1. Wiederaufführung (2), davor 1950/51 gespielt

PETRUS GIFFT URLAUB

Schwank in drei Akten von Fritz Wempner

Inszenierung: Rudolf Sang
Bühnenbild: Hannes Kaebe

Inspizientin: Berta Herpel
Souffleuse: Annemarie Beermann
Frisuren: Helmut Teichmann
Beleuchtung: Theo Pottbacker

Rollen und Darsteller
Herr Thomsen, Fabrikant för Landmaschinen - Wilhelm Pick
Ursula Thorgard, sien Steefdochter - Gerda Jörss
Knut Thomsen, Buer - Karl-Heinz Herpel
Fiete Keesmüller, steiht in´n Deenst bi Buer Thomsen - Heino Aden
Emma Petersen, de Nawersch van Buer Thomsen - Helga Dannemann
Stina, steiht in´n Deenst bi Emma Petersen - Hildegard Steffens
Hein Kohlmann, steiht ok bi Emma Petersen in´n Deenst - Enno Buß
Harro Kopmann, Ingenieur bi Herrn Thomsen - Heinrich Müller

Das Stimmungstriumvirat im Stück: Hein Kohlmann (Enno Buß), Fiete Keesmüller alias Tante Frieda (Heino Aden) und Stine (Hildegard Steffens) - eine köstliche Szene aus "Petrus givt Urlaub" - Spielzeit 1964/65 -

WILHELMSHAVENER ZEITUNG

Ein vergnügliches Weihnachtsgeschenk "Petrus givt Urlaub"

Auch Wilhelmshaven folgte in diesem Jahr dem allgerneinen Brauch der Theater, am zweiten Weihnachtstag der 'leichten Muse' das Feld einzurärumen. Die Niederdeutsche Bühne tat das mit Fritz Wempners Schwank "Petrus givt Urlaub" - und nicht ohne Erfolg.

Heiter gings zu in der Stube des Bauern Knut Thomsen, wo zu Beginn des Spiels auf der Bühne des Theaters Knecht Fiete Keesmüller des Bauern Tante Friedas Bild mit Blumen schmückt. Die Tante ist zwar schon vor zwei Jahren verstorben, aber davon hat der junge Bauer seinem Brunder nichts gesagt, so daß ihm noch immer monatlich eine willkommene Summe Geldes zufließt. Allerdings droht diese Quelle durch verschiedene, nicht vorauszusehende Dinge zu versiegen, des Bauern kleiner Betrug aufgedeckt zu werden. Da greift Petrus ein. Er gibt Tante Frieda Urlaub...

v.l. Fabrikant Thomsen (Wilhem Pick), Bauer Knut Thomsen (Karl-Heinz Herpel), Ursula Thorgard (Gerda Jörss), Stine (Hildegard Steffens) und Fiete Keesmüller (Heino Aden) - eine Szene aus "Petrus givt Urlaub" - Spielzeit 1964/65 -

Es hieße, den Spaß vorwegnehmen, wenn man die heitere Geschichte aufrollen würde; eine Geschichte voller köstlicher Verwicklungen, in der Fiete Keesmüller ("Wat mien Fründ Heino Aden van de plattdütsche Bühne kann, kann ik ook") sein ganzes Talent aufbieten muß, um schließlich alles ins Lot zu bringen. Heino Aden hatte dieser Rolle Form zu geben: Und er tat es. War die Aufführung schon ein herzliches Weihnachtsgeschenk, so gilt das für die Leistung Heino Adens im besonderen. Er wuchs diesmal 'über sich hinaus' und hatte größten Anteil an der Fröhlichkeit auf der Bühne und im Parkett.

Das schmälert nicht die Verdienste der anderen Mitspieler. Enno Buß als Hein Kohlmann und Hildegard Steffens als Stine waren die anderen Figuren in diesem herrlichen Triumvirat, das in humorvoller Weise für "Stimmung" sorgte. Karl-Heinz Herpel war wie immer souverän, unbekümmert und stilecht. Helga Dannemann als Emma Petersen rnischte kräftig mit. Gerda Jörss wußte als Ursula Thorgard auch alle Register ihres Könnens einzusetzen, um schließlich zum "glücklichen" Ende zu kommen. In der Rolle des Ingenieurs Harro Koopmann hatte Heinrich Müller Gelegenheit, seine Vitalität voll auszuschöpfen, und schließlich - als Neuling auf der Bühne - überzeugte Wilhelm Pick, der den Landmaschinenfabrikanten Thomsen darstellte.

Regisseur war Intendant Rudolf Sang, der ebenso wie Bühnenbildner Hannes Kaebe ehrlichen Beffall erhielt. Dieser herzliche Applaus, der sich von Szene zu Szene steigerte, gipfelte schließlich in einem Beifallsorkan, der nicht enden wollte. Es war ein schöner Abend niederdeutscher Freude und Fröhlichkeit. (tgh)

Tja, gefaßt, der Werksspionage überführt. vl. Hildegard Steffens, Wilhelm Pick, Enno Buß, Heinrich Müller, Heino Aden und Gerda Jörss - die Schluss-Szene in "Petrus givt Urlaub" - Spielzeit 1964/65 -