Wilhelmshavener Erstaufführung

VIOLA

Komödie in drei Akten von Hans Balzer

Inszenierung: Karl-Heinz Herpel
Bühnenbild: Enno Buß/Alfred Christoffers

Souffleuse: Karin Heyel
Inspektion: Berta Herpel
Requisiten: Herta Tapken

Rollen und Darsteller
Hanno Cornelßen - Enno Buß
Freund der Familie - Wilfried Pampuch
Hausknecht - Kurt Röthel
Marlen - Brigitte Halbekath
Viola - Luise Pampuch
Tochter Cornelßen - Rosemarie Kümmel
Jeremias Puttfarken - Heinrich Müller

Hier das Ensemble: v.l. Brigitte Halbekath, Kurt Röthel, Enno Buß, Luise Pampuch, Heinrich Müller, Wlfried Pampuch, Rosemarie Kümmel

WILHELMSHAVENER ZEITUNG

Viel Premierenbeifall für "Viola"

Eine beachtenswerte Leitung der Niederdeutschen Bühne

Von Barbara Schwarz

Direkt aus dem Schweinestall kommt Viola in ein Lübecker Patrizierhaus als Dienstmädchen. Ein Privatgelehrter, der sonst nur Pflanzen in anderer Umgebung als der heimischen ansiedelt, hat dieses "Pflänzchen" verpflanzt. Das erfährt man allerdings erst ganz zum Schluß, wenn der Privatgelehrte Puttfarken plötzlich erkennt, daß auch er ein Mann ist.

Bis zum "Happy End" mit zwei glücklichen Paaren ein drittes wird es auf Grund dieser Konstellation auch noch geben geschieht allerlei Verwickeltes, Verzwicktes und Komisches in Hans Balzers dreiaktiger Komödie ,Viola", mit der die Niederdeutsche Bühne Rüstringen am Freitagabend im Wilhelmshavener Stadttheater ihre neue Spielzeit eröffnete.

Angesiedelt ist dieses reizende Stück etwa in der Biedermeierzeit, und so tragen die Spieler denn auch stilisierte Biedermeierkostüme. Alle drei Akte spielen in einem sommerlichen Garten, für den Enno Buss und Alfred Christoffers ein hübsches Bühnenbild entwarfen. Auf einem grünen Bühnenrasen blühen sogar lebendige Blumen. Sehr hübsch auch das Schlußbild: farbige Lampions in dunkler Sommernacht.

Etwas Musik zur Gitarre gefällig: Brigitte Halbekath, Rosemarie Kümmel, Luise Pampuch

Karl Heinz Herpel inszenierte die Komödie mit Gesang frisch und zügig. Es gab viel verdienten Szenenbeifall und lang anhaltenden Schlußbeifall bei der Premiere. Luise Pampuch in der Titelrolle zeigt hier als pfiffiges Landkind Viola ein ausgesprochen komisches Talent. Sie ist witzig und süß. Rosemarie Kümmel als Frooke Cornelsen, Tochter des Handelsherrn, sah man wohl noch nie so locker. Sie hat sich freigespielt. Man merkt ihr die Bühnenerfahrung an und spürt auch die sichere Führung durch den Regisseur.

Umwerfend kauzig komisch ist wieder einmal Heinrich Müller als Privatgelehrter Jeremias Puttfarken. Er macht aus dieser Figur eine köstliche Studie, und im erikafarbenen Frack mit Zylinder und abgeknicktem Ohr reißt er das Publikum immer wieder zu Heiterkeitsausbrüchen hin. Enno Buss, der hier den Handelsherrn Hanno Cornelsen spielt, zeigt, daß er nicht nur pfiffigen Bauernknechten Gestalt zu verleihen vermag, sondern durchaus eine solche Rolle mit Würde ausfüllt. Geradlinig wie sein Cornelsen ist auch der Klaus Renken von Wilfried Pampuch, Sohn eines Geschäftsfreundes, der ein Auge auf Frooke Cornelsen geworfen hat. Ein liebenswerter junger Mann.

In einer niederdeutschen Pygmalion-Variante: Heinrich Müller und Luise Pampuch

Brigitte Halbekath zeichnet die kluge Haushälterin Marlen mit viel Spielfreude. Kurt Röthel als ihr Mann Jakob ist ein ganz "Plietscher". Fröhlich und heiter stimmt dieses hübsche Kostümstück, eine beachtliche Leistung der Niederdeutschen Bühne Rüstringen.