensembles, fantasievolle Kostüme und raffinierte Kulissenwechsel auf offener Bühne verwöhnt. Wünschen würde man sich zuweilen etwas mehr Frechheit im Spiel. Und Karl Zacher dürfte dem Kröger ruhig ein wenig mehr von der seemännischen Rauheit eine Hans Albers genehmigen.

Fro Kassbohm (Hildegard Steffens) ist um Willy Appeldorns (Marc Gelhart) Wohlbefinden besorgt

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 20. September 2002

Wie das Pumpwerk zum Hippodrom wird

Die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven macht es mit dem Musical "Grode Freeheit Nr. 7" möglich

von Ernst Richter
Wilhelmshaven. Die Bühne frei für Jubel, Trubel, Heiterkeit. Mit einer Polonaise zieht das Ensemble der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven ins Rampenlicht des Pumpwerks ein und augenblicklich springt der Funke zum Publikum über, das zum Takt der Melodie in die Hände klatscht. Dann wechselt die Szene: Die drei Seeleute Fiete Brinkman (Arnold Preuß), Hein Kiekbusch (Harald Schmidt) und Jupp, der Kölner Matrose (Andre Gelhart) stellen fest: "Wir sind in Hamburg". Das Spiel "Grode Freeheit Nr. 7" kann beginnen: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins".
Die Niederdeutsche Bühne feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Entsprechend turbulent erfolgt die Spielzeit -Eröffnung 2002/2003 mit dem bekannten Musical nach dem gleichnamigen Film von Helmut Käutner, Buch Karl Viebach, als niederdeutsche Erstaufführung in der Übersetzung von Frank Grupe.

Natürlich gibt es zu den unvergessenen Songs und Liedern, die Erich A. Radke musikalisch eingerichtet hat, auch eine Handlung, in der Karl Zacher als Stimmungssänger Johnny Kröger im Hippodrom die Puppen tanzen lässt. Er singt und spielt sich in die Herzen des Publikums und lässt Hans Albers und Freddy Quinn glatt vergessen. Seine Partnerin ist Anita Schröder, Chefin vom "Hippodrom". Roswitha Wunderlich füllt mit Temperament und dem Flair des Amüsements dieser Lokalität den Part aus. Wenn sie mit dem gewissen Etwas in der Stimme ,.Beim ersten Mal da tut's noch weh" vorträgt, dann ist die Reeperbahn dem Publikum im Pumpwerk zum Anfassen nahe. Dazu verschaffen die Animiermädchen, gespielt, getanzt und gesungen von Heidi Strowik, , Martina Stühmer, Christel Dörnath, Anita Kups, Sophie MilosavIjevic, Helga Lauermann und Ulina Schütt echtes St. Pauli Milieu. "La Paloma", "Aloa Oe", die Moritat von Johnnys "Schiffsentführung" oder Johnnys musikalische Einladung "Immer 'rin in die gute Stube" sowie der Shanty von dem drunken Sailor sind Songs, die das Publikum .mitgehen lassen.

Willy Appeldorn (Marc Gelhart) sind sein Lied von den Bloom und Voss - Werken Hamburg

Die Story um den abgemusterten Seemann Johnny und seine, schnell entflammte Liebe zu Gisa Häuptlein, der Verlobten seines plötzlich verstorbenen Bruders, die etwas zu schüchtern von Katrin Paasch dargestellt wird, bildet den Hintergrund des Musicals. Marc Gelhart spielt den Nieter Willi Appeldorn von der Hamburger Werft, der sich auch in Gisa verguckt hat und mit seinem Kontrahenten Johnny einen Ringkampf auf die Bühne bringt. Arnold Preuß dreht als Seemann auf Landgang biete Prinkmann ein bisschen zu stark auf, lässt dabei aber mächtig Dampf ab, so dass die Matrosen trefflich ins karikierte Licht gerückt werden: Harald Schmidt als Hein Kiekbusch und Andre Gelhart als Jupp aus Köln.

In den weiteten Rollen wirken mit Hildegard Steffens als Frau Wirtin Kasbohm und Putzfrau im Hippodrom, Markus Pust als Boxer Mike Andersen und Polizist,
dazu als trinkfeste Gäste im Hippodrom Wilma Welte, Klaus Aden, Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck und RolfPetef Lauxtermann sowie Horst Qualmann als Geschäftsinhaber Wellenkamp.

Rudolf Plent hat die "Grode Freeheit Nr. 7" als niederdeutsche Erstaufführung für die Wilhelmshavener Laienbühne schwungvoll ins Szene gesetzt. Er inszenierte auch für die niederdeutsche Bühne das Drama Troo Gesche Gottfried". Das Bühnenbild entwarf Christa Dux. Leider ist das ständige Umrücken der Kulissenwände dem flüssigen Spielablauf hinderlich und sollte vielleicht reduziert werden. Insgesamt wird das Publikum an dieser "Grode Freeheit Nr. 7" seine helle Freunde haben und die spürbare Lust am tollen Spiel des Ensembles mit viel Beifall aufnehmen, wie es auch beim Premierenabend der Fall war.

Die nächste Aufführung im Kulturzentrum Pumpwerk ist am Freitag, 20. September, um 15 Uhr, danach folgt am Samstag, 21. September, um 19 Uhr die Festäufführung zum 70 jährigen Jubiläum der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven. Anschließend wird die "Grode Freeheit Nr. 7" im Stadttheater gespielt am 2.; 5., 6., 9., am 27. Oktober und 3. November jeweils um 20 Uhr sowie zusätzlich am 6. und 27. Oktober um 15.30 Uhr.

Johnny (Karl Zacher) und Ensemble singen "La Paloma"

NORDWEST-ZEITUNG vom 20. September 2002

Große Freiheit zum Kulissenschieben für alle

Niederdeutsche Bühne führt zum 70 jährigen Bestehen Musical im Pumpwerk auf

Von Witte Freese-Berglar

Wilhelmshaven. Laienbühnen werden erfahrungsgemäß nicht mit Subventionen überschüttet. Das kompensieren sie, wie zum Beispiel die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven, mit kübelweise Idealismus. Ob Haupt- oder Nebenrolle: Jeder hilft beim Stühlerücken und Kulissenschieben. Das Musical "Grode Freeheit Nr. 7" hatte im Wilhelmshavener Pumpwerk Premiere. Ab Oktober steht es im regulären Spielplan des Stadttheaters. Nach dem Helmut Käutner Filmklassiker wurde das Singspiel von Karl Viebach geschrieben und von Frank Grupe ins Niederdeutsche übertragen. Wilhelmshaven ist Spielort der "Niedersächsischen Erstaufführung" zur Feier des 70jährigen Bestehens der "Niederdeutschen".

"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" geht es wohl heftiger zur Sache als auf der Pumpwerk Bühne. Die "Animiermädchen" hier wirken frei von Verruchtheit, entfalten aber beachtliches sängerisches Talent. Dass man an Amateurleistungen keine zu hohe Messlatte ansetzen darf, zeigen auch die Tanzeinlagen nicht perfekt, aber originell. Zwischen Südsee und WHV-Südstrand liegen nun einmal Welten. Das Publikum amüsiert sich prächtig, denn der Regisseur Rudolf Plent setzt der dürftigen Handlung komische Glanzlichter auf. Die musikalische Leitung liegt bei Erich A. Radke, dessen Arrangements, zum Beispiel für "Im weißen Rößl", bei Stadttheater Besuchern in bester Erinnerung sind.

Karl Zacher singt und spielt den Johnny, einen ehemaligen Seemann, der nun im Hippodrom "Große Freiheit" den Stimmungssänger macht oder eher, wie er sich eingesteht, "'n betern Animierfritzen". Er steht zwischen zwei Frauen. Seine Chefin (Roswitha Wunderlich) singt "Beim ersten Mal, da tut's noch weh" mit angemessener Resignation. Johnnys junge, naive "Angebetete" (Katrin Paasch) hingegen hat sich einem patenten, fröhlichen Nieter von Blohm & Voss zugewandt: Willi (Marc Gelhart).

Insgesamt haben die Männer in diesem Stück dankbarere Rollen als die Frauen. Ein Matrosentrio (Arnold Preuß, Harald Schmidt, Andre Gelhart ) heimst Lacher und Extra-Beifall ein. Eine "Nebenrolle" spielen im Stimmungsbild des Besuchers das Pumpwerk und seine maritime Umgebung: Das Meer lockt, "la Paloma" schreit, und der Mond wird so voll wie Matrose Hein auf der Reeperbahn.

Gesa Häuptling (Katrin Paasch) und Johnny Kröger (Karl Zacher)

Wilhelmshavener Zeitung, 30. September 2002

Leserbrief von
Gero Pürwitz, August-Hinrichs-Straße 62
26386 Wilhelmshaven

Wie eine tolle Idee der Niederdeutschen leider verpufft

Zum Ausflug der Niederdeutschen Bühne ins Pumpwerk

70 Jahre Niederdeutsche Bühne (NDB), wahrlich ein Grund zum Feiern, oder? Mit einem namhaften Regisseur ein populäres Stück mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und die nüchterne Atmosphäre des Theaters gegen die Livekulisse des Pumpwerks getauscht, ein Erfolgsgarant!? Leider nicht! Während die Premiere noch gut besucht war (siehe "Wilhelmshavener Zeitung" vom 20. September) waren am Donnerstag darauf vor und hinter den Kulissen wohl mehr Leute beschäftigt als Zuschauer im Saal waren. Die Atmosphäre einer Hamburger Hafenkneipe im Wilhelmshavener Pumpwerk, das passt eigentlich doch sehr gut.

Für den Mut, diesen Veranstaltungsort zu wählen, meinen Dank an die NDB. Schade, besonders für die Schauspieler, die trotz Minikulisse nichts schuldig blieben. Besonders schade, dass diese treffliche Idee nicht die Unterstützung des Publikums fand, offensichtlich ist Wilhelmshavens Publikum nicht bereit, der NDB auf neuen Wegen zu folgen und der Bühne zu ermöglichen, mit neuen Ideen neue Zuschauerschichten zu erschließen.

Dabei hätte die Arbeit der Niederdeutschen Bühne, besonders auch die Nachwuchsarbeit, denn es stehen ja auch viele jüngere Darsteller auf der Bühne, eine bessere Würdigung verdient. Die "standing ovations" der wenigen Zuschauer mögen die Darsteller ein wenig versöhnt haben. Vielleicht sollte man der NDB einfach empfehlen, auf Tour zu gehen mit solchen Stücken, um anderenorts mit so einem im besten Sinne unterhaltsamen Abend mehr Zuschauer zu erfreuen. Hoffentlich finden sich wenigstens zu den Aufführungen im Theater mehr Zuschauer ein. Übrigens können auch "Hochdeutsche" diesem Abend ohne große Schwierigkeiten folgen. Also: veel Plaiseer, un hollt ju munter.

Dieses E-Mail erreichte uns

Hallo liebe Leute !
Auf diesem Wege möchte ich einmal ein persönliches Dankeschön an die Darsteller und das Ensemble
der Niederdeutschen Bühne richten. Am letzten Wochenende habe ich die Aufführung `Grode Freeheit Nr. 7` besucht, die mir wieder sehr gut gefallen hat.

Etwas enttäuscht bin ich allerdings immer von der Zurückhaltung des Publikums, sowie, von der doch recht zögerlichen und verhaltenen Beifallsbekundung..........das ist schade!

Dieses hat mich auch veranlaßt, Ihnen mein persönliches Lob auszusprechen !

Ich finde, die Darsteller haben wesentlich mehr verdient ! Man merkt ihnen an, daß sie mit viel Enthusiasmus und Engagement dabei sind . Insbesondere beeindrucken mich die jungen Leute, die sich bereit erklären, die Kultur der Niederdeutschen Sprache zu erhalten !
MACHT WEITER SO !

In diesem Sinne, freundliche Grüße von

Petra Ommen

Johnny Kröger (Karl Zacher) mit seinen Original Hamburger Deerns

För de Katt (4. WA)

4. Wiederaufführung (5), davor vor 1939, 1948/49, 1962/63 und 1978/79 gespielt

FÖR DE KATT

Bauern-Komödie in drei Akten von August Hinrichs

Inszenierung und Bühne: Roswitha Wunderlich

Souffleuse: Ebba Mannott-Kallus
Requisite: Marianne Karstens
Maske: Christel Brandt-Jaedeke
Bühnenbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Michaels
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Manfred Eilers
Inspizienz: Anne Hillers

Rollen und Dasteller
Katrin Geerken, Weertsfro op´n Möhlenhoff - Karin Heyel
Meta, ehr Dochter - Martina Jahn
Frerk, Möllerknecht - Claus Miehlke
Fieken, Magd op´n Möhlenhoff - Christel Dörnath
Gerd Tapken, ehr Nawer - Horst Karstens
Peter, sien Söhn - Marc Gelhart
Mählmann, Reknungssteller un Auktionator - Walter Bleckwedel
Kruse, een jungen Mann ut de Stadt - Nicolas C. Ducci

 

Katrin Geerken´s 'Möhlenhoff' - "För de Katt" - Spielzeit 2001/02

Katrin (Karin Heyel) lässt Mählmann (Walter Bleckwedel) eine Klage aufsetzen - eine Szene aus "För de Katt" - Spielzeit 2001/02 -

Kruse und Peter gehen sich an die Wäsche (Nicolas C. Ducci und Marc Gelhart)

FÖR DE KATT

Komödie von August Hinrichs

In dieser Erfolgskomödie der echt-niederdeutschen Theaterliteratur stoßen zwei friesische Dickköpfe aufeinander. Da ist zunächst die mehr als resolute Wirtsfrau Katrin Geerken, die den Möhlenhoff führt und der dickschädelige, redliche Nachbar Gerd Tapken. Beide vertörnen sich heftig deftig darüber, dass Nachbar Gerd den Kater Peter von Nachbarin Katrin erschossen hat, weil er angeblich in Tapkens Kükenstall gewildert hat.

Weil sich nun die Eltern kräftig miteinander streiten, geraten nun auch noch Peter Tapken und Meta Geerken, die jeweils hoffnungsvolle Nachwuchsbrut, in die Haare und streiten sich, obwohl sie doch eigentlich viel mehr als nur nachbarliche Gefühle füreinander empfinden. Dies können nun nicht mehr so recht mit ansehen das dritte Päärchen des Stückes, die Magd Fieken und der Möllerknecht Frerk. Sie wollen alles daransetzten, dass die beiden sich wieder vertragen. Wie es nun aber das Schicksal so will, wird aus einem an sich harmlosen Mißverständnis ein großes Mißverständnis, aus einer Mücke ein Elefant gemacht - kurzum die jungen Paare sind nun auf einmal alle gegenseitig, aufeinander und miteinander eifersüchtig, dass die Balken nur so krachen.

Da hilft auch nicht mehr viel der mehr als komische Einsatz des Rechnungsstellers und Autionator Mählmann. Auch der junge Mann Kruse, der für das Finanzamt eine Außenprüfung auf dem Möhlenhoff zu machen hat, gerät in die Mühlen der Eifersüchteleien und landet darüber hinaus noch im "Swienskaben".

Herrliche, plietsche norddeutsche Typen, kräftiger Humor, ein Schuß Erotik und viel viel Liebe erwartet die Zuschauer dieses Stückes, bei dem es natürlich zu einem versöhnlichen Happy End kommt, bei dem jede Deern ihren Jung kriggt. Regie führt Roswitha Wunderlich.


Gerd Tapken (Horst Karstens) und Katrin Geerken (Karin Heyel) streiten sich mal wieder. Die anderen: Mählmann (Walter Bleckwedel),  Kruse (Nicolas C. Ducci) und Meta (Martina Jahn) schauen gespannt zu  - eine köstliche Szene aus "För de Katt" - Spielzeit 2001/02 -

Wilhelmshavener Zeitung vom 28. März 2002

Premiere des Lustspiel-klassikers "För de Katt" wurde verschoben

Niederdeutsche Bühne präsentiert "För de Katt" ab 7. April

Eines der besten und zurecht bekanntesten Stücke von August Hinrichs präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater mit dem Lustspiel "För die Katt". Allerdings später als vorgesehen. Die für heute vorgesehene Premiere muss auf den 7. April verschoben werden.

Regie führt das Bühnenmitglied Roswitha Wunderlich, die bereits mit "Wenn de Hahn kreiht" und "De lüttje Wippsteert" ihr Geschick für klassische Volkskomödien bewies und mit dieser Inszenierung ihr 40jähriges Bühnenjubiläum begeht.

Zum Stück: Eine wutentbrannte Kurzschlussreaktion des Bauern Gerd Tapken (Horst Karstens) führt zu einem nachbarschaftlichen Streit, der immer weitere Kreise zieht. Als er die Katze seiner Nachbarin Katrin Geerken (Karin Heyel) beim Wildern in seinem Hühnerstall erwischt, erschießt er das Tier kurzerhand. Katrin, die Wirtin des Möhlenhoffs, ist erschüttert, fordert Geld für die Katze und droht mit einer Klage. Gerd, ein ebenso großer Dickkopf wie Katrin, weigert sich jedoch, und es kommt zum großen Krach.

Der Streit färbt sogar auf deren Kinder, Meta Geerken (Martina Jahn) und Peter Tapken (Marc Gelhart), ab, die sich sonst eigentlich sehr zugetan sind. Doch nun versuchen sie sich gegenseitig aus grundloser Rache eifersüchtig zu machen. So hält sich Peter an Fieken (Christel Dörnath), Magd des Hofes, die eigentlich mit Frerk (Claus Miehlke), dem Mühlenknecht liiert ist, der dieses Täuschungsmanöver nur schwer erdulden kann.

Daraufhin beginnt Meta, den Steuerberater Kruse (Nicolas C. Ducci) zu umgarnen, doch dieser versteht das Spiel im Gegensatz zu Fieken nicht ganz, und so beginnt er, Meta nachzustellen. Und als wäre auf dem Mühlenhof nicht schon genug los, wird auch noch der Rechtsberater Mählmann (Walter Bleckwedel) hinzugeholt, um die Klage gegen Tapken durchzusetzen. Doch auch er hegt amouröse Gefühle, und zwar für Katrin Geerken. Dieses Interesse scheint jedoch nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen . . .

Ob am Ende jeder das bekommt, was er will, sei es Geld oder die große Liebe, ist nach der Premiere noch am 14., 17., 24. und 27. April um 20 Uhr und am 7. und 14. April zusätzlich um 15.30 Uhr zu sehen. Weitere Informationen unter Tel. 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de. mg

Findet Meta (Martina Jahn) diesen Kruse (Nicolas Ducci) wirklich sympathisch, oder.... - eine Szene aus "För de Katt" - Spielzeit 2001/02 -

KOMPASS FÜR WILHELMSHAVEN UND FRIESLAND 4/2002

Hinrichs' Lustspiel Klassiker

Mit einem der besten und bekanntestes Stücke des niederdeutschen Bühnenautors August Hinrichs (nach dem sie in Oldenburg sogar eine Bühne benannt haben) endet die Spielzeit der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven: För de Katt. Bühnenmitglied Roswitha Wunderlich führt nach "De lüttje Wippsteert" und "Wenn de Hahn kreiht" nicht nur in "För de Katt" bereits zum dritten Male in einer klassischen Volkskomödie Regie; sie begeht mit diesem Stück auch ihr 40jähriges Bühnenjubiläum.

Bauer Gerd Tapken (Horst Karstens) erschießt wutentbrannt und kurz entschlossen die Katze der Nachbarin Katrin Geerken (Karin Heyel), als sie diese beim Wildern im Hühnerstall erwischt. Der nachfolgende Streit trifft vor allem beider Kinder Meta (Martina Jahn) und Peter (Marc Gelhart), die sich eigentlich ganz gut mögen. Anstatt kühles Blut zu bewahren beginnen sie, sich gegenseitig eifersüchtig zu machen.

In dem turbulenten Stück spielen weiter mit Christel Dörnath, Claus Miehlke, Nicolas C. Ducci und Walter Bleckwedel. Termine: 7./14./24. und 27. April jeweils 20 Uhr, am 7. und 14. April auch um 15.30 Uhr im Stadtthea ter Wilhelmshaven.

.... gehört dieses Paar, Fieken (Christel Dörnath) und Frerk (Claus Miehlke) zusammen..... - eine Szene aus "För de Katt" - Spielzeit 2001/02 -
 

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 09. April 2002

"Katerstimmung" einfach zum Lachen

Niederdeutsche Bühne landet mit "För de Katt" einen Publikumserfolg

Von Inga Hellwig

Nach dem Motto "Lachen ist gesund", zeigte die Niederdeutsche Bühne mit der klassischen Bauernkomödie "För de Katt" von August Hinrichs die letzte Premiere der Saison 2001/2002 und landete damit einen Publikumstreffer. Mit dem Schauspiel in drei Akten wählte die Regisseurin Roswitha Wunderlich ein Stück, das zwar inhaltlich keine hohen Ansprüche stellt, aber von Situationskomik, klassischen Charakteren und einem die Zuschauer zufrieden stellenden Ausgang lebt. Nach zehntägiger krankheitsbedingter Verschiebung der Premiere konnte auch der wieder genesene Darsteller Horst Karstens als Gerd Tapken auf der Bühne stehen.

Mit einem gezielten Schuss nimmt in "För de Katt" das Schicksal gleich zu Beginn seinen Lauf. Gerd Tapken (Horst Karstens) erschießt den Kater "Peter" von Wirtsfrau Katrin Geerken (Karin Heyel), weil dieser angeblich seine Küken gefressen hat. Tapken fordert Schadenersatz für das Federvieh, ebenso wie Katrin Geerken für ihren Kater. Es kommt zum Eklat, der auch Katerstimmung bei den heimlich verlobten Kindern der Streithähne, Meta Geerken (Martina Jahn) und Peter Tapken (Marc Gehlhard), auslöst. Die Verliebten geraten ebenso wie ihre Eltern in einen folgenreichen Streit, in den sich auch noch der trinkfreudige Auktionator Mählmann (Walter Bleckwedel), der liebestolle Steuerberater Paul Kruse (Nicolas C. Ducci), Mühlenknecht Frerk (Claus Miehlke) sowie die Magd Fieken (Christel Dörnath) einmischen. Als dann Katrin Geerken auch noch von einem mit Vater Tapken ausgehandelten Grundstückskauf zurücktritt, scheint die Situation zu eskalieren.

Unterhaltend, herzerfrischend und sympathisch bot das Ensemble seinem Publikum charmantes Boulevardtheater. Die Komödie wurde zusätzlich von einem sehr aufwändigen Bühnenbild, das den Ort des Geschehens, den Mühlenhof zeigte, bereichert. Am Ende wird natürlich alles wieder gut, nachdem es eine überaus unerwartete Wendung in Sachen "Kater" gibt. Das Publikum hatte am Ende der Vorstellung keinen Grund für Katzenjammer und spendete verdienten Beifall.

Die weiteren Mitwirkenden: Souffleuse Ebba Mannott Kallus, Maske Christel Brandt Jaedeke, Requisiten Marianne Karstens, Bühnenbau Günter Schwerf, Horst Vollbrecht, Bühnentechnik Werner Dörnath, Gerd Gelbart, Manfred Eilers, Günter Michaels, Bühnenmalerei Herbert Ulbrich, Bühnenbild Roswitha Wunderlich, Beleuchtung Peter Pfaus, Uwe Freiberg, Technische Leitung Harald Schmidt, Inspizienz Anne Hillers.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 10. April 2002

Klassischer Schwank ist jung geblieben

Niederdeutsche Bühne am Stadttheater spielt zum Saisonschluss "För de Katt" von August Hinrichs

Von Ernst Richter

Wilhelmshaven. Mit dem bewährten plattdeutschen Schwank "För de Katt" von August Hinrichs beschließt die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven die Spielzeit 2001/2002. Am Sonntag war Premiere im Stadttheater, die eigentlich bereits am 28. März über die Bühne gehen sollte. Horst Karstens war erkrankt, und Rolf Peter Lauxtermann wollte die Rolle des Gerd Tapken übernehmen. Doch dann war Horst Karstens schneller als erwartet wieder fit und spielte mit Bravour den Part des Gerd Tapken.

Die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven brachte diese klassische Bauernkomödie bereits in der Spielzeit 1963/64 heraus. Zur Erinnerung: Unter der Regie von Rudolf Sang spielten Günter Boye, Enno Buß, Erika Kaebe, Helga Hinrichs, Karl-Heinz Herpel und Annemarie Beermann.

Die Regie der neuen Einstudierung übernahm Roswitha Wunderlich, die auch für das hübsch anzuschauende Bühnenbild zuständig ist, dem das Premierenpublikum den ersten Applaus zollte. Da ist die Pension "Zum Mühlenhof" mit Hausgarten und daneben dreht sich eine intakte Windmühle, dazwischen der Durchblick auf ein wogendes Kornfeld, an dessen Rand Mohnblüten leuchten.

Doch drinnen in der Pension führt Karin Heyel als Wirtsfrau Katrin Geerken vom Mühlenhof ein strenges Regiment. Das bekommt nicht nur ihre liebreizende Tochter Meta zu spüren, die von Martina Jahn temperamentvoll dargestellt wird. Da hat vor allem die resolute Wirtsfrau ihren Nachbarn Gerd Tapken im Visier. Der soll ihre Katze abgeknallt haben, als sich diese wieder in seinem Hühnerstall gütlich tun wollte. Nun fordert Tapken finanzielle Entschädigung für drei Hühner, und die Wirtsfrau rnacht die Gegenrechnung von 200 Mark für die getötete Katze auf.

Der viel Heiterkeit auslösende Krach weitet sich zur gerichtlichen Klageschrift aus, die der Auktionator Mählmann abfassen soll, der von Walter Bleckwedel mit viel Komik gespielt wird. besonders als er zu nächtlicher Stunde volltrunken herumtorkelt und mit der Schubkarre abtransportiert werden muss. Ohne Liebe geht es bei keinem Bauernstück ab. Peter Tapken, Sohn des unerschrockenen Nachbarn, verkörpert von Marc Gelbart, liebt der Wirtsfrau Töchterlein Meta und gerät vor Eifersucht toll in Rage, als der Steuerherater Paul Kruse, den Nicolas C. Ducci spielt, aus der Stadt aufkreuzt und ebenfalls mehr als ein Auge für die Deern Meta übrig hat.

Es kommt zu nächtlichen Turbulenzen, bei denen der Mühlenknecht Frerk, dargestellt von Claus Miehlke, und Fieken, der Magd vom Mühlenhof, die von Christel Dörnath personifiziert wird, tüchtig mitmischen. Am Ende versöhnt sich die Wirtsfrau vom Mühlenhof mit ihrem aufgebrachten Nachharn; Meta und Peter kriegen sich und alle anderen sind es zufrieden, das Malheur war je nur för de Katt.

Die Spielfreude des Ensembles übertrug sich auf das Publikum, das sich unbeschwert über 90 flotte Spielminuten auslachen konnte. Meinte eine Besucherin zur Pause: "So gelacht haben wir sehr lange nicht mehr". Besonders Karin Heyel als Wirtsfrau und Horst Karstens als Nachbar zogen die Schau mit ihren drastischen Dialogen zur Freude der Zuschauer ab. Man amüsierte sich über Walter Bleckwedel als Auktionator und Nicolas C. Ducci, den verunsicherten Steuerberater. Das gesamte Ensemble bewies Spielwitz unter der Regie von Roswitha Wunderlich, die keine Langeweile aufkommen ließ. Viel Spaß erwartet die Besucherinnen und Besucher der weiteren Aufführungen.

In der Spielzeit 2002/2003 begeht die Niederdeutsche Bührie im September ihr 70 jähriges Jubiläum. Entsprechend soll der Spielplan ausfallen. Das Jubiläum wird mit einer großen Veranstaltungswoche vom 16. bis 22. September im Pumpwerk gefeiert. Die Spielzeit beginnt dort auch mit dem Musical "Große Freiheit Nr. 7" nach dem Film von Helmut Käutner.

...oder gehören Fieken (Christel Dörnath) und Peter (Marc Gelhart) zusammen?  - eine Szene aus "För de Katt" - Spielzeit 2001/02 -

Neue Rundschau vom 17. April 2002

Viel Wirbel auf dem Mühlenhof

"För de Katt" nur noch wenige Vorstellungen

Nachdem die Premiere von "För de Katt", dem letzten Stück der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater in dieser Spielzeit, aufgrund der Erkrankung eines Hauptdarstellers verschoben werden musste, sind nun bereits die ersten Vorstellungen gut über die Bühne gegangen. Es handelt sich hierbei um eines der bekanntesten Lustspiele von August Hinrichs, das in der bald 70 jährigen Geschichte der Bühne bereits einige Male auf dem Spielplan stand. Inszeniert hat es diesmal Roswitha Wunderlich, die selbst schon einmal in diesem Stück mitwirkte.

Eine wutentbrannte Kurzschlussreaktion des Bauern Gerd Tapken (Horst Karstens) führt zu einem nachbarschaftlichen Streit, der immer weitere Kreise zieht: Als er die Katze seiner Nachbarin Katrin Geerken (Karin Heyel) beim Wildern in seinem Hühnerstall erwischt, erschießt er das Tier kurzerhand. Katrin, die Wirtin des Mühlenhofs, ist natürlich zutiefst erschüttert, fordert Geld für die Katze und droht alternativ mit einer Klage. Gerd, ein ebenso großer Dickkopf wie Katrin, weigert sich jedoch, und es kommt zum großen Krach. Der Streit färbt sogar auf deren Kinder, Meta Geerken (Martina Jahn) und Peter Tapken (Marc Gelhart), ab, die sich sonst eigentlich sehr zugeneigt sind.

Doch nun versuchen sie sich gegenseitig aus grundloser Rache eifersüchtig zu machen. So hält sich Peter an Fieken (Christel Dörnath), der Magd des Hofes, die eigentlich mit Frerk (Claus Miehlke), dem Mühlenknecht liiert ist, der dieses Täuschungsmanöver nur schwer erdulden kann. Daraufhin beginnt Meta, den Steuerberater Kruse (Nicolas C. Ducci) zu umgarnen, doch dieser versteht das Spiel im Gegensatz zu Fieken nicht ganz, und so beginnt er, Meta nachzustellen.

Und als wäre auf dem Mühlenhof nicht schon genug los, wird auch noch der Rechtsberater Mählmann (Walter Bleckwedel) hinzugeholt, um die Klage gegen Tapken durchzusetzen. Doch auch er hegt amuröse Gefühle, und zwar für Katrin Leerken. Dieses Interesse scheint jedoch nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Nach zwei Sonntagen mit jeweils zwei Vorstellungen gibt es nur noch drei Abendvorstellungen: am 17. 4., 24. 4. und 27. 4. um jeweils 20 Uhr.

Karten gibt es im Vorverkauf sowie im freien Verkauf an der Abendkasse am Service Center im Stadttheater. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.nbd wilhelmshaven.de, auf der man neben Daten zum aktuellen Stück auch die Historie der fast 70 Jahre alten Bühne mitsamt aller Inszenierungen und aktuellen Ensemblemitgliedern findet. mg

 

Viel los auf dem Möhlenhoffpadd

Zank und Streit zwischen Gerd (Horst Karstens) und seinem Sohn Peter (Marc Gelhart)=

Katrin (Karin Heyel) und Meta (Martina Jahn) diskutieren über den Tierarzt....

Fro Geesche Gottfried (WE)

Wilhelmshavener Erstaufführung in niederdeutscher Sprache

FRO GEESCHE GOTTFRIED

(Bremer Freiheit)
ein bürgerliches Trauerspiel von Rainer Werner Fassbinder
Niederdeutsche Übersetzung von Gisela Mester und Dirk Römmer

Regie und Bühnenbild: Rudolf Plent
Musik: Nicolas C. Ducci


Souffleuse: Barry Brinkhoff
Requisite: Monika Eilers
Maske: Magita Pust
Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Nicole Burfien
Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Werner Dörnath, Gerd Gelhart
Inspizienz: Anke Schluppkotten


Premiere: 09. Februar 2002

Rollen und Darsteller:

Geesche Gottfried - Marion Zomerland
Johannes Miltenberger, ihr erster Ehemann - Arnold Preuß
Michael Gottfried, ihr zweiter Ehemann - Marc Gelhart
Johann Timm, ihr Vater - Horst Jönck
Geesche Margarete Timm, ihre Mutter - Brigitte Halbekath
Johann Timm, Geesches Bruder - Harald Schmidt
Fritz Zimmermann, ein Freund - Karl Zacher
Gerhard Rumpf, ein Freund - Walter Bleckwedel
Bohm, ein Vetter - Horst Karstens
Luise, Geesches Freundin - Helga Lauermann
Pater Markus - Klaus Aden

Das Plakat zum Stück

Miltenberger (stehend Arnold Preuß) hat seine Saufkumpanen zu Besuch.  Von links Rumpf (Walter Bleckwedel), Gottfried (Marc Gelhart) und Zimmermann (Karl Zacher). Geesche ist von ihrem Mann "op de Knee" gezwungen worden.  - Ein Szenenfoto aus "Fro Geesche Gottfried" -

FRO GEESCHE GOTTFRIED

von Rainer Werner Fassbinder

Natürlich ist dieses Stück für die Niederdeutsche Bühne etwas besonderes. Nicht, weil es sich um ein ernstes Schauspiel handelt, dass ist mittlerweile auch im niederdeutschen Theater keine Seltenheit mehr, nein, der Name Fassbinder sagt etwas besonderes aus. Der Filmregisseur Rainer Werner Fassbinder (geb. 31.5.1946 in Bad Wörrieshofen und gest. 10.6.1982 in München) war einer der profiliertesten Vertreter des deutschen Autorenfilms, war auch Schauspieler, Theaterregisseur und Dramatiker und hinterließ 13 Theaterstücke.

Das Stück "Geesche Gottfried" (wie es im Niederdeutschen heißt) oder "Bremer Freiheit", wie er Fassbinder nannte, spielt um 1820 in Bremen. Formal entfernt sich Fassbinder mit der historisch verbürgten Geschichte der neunfachen Giftmörderin Geesche Gottfried von seinen mehr experimentellen Stücken, wobei er ganz bewußt holzschnittartige Charaktere auf die Bühne bringt. Auch Handlungsablauf und Sprache sind gezielt einfach gehalten, so dass Bremer Freiheit parabelhafte Gleichnishaftigkeit in der Art einer Moritat gewinnt.

"Segg: Ik heff Di leev!" fordert der despotische Miltenberger (Arnold Preuß) seine Frau Geesche (Marion Zomerland) auf  - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Geesche, Mutter von zwei Kindern, hat es mit ihrem ersten Ehemann, einem kleinen Werkstattbesitzer, nicht leicht: er säuft, läßt sich bedienen, kommandiert seine Frau herum. Seinen brutalen sexuellen Attacken kann sich Geesche nur noch durch einen Mordanschlag erwehren: sie vergiftet ihn. Noch während der Trauerzeit tut sie sich mit Gottfried, einem Freund ihres Mannes, zusammen. Ihm überträgt sie die Leitung des Sattlerbetriebes. Geesches Mutter mißbilligt auf´s schärfste die "gottlose" Verbindung ihrer Tochter mit Gottfried ohne Trauschen. Doch Geesche beharrt darauf, es sei ihre Sache, wie sie mit jemandem zusammenlebe: sie will nur glücklich sein. Geesche vergiftet auch ihre Mutter, weils sie glaubt, dass ihre Mutter jahrelang nur in ehelicher Unterdrückung und Unfreiheit gelebt habe und sie durch den Tod davon befreien will.

Gottfried möchte sich bald von Geesche trennen, denn die Kinder stören ihn, und er sucht ebenfalls die Unabhängigkeit. So sieht Geesche keinen anderen Ausweg, als ihre Kinder zu töten, um Gottfried zu halten. Doch der fühlt sich betrogen, als Geesche ihm eröffnet, dass sie von ihm ein Kind erwartet. Als er weggehen will, tötet sie ihn. Geesche will jetzt ihre Freiheit ausleben, allein das Geschäft führen und sich den Mann holen, den sie begehrt.

Nach dem Tod von Miltenberger freundet sich Geesche (Marion Zomerland) mit Michael Gottfried (Marc Gelhart) an - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Doch ihr Vater versucht sie wieder zu verkuppeln; auch ihn ermordet sie, damit er sie nicht weiter bevormundigen kann. Ebenso tötet sie Zimmermann, der einen Kredit plötzlich zurückverlangt, und schließlich ihren Bruder, der Anspruch auf die Werkstatt erhebt, da Frauen vom Geschäft nichts verstünden. Luisa, eine Freundin Geesches empört sich aber über deren sexuelle Freizügigkeit und preist die eigene Unterwürfigkeit. Geesche vergiftet auch Luisa, weil sie sie "davor bewaren wollte, das Leben, das du führst, noch weiter führen zu müssen".

Um frei zu sein, muss Geesche töten. Der ironische wie polemische Untertitel, des Stückes, "bürgerliches Trauerspiel", weist auf die mörderische Konsequenz der bürgerlichen Werte und Tugenden (Geld, Liebe, Religion usw.) hin, wenn sie mit einem konsequenten Freiheitsanspruch kollidieren. Es spielen Brigitte Halbekath, Helga Lauermann, Marion Zomerland, Klaus Aden, Walter Bleckwedel, Marc Gelhart, Horst Jönck, Horst Karstens, Arnold Preuß und Karl Zacher.

Gottfried (Marc Gelhart) ist schwer erkrankt. Eine Nothochzeit mit Geesche (Marion Zomerland) wird noch  schnell durch Pater Markus (Klaus Aden) durchgeführt. - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Guten Morgen Sonntag vom 3. Februar 2002

Ab dem 9. Feburaer präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater

"Froo Geesche Gottfried"- Fassbinder-Schauspiel auf platt

Wilhelmshaven. (gms) Ab dem 9. Februar präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven auch in dieser Spielzeit wieder ein Schauspiel. Auf dem Plan steht "Froo Geesche Gottfried", und der Autor ist kein geringerer als Rainer Werner Fassbinder. Die Übersetzung von "Bremer Freiheit" ins Plattdeutsche stammt von Gisela Mester und Dirk Römmer.

Marion Zomerland spielt Geesche Gottfried - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Dieses tragische Stück wird von Rudolf Plent inszeniert, der zuletzt in der Spielzeit 1998/99 mit "Dat Stück Land" sein Geschick für ernste Stücke in niederdeutscher Sprache bewies. Auch mit diesem Schauspiel nimmt die Bühne an dem Willy-Beutz- Preis-Wettbewerb teil, bei dem sie in der vergangenen Saison mit "Van Müüs un Minschen" den 2. Platz gewann.

Die Geschichte um Geesche Gottfried beruht auf Tatsachen, die genug Stoff für ein Theaterstück bieten, handelt es sich doch um die letzte, 1831 in Bremen hingerichtete Frau. Grund hierfür waren die zahlreichen Giftmorde an Verwandten und Bekannten, die sie aus damals nicht nachvollziehbaren Beweggründen beging. Das Stück von Fassbinder begnügt sich hierbei mit neun Opfern, obwohl in anderen Quellen von 15 zu lesen ist. Bei ihnen handelt es sich zunächst einmal um Geesches (Marion Zomerland) ersten Mann, Johann Miltenberger (Arnold Preuß), der sie jahrelang misshandelte.

Geesche (Marion Zomerland) wird gleich Pater Markus (Klaus Aden)  die bittere Wahrheit über den plötzlichen Tod  ihres zweiten Mannes Gottfied (Marc Gelhart) beichten  - eine Szene aus "For Geesche Gottfried" -

Nachdem sie ihn mit Arsenik umgebraucht hat, übernimmt Michael Gottfried (Marc Gelhart) dessen Geschäfte. Er und Geesche verlieben sich ineinander, jedoch will Gottfried nicht heiraten. Geesches Eltern Johann (Horst Jönck) und Geesche Margarethe Timm (Brigitte Halbekath) drängen jedoch auf eine Hochzeit. Die Mutter, mit dieser Problematik und mit ihrem herrischen Mann scheinbar überfordert, wird durch Geesche ebenfalls "erlöst". Nachdem Gottfried seine Ablehnung gegenüber Geesches beiden Kindern aus erster Ehe kundtut, bringt sie auch diese um. Als sie von Gottfried ein neues Kind erwartet, scheint seine Bereitschaft, sie zu heiraten, noch mehr zu schwinden, so dass sie ihn "heiratswillig giften" will. Doch als Pater Markus (Klaus Aden) die Trauung gerade vollzogen hat, stirbt auch Gottfried.

Vater Timm (Horst Jönck) stellt Geesche (Marion Zomerland) den neuen Heiratskandidaten Bohm (Mitte - Horst Karstens) vor  - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Daraufhin will Geesches Vater sie mit dem Vetter Bohm (Horst Karstens) verkuppeln, damit dieser die Geschäfte weiterführen kann, doch Geesche fühlt sich selbst dazu in der Lage und löst sich von der Unterdrückung durch ihren Vater auf bewährte Art. Auch Fritz Zimmermann (Karl Zacher), in den sie sich verliebt, der allerdings geliehenes Geld zurückverlangt, das sie nicht zahlen kann, wird von ihr vergiftet, genauso wie ihr Bruder Johann (Harald Schmidt), der ihr das Geschäft abnehmen will. Zuletzt ist auch noch Geesches Nachbarin Luisa Maurer (Helga Lauermann) dran, die kein Verständnis für Geesche aufbringen kann. Erst Rumpf (Walter Bleckwedel) kommt Geesche auf die Schliche . . .

Auch die neue Liebe zu Zimmermann (Karl Zacher) bringt  Geesche (Marion Zomerland) kein Glück  - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Das Schauspiel um die emanzipierte Frau, die einfach nur zur falschen Zeit gelebt hat und keine anderen Möglichkeiten sah, um sich ihre Freiheit zu bewahren, ist nach der Premiere am 9. Februar auch am 15., 17. Februar, 2., 3. und 10. März um 20 Uhr und am 17. Februar und 3. März zusätzlich um 15.30 Uhr zu sehen. Karten gibt es im Vorverkauf sowie im freien Verkauf an der Abendkasse am Service Center im Stadttheater. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb-wilhelmshaven.de.

Diese Geesche trifft ins Herz des Publikums

Niederdeutsche Bühne: Marion Zomerland brillante Charakterdarstellerin in Fassbinders Schauspiel "Froo Geesche Gottfried"

Von Ernst Richter

Wilhelmshaven. Eine große Aufgabe stellte sich die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven: Fort mit dem Vorurteil, die plattdeutschen Bühnen spielen ja nur Klamaukstücke und seichte Komödien. Nach intensiven Probenwochen präsentiert die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven die Tragödie "Froo Geesche Gottfried" von Rainer Werner Fassbinder nach der niederdeutschen Übersetzung von Gisela Mester und Dirk Römmer. Rudi Plent inszenierte als professioneller Gast der Wilhelmshavener Bühne das Fassbinder Stück "Bremer Freiheit". Es schildert den Leidensweg einer geschlagenen und geknechteten Frau, die keine andere Möglichkeit erkennt, als sich ihre Freiheit mit Giftmorden zu erkämpfen. Am Sonnabend war Premierenvorstellung.

Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich im Bremer Raum ereignete und als Kriminalfall 1828 aufgedeckt wurde. Geesche Gottfried soll in den Jahren 1813 bis 1827 insgesamt 15 Menschen (in dem Trauerspiel sind es nur neun Tote) vergiftet haben. 1828 wurde sie verhaftet und 1831 durch das Schwert hingerichtet. Sie ist die letzte in Bremen hingerichtete Frau. Dieser Kriminalfall erregte in seiner Beispiellosigkeit in Deutschland, in Europa und selbst in Übersee ungeheueres Aufsehen.

Wer sich vom Premierenpublikum rückschauend in das Fassbinder Schauspiel versetzt, wird, ja muss, einer Person noch nachträglich uneingeschränkten Beifall zollen: Marion Zomerland in der Titelrolle als Geesche Gottfried. Sie gestaltet mit Herz, Feingefühl und Seele diese gedemütigte und ständig getretene Frau in einer bewundernswerten Charakterdarstellung. Das Publikum ist ergriffen, wird erschüttert und wäre sicher geneigt, der Giftmischerin Geesche Gottfried Absolution zu erteilen und auf Freispruch zu plädieren, wenn da nicht diese feine Nuance der Handlung herausgespielt worden wäre, dass für Froo Geesche Gottfried nach und nach der Griff zum Arsen zur ohnmächtigen Verzweifelungstat geworden ist. Sie tut das Gift in den Kaffeepott, den sie dann dem jeweiligen Opfer reicht.

Das gesamte Ensemble verstärkt mit dynamisch ausgespielter Typisierung der Figuren im Umfeld der Geesche Gottfried. Man spürt die führende Hand des Regisseurs Rudi Plent, der auch das sachlich nüchterne Bühnenbild entwarf: Ein Tisch und sechs Stühle drum herum und etwas abseits eine Wiege für die Zwillinge der Geesche, die sie in ihrer Not erstickt, weil ihr zweiter Ehemann Michael Kinder von einem anderen Mann nicht akzeptieren will. Marc Gelhart verleiht der Rolle des Michael Gottfried dramatische Züge.

Arnold Preuß spielt bravourös Geesches ersten Ehemann Johannes Miltenberger, der sich zu einem gewalttätigen Haustyrannen entwickelt hat. Er muss sterben wie ihr zweiter Ehemann Michael, der in die Fußtapfen seines Vorgängers stapft und die flehenden Liebesbezeigungen seiner Frau Geesche mit Füßen tritt. Um ihn an sich zu binden, von dem sie bereits ein Kind erwartet, verabreicht sie Michael kleine Giftmengen bis Pater Markus das Paar traut. Klaus \den vollzieht diese Handlung und nimmt auf Geesches Wunsch die Beichte ab.

Im Laufe weniger Monate hat Geesche ihre Eltern vergiftet, die Sie nur mit Vorwürfen überhäuften. Horst Jönck verkörpert in gewohnt stoischer Ruhe die Vatergestalt, Brigitte Halbekath spielt die gottesfürchtige und nachbarhörige Mutter. Geesches Bruder Johann Timm muss ebenfalls dran glauben, dargestellt von Harald Schmidt. So rafft der Tod nach und nach die ganze Verwandtschaft und Menschen hin, die Geesche Böses antun wollen. Zu ihnen gehört auch Nachbarin Luisa Mauer, die von Helga Lauermann gespielt wird. Da ist auch noch Fritz Zimmermann, dargestellt von Karl Zacher, der sich in Geesche verliebt, gleichzeitig aber sein Geld drastisch zurückfordert: Beim Geld hört die Liebe auf! Auch ihm reicht die Gottfried den Kaffeepott. Horst Karstens gefällt in der Rolle als Vetter Bohm, ein biederer Handwerksmann, der ungeschoren davonkommt.

Mutter Timm (Brigitte Halbekath) macht Geesche (Marion Zomerland) groß Vorwürfe, "wegen Di kann ik nich mehr mit Gott snacken!" - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Das sonst lachverwöhnte Premierenpublikum verfolgt wie gebannt den ersten Akt dieses Trauerspiels. Es bleibt bis zur Pause mucksmäuschenstill im Zuschauerraum. In der Folge hat sich dar Lachdrang im Zuschauerraum wie in einem Schnellkochtopf aufgestaut und bricht sich hier und da mit glucksender Kicherei unvermittelt Bahn. Zum Glück tritt Walter Bleckwedel als Rumpf auf und setzt dem grausigen Spiel rechtzeitig ein Ende, das sonst zur Farce abzugleiten drohte. Er, Rumpf, ist Geesche auf die Schliche gekommen und überlässt der gepeinigten Giftmörderin das resignierende Eingeständnis: Nun bin ich wohl dran.

Die Szenenübergänge werden musikalisch (Nicolas C. Ducci) begleitet, stimmen das Publikum ein. Und Marion Zomerland singt nach jeder Tat Geesches Lied: "Vun de Welt will ik nu Taten, op den Himmel will ik to. Dor is Freden ganz ohn Maten, un mien Seel find endlich Roh". Die Niederdeutsche Bühne will sich mit diesem dramatischen Schauspiel am "Willy-Beutz-Wettbewerb" beteiligen und dürfte damit die besten Chancen haben. Die weiteren Aufführungen: 15., 17. Februar, 2., 3., 10. März, Beginn jeweils um 20 Uhr; 17. Februar und 3. März zusätzlich um 15.30 Uhr.


Miltenberger (Arnold Preuß) wird wiederholt gewalttätig  gegenüber Geesche (Marion Zomerland) - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 11. Februar 2002

Moral als eine Scheingröße

NDB Premiere "Froo Geesche Gottfried" beeindruckte Publikum

Von Inga Hellwig

Sind neun Giftmorde durch den Erhalt der eigenen Würde zu rechtfertigen? Vier Stühle und ein Tisch reichten dem Ensemble der Niederdeutschen Bühne aus, um am Sonnabend mit "Fron Geesche Gottfried" die wahre Geschichte der 1831 hingerichteten Giftmörderin Geesche Gottfried in der niederdeutschen Übersetzung des Fassbinder Trauerspiels "Bremer Freiheit" aufzuführen. "Froo Geesche Gottfried" erzählt in einfachen, beklemmend direkten Szenen den Automatismus von Unterdrückung und Gewalt, der die von allen Seiten gedemütigten Frau, erst in die Auflehnung gegen die bürgerliche Unfreiheit und schließlich in rebellische Monstrosität treibt.

Mit Marion Zomerland als Geesche verpflichtete Regisseur Rudi Plent eine Akteurin, die die allmähliche Verzweiflung der Geesche und die gleichzeitig von Mord zu Mord größer werdende innere Stärke mit ergreifender Distanz auf die Bühne bringt. "Ruhe das ist der Tod ik aber will leben" erklärt Geesche Gottfried in einem zentralen Satz. Um sie herum regiert der Tod. Mit ihrem Ehemann Johannes Miltenberger (Arnold Preuß) und ihrer Mutter Margarethe Timm (Brigitte Halbekath), sterben Menschen, die sie unterdrücken, quälen und als Mensch miss
achten.

Doch erst nach dem Tod ihrer Kinder und des zweiten Lebensgefährten Michael Gottfried (Marc Gelhart), spricht sie in der Beichte zu Pater Markus (Klaus Aden) aus, was die Zuschauer längst ahnten. Nicht Schicksal, sondern Gift, sind der Hintergrund für die Todesfälle. Als auch der Geistliche keine Antwort darauf geben kann, ob die menschlich Würde oder die Moral höher stehen, wird das Morden zum wahnsinnigen Mechanismus. Bürgerliche Wertvorstellungen werden zur Scheingröße. Zur Erhaltung ihrer gewonnenen Freiheit entledigt sich die Frau jedem, der ihr zu nahe tritt.

Ihre nächsten Opfer sind ihr Vater (Horst Jönck), Gläubiger Fritz Zimmermann (Karl Zacher), ihr Bruder Johann (Harald Schmidt) und schließlich die Nachbarin Luisa Mauer (Helga Lauermann). Mit dem Lied "Vun de Welt will ik nu laten", das wie eine liturgische Formel am Ende, jeden Mordes steht, wird jede Tat vollendet. Die Schlichtheit der Aufführung und die niederdeutsche Sprache erzeugen dabei eine fast dokumentarische Authentizität.

Geesche (Marion Zomerland) ist entsetzt, ihr Bruder (Harald Schmidt) will das Geschäft übernehmen - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

Mit dem Trauerspiel "Fron Geesche Gottfried", bei dem das NDB Ensemble beweist, dass es das ernste Genre hervorragend beherrscht, bewirbt sich die Niederdeutsche Bühne für den Willy Beutz-Schauspielpreis. Das Premierenpublikum erteilte Regisseur Rudi Plent und den 11 Darstellern berechtigte Vorschusslorbeeren. Souffleuse: Berta Brinkhoff, Maske : Margitta Pust, Requisite: Monika Eilers, Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht, Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Bühnenmalerei: Nicole Burfien, Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg, Technische Leitung: Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Inspizienz: Anke Schluppkotten.

Nachbarin Louise (Helga Lauermann) schwankt gegenüber  Geesche (Marion Zomerland) zwischen Angst und Neugier - eine Szene aus "Fro Geesche Gottfried" -

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 24.Februar 2002

Froo Geesche Gottfried Trauerspiel von Rauner Werner Fassbinder

Schauspieler überzeugten - Publikum bedrückt

Von Maike Stübner

Wilhelmshaven. Wer unvorbereitet in die Premiere am 26. Januar im Stadttheater gegangen ist, der war sicher überrascht. Es muss nicht immer Komödie sein, gerade weil das bei Plattdeutschen Inszenierungen meißtens vorausgesetzt wird. Diesmal gab es ein Trauerspiel nach einer wahren Begebenheit. Geesche Gottfried wurde 1775 in Bremen geboren. Die Eltern Vater Johann Timm und Mutter Geesche Margarethe lebten in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Mit zwanzig heiratete Sie auf Wunsch des Vaters. Ihr Mann misshandelte Sie und so war er der Erste, der nach Jahren der Quallen den Tod fand. Geesche brachte mit Arsenik, dem Mäusegift, in den fogelnden Jahren einige Leute um.

"Vun de Welt will ik nu laten, op den Himmel will ik to. Dor is Freden ganz ohn Maten, un mien Seel find endlich Roh ...." Spätestens bei dieser musikalischen Einlage der Geesche war klar, das wieder jemand einen Tod sterben wird. Doch mehr soll hier nicht verraten werden, denn das Stück ist noch vier mal im März zu sehen. Marion Zomerland in der Rolle der Geesche ist absolut überzeugend. Sie scheint auf der Bühne vollkommen in der Geesche Gottfried zu stecken. Doch auch die anderen Schauspieler sind hervorragend. Da ist Marc Gelhart in der Rolle des zweiten Ehemannes, der einen mitleiderregenden Tod findet. Arnold Preuß als der erste Ehemann, der beängstigend gut den bösartigen Miltenberger spielt.

Mit diesem Stück hat sich das Essemble der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven für den Willy-Beutz-Preis beworben. Unter der Regie von Rudolf Plent gibt es hier auch eine gute Chance. Unter Plents Regie haben bereits sechs Schauspiele innerhalb des Niederdeutschen Bühnenbundes den Willy- Beutz-Preis verliehen bekommen. Die Zuschauer sind auf jeden Fall auf Seite der Schauspieler.
Weitere Vorstellungen: 2. und 3. März um 20 Uhr; 3. März um 15.30 Uhr und letzte Aufführung am 10. März um 20 Uhr.

Wilhelmshaven, 28 März 2002

QUICKBORN - Zeitschrift für plattdeutsche Sprache und Literatur
92. Jahrgang - Heft 1 - 2002

THEATER

Froo Geesche Gottfried in Wilhelmshaven
Machtkampf der Geschlechter? Parteiisches Theater für Feministinnen mit starrem, negativem Männerbild? Reinwaschung für eine Massen Mörderin? Oder von der Geschichte längst überholtes Lehrstück über die Repressionsmechanismen in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts?

Man verlässt das Stadttheater von Wilhelmshaven nach diesem Fassbinder Stück (auf Plattdeutsch von Gisela Mester und Dirk Römmer) mit gemischten Gefühlen. Im Vordergrund aber steht doch die Hochachtung vor der schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerin Marion Zomerland, vor der knappen, akzentsicheren Regie von Rudolf Plent und das Mitleiden, ja, Trauern für die historische Person Geesche Gottfried, die als "Giftmörderin" im Jahre 1831 in Bremen hingerichtet wurde und in Wahrheit doch nur eine wache, gequälte und ihrer Zeit vorauseilende Vorkämpferin für die Emanzipation der Frau war in einer erbarmungslosen Zeit lebend und "vun Minschen un vun Gott verlaten...".

Das Trauerspiel stellt die lange Lebens und Leidensgeschichte der Geesche Gottfried dar, die 1775 in Bremen geboren wurde und von ihren bigotten Eltern als Zwanzigjährige in eine Ehe mit einem ungeliebten, tyrannischen Mann gesteckt wird, den sie schließlich mit Arsenik umbringt. Als der von ihr wirklich geliebte Mann Michael Gottfried zögert, sie zu heiraten, selbst, als sie von ihm schwanger geworden ist, vergiftet sie auch diesen. Im Stück geschieht das quasi aus Versehen, erst nachdem Geesche ihn dazu gebracht hatte, sie doch noch zu ehelichen, so dass sie seinen Namen tragen konnte. Die Zurückweisung der schwangeren Geesche durch den Michael Gottfried ist eine der stärksten, ja, schrecklichsten Szenen des Stücks. Von Marion Zomerland großartig gespielt, zeigt Geesche in diesem Moment den Umschwung ihres Bewusstseins von einer in Notwehr handelnden Frau zu einer weiblichen Rachegöttin gegenüber einer durchweg gefühllosen, egoistischen und selbstverliebten Männerwelt. Weitere Morde an ihren Eltern, ihrem Bruder, Freundinnen und Freunden, die Geesche in die bürgerliche Zwangsjacke zurückdrängen wollen, schließen sich an.

Die Wilhelmshavener Aufführung stellte sehr einprägsam die Wandlung der Geesche von der unterdrückten, Liebe suchenden und nicht findenden, verzweifelten jungen Frau zu der Rache Furie dar. Dabei behielt diese Figur stets die Sympathie und das Mitleid der Zuschauer. In einem eher kargen Bühnenbild, das sich auf eine Tapetenrückwand, Tisch, Stühle, Wiege und Wischeimer beschränkte, entwickelte die Niederdeutsche Bühne eine hervorragende Ensembleleistung. Leitmotive bildeten ein wichtiges Gerüst: Das Lied "Vun de Welt will ik nu laten..." gesungen, von Geesche bei jedem ihrer Giftmorde; die Kaffeetasse mit dem Gift immer wieder angeboten und bereitwillig getrunken von den Männern, den Fieslingen, die eben diesen Kaffee patriarchalisch für sich herbeibefehlen, als ein ironisches Unterwerfungsritual bürgerlicher Häuslichkeit; die roten Haare Hexe! der Geesche und ihres Bruders. Leider führte aber die vergiftete Kaffeetasse beim Wilhelmshavener Publikum zu einem Wiedererkennungs- und Lacherfolg, der gänzlich unpassend war und den Rezensenten geärgert hat.

"Froo Geesche Gottfried" von Rainer Werner Fassbinder, plattdeutsch von Gisela Mester und Dirk Römmer, Regie: Rufolf Plent, Stadttheater von Wilhelmshaven. Erhard Brüchert

Regisseur der "Gesche" - Inszenierung: Rudolf Plent

Van nu an bün ik glücklich! (UA)

Uraufführung in niederdeutscher Sprache

VAN NU AN BÜN IK GLÜCKLICH!

Komödie von Frank Pinkus
Niederdeutsch von Arnold Preuß

Inszenierung und Bühne: Elke Münch

Regieassistenz: Marc Gelhart
Choreographie: Susanne Mittmann
Boxtraining: Stephan Hertel
Gesangseinstudierung: Jürn Cornelius
Requisiten: Marianne Karstens, Marc Gelhart
Inspizient: Nicolas Ducci
Souffleuse: Magita Pust
Maske: Heidi Strowik, Freddi Aicher
Bühnenbau: Alfred Christoffers, Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Nicole Burfien
Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath,
Gerd Gelhart, Günter Michaels, Harald Schmidt
Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Technische Leitung: Harald Schmidt

Premiere: 26. Dezember 2001

Rollen und Darsteller:
Jan Ludwig, Werbegrafiker - Arnold Preuß
Kai Ludwig, sein Sohn, ein Computerspezialist - André Gelhart
Steffi Mutzbach, Jans Ex-Freundin, Psychologiestudentin - Martina Jahn
Nicole Nansen, seine geschiedene Frau, Frauenärztin - Wilma Welte
Peter Ludwig, Jans Vater, ehemaliger Finanzbeamter - Günter Boye


Peter Ludwig (Günter Boye) staunt, sein Sohn Jan (Arnold Preuß) unterhält sich mit dem Diktiergerät am Heiligen Abend? - Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Van nu an bün ik glücklich!

Komödie von Frank Pinkus

Es gelingt uns natürlich nicht immer ein Stück zu finden, das haargenau zum Premierentermin 2. Weihnachtsfeiertag passt. Aber manchmal stösst man eben doch bei der schwierigen Lektüre und Auswahl der Stücke für eine Spielzeit auf ein Stück, das thematisch zum Weihnachtsfest passt. Mit der von Arnold Preuß verfassten Übersetzung von Frank Pinkus Stück "Vun nun an bin ich glücklich!" haben wir ein solches Stück gefunden, dass nicht besser in diese Zeit passt und mit Elke Münch haben wir eine Regisseurin gefunden, die dieses Stück gerne inszenieren wollte.

Es ist Heiligabend - und für den knapp 50-järigen Jan Ludwig ist es das erste Weihnachtsfest, das er allein verbringen soll. Die Scheidung liegt hinter ihm, sein Sohn geht seiner eigenen Wege. Aber mit Hilfe seines Psychiaters und der Formel "Van nu an bün ik glücklich!" ist Jan sicher, diesen für alle alleinstehenden Menschen heiklen Abend überstehen zu können.

Doch dann kommt alles ganz anders: Die Mikrowelle Carla streikt, das Schildkrötenpärchen Horst und Nicole sind getürmt und nacheinander kommen immer mehr Gäste, die ihrerseits der Einsamkeit entflohen sind, (was sie sich und Jan natürlich nicht zugeben): seine Ex-Frau Nicole, seine Ex-Geliebte Steffi, sein Sohn Kai und schließlich auch noch sein Vater Peter, der vor der Polizeit auf der Flucht ist.

Jan (Arnold Preuß) will seiner Ex-Frau (Wilma Welte) einreden, dass Schildkröten Gefühle haben, ja sie smüüstergrienen sogar -  Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Aus dem ruhigen Abend wird ein turbulentes Zusammentreffen dreier Generationen einschließlich eines Box-Kampfes und einer Vanillekipferl-Backorgie. Wir haben es mit einer schnellen und amüsanten und peppigen Komödie mit wunderbaren Rollen zu tun - und am Ende ist man fast ein bisschen traurig, von diesen fünf liebenswerten und ganz "normalen" Menschen Abschied nehmen zu müssen. Es spielen Martina Jahn, Wilma Welte, Günter Boye, André Gelhart und Arnold Preuß

Steffi (Martina Jahn) und Kai (André Gelhart) unterhalten sich gerade über ein köstliches Menu beim Italiener, warum reagiert Steffi bloß so komisch auf Zabaione? - Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Wilhelmshavener Zeitung vom 28. Dezember 2001

Eine scheinheilige Familie

Premiere der Niederdeutschen Bühne am zweiten Weihnachtsfeiertag

Von Walburg Dittrich

Für die Freunde der Niederdeutschen Bühne gab es am zweiten Weihnachtsfeiertag noch einen Leckerbissen zum Ausklang des Festes. Im gut gefüllten Stadttheater erlebten sie die Premiere und Uraufführung des Stückes "Van nu an bün ik glücklich!" Die aus der Feder von Frank Pinkus stammende Weihnachtskomödie hat Arnold Preuß ins Niederdeutsche übertragen. Regie führte Elke Münch, die bereits mit ihrer Inszenierung "`n schöne Bescherung" in der Spielzeit 1999/2000 ein erfolgreiches Weihnachtsstück auf die Bühne gebracht hat.

Mit den fünf Darstellern (Martina Jahn, Wilma Welte, Günter Boye, Andre Gelhart und Arnold Preuß) hat sie in den letzten sechs Wochen fleißig geprobt, Stefan Hertel hat mit ihnen geboxt, Susanne Mittmann hat mit ihnen getanzt und Jürn Cornelius mit ihnen gesungen. Unter der Leitung von Harald Schmidt hat die Technik ein aufwändiges Bühnenbild erstellt, und Marianne Karstens hat die Requisiten besorgt.

Der frisch geschiedene Werbegrafiker Jan Ludwig (Arnold Preuß) soll, so hat es ihm sein Therapeut nahe gelegt, das Weihnachtsfest allein verbringen, um zu sich selbst zu finden. Er ist festen Willens, es sich so richtig " kommodig" zu machen. Doch seine Mikrowelle killt sein Festmenü, und dann stellt sich auch noch reihenweise ungebetener Besuch ein:

Sein Sohn Kai (Andre Gelhart), vertilgt den kläglichen Rest seines Essens, seine Ex-Freundin Steffi (Martina Jahn), Psychologiestudentin und Scheidungsgrund, will ihm einfach nur Gesellschaft leisten, und zu gleichem Behuf erscheint auch Ex-Frau Nicole (Wilma Welte). Jans Vater Peter (Günter Boye) schließlich will sich bei ihm vor der Polizei verstecken, weil er eine Bank ausgeraubt hat.

Mit Jans erhofftem friedlichen Heiligabend ist es nun gänzlich vorbei. Doch bei viel Kognak und Champagner, den sein Vater besorgt hatte, beim Kekse backen, beim Boxkampf mit seinem Sohn und auch bei therapeutischen Gesprächen mit den beiden Hausschildkröten erkennt Jan, dass nicht nur er seine Last zu tragen hat.
Angesichts der ersten selbstgebackenen Plätzchen ihres Ex-Mannes lässt sich Nicole zu einem Tango mit ihm hinreißen, und beide schwelgen in Erinnerungen an ihre große Liebe.

Erstaunt und fast ungläubig offenbart Jan am Ende dieses turbulenten Weihnachtsabends auf sein Diktiergerät, das zuvor für seine Sorgen schon immer ein offenes Ohr hatte: "Van nu an bün ik glücklich." Das brachte sogar die beiden Schildkröten zum "schmüstergrienen". Und das Publikum amüsierte sich. Die kurzweilige Komödie wird am 6., 12., 13., 20. und 28. Januar um 20 Uhr und am 6. und 13. Januar zusätzlich um 15.30 Uhr weitere male aufgeführt. Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf im Service Center des Stadttheaters.

Sie streiten sich um 555.000 DM: Opa Peter (Günter Boye), Enkel Kai (André Gelhart) und Sohn Jan (Arnold Preuß)
- eine Szene aus: "Van nu an bün ik glücklich!"

Jeversches Wochenblatt vom 28. Dezember 2001

Weihnachtsfreuden plastisch serviert

Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven mit plattdeutscher Uraufführung "Von nu an bün ik glücklich!"

Von Ernst Richter

Wilhelmshaven. "Van nu an bün ik glücklich", tönt Jan Ludwig, von Beruf Werbegrafiker, streckt seine Arme himmelwärts und strahlt das Premierenpublikum an, das mit herzlichem Beifall antwortet. Zuvor aber hat Jan Ludwig zwei Lehrstunden zu absolvieren, die ein wenig an Abendkurse einer Volkshochschule erinnern. Da verklart ihm sein Vater Peter Ludwig so seine Lebensphilosophie, während er Jan in Sachen Kekse backen praktisch unterweist. Die Zuschauer passen genau auf, ob Jan auch den Anweisungen folgt und die Eier fachmännisch aufschlägt. Wenn's gelingt, bleibt der Szenenapplaus nicht aus. So spannend geht es in der Komödie "Van nu an bün ik glücklich!" von Frank Pinkus in der Übersetzung von Arnold Preuß zu, der auch die Rolle des Jan Ludwig übernommen hat.

Die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven bringt diese Komödie als niederdeutsche Uraufführung auf die Bühne. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war traditionell Premierenvorstellung. Der Vorhang öffnet sich und zeigt Jan Ludwig beim Fitnesstraining und bei Selbstgesprächen. Denn Jan ist allein und will sich solo einen gemütlichen Heiligabend bereiten. Dazu hat er sich selbst den Gabentisch gedeckt. Auch seine beiden Mitbewohner, zwei Schildkröten, sollen merken, dass es weihnachtet. Dass ihm in der Mikrowelle, die er mit Carla anredet, die Krabbenköstlichkeit verkohlt und er den Brandsalat mit Champagner löscht, sind so die Begleiterscheinungen eines Junggesellen, der wohl bessere Zeiten durchlebt hat.

Jan tänzelt weiter durch sein toll und ganz modern eingerichtetes Apartment. Nein, kein Plüschsofa, sondern weiche Lederpolster. Alfred Christoffers Günther Scharf und Horst Vollbrecht haben nach der Idee von Elke Münch, die auch Regie führt, das Bühnenbild gebaut. Die "alten Hasen" unter den Zuschauern müssen sich erst an das neumodische Mobiliar gewöhnen. Da fehlen doch die vertrauten, altbekannten Requisiten.

Ihre Probleme "boxen" sie miteinander aus: Jan (Arnold Preuß) und Sohn Kai (André Gelhart). Die geschiedene Ex-Frau (Wilma Welte) feuert natürlich ihren Sohn an. - eine Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!" -

Inzwischen hat Arnold Preuß als Jan Ludwig seinen Auftaktmonolog beendet. Da kommt mit dessen Sohn Kai, der plötzlich und unerwartet aufkreuzt, Leben in die Bude. André Gelhart gefällt mit seinem frischunbekümmertem Spiel in diesem Part. Der Boxkampf Vater Sohn hat es in sich. Das Zwiegespräch zwischen Vater und Sohn ist dem Leben abgelauscht. Ja, ja, werden die anwesenden Väter und Mütter gedacht haben, so kann's gehen. Damit nicht genug. Wieder schellt es an der Wohnungstür, und Steffi Mutzbach, Jans Ex-Geliebte, erscheint, gespielt von Martina Jahn. Die Unterhaltung wird heftiger, dahin ist der ruhige Weihnachtsabend, den Jan mit sich allein verbringen wollte.

Und wieder klingelt es, und Nicole Nansen, Jans geschiedene Frau, tritt ein. Wilma Welte hat diesen Part fest im Griff, typisiert das Wiedersehen und scheint auch gleich wieder das Kommando übernehmen zu wollen, bis Günter Boye als Peter Ludwig, Vater des Jan, hereinstürzt', und eine tolle Räuberpistole durchaus glaubhaft auftischt. Er habe gerade eine Bank überfallen, das heißt, man habe ihm den Sack voller Geld ausgehändigt. Die wahren Bankräuber würden den Politikern Helmut Kohl und Gerhard Schröder sehr ähnlich sein, erzählt der Senior des Familienclans Ludwig.

Kleine Turbulenzen unterhalten das Publikum. Dann beginnt das Keksebacken, und Peter Ludwig löst die Story vom Bankraub. Natürlich, der Senior im schnieken hellen Anzug hat keine Bank um `ne halbe Million erleichtert. Dafür hat er eine Flugreise für alle nach Vancouver bestellt und die Hotelzimmer gebucht. Warum nach Vancouver in nördlichen Regionen Kanadas? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Doch das Happy end lässt nicht noch länger auf sich warten. Zunächst versucht es Jan mit seiner Ex-Frau Nicole im Tangoschritt, wobei es sich nicht verleugnen lässt, dass Jan eben doch kein Spanier, sondern ein Junge von der Waterkant ist.

Schließlich herrscht allgemein eitel Freude, die Kekse sind gebacken und schwungvoll stimmt das Familien Trio Ludwig zum Vergnügen des Publikums das Lied vom Weihnachtsmarkt an.

Neue Rundschau vom 19.12.2001

"Van nu an bün glücklich!"

Uraufführung der Niederdeutschen Bühne

von Marc Gelhart

Als besonderes Bonbon dieser Spielzeit präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven als diesjähriges Weihnachtsstück die Uraufführung von "Van nu an bün ik glücklich! ". Die hochdeutsche Fassung "Ab jetzt bin ich glücklich! " stammt aus der Feder von Frank Pinkus, der zu der Premiere am 26. Dezember um 20 Uhr als Gast erwartet wird. Übersetzt hat es Arnold Preuß, der mit der Hauptrolle nach langer Auszeit wieder als Spieler an dieser Bühne in Erscheinung tritt.

Damit hat Jan (Arnold Preuß) nicht gerechnet, seine Ex-Frau (Wilma Welte) steht am Heiligen Abend vor der Tür; überrascht ist auch Sohn Kai (André Gelhart) - Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Die Regie hat Elke Münch, die bereits mit ihrer Inszenierung "'n schöne Bescherung" in der Spielzeit 1999/2000 ein glückliches Händchen für Weihnachtsstücke, die das Chaos am Heiligabend thematisieren, bewiesen hat.

Denn auch in dieser Komödie ist es besagter Heiligabend, und Jan Ludwig (Arnold Preuß) soll nun, einige Monate nach seiner Scheidung, sein erstes Weihnachtsfest allein verbringen. So hat es ihm sein Therapeut nahe gelegt. Abgesehen von einer Mikrowelle und einem Diktiergerät hat er als Gesprächspartner nur sich selbst und ist auch festen Willens, für den Rest des Abends allein zu bleiben. Nachdem allerdings einige Pannen die Vorbereitungen für sein "Dinner for one" behindern, erscheint sein Sohn Kai (Andre Gerhart), um Jan Gesellschaft zu leisten und den kläglichen Rest seines Essens aufzuessen.

Bevor es Jan aber auch nur ansatzweise gelingt, seinen Sohn wieder loszuwerden, steht seine Ex-Freundin Steffi (Martina Jahn), der damalige Scheidungsgrund, mit der gleichen Motivation auf der Matte. Wenig später folgt auch seine Ex Frau Nicole (Wilma Welte), um nach Jan zu sehen. Um die ungewöhnliche Partygesellschaft perfekt zu machen, schneit schließlich noch Jans Vater Peter (Günter Boye) herein, der vorgibt, auf der Flucht vor der Polizei zu sein, seit er mittags eine Bank überfallen habe . . . Was soll nun noch aus Jan Ludwigs Heiligem Abend werden?

Sind seine ungebetenen Gäste wirklich nur aus Sorge und Mitleid ausgerechnet zu ihm gekommen? Und: Muss man als Mann Kekse backen, um eine Frau halten zu können? Was erwarten Frauen eigentlich genau von einem Mann? Antworten auf diese und andere Fragen erhält der Zuschauer nach der Premiere am 2. Weihnachtsfeiertag im nächsten Jahr in den Vorstellungen am 6., 12., 13., 20. und 28. Januar um 20 Uhr und am 6. und 13. Januar zusätzlich um 15.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf sowie im freien Verkauf an der Abendkasse am Service Center im Stadttheater. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb wilhelmshaven.de.

Nicole (Wilma Welte) ist verzweifelt, sie möchte ihre "Männer" zum Mitternachtskonzert in die Kirche einladen,die beiden (Arnold Preuß und André Gelhart) treiben lieber Sport .... am Heiligen Abend! - Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Wilhelmshavener Zeitung vom 22. 12. 2001

Heiligabend mit Überraschungen

"Van nu an bün ik glücklich!"  hat am 2. Weihnachtsfeiertag Premiere

Aus der Feder von Frank Pinkus stammt die Komödie "Ab jetzt bin ich glücklich!". Arnold Preuß hat sie in das Niederdeutsche übertragen, nun heißt sie "Van nu an bün ik glücklich!" und hat in einer Inszenierung der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven am 2. Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember, um 20 Uhr im Stadttheater Wilhelmshaven Premiere. Regie führt Elke Münch.

Dass sich die Schauspieler der Niederdeutschen an diesem Abend besonders viel Mühe geben, kann als gesichert gelten, hat sich doch für deren Premiere der Autor der hochdeutschen Fassung, eben jener Frank Pinkus, als Zuschauer angesagt. Die Handlung des Stückes spielt an Heiligabend was übrigens der Regisseurin entgegen kommt, denn für dieses Thema hat sie ein glückliches Händchen. Jan Ludwig (Arnold Preuß) soll nämlich, nur wenige Monate nach der Scheidung, das Weihnachtsfest alleine verbringen. So hat es ihm sein Therapeut nahe gelegt. Abgesehen von einer Mikrowelle und einem Diktiergerät hat er nur sich selbst als
Gesprächspartner. Nachdem einige Pannen sein "Dinner for one" behindern, erscheint sein Sohn Kai (Andre Gelhart), um ihm Gesellschaft zu leisten.

Noch bevor es Jan gelingt, seinen Sohn wieder los zu werden, steht wenig später auch noch seine Ex Freundin Steffi (Martina Jahn), der Scheidungsgrund, in der Tür mit der gleichen Absicht wie der Sohn. Wenig später taucht auch noch die Ex Frau (Wilma Welte) auf. Als zu guter Letzt sogar noch Jans Vater (Günter Boye) hereingeschneit kommt, er ist vor der Polizei geflohen, weil er eine Bank überfallen haben soll, fällt der Therapieplan über den Haufen. Dem Wohnungseigentümer bleibt nur noch übrig, schnell Kekse zu backen, damit der Heiligabend gerettet ist.

Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf jeweils im Service Center im Stadttheater. Weitere Informationen unter Telefon 9401 15.

Jan (Arnold Preuß) möchte sich zum Festmenu als Vorspeise eine Krabbensuppe in der Micowelle bereiten - damit fängt das Unglück an! -  Szene aus "Van nu an bün ik glücklich!"

Sie üben das Weihnachtslied: André Gelhart, Arnold Preuß, Günter Boye

v.l. Wilma Welte, Martina Jahn, André Gelhart, Günter Boye, Arnold Preuß

Geld in´n Büdel - miteens Getüdel (NDE)

Erstaufführung in niederdeutscher Sprache

GELD IN´N BÜDEL - MITEENS GETÜDEL

(Cash on Delivery! - Und ewig rauschen die Gelder)
Farce von Michael Cooney
Deutsch von Paul Overhoff
Niederdeutsch von Arnold Preuß

Inszenierung und Bühne: Arnold Preuß

Souffleuse: Hanna Christoffers/Marianne Karstens
Inspektion: Anke Schluppkotten
Maske: Heidi Strowik und Freddi Aicher
Requisiten: Monika Eilers
Bühnenbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Harald Schmidt
Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Günter Michaels und Harald Schmidt
Beleuchtung: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Technische Leitung: Harald Schmidt

Premiere: 24. November 2001

Rollen:
Erich Schwarz - Jürgen Tapken
Linda Schwarz - Dagmar Grube
Norbert Dobermann - Torsten Könnecke
Herr Janssen - André Gelhart
Onkel Georg - Günter Jaedeke
Nele Schönefeld - Christine Wessoleck
Dr. Kaufmann - Rolf-Peter Lauxtermann
Herr Firmenich - Horst Qualmann
Frau Kuhlmann - Magita Pust
Berta Dirksen - Katrin Paasch

Das Bühnenbild - im Entwurf -

Wilhelmshavener Zeitung vom 26. November 2001

Schwärzester englischer Humor temporeich angelegt

Erstaufführung des britischen Erfolgsstücks "Cash an Delivery" nimmt Sozialschmarotzer unter die Lupe- Ein rasantes Verwandlungs und Verwechslungsspiel begeisterte die Zuschauer bei der Premiere der niederdeutschen Erstaufführung des britischen Stücks "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel".

Von Inga Hellwig

Für den Sozialamtsangestellten Georg Janssen ist es ein Albtraum: In der Schillerstraße 44, dem Haus von Erich Schwarz (Jürgen Tapken) und seiner Ehefrau Linda (Dagmar Grube), leben zwölf Personen. Das zumindest, glaubt die Behörde. Erich Schwarz beherrscht die Kunst des Sozialschmarotzens. Weil er sich nicht traut, seine Arbeitslosigkeit zu gestehen und weil ihn der Sozialstaat bereitwillig finanziell unterstützt, erfindet er immer mehr Hausbewohner, um Kindergeld, Arbeitslosengeld, Mutterschaftsgeld, Wohngeld, Krankengeld, Altersrente und Sozialhilfe abzukassieren.

Regisseur Arnold Preuß hat das britische Erfolgsstück "Cash an Delivery" von Michael Cooney für die Niederdeutschen Bühnen entdeckt. Am Samstagabend feierte das Ensemble mit der Niederdeutsche Erstaufführung Premiere mit rauschendem Beifall. Die mit schwärzestem englischen Humor ausgestattete Boulevardkomödie ließ das Publikum nicht nur kichern, sondern aus vollem Halse lachen.

Vom Sozialamt kommt Außenprüfer Janssen (André Gelhart)und trifft hier auf den etwas konfusen Norbert Dobermann (Torsten Könnecke) - eine Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel"-

Denn der Sozialschwindel um den Geldsegen vom Staat droht aufzukippen, als Erich Schwarz, dem die Bürokratie um seine zahlreichen "Untermietei" langsam zu viel wird, versucht, sich dieser zu entledigen. Als er seinen einzigen reellen Mitbewohner, Norbert Dobermann (Torsten Könnecke), als verstorben meldet, ruft dies die Sozialarbeiterin Nele Schönefeld (Christine Wessolleck) auf den Plan, die sich um die angeblichen sechs Kinder des vermeintlich Verblichenen sorgt. Kurz zuvor allerdings steht schon der äußerste penible und nervöse Außenprüfer des Sozialamtes, Georg Janssen (Andre Gelhard), vor der Tür. Er sucht einen Bewohner namens Thomsen, für den Schwarz seit zwei Jahren Arbeitslosenhilfe kassiert.

Ein rasantes Verwandlungs und Verwechslungsspiel nimmt seinen Lauf, bei dem die Verwicklungen sich zu einem schier unlösbaren gordischen Knoten zuspitzen. Arnold Preuß legte die englische Komödie vor allem auf Tempo an. Als Rahmenhandlung dient geschickt inszeniert durch Lichteffekte der Traum des Beamten. Gut besetzt und flott einstudiert, bot die NDB mit "Geld in'n Büdel miteens Getüdel" vor allem eine hervorragende Ensembleleistung. Überzeugen konnte besonders André Gelhart als Sozialreferent Georg Janssen, der penibel und voller Angst vor seiner Vorgesetzten Frau Kuhlmann (Magita Pust) von dem Lügengebilde eingewickelt wird. In der Hauptrolle zeigte Jürgen Tapken mit viel Komödiantik einen konfusen Hausbesitzer, der sich durch Notlügen immer tiefer ins Schlamassel bringt.

Dagmar Grube spielte hervorragend die ahnungslose Hausfrau und Gattin Linda. Torsten Könnecke als Untermieter Norbert Dobermann und Günther Jaedeke als Onkel Georg beherrschten ihre chaotischen Charaktere perfekt. In den Nebenrollen agierten Rolf Peter Lauxtermann (Dr. Peter Kaufmann), Horst Qualmann (Bestatter Firmenich) und Katrin Paasch (Berta Dirksen).

"Hier mutt jichtenseen Verwechslung vörliggen",  wird Erich Schwarz (Jürgen Tapken) gleich feststellen müssen, denn er hat es mit Frau Kuhlmann (Magita Pust) zu tun und die wird ihm kräftig eins auf die Finger geben - Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel"-

Souffleuse: Hanna Christoffers/Marianne Karstens; Maske : Heidi Strowik, Freddi Aicher; Requisiten: Monika Eilers; Bühnenbau: Günter Schwerf, Horst Vollbrecht; Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Günter Michaels, Harald Schmidt; Bühnenmalerei: Harald Schmidt; Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg; Technische Leitung: Harald Schmidt; Inspizienz: Anke Schluppenkotten.

Jeversches Wochenblatt vom 27. November 2001

Ein Albtraum: Da werden Tote wieder lebendig

Niederdeutsche Bühne spielt die Cooney Farce "Geld in'n Büdel miteens Getüdel"

von Ernst Richter

Wilhelmshaven. Eine Tür knallt ins Schloss, ein junger Mann stürzt in Hut und Mantel auf die Bühne, rennt hin und her und scheint ganz durcheinander zu sein. Es ist André Gelhart in der Rolle des Außenprüfers vom Sozialamt. Damit beginnt für den gestressten Außenprüfer ein Albtraum und für das Publikum im Stadttheater die unglaubliche Geschichte: "Geld in'n Büdel miteens Getüdel", eine Farce, geschrieben von Michael Cooney und von Arnold Preuß ins Plattdeutsche übertragen.

Es ist damit eine niederdeutsche Erstaufführung, die von der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven als zweites Saisonstück aufgeführt wird. Der Autor Michael Cooney muss eigentlich ein Beamter sein, so gut kennt er sich mit den Schlichen der Leute aus, wie man sich mit diversen Anträgen um Beihilfen, Zuschüsse und Bewilligungen ein geruhsames Leben ohne Arbeit verschaffen kann, bis plötzlich der Mann vom Sozialamt vor der Tür steht. Das Drama, das sich zu diesem Albtraum entwickelt und schließlich zum katastrophalen Höhepunkt führt, bietet dem Publikum köstliche Unterhaltung.

Es ist kein Schwank, den Arnold Preuß als Regisseur auf die Bretter gestellt hat, sondern schauspielerische Kleinkunst ohne vordergründigen Klamauk. Da meinten zwei Besucherinnen beim Pausenrundgang, das sei ja ein ganz tolles Stück, es gehe aber alles viel zu schnell, so dass man manches gar nicht so richtig mitbekommt. Das ist der Albtraum, der von der Bühne ins Parkett überspringt und das Publikum erfasst.

Im Haus Schillerstraße 44 ist nämlich der Teufel los, da werden Lebende für tot erklärt und Tote wieder lebendig. Erich und Linda Schwarz leben hier einträchtig miteinander. Erich hat es vor seiner Frau zwei lange Jahre zu verbergen verstanden, dass er arbeitslos ist. Mit Hilfe von diversen Anträgen für sich und seine teils fingierten Mieter Dobermann und Thomsen blieben die "Einkünfte" gesichert.
Dann aber kreuzte der Mann vom Sozialamt auf, brachte alles durcheinander und den Stein ins Rollen, sehr zum schmunzelnden Amüsement des Publikums mit Ausflüchten, Verwechselungen und verdrehten Behauptungen. Als sich dann noch die Waschmaschine selbständig macht und wie von Geisterhand getrieben aus der Küche anrollt, ist der helle Wahnsinn komplett, die Auflösung aber nicht minder wirkungsvoll.

"Ik heff mi hüüt morgen gedüvelt schlecht verföhlt", sagt Norbert Dobermann (Torsten Könnecke) und man sieht´s ihm an - Eine Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel"-

Nach dem umfassenden Geständnis des Hausherren Erich Schwarz und in Erwartung einer deftigen Freiheitsstrafe gebietet die hinzugekommene Inspektorin des Sozialamtes Stillschweigen, damit diese Schliche der Öffentlichkeit nicht bekannt werden und Erich Schwarz erhält einen Arbeitsplatz, er wird Inspektor im Betrugsdezernat.

Jürgen Tapken als Erich Schwarz und Thorsten Könnecke als dessen Untermieter Norbert Dobermann zeigen sich in trefflicher Spiellaune. Die Niederdeutsche Bühne muss aufpassen, dass beide nicht von der Landesbühne weg engagiert werden. Dagmar Grube spielt die beherzt resolute Linda Schwarz, Christine Wessolleck die Sozialarbeiterin Nele Schönefeld, Magita Pust die Inspektorin des Sozialamtes Frau Kuhlmann und Katrin Paasch Norberts Verlobte Berta Dirksen. In den weiteren Rollen agieren munter Günter Jaedeke als Onkel Georg, Rolf-Peter Lauxtermann in stoischer Ruhe als Eheberater Dr. Kaufmann und Horst Qualmann als Bestatter Firmenich.

Das Bühnenbild, auch entworfen von Arnold Preuß, bietet wie ein großer Baukasten Spielflächen und Türen für Auftritte und Abgänge. Kein Plüschsofa, keine märchenhaften Landschaftsbilder und keine Fenster mit Durchblicken auf Feld und Flur. Die handelnden Personen dominieren über zwei Stunden den Bühnenraum ohne auch nur für eine Minute Langeweile aufkommen zu lassen. Das Premierenpublikum geizte nicht mit dem sehr berechtigten Beifall. "Geld in'n Büdel miteens Getüdel" wird den Erfolgskurs der Niederdeutschen Bühne fortsetzen und den Verantwortlichen gewiss keine Albträume bereiten.

Wilhelmshaven, 28 März 2002

QUICKBORN - Zeitschrift für plattdeutsche Sprache und Literatur

92. Jahrgang - Heft 1 - 2002

THEATER

Geld in'n Büdel - miteensGetüdel

Wilhelmshaven. Eine Tür knallt ins Schloss, ein junger Mann stürzt in Hut und Mantel auf die Bühne, rennt hin und her und scheint ganz durcheinander zu sein. Es ist Andre Gelhart in der Rolle des Außenprüfers vom Sozialamt. Damit beginnt für den gestressten Außenprüfer ein Albtraum und für das Publikum im Stadttheater die unglaubliche Geschichte: "Geld in'n Büdel miteens Getüdel", eine Farce, geschrieben von Michael Cooney und von Arnold Preuß ins Plattdeutsche übertragen. Es ist damit eine niederdeutsche Erstaufführung, die von der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven als zweites Saisonstück aufgeführt wird.

Im Haus Schillerstraße 44 ist der Teufel los, da werden Lebende für tot erklärt und Tote wieder lebendig. Erich und Linda Schwarz leben hier einträchtig miteinander. Erich hat es vor seiner Frau zwei lange Jahre zu verbergen verstanden, dass er arbeitslos ist .Mit Hilfe von diversen Anträgen für sich und seine teils fingierten Mieter Dobermann und Thomsen blieben die "Einkünfte " gesichert.

Dann aber kreuzte der Mann vom Sozialamt auf, brachte alles durcheinander und den Stein ins Rollen, sehr zum schmunzelnden Amüsement des Publikums mit Ausflüchten, Verwechselungen und verdrehten Behauptungen. Als sich dann noch die Waschmaschine selbständig macht und wie von Geisterhand getrieben aus der Küche anrollt, ist der helle Wahnsinn komplett, die Auflösung aber nicht minder wirkungsvoll. Nach dem umfassenden Geständnis des Hausherren Erich Schwarz und in Erwartung einer deftigen Freiheitsstrafe gebietet die hinzugekommene Inspektorin des Sozialamtes Stillschweigen, damit diese Schliche der Öffentlichkeit nicht bekannt werden und Erich Schwarz erhält einen Arbeitsplatz, er wird Inspektor im Betrugsdezernat.

Jürgen Tapken als Erich Schwarz und Thorsten Könnecke als dessen Untermieter Norbert Dobermann zeigen sich in trefflicher Spiellaune. Die Niederdeutsche Bühne muss aufpassen, dass beide nicht von der Landesbühne weg engagiert werden. Dagmar Grube spielt die beherzt resolute Linda Schwarz, Christine Wessolleck die
Sozialarbeiterin Nele Schönfeld, Magita Pust die Inspektorin des Sozialamtes Frau Kuhlmann und Katrin Paasch Norberts Verlobte Berta Dirksen. Die handelnden Personen dominieren über zwei Stunden den Bühneraum ohne auch nur für eine Minute Langeweile aufkommen zu lassen. Das Premierenpublikum geizte nicht
mit dem sehr berechtigten Beifall. "Geld in'n Büdel miteens Getüdel" wird den Erfolgskurs der Niederdeutschen Bühne fortsetzen und den Verantwortlichen gewiss keine Albträume bereiten.

Ernst Richter (Jeversches Wochenblatt vom 27.11.01)

"Geld in'n Büdel miteens Getüdel" von Michael Cooney, plattdeutsch von ArnoldPreuß, Erstaufführung am 24. Nov. 2001, Regie: Arnold Preuß, Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven.

GELD IN`N BÜDEL - MITEENS GETÜDEL

Farce von Michael Cooney

In der vergangenen Spielzeit konnten wir Ihnen zum ersten Male ein Stück aus der Feder der Cooneys vorführen. Sie erinnern sich sicher. "Allens ut de Reeg", die Geschichte um einen liebestollen Landwirtschaftsminister und seinen quirligen Assistenten, wurde von Publikum und Kritik mit großer Begeisterung aufgenommen.

Nun kommt ein weiteres Mitglied der Familie Cooney, nämlich Michael und hier haben wir es mit dem Sohn von Vater Ray zu tun. Und wenn Ray Cooney zu den erfolgreichsten englischen Komödienschreiber der letzten Jahre zu rechnen ist, dann hat sein Sohn mit seinem Erstlingswerk gleich einen Volltreffer gelandet. "Cash on Delivery!" oder wie es im Hochdeutschen heißt, "'Und ewig rauschen die Gelder" hat sich in den letzten Jahren zum meistgespielten Stück in England, aber auch in Deutschland und das nicht nur an den Boulevard-Theatern, sondern auch an Stadt- und Staatstheatern, entwickelt. Das Lachen ist wieder erlaubt auf den hochdeutschen Theaterbrettern - da darf eine Übertragung in das Niederdeutsche Volkstheater nicht fehlen. Diese Übertragung hat Arnold Preuß besorgt, der auch gleichzeitig die Regie führen wird.

Norbert Dobermann (Torsten Könnecke) und Erich Schwarz (Jürgen Tapken) sind sichtlich ratlos, wie können sie die Katastrophe verhindern? - Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel"-

Im Stück geht es darum, dass Erich Schwarz es nicht übers Herz brachte, seiner Frau Linda zu gestehen, dass er vor zwei Jahren seinen Job verloren hatte. Der wöchentliche Scheck vom Sozialamt für seinen gerade nach Kanada ausgewanderten früheren Untermieter war die finanzielle Rettung und gleichzeitig der Anfang einer zweiten Karriere als Virtuose auf der Klaviatur der großzügigen Sozialverwaltung. Während Linda glaubt, er würde jeden Morgen wie sie zur Arbeit gehen, löst Erich eine Lawine staatlicher Hilfsbereitschaft aus, indem er zusätzlich zu seinem neuen Untermieter noch Dutzende weiterer hilfsbedürftiger Hausbewohner erfindet und das soziale Netz zum Trampolin für ungeahnte finanzielle Höhenflüge macht.

Er beantragt und erhält Alters- , Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld, sogar die Schulmilch lässt er nicht aus. Als dann eines Tages ein Außenprüfer des Sozialamtes vor der Tür steht, beginnt eine aberwitzige Verwechslungs- und Verwandlungskomödie, an deren Ende eine Überraschung für das nicht mehr erwartete Happy End sorgt.

Michael Cooneys Erstling steht ganz in der Tradition englischer Komödien-Autroren. Mitten aus dem Leben gegriffen, lassen Wortspiel und Situationskomik kein Auge trocken. Es spielen: Dagmar Grube, Katrin Paasch, Magita Puust, Christine Wessoleck, André Gelhart, Günter Jaedeke, Torsten Könnecke, Rolf-Peter Lauxtermann, Horst Qualmann und Jürgen Tapken.

GUTEN MORGEN SONNTAG vom 19.11.2001

Niederdeutsche Erstaufführung mit Terminänderung:

"Geld in'n Büdel - miteens Getüdel"

Wilhelmshaven. (gms) Ab 24. November präsentiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven die Farce "Geld in'n Büdel miteens Getüdel" als niederdeutsche Erstaufführung. Dieses Stück stammt aus der Feder von Michael Cooney, dem Sohn von Ray Cooney, dessen Farce "Allens ut de Reeg" in der letzten Spielzeit mit großem Erfolg erstaufgeführt wurde. Die niederdeutsche Übersetzung besorgte auch diesmal wieder Arnold Preuß, der die Regie in diesem Stück führt.

Zur Handlung: Erich Schwarz (Jürgen Tapken) hat es leider nach zwei Jahren immer noch nicht übers Herz gebracht, seiner Frau Linda (Dagmar Grube) zu gestehen, dass er seinen Job verloren hat. Während sie ihn auf der Arbeit glaubt, finanziert er den gemeinsamen Lebensunterhalt auf eher unkonventionelle Art und Weise. Nachdem damals zunächst nur der Scheck vom Sozialamt für seinen gerade nach Kanada ausgewanderten Untermieter seine letzte Rettung darstellte, lernte er langsam, den Sozialstaat zu "melken" und verschiedene Sozialhilfen bis hin zur Schulmilch zu kassieren.

Linda Schwarz (Dagmar Grube) versteht nicht, was um sie herum geschieht. Ihr Mann, Erich (Jürgen Tapken) ist genauso außer Rand und Band wie Norbert Dobermann (Torsten Könnecke), Herr Janssen (André Gelhart) und (verdeckt) Onkel Schorsch (Günter Jaedeke) - eine Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getrüdel"

Dafür hat er neben seinem tatsächlichen neuen Untermieter Norbert Dobermann (Torsten Könnecke) viele weitere dazu erfunden, die angeblich mit ihren gesamten Familien im selben Haus wohnen. Logisch, dass einige auch bis zur Arbeitsunfähigkeit erkranken oder gar sterben. Doch nun scheint der Tag der Abrechnung gekommen zu sein: Auf der Matte steht ein Außenprüfer vom Sozialamt, Herr Janssen (Andre Gelhart), mitsamt einem dicken Ordner voll mit allen eingegangen Anträgen. Jetzt ist Improvisationstalent gefragt. Erich und der inzwischen mit hineingezogene Norbert müssen in andere Rollen schlüpfen, um größerem Schlamassel zu entgehen. Auch Onkel Georg (Günter Jaedeke), der mit Erich von Anfang an unter einer Decke steckte, muss aushelfen.

So entsteht eine Lügengeschichte, in der Untermieter und Verwandte an diesem Tag verstorben sind, die es entweder gar nicht gibt oder die sich noch bester Gesundheit erfreuen. Dummerweise kommt Linda früher von der Arbeit nach Hause, um sich mit dem Eheberater Dr. Kaufmann (Rolf-Peter Lauxtermann) zu treffen. Beide wissen natürlich nichts von all dem, vermuten aber auf Grund der Geschehnisse ganz andere Probleme. Des Weiteren tauchen noch die Sozialarbeiterin Nele Schönefeld (Christine Wessolleck), der Bestatter Herr Firmenich (Horst Qualmann), Janssens Chefin Frau Kuhlmann (Magita Pust) und Berta Dirksen (Katrin Paasch), Norberts Verlobte auf.

Herr Janssen (André Gelhart) sucht erst einmal Zuflucht in der Mülltonne - eine Szene aus "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel" -

Schließlich hält jeder jeden für jemand anderen, und auch eine wild gewordene Waschmaschine trägt kaum dazu bei, dass sich die Situation für Erich Schwarz entspannt . . .

Bereits im Vorfeld mussten zwei Aufführungstermine aus organisatorischen Gründen geändert werden. Die Vorstellungen vom 2. 12. um 15.30 Uhr und 20 Uhr finden jetzt bereits am 25. 11. um 15.30 Uhr und 20 Uhr; also einen Tag nach der Premiere, statt. Die betroffenen Abonnenten werden angeschrieben. Die restlichen Aufführungstermine: 28. 11., 1., 8. und 9. 12. um 20 Uhr und am 8. 12. zusätzlich um 15.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf sowie im freien Verkauf an der Abendkasse am Service Center im Stadttheater. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb wilhehnshaven.de. (mg)

NEUE RUNDSCHAU VOM 28. 11.2001

Allens ut de Reeg" müsste allerdings "Geld in´n Büdel - miteens Getüdel" heißen

Weitere Aufführungen der Niederdeutschen Bühne

Die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven präsentierte erstmalig die Farce "Geld in'n Büdel mit eens Getüdel". Dieses Stück stammt aus der Feder von Michael Cooney, dem Sohn von Ray Cooney, dessen Farce "Allens ut de Reeg" in der letzten Spielzeit mit großem Erfolg erstaufgeführt wurde. Die niederdeutsche Übersetzung besorgte auch diesmal wieder Arnold Preuß, der die Regie in diesem Stück führt.

Zur Handlung: Erich Schwarz (Jürgen Tapken) hat es leider nach zwei Jahren immer noch nicht über's Herz gebracht, seiner Frau Linda (Dagmar Grube) zu gestehen, dass er seinen Job verloren hat. Während sie ihn auf der Arbeit glaubt, finanziert er den gemeinsamen Lebensunterhalt auf eher unkonventionelle Art und Weise. Nachdem damals zunächst nur der Scheck vom Sozialamt für seinen gerade nach Kanada ausgewanderten Untermieter seine letzte Rettung darstellte, lernte er langsam, den Sozialstaat zu "melken" und verschiedene Sozialhilfen bis hin zur Schulmilch zu kassieren. Dafür hat er neben seinem tatsächlichen neuen Untermieter Norbert Dobermann (Thorsten Könnecke) viele weitere dazuerfunden, die angeblich mit ihren gesamten Familien im selben Haus wohnen. Logisch, dass einige auch bis zur Arbeitsunfähigkeit erkranken oder gar sterben.

Thorsten Könnecke hatte schon bei den Proben schwer zu tragen an André Gelhart. 

Doch nun scheint der Tag der Abrechnung gekommen zu sein: Auf der Matte steht ein Außenprüfer vom Sozialamt, Herr Janssen (Andre Gelhart), mitsamt einem dicken Ordner voll mit allen eingegangenen Anträgen. Jetzt ist Improvisationstalent gefragt. Erich und der inzwischen mit hineingezogene Norbert müssen in andere Rollen schlüpfen, um größerem Schlamassel zu entgehen. Auch Onkel Georg (Günter Jaedeke), der mit Erich von Anfang an unter einer Decke steckte, muss aushelfen. So entsteht eine Lügengeschichte, in der Untermieter und Verwandte an diesem Tag verstorben sind, die es entweder gar nicht gibt oder die sich noch bester Gesundheit erfreuen.

Dummerweise kommt Linda früher von der Arbeit nach Hause, um sich mit dem Eheberater Dr. Kaufmann (Rolf Peter Lauxtermann) zu treffen. Beide wissen natürlich nichts von all dem, vermuten aber aufgrund der Geschehnisse ganz andere Probleme. Desweiteren tauchen noch die Sozialarbeiterin Nele Schönefeld (Christine Wessolleck), der Bestatter Herr Firmenich (Horst Qualmann), Janssens Chefin Frau Kuhlmann (Magita Pust) und Berta Dirksen (Katrin Paasch), Norberts Verlobte auf. Schließlich hält jeder jeden für jemand anderen, und auch eine wild gewordene Waschmaschine trägt kaum dazu bei, dass sich die Situation für Erich Schwarz entspannt.

Weitere Aufführungen finden am heutigen Mittwoch, 28. November, sowie am 1., 8. und 9. Dezember um 20 Uhr und am 8. Dezember zusätzlich um 15.30 Uhr statt. Karten gibt es im Vorverkauf sowie im freien Verkauf an der Abendkasse am SeviceCenter im Stadttheater. Weitere Informationen unter (0 44 21) 94 01 15 oder auf der bühneneigenen Homepage unter www.ndb wilhelmshaven.de.
mg

Thorsten Könnecke kurz vor dem Nervenzusammenbruch - aber nur in der Rolle

Koornblomen för den Smuuskater (1. WA)

1. Wiederaufführung , davor 1983/84 gespielt

KOORNBLOMEN FÖR DEN SMUUSKATER

Komödie in drei Akten von Krüschan Holsten

Inszenierung und Bühne: Stefan Brosig
Regieassistent: André Gelhart

Maske: Freddi Aicher
Requisiten: Marianne Karstens
Bühnenbildbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht, Harald Schmidt
Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Björn Remstedt, Harald Schmidt
Bühnenmalerei: Nicole Burfien
Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Inspizienz: Anke Schluppkotten
Souffleuse: Hildegard Steffens
Technische Leitung: Harald Schmidt

Premiere: 08. September 2001

Rollen und Darsteller:
Harm Wohltmann, he fahrt to See - Harald Schmidt
Meike Hölkens, Krüschans Dochter - Meike Zomerland
Krischan Hölkens, Discher - Heinz Zomerland
Tine Ehlen, mit Harm verspraken - Christel Dörnath
Johannes Köppelmeier, Pastor - Marc Gelhart
Otto Oetjen, Schoolmester - Horst Karstens
Geesche, Deern ut´n Dörp - Heidi Strowik
Meta, Deern ut´n Dörp - Helga Lauermann
Mimi, Deern ut´n Dörp - Magita Pust
Jakob Puvagel, Buer - Ingo Folkers
Dr. Dodenhoff, Landarzt - Nicolas Ducci

Krischan (Heinz Zomerland) will seine Tochter Meike (Meike Zomerland) nicht am Totenbett von Harm sehen

"Koornblomen för den Smuuskater"

Komödie von Krüschan Holsten

Wenn sich am 08. September für die Komödie "Koornblomen för den Smuuskater" von Krüschan Holsten der Vorhang beiseite schiebt, gibt es ein Wiedersehen mit einer Komödie, die bei ihrer ersten Aufführungsserie in Wilhelmshaven für viel gute Unterhaltung gesorgt hat.

Das Stück war 1983/84 ganz neu auf die niederdeutschen Theaterbretter gekommen und war das Erstlingswerk des Bremer Literaten Christian Holsten alias Krüschan Holschen, der bis dato mehr als Erzähler und Verfasser von Gedichten und Geschichten bekannt geworden war. Nach dem Ohnsorg-Theater und dem Bremer Waldau-Theater war die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven die dritte Bühne, auf der das Stück Station machte. Danach wurde es an vielen Niederdeutschen Bühnen nachgespielt, bis es jetzt wieder einmal auf dem Spielplan in Wilhelmshaven steht.

Nun zum Stück selbst: Nicht nur, dass es in einer blumigen Sprache geschrieben wurde, es handelt auch von Blumen, nämlich von Kornblumen, um derentwillen sich gleich fünf (!) Damen streiten. Denn jede will ihrem Geliebten ihren Strauß ans Totenbett bringen, als Dank und Erinnerung eine gewisse "schöne" Stunde in einem von Kornblumen übersäten Roggenfeld. Der Geliebe dieser Damen ist ein und dieselbe Person, Harm Wohltmann, ein rechter "Smuuskater".

Ein Wettstreit um die Trinkfestigkeit brachte nun sein jähe Ende. Er gewinnt zwar den Wettstreit, ist aber hinterher tot, so jedenfalls hat es (der nicht mehr ganz nüchterne) Landarzt festgestellt. Der Smuuskater" liegt nun aufgebahrt in seinem Bett und die Trauergäste trudeln ein, um Abschied zu nehmen - so beginnt das Stück. Makaber-skuril wird man danken. Das Stück ist aber so reizvoll und komödiantisch geschrieben und in der Handlung so effektvoll aufgebaut, dass ein jeder gleich durch das Handlungsgeschehen auf der Bühne gefesselt wird.

Eine Kömödie mit viel Wortwitz und Situatuonskomik. Es ist dramaturgisch so aufgebaut, dass der Zuschauer immer mehr weiß, als die auf der Bühne agierenden Darsteller. Ein Trick, den schon Alfred Hitchcock nutzte, um Spannung zu erzeugen. Ein Fest für alle Freunde, die gute schwarze Komödie lieben.

Es spielen folgende Darsteller: Christel Dörnath, Martina Jahn, Magita Pust, Heidi Strowik, Meike Zomerland, Ingo Folkers, Marc Gelhart, Host Karstens, Friedrich Müller, Harald Schmidt und Heinz Zomerland. Regie führt Stefan Brosig.

Tine (Christel Dörnath) und Meike (Meike Zomerland) trauern mit Pastor Johannes (Marc Gelhart) um den Toten Harm

WIHELMSHAVENER ZEITUNG vom 11.September 2001

Andenken an Schäferstündchen

Niederdeutsche Bühne trainierte zum Saisonauftakt Lachmuskeln

Von Inga Hellwig

:Auf eine "ambulante Trauung" der vermeintlichen Leiche Harm Wohltmann (Harald Schmidt) zielte am Sonnabend die Saisonpremiere der Niederdeutschen Bühne im Stadttheater Wilhelmshaven mit der Komödie "Koornblomen för den Smuuskater" des Autors Krüschan Holsten. Die zehn Darsteller der Niederdeutschen Bühne brachten den irrtümlich festgestellten Tod der Hauptfigur und die dadurch entstehenden amourösen Folgen bestens auf die Bühne und trainierten die Lachmuskeln ihrer treuen Fangemeinde füi die bevorstehende Spielzeit.

Nach dem der volltrunkene Arzt Dr. Dodenhoff (Nicolas C. Ducci) nach einem feuchtfröhlichen Wetttrinken mit Kumpel Otto Oetjen ( Horst Karstens) fälschlich den Exitus von Harm Wohltmann bescheinigt hat, fühlt sich die ermeintliche Leiche mit dieser Diagnose sichtlich wohl. Smuuskater Harm bricht im Dorf regelmäßig die Herzen aller Frauen. Dummerweise hat er seiner Verlobten Tine Ehlen (Christel Dörnath) versprochen, an diesem Tag mit ihr zum Pastor zu gehen, um das Aufgebot zu bestellen. Er hofft nun, diesem Schicksal dadurch entgehen zu können, indem er für tot gehalten wird.

Nacheinander trudeln nun die Frauen des Dorfes im Leichenzimmer ein, um von ihrem Geliebten Abschied zu nehmen. Alle haben sie im Andenken an ihre Schäferstündchen im Kornfeld einen Strauß Kornblumen dabei. Doch als Tine, Meike (Meike Zomerland), Meta (Helga Lauermann), Geesche (Heidi Strowik) und Mimi (Margita Pust) erkennen, dass sie nicht die einzige Kornblume in Harm Wohltmanns Gretreidefeld waren, ist im Leichenzimmer der Teufel los.

Da kommt der Trost des gut aussehenden Pastors Johannes Köppelmeier (Marc Gelhart) für die Opfer des Herzensbrechers genau richtig und die eifersüchtige Leiche wird wieder zum Leben erweckt. Bauer Puvogel (Ingo Folkers), der Mistgabel schwenkend sein durch Kornblumen-Diebinnen strapaziertes Roggenfeld verteidigt, Sargtischler Krischan Hölkens (Heinz Zomerland) und Saufkumpel Otto sorgen zusätzlich für einige Turbulenzen im Trauerhaus, in dem Tine zu guter Letzt doch noch zu ihrem Ehemann kommt.

Mit dem Schwank um Liebe, Leiche und Kornblumen zeigte Regisseur Stefan Brosig zum zweiten Male, dass er ein Händchen für die komischen Seiten des Theaterlebens hat. Das gut eingespielte Ensemble, schlagfertige Dialoge und amüsant treffsichere Situationen sorgten in zwei Akten für viele Lacher und wohlverdienten, anhaltenden Applaus beim Publikum.

Souffleuse: Hildegard Steffens; Maske: Fred Aicher; Requisiten: Marianne Karstens; Bühnenbau: Günter Scherf, Horst Vollbrecht, Harald Schmidt; Bühnentechnik: Timo Dörnath, Werner Dörnath, Gerd Gelhart, Björn Remmstedt, Harald Schmidt; Bühnenmalerei: Nicole Burfien; Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg; Technische Leitung: Harald Schmidt; Inspizienz: Anke Schluppenkotten.

De Smuuskatten nebst Pastor

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 10. September 2001

Pointen am laufenden Band

Niederdeutsche starteten bravourös mit "Koornblomen für den Smuuskater" in die Saison

Von Ernst Richter

Der Texter des rheinischen Schunkelliedchen, "Kornblumenblau ist . . " wird sicher nicht an den Schwank "Koornblornen für den Smuuskater" gedacht haben, irgendwie gibt es da aber gedankliche Parallelen. Musikalisch zwar nicht, denn eine Choralkornposition stürmt auf das Publikum ein, als sich der Vorhang zur neuen Spielzeit der Niederdeutschen Bühne im Stadttheater öffnet.

Der Blick wandert in die rosarot tapezierte Stube des Schwerenöters Harm Wohltmann, der wie tot in seinem Lotterbett liegt, das nun ein Totenbett sein könnte, - wenn nicht Harm in seinem Freund Otto Oetjen einen Zechkumpan hätte. Beide haben dem Alkohol heftig in gezieltem Wirkungstrinken zugesprochen, sozusagen zum letzten Mal. Denn schon am nächsten Tag soll Harm mit seiner Tine Ehlen beim Dorfpastor das Aufgebot bestellen. Jetzt liegt Harm wie tot danieder. Der Doktor kommt und stellt unverzüglich den Totenschein aus.

Das ist der Anfang dieses Schwanks, mit dem die Niederdeutsche Bühne in die neue Spielzeit startet: "Koornblomen för den Smuuskater" von Krischan Holsten. Die Regie führt Stefan Brosig, der keine Längen aufkommen Iässt und mit temporeichem Witz die Pointen am laufenden Band aus dem Spielgeschehen herauskitzelt. Für das Bühnenbild zeichnet ebenfalls Stefan Brosig verantwortlich.

Doch nun geht das Spektakel erst richtig los. Zunächst erscheint Zechkumpan Otto auf der Bildfläche. Wird von dem angeblich toten Harm eingeweiht und macht schließlich trotz aller Einwände und Bedenken mit. Denn so könnte sich Harm der angedrohten Trauung mit Tine nach siebenjähriger Verlobungszeit entziehen, urn sich, der jungen, knackigen Meike zuwenden zu können, die er in sein großes Herz geschlossen hat.

Bauer Puvagel (Ingo Folkers) ist in Rage, Harm (Harald Schmidt) ist "tot" und der Pastor (Marc Gelhart)  im Gebet vertieft

Doch es kommt anders. Nach Meike und Tine tauchen auch und unerwartet Harms alte Lieben (wie er sagt "kleine Zwischenspiele",) Geesche, Meta und Mirni auf. Alle haben von dem plötzlichen Ableben ihres Harm gehört und wollen mit einen Strauß Kornblumen von ihm Abschied nehmen. Kornblumen aus Puvagels Roggenschlag als Erinnerung an das Liebesnest im Kornfeld. Naturgemäß kommt es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen der Rivalinnen, die das Publikum ergötzen.

Die Handlung wird drastisch bis turbulent. Auch Pastor Johannes Köppelmeier kann an dem Kornblumen-Krieg nichts ändern und wird schließlich selbst zur weiblichen Begierde. Das macht schließlich den scheintoten Harm aus Eifersucht zum Entsetzen der Damen wieder lebendig. Doch zu spät. Meike und der junge Landpastor schließen sich in die Arme. Was bleibt Harm anderes übrig., als nun endlich seine Tine als künftige Ehefrau anzuerkennen. Mit dem zweifachen Happyend ist das Publikum einverstanden. Es applaudiert im Klatschrhythmus mit Ausdauer und freut sich schon auf die nächste Premiere.

Harald Schmidt hat wenig Mühe, den scheintoten Harm Wohltmann mit bleichem Gesicht (Maske Freddi Aicher) zu mimen. Meike Zomerland ist als verliebte Meike Hölkens der taufrische Aktivposten der Aufführung, zu dem auch Christel Dörnath in der Rolle der Tine Ehlen zu zählen ist. Drastisch, wie gewohnt, gestaltet Horst Karstens den Part des Zechkumpanen Otto Oetjen, der mit einer Pfanne Spiegeleier immer zur verkehrten Zeit aufkreuzt. Sehr gut typisiert setzen sich Heinz Zomerland als Sargtischler Krischan Hölkens und Ingo Folkers als Jakob Puvagel, der Mann mit der Forke, in Szene.

Die drei Ehemaligen verkörpern Heidi Strowik (Geesche), Helga Lauermann (Meta) und Magita Pust (Mimi). Marc Gelhart sollte sich als geistlicher Würdenträger Johannes Köppelmleier noch etwas souveräner in Szene setzen. Und schließlich vervollständigt Nicolas C. Ducci als ebenfalls oft nicht ganz nüchterner Dr. Dodenhoff das spielfreudige Ensemble.

Die Komödie ".Koornblornen für den Smuuskater"' hat die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven bereits in der Spielzeit 1983/84 im Programm gehabt. Der damalige Erfolg beflügelt die heutige Inszenierung. Die weiteren Aufführungen sind am: 16. September, 3., 6., 7. und 13. Oktober, jeweils urn 20 Uhr sowie am 3. und 7. Oktober zusätzlich um 15.30 Uhr.

Sie beweinen ihren Liebsten - de Smuuskatten

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