Große Gefühle auf kleiner Bühne

Ostfriesische Nachrichten vom 20.9.2022 

Große Gefühle auf kleiner Bühne

Arnold Preuß und Elke Münch brillieren in Marienhafe in dem Theaterstück „Love Letters" - und das in besonderer Umgebung

Von  Gerd-D. Gauger

 

Räumliche Entfernung und emotionale Nähe auf karger Bühne: Arnold Preuß und Elke Münch brillierten im Zimmertheater der Marienhafer Theaterwerkstatt „Rosenstraat 13" 

MARIENHAFE Zwei Schauspieler sitzen an zwei ein paar Meter voneinander entfernten Tischen und lesen von Stapeln weißen A4-Papiers Texte ab. Fast zwei Stunden lang. Reicht das für einen das Publikum mitnehmenden Theaterabend? Ja, wenn die Vorlesegeschichte Albert Ramsdell Gurneys gefühlsgespicktes „Love Letters" ist, und wenn Arnold Preuß und Elke Münch das Papier in Stimme und Mimik umsetzen. 

Freitagabend im intimen Zimmertheater der Theaterwerkstatt Rosenstraat 13 in Marienhafe: Vorhang auf, karge Bühne, vom Band Pat Boone. Und was schmalzt der vom Rhythm and Blues in die Abteilung Öle und Fette konvertierte Liebling aller Schwiegermütter der 50er Jahre? „Love Letters" natürlich. Und um solche Liebesbriefe von einer Melissa und einem Andy geht es. 

Briefe der jungen Jahre voll Teenie-Pathos, die des Alters eher lakonisch. Die einen wie die anderen in nobelpreisfreier Sprache, und genau das knallt. Melissa und Andy schreiben einander seit ihrer Schulzeit - Banales, Hämisches, Schwärmerisches, Erotisches, Sehnsüchtiges, Melancholisches. Sie sind getrennt, prahlen schon mal damit, sich von dem anderen gelöst zu haben, und wollen, auch wenn sie es nur ungern zugeben, doch so gern eins sein. Die Verklärung ihrer jungen Jahre wechselt zu Verbitterung (sie) und zu Karrierestreben (er). Wobei seine Wandlung zum Bourgeois sein Verlangen nach ihr njur unvollkommen kaschiert. 

Albert Ramsdell Gurney hat zwei Figuren geschaffen, die an Jake und Brett in Hemingways ,„Fiesta" erinnern. Er, der Rationale, der seine Gefühle nur dosiert preisgibt. Sie, die sich in Getränke und Gefährten flüchtet, was, wie man weiß, zwar aus Problemen heraushilft, aber in neue hinein. Und ganz abgesehen von diesem mal anrührenden, mal ironischen, mal deftigen Briefwechsel zweier in ihren Beziehungen von Kalamitäten heimgesuchten hassliebenden Personen gibt Ramsdell auch den Blick in eine Zeit frei, in der konventionelles Sperrfeuer Verklemmungen auslöste und deren Beseitigung verhinderte. Wortjongleur Ramsdell begegnet (was im Original noch besser gelingt als in der Übersetzung) den Seelen-Fluten mit Hemingwayscher Präzision und Nüchternheit: Gefühle ja, Gefühlsgequirl nein. „Ach, Jake", sagt Brett in „Fiesta", „Wir hätten so glücklich zusammen sein können". „Ja", sagt Jake, Wär' schön gewesen". Andy und Melissa hätten es nicht besser sagen können.

Arnold Preuß und Elke Münch, Schauspieler und Regisseure und Mitglieder des Ensembles des Theaters am Meer in Wilhelmshaven, verleihen den Charakteren Andy und Melissa eine Intensität, die das Publikum von Anfang bis Ende gefangen nimmt. Sie sind nicht Preuß und Münch, sie sind Andy und Melissa in all ihren Unzulänglichkeiten, Wirrungen und Hoffnungen. Das ist glaubwürdig. Und es ist brillant. Und seien wir ehrlich – irgendwie sind wir auf die eine oder andere Weise auch ein bisschen Andy oder Melissa. Preuß und Münch stupsen uns mit der Nase drauf. Rosenstraat 13 ging das Risiko eines kulissen- und personenarmen Kammerspiels ein - die beiden am blanken Tisch mit Wasserflasche und Stoß Papier wischten das Wagnis beiseite. Dieser Abend sollte irgendwann einen Nachhall finden. 

"Op Hart un Neer begeistert Publikum

Wilhelmshavener Zeitung (plus Lokal26 und NWZ Online) vom 14. September 2022

„Op Hart und Neer“ begeistert Publikum

AUFFÜHRUNG - Das „Theater am Meer“ erhält positive Reaktionen – Trendwende bei den Besucherzahlen

Ulrike Schütze (Diana) und Claudia Ducci (Kathrin) in einer Szene aus „Op Hart un Neer“. Das „Theater am Meer“-Ensemble freut sich über die erfolgreiche Premiere und die positiven Reaktionen des Publikums. BILD: Olaf Preuschoff/Theater am Meer

WILHELMSHAVEN. Mit ihrem aktuellen Stück „Op Hart und Neer“ zeigt das Ensemble des „Theaters am Meer“, dass man auch vermeintlich bitterernste Themen unterhaltsam, voller Humor und dennoch respektvoll inszenieren kann. Wie Bühnenleiter Arnold Preuß jetzt mitteilt, können sich die Beteiligten über viele positive Reaktionen freuen. Die Premiere von „Op Hart un Neer“ ist mit großem Beifall und stehenden Ovationen über die Bühne gegangen.

Wie Bühnenleiter Arnold Preuß mitteilt, lösten die ersten Aufführungen von „Op Hart un Neer“ Begeisterung aus: „Das Ensemble ist sehr froh über die Reaktionen des Publikums“. Auch würde das „Theater am Meer“ wieder mehr Besucher verzeichnen als unmittelbar nach Lockerung der Corona-Einschränkungen. „Somit ist der Trend der weniger gut besuchten Vorstellungen der letzten beiden Jahre doch deutlich gebrochen. Wir alle hoffen, dass dieser Trend weiter anhält“, sagt Preuß.

„Op Hart und Neer“ ist die niederdeutsche Erstaufführung von Stefan Vögels Beziehungskomödie „Die Niere“, übersetzt von Kerstin Stölting. Inszeniert wurde das Stück von Preuß, die Regieassistenz übernahm Dagmar Wehrmann. Das Stück dreht sich um ein Ehepaar, das angesichts einer dringend nötigen Nierenspende in eine Krise gerät. Kathrin (Claudia Ducci) hat eine akute Niereninsuffizienz und braucht dringend eine neue Niere, Ehemann Arnold (Arnold Preuß) zögert angesichts der OP-Risiken mit seiner Entscheidung. Das befreundete Ehepaar Diana (Ulrike Schütze) und Götz (Rune Opitz) wird in die Sache mit hineingezogen und es entbrennt ein Streit mit vielen Verwicklungen, Verwirrungen, Enthüllungen und Überraschungen. Am Ende ist das Leben der vier Protagonisten völlig auf den Kopf gestellt.

Kommende Aufführungen von „Op Hart un Neer“ 

Die nächsten Vorstellungen sind am Samstag, 17. September, und Sonntag, 18. September, jeweils um 20 Uhr im Theater am Meer. Am Sonntagnachmittag findet eine Vorstellung um 15.30 Uhr für die Banter Kirchengemeinde statt. Karten für diese Vorstellung sind über das Gemeindebüro der Banter Kirche zu erhalten ( T 0 44 21/1 30 01 40).

Weitere Vorstellungen finden statt am Mittwoch, 21. September, 20 Uhr, Samstag, 24. September, 20 Uhr, Sonntag, 25. September, 15.30 Uhr, Sonntag, 25. September, 20 Uhr, Samstag, 1. Oktober, 20 Uhr, Sonntag, 2. Oktober, 15.30 Uhr, Sonntag, 2. Oktober, 20 Uhr, Samstag, 8. Oktober, 20 Uhr, Sonntag, 9. Oktober, 15.30 Uhr, Sonntag, 9. Oktober, 20 Uhr, Samstag, 15. Oktober, 20 Uhr, und Sonntag, 16. Oktober, 15.30 Uhr.

Karten-Vorverkauf beim Theater am Meer, Kieler Straße 63, ( T 0 44 21/77 77 49), unter www.theater-am-meer.de/die-karten-online oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Op Hart un Neer“ – Saisonstart geglückt

Wilhelmshaven,  12. September 2022

„Op Hart un Neer“ – Saisonstart geglückt

Zuschauer kommen wieder vermehrt ins Theater am Meer

 

Ulrike Schütze (Diana) und Claudia Ducci (Kathrin) in einer Szene aus „Op Hart un Neer“ -  Foto: TaM, Olaf Preuschoff

WILHELMSHAVEN/AP – Die Premiere von „Op Hart un Neer“ ist mit großem Beifall und stehenden Ovationen über die Bühne gegangen. Die Niederdeutsche Erstaufführung von Stefan Vögels Beziehungskomödie „Die Niere“ ist in der Übersetzung von Kerstin Stölting unterhält das Publikum köstlich trotz oder vielleicht auch gerade wegen des ernsthaften Grundthemas des Stückes. In der Inszenierung von Arnold Preuß mit der Regieassistenz von Dagmar Wehrmann wirken mit Claudia Ducci (als Kathrin), Ulrike Schütze (als Diana), Arnold Preuß (als Arnold) und Rune Opitz (als Götz). 

Inhaltlich geht es um die Nierenspende des Ehepaares Kathrin und Arnold. Sie hat akut eine Niereninsuffizienz und braucht dringend eine neue Niere, er zögert ob der OP-Risiken ein wenig zu lange mit seiner Entscheidung und schon gibt es eine kräftige Krise zwischen den beiden, in die das Ehepaar Diana und Götz unmittelbar mit hineingezogen wird. Ein köstlich unterhaltender Hahnenkampf der Männer und Frauen um die Nierenspende setzt ein, der vielfach bisher nicht gekannten Verhaltensweisen und Verhältnisse aufgedeckt. Alles, was am Beginn des Stückes doch so klar und eindeutig war, dreht sich im Laufe der Handlung mehrfach in bisher nie gekannte Verwicklungen und Verwirrungen. Das Leben der vier Protagonisten wird kräftig durcheinandergewirbelt Autor Stefan Vögel hat eine herrliche Komödie geschrieben, die nicht nur an die Niere, sondern auch ans Herz geht. Köstliche Unterhaltung trotz oder wegen des ernsten Hintergrundes erwartet das Publikum.

Bühnenleiter Arnold Preuß erklärt, „das Ensemble ist sehr froh über die bisher gezeigten Reaktionen des Publikums, vor allem aber lässt sich bisher sagen, dass die Vorstellungen mehr und mehr Besucher haben. Somit ist der Trend der weniger gut besuchten Vorstellungen aufgrund der coronabedingten Einschränkungen der letzten beiden Jahre doch deutlich gebrochen. Wir alle hoffen, dass sich dieser Trend weiter anhält.“

Die nächsten Vorstellungs-Termine sind am Sonnabend, 17.9.22 und am Sonntag 18. 9., jeweils um 20 Uhr im Theater am Meer. Am Sonntagnachmittag findet eine Vorstellung um 15.30 Uhr für die Banter Kirchengemeinde statt. Für diese Vorstellung gibt es aktuell auch noch Karten, die über das Gemeindebüro der Banter Kirche zu erhalten sind (Telefonnummer 04421/1300140). 

Weitere Vorstellungen finden statt am

Mittwoch, 21.9.22, 20 Uhr
Sonnabend, 24.9.22, 20 Uhr
Sonntag, 25.9.22, 15.30 Uhr
Sonntag, 25.9.22, 20 Uhr
Sonnabend, 1.10.22, 20 Uhr
Sonntag, 2.10., 15.30 Uhr
Sonntag, 2.10., 20 Uhr
Sonnabend, 8.10.22, 20 Uhr
Sonntag, 9.10.22, 15.30 Uhr
Sonntag, 9.10.22, 20 Uhr
Sonnabend, 15.10.22, 20 Uhr
Sonntag, 16.10.22, 15.30 Uhr

Von kranken Nieren und strapazierten Lachmuskeln

Wilhelmshavener Zeitung + Lokal26 vom 6. September 2022

Von kranken Nieren und strapazierten Lachmuskeln

KULTUR - Theater am Meer startet erfolgreich mit Premiere von „Op Hart un Neer“ in neue Spielzeit

 
Ulrike Schütze (v. li.), Arnold Preuß, Rune Opitz und Claudia Ducci strapazieren in „Op Hart un Neer“ die Lachmuskeln der Besucher. BILD: Dietmar Bökhaus 

WILHELMSHAVEN. (BOE) Das erste Stück der neuen Spielzeit 2022/2023 im Theater am Meer „Op Hart un Neer“ von Stefan Vögel ist eine Beziehungskomödie mit Spielwitz – Unterhaltung pur. Das stellten die Besucher bei der Premiere am Samstag im kleinen Schauspielhaus fest.

Begeistert und dankbar, aber auch nachdenklich verfolgten sie, wie sich ein Ehemann gegenüber seiner Frau aus der Verantwortung drückt – oder auch nicht? In dem Stück geht es um Kathrin (Claudia Ducci), bei der eine Niereninsuffizienz festgestellt wurde. Sie braucht eine Spenderniere, sagt sie. Nun kommt Arnold (Arnold Preuß), ihr Gatte, ins Spiel. Er hat dieselbe Blutgruppe wie sie, weiß von der „Nierensuche“ nichts und will sie mit einer Neuigkeit überraschen. Er hat als erfolgreicher Architekt den Auftrag, in Paris das Hochhaus „Diamond Tower“ zu bauen, an Land gezogen.

Beide laden ihre Freunde, Götz (Rune Opitz) und Diana (Ulrike Schütze) ein, gemeinsam diese gute Nachricht zu feiern. Aber vorher bekommt Arnold fast einen Nervenzusammenbruch. Mit der Frage, ob er seiner Frau eine Niere spendet, ist er hoffnungslos überfordert. Ein Schauspiel mit herrlich witziger Unterhaltung bahnt sich an, in dessen Verlauf sich so manch Geheimnis lüften lässt. So werden verborgene Herzensangelegenheiten aufgedeckt, denn da ist der imaginäre Tim, der gemeinsam mit Arnold das Hochhaus bauen will. Er treibt sich allerdings lieber in Barcelona rum, als zu arbeiten.

Zufällig war auch Diana in Barcelona auf einem Apothekerkongress. Wirklich nur Zufall? Freund Götz, auch ein geeigneter Nierenspender, will Kathrin helfen und gibt Arnold klare Ansage, seine Niere selbstverständlich zu spenden. Arnold indes hat die Idee, im Darknet nach einer Niere zu suchen. Doch dann das: Ein Anruf vom Doktor nimmt Kathrin entgegen. Die Krankenakten sind vertauscht im Labor? Hat Arnold die Niereninsuffizienz? Oder ist das eine Täuschung von Kathrin, hat er etwa eine Affäre? Immerhin ist da noch die Künstlerin aus der Vernissage, die die Wände in seinem „Diamond Tower“ in Paris mit Bildern ausstatten soll.

Es geht turbulent weiter. Gut für die Zuschauer, die einen köstlichen Abend erleben.

Aufführungen
9. September, 20 Uhr; 11. September, 15.30 und 20 Uhr; 17. September, 20 Uhr; 18. September, 15.30 ud 20 Uhr; 24. September, 20 Uhr; 25. September, 15.30 und 20 Uhr; eine Sondervorstellung zum 90. Geburtstag am 28. 9.22, 20 Uhr; 1. Oktober, 20 Uhr, 2. Oktober, 15.30 und 20 Uhr, 8. Oktober, 20 Uhr; 9. Oktober 15.30 und 20 Uhr; 15. Oktober, 20 Uhr; 16. Oktober, 15.30 Uhr.

Die große Liebe in Briefen erzählt

Ostfriesischer Kurier vom 1. September 2022

Die große Liebe in Briefen erzählt

Elke Münch und Arnold Preuß aus Wilhelmshaven spielen am 16. September
das Stück ,,Love Letters"

Sind bald zu Gast auf der Frelichtbühne der „Rosenstraat 13“, Arnold Preuß (l.) und Elke Münch
Foto: Theater am Meer

Zum Abschluss der diesjährigen Freilicht-Saison holt sich die Theaterwerkstatt Rosenstraat 13 am Freitag, 16. September, um 20 Uhr mit dem Zwei-Personen-Theaterstück „Love Letters" (von Albert Ramsdell Gurney) ein Gastspiel des „Theaters am Meer" (Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven) auf ihre Open-Air-Bühne. Gespielt wird das Theaterstück von Elke Münch und Arnold Preuß. 

Zum Inhalt: Seit ihrer Kindheit schreiben sich Melissa Gardner (gespielt von Elke Münch) und Andy Ladd (gespielt von Arnold Preuß) Briefe. Und sie hören nie damit mit auf, ein Leben lang: Verschiedene Schulen, unterschiedliche Lebensentwürfe, ein Krieg, die Liebschaften -trotzdem reißt ihre Verbindung zueinander nie ab.

Es geht um die große Liebe zweier Menschen, die in Briefen erzählt wird. Melissa und Andy geben ihre launischen und faszinierenden Erlebnisse, Gedanken und Visionen als Brieffreunde wieder. Es sind Liebesbriefe, die das Leben zweier Menschen in guten wie in schlechten Tagen nachdenklich und geistreich skizzieren. Die Spur der Briefe reicht von den ersten Zetteln, die sie sich unter der Schulbank zustecken, bis in die Zeit der Telefone und Anrufbeantworter.

Das Stück spielt in Amerika. Sie ist aus einem sehr reichen Haus. Er liebt es, Briefe zu schreiben, sie nicht. Er trifft seine auch im Rückblick meist korrekten Entscheidungen nach reiflicher Überlegung, sie ist spontan und chaotisch. Er fällt die Karriereleiter hinauf, sie stolpert von einem Loch ins nächste. Zwei Menschen, nicht gerade füreinander geschaffen, so scheint es. Das Gefühlswirrwarr von Melissa lässt dem Zuschauer zeitweise den Atem stocken. Die junge Frau liebt Andy, will sich unbedingt mit ihm treffen. Im Verlauf des Stückes erfährt Andy, dass sie immer wieder mal geheiratet hat, einige Affären hatte und dem Alkohol zugeneigt ist. Sie driftet immer weiter ab, während Andy zielstrebig die Karriereleiter emporklettert. Kann und will er ihre Liebe erwidern sie treffen?

Elke Münch (spielt Melissa Gardner), geboren in Naumburg an der Saale, lebt seit den 1990er-Jahren in Wilhelmshaven. Nach ihrem Schauspielstudium begann ihre Laufbahn als Schauspielerin 1973 an den Magdeburger Bühnen. In den darauffolgenden Jahren folgten Engagements an mehreren ostdeutschen Bühnen sowie in Synchronstudios und sie spielte in zahlreichen Filmen auch größere Rollen.

Arnold Preuß (spielt Andy Ladd) inszeniert seit 1972 beim „Theater am Meer" Theaterstücke, sowohl in hoch- als auch in niederdeutscher Sprache, wobei er es auf über 100 gespielte Rollen und über 60 Inszenierungen gebracht hat. 

Kartenverkauf
Die Vorstellung findet auf der Freilichtbühne am Grünen Weg 31 in Marienhafe statt. Eintrittskarten gibt es für je 15 Euro im Vorverkauf bei Optik Moltz und Salon Jochens in Marienhafe sowie telefonisch unter 04934/499975 und an der Abendkasse.

Liebesbriefe flattern aus Wilhelmshaven nach Marienhafe

Ostfriesische Nachrichten 31. August 2022

Liebesbriefe flattern aus Wilhelmshaven nach Marienhafe

„Theater am Meer" gibt „Love Letters" als Gastspiel bei der Rosenstraat 13 - mit zwei prominenten Darstellern und jede Menge Gefühlschaos 

MARIENHAFE.
Das Stück erinnert an die Königskinder, die wegen des tiefen Wasser zwischen ihnen nicht zueinanderkommen können. Ähnlich ergeht im Stück „LOVE LETTERS“ auch Melissa Gardner, gespielt von Elke Münch, und Andy Ladd, gespielt von Arnold Preuß.

 

Arnold Preuß und Elke Münch sind bald zu Gast auf der Freilichtbühne der Rosenstraat 13. - FOTO:TaM

Sie schreiben sich seit Kindertagen Briefe – zuerst kleine Zettel in der Schule, später Briefe, irgendwann kommen Telefonate und Nachrichten auf Anrufbeantwortern hinzu. Die beiden bekannten Theaterleute aus Wilhelmshaven hauchen dieser lebenslangen engen Verbindung auf Distanz am16. September auf der Freilichtbühne der Marienhafer Theatergruppe Rosenstraat 13 Leben ein. Wie Jann Aden von Rosenstraat 13 mitteilte, ist die Aufführung der Abschluss der Saison und beginnt um 20 Uhr auf dem Theatergrundstück am Grünen Weg. Eintrittskarten gibt es für je 15 Euro im Vorverkauf bei Optik Moltz und im Salon Jochens in Marienhafe sowie telefonisch unter (04934) 499975 und an der Abendkasse.

Thema des Stückes ist der große Spannungsbogen zwischen zwei grundverschienen Menschen, die eigentlich getrennt durchs Leben gehen. Sie besuchen verschiedene Schulen, haben unterschiedliche Lebensentwürfe, erleben einen Krieg und Liebschaften – trotzdem reißt ihre Verbindung nicht ab. „Es geht um die große Liebe zweier Menschen, in Briefen erzählt wird., so Aden.

Regisseurin der Störtebeker-Festspiele

Elke Münch und Arnold Preuß kommen beide vom Theater am Meer in Wilhelmshaven und sind mit dem Stück auf Gastspiel-Tour. Münch ist in Ostfriesland überwiegend bekannt als Regisseurin vieler großer Freilicht-Inszenierungen der vergangenen Jahre, wie den Störtebeker-Freilichtspielen in Marienhafe und „Heimat“ in Ayenwolde. Sie hat Schauspiel studiert.

Seit 30 Jahren leitet Preuß das Theater am Meer, hat mehr als 100 Rollen gespielt und 60 Stücke inszeniert. Er hat rund 60 Theaterstücke ins Niederdeutsche übersetzt darunter Klassiker von Brecht und Molière. 2016 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um die Niederdeutsche Sprache und die Jugendarbeit verliehen. Das Stück setzt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Amerika an. Any liebt es, Briefe zu schreiben, Melissa nicht. Er trifft seine meist korrekten Entscheidungen nach reiflicher Überlegung sie ist spontan chaotisch. Er fällt die Karriereleiter hinauf, sie stolpert von einem Loch ins nächste. Zwei Menschen, nicht gerade füreinander geschaffen, so scheint es.

Das Gefühlswirrwarr von Melissa lässt dem Zuschauer zeitweise den Atem stocken. Die junge Frau liebt Andy, will sich unbedingt mit ihm treffen. Im Verlauf des Stückes erfährt Andy aber, dass sie immer wieder mal geheiratet hat, einige Affären hatte und dem Alkohol zugeneigt ist. Sie driftet immer weiter ab, während Andy die Karriereleiter emporklettert. Kann und will er ihre Liebe erwidern, sie treffen?