Niedersächsische Erstaufführung

GROOTE FREEHEIT NR. 7

Musical nach dem Film von Helmut Käutner
Buch von Karl Viebach
Plattdeutsch von Frank Grupe
Strichfassung von Rudolf Plent

Inszenierung: Rudolf Plent
Bühnenbild: Christa Düx

Musikalische Leitung: Erich A.Radke
Musikalische Assistenz: Oliver Poppe
Regieassistent: Nicolas C. Ducci

Souffleuse: Margot Andrews-Jäkel, Magita Pust
Requisiten: Monika Eilers
Maske: Christel Brandt-Jaedeke, Jasmin Dirks
Bühnenbau: Günther Scherf, Horst Vollbrecht
Bühnenmalerei: Christa Düx
Bühnentechnik: Werner Dörnath, Manfred Eilers, Gerd Gelhart, Günter Michaels
Licht und Ton im Pumpwerk: Ralf und Bernd
Beleuchtung Stadttheater: Uwe Freiberg, Peter Pfaus
Inspizienz: Anke Schluppkotten, Nicolas C.Ducci
Technische Leitung: Manfred Eilers

Rollen und Darsteller
Johnny Kröger, Stimmungssänger - Karl Zacher
Fiete Brinkmann, sein Freund - Arnold Preuß
Hein Kiekbusch, sein Freund - Harald Schmidt
Jupp, Kölner Matrose - André Gelhart
Gisa Häuptling, eine junge Frau - Katrin Paasch
Anita Schröder, Chefin vom "Hippodrom" - Roswitha Wunderlich
Willi Appeldorn, Nieter bei Blohm & Voss - Marc Gelhart
Frau Kassbohm, seine Wirtin - Hildegard Steffens
Margot, Animiermädchen - Heidi Strowik
Jenny, Animiermädchen - Martina Stühmer
Pony, Animiermädchen - Ulina Schütt
Boxer - Markus Pust
Wellenkamp - Horst Qualmann
weitere Beteiligte - Klaus Aden, Christel und Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck, Anita Kups, Helga Lauermann, Rolf-Peter Lauxtermann, Sophie Milosavljevic und Wilma Welte

Fiete (Arnold Preuß), Jupp (André Gelhart) und Hein (Harald Schmidt) freuen sich auf Hamburg und auf Johnny Kröger

Inhalt

Seit Johnny Kröger sein Steuermannspatent verloren hat, verdient er sich seinen Unterhalt als Stimmungssänger in der von Anita Schröder geführten "Großen Freiheit Nr. 7" auf St. Pauli. Alle paar Wochen besuchen ihn dort seine früheren Seefahrtskameraden Fiete und Hein und schüren Johnnys Fernweh.

Eines Tages kreuzt Gisa, die Verlobte seines verstorbenen Bruders, im Hippodrom auf, und er verliebt sich Hals über Kopf in sie. Als die wesentlich jüngere Gisa jedoch beginnt sich mehr für den anderen, gleichaltrigen Willi Appeldorn zu begeistsern, macht sich Johnny zunehmend Gedanken um seine Zukunft...

Johnny (Karl Zacher) und seine Hamburger Deerns (v.l. Ulina Schütt, Sophie Milosavljevic, Heidi Strowik, Martina Stühmer, Helga Lauermann)

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 17. September 2002

"Grode Freeheit Nr. 7" feiert morgen Premiere

Musical ab 20 Uhr im Pumpwerk / "Bremer Stadtmusikanten" für Kinder

Wilhelmshaven. Im September feiert die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven ihr 70-jähriges Bestehen. Im Rahmen der jetzigen Jubiläumswoche finden bis zum 22. September verschiedene Programmpunkte im Kulturzentrum Pumpwerk statt. So wird die bühneneigene Theaterschule die "Bremer Stadtmusikanten" als Kinderproduktion am morgigen Mittwoch, 18. September, um 11 Uhr und am 19. September um 15 Uhr auf die Bühne bringen, und mit den Gruppen "Lavay" und "Schmelztiegel" wird am 20. September um 20.30 Uhr ein plattdeutsches Rockkonzert veranstaltet.

Absoluter Höhepunkt und gleichzeitiger Saisonstart der Bühne wird allerdings die Inszenierung der "Großen Freiheit Nr. 7", die der Berufsregisseur Rudolf Plent (zuletzt Regisseur bei "Froo Geesche Gottfried") besorgen wird. Die musikalische Leitung hat Erich A. Radke, der zuletzt bei der Landesbühne die Musik für "Kiss me Kate" arrangierte. Vorlage für dieses Stück ist der gleichnamige Film von Helmut Käutner; das Buch schrieb Karl Vibach, übersetzt wurde es von der Frank Grupe.

Bekannt geworden ist das Musical durch einschlägige Hits wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins", "Beim ersten Mal, da tut's noch weh", "La Paloma" und "Aloa Oe". Die Handlung ist vor allem Fans von Hans Albers oder Freddy Quinn bekannt: Der frühere Seemann Jonny Kröger (Karl Zacher) verdient sich seinen Unterhalt als Stimmungssänger bei Anita Schröder (Roswitha Wunderlich) im "Hippodrom" an der Reeperbahn. Eines Tages bekommt er nicht nur Besuch von seinen früheren SeefahrtsFreunden Fiete (Arnold Preuß), Hein (Harald Schmidt) und Jupp (Andre Gelhart), sondern auch von Gisa Häuptlein (Katrin Paasch), der Verlobten seines verstorbenen Bruders.

Fröhlich vereint: Johnny Kröger (Karl Zacher), Fiete Brinkmann (Arnold Preuß), Jupp (Andre Gelhart) und Hein Kiekbusch (Harald Schmidt)

Schon bald verguckt sich der alternde Ex Matrose in das junge Fräulein, doch auch Willi Appeldorn (Marc Gelhart), Nieter bei Blohm & Voss, kreuzt immer wieder die Wege von Gisa und hat sich ebenfalls in sie verliebt. Natürlich kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen Willi, Jonny und dessen Freunden. Somit liegt die Entscheidung bei Gisa, doch Jonny beginnt zu zweifeln, ob er nicht doch wieder seinem Fernweh nachgibt und in See sticht..

Des weiteren wirken Christel Dörnath, Anita Kups, Sophie Milosavljevic, Helga Lauermann, Ulina Schütt, Hildegard Steffens, Heidi Strowik, Martina Stühmer, Wilma Welte, Klaus Aden, Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck, Rolf Peter Lauxtermann und Horst Qualmann in diversen Rollen mit.

Premiere dieses Musicals wird am morgigen Mittwoch, 18. September, um 20 Uhr im Pumpwerk sein. Weitere Möglichkeiten, das Stück an diesem prädestinierten, aber für die Niederdeutsche Bühne ungewöhnlichen Ort zu sehen, bestehen am 19. September um 20 Uhr, 20. September und 15 Uhr und am 21. September als Festaufführung um 19 Uhr. Doch auch im Stadttheater im regulären Abendspielplan ist "Grode Freeheit Nr. 7" zu sehen, und zwar am 2., 5., 6., 9., 27. Oktober und am 3. November um 20 Uhr und am 6. und 27. Oktober zusätzlich um 15.30 Uhr. Der Vorverkauf für die Veranstaltungen läuft sowohl im Service Center des Stadttheaters als auch bei der Wilhelmshaven Information auf Hochtouren. Weitere Informationen unter Telefon 04421/ 9401 15. WEITERE INFOS www.ndb wilhelmshaven.de


Margot (Heidi Strowik) singt "ihr" Lied. Um sie herum sitzen im Kreis von links nach rechts Martina Stühmer, Ulina Schütt, Christel Dörnath, Helga Lauermann, Sophie Milosavljevic und Anita Kups

WILHELMSHAVENER ZEITUNG vom 20. September 2002

Gleich geht's stimmungsvoll zu Johnny Kröger ins Hippodrom

"Grode Freeheit Nr. 7": Muntere Jubiläumspremiere der "Niederdeutschen"

Von Wolfgang A. Niemann

Viel Beifall gab es am Mittwochabend im recht gut besuchten Pumpwerk bei der niedersächsischen Erstaufführung des Musicals "Grode Freeheit Nr. 7" in der niederdeutschen Fassung von Frank Grupe. Das Stück war als Film mit Hans Albers und später als Musikrevue mit Freddy Quinn berühmt geworden. Diese Inszenierung von Regisseur Rudolf Plent war zugleich der Auftakt zum 70. Bühnenjubiläum der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven. Mit stimmungsvoller Musik ging es eingangs gleich ins "Hippodrom", dem Unterhaltungsetablissement an der Reeperbahn in Hamburg, wo der abgetakelte Seemann Johnny Kröger (Karl Zacher) als Stimmungssänger seine Brötchen verdient. Da sorgt er mit Ohrwürmern wie "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" für guten Umsatz und seine mondän auftretende Chefin Anita (Roswitha Wunderlich) ist ihm nicht nur deshalb sehr zugetan. Aber auch die fesche Truppe der Animiermädchen im Modelook der Charleston-Zeit umschwärmt ihn als nicht mehr ganz taufrischen Hahn im Korb.

Klamauk und Döntjes sind angesagt, als Krögers alte Kumpel, die Matrosen Fiete (Arnold Preuß) und Hein (Harald Schmidt) mit dem nassforschen Leichtmatrosen Jupp aus Köln (Andre Gelhart) aufkreuzen und sich fröhlich Wein/Köhm, Weib und Gesang widmen. Spannung aber kommt auf durch den Auftritt von Gisa Häuptling (Katrin Paasch), denn dieses Mädel vom Land war die Verlobte von Krögers eben verstorbenen Bruder. Er kümmert sich nicht nur rührend um sie, sondern verliebt sich umgehend in die brave Unschuld. Umgarnt wird sie aber auch vom jungen Nieter Willi (Marc Gelhart), so dass Reibereien programmiert sind. Die muntere Geschichte wird in flotter Szenenabfolge mit vielen Ohrwürmern wie "Aloha Oe" und "Beim ersten Mal, da tut's noch weh" vorangebracht, und das leicht frivole Turteln der Barmädchen sorgt ebenso für allerlei Amüsement wie "Fiete" und "Hein" als deftige Matrosen, wobei vor allem Arnold Preuß als seewasserfester Komödiant dem Seepferdchen die Sporen gibt.

Bei den Gesangseinlagen schimmert manch 50-er Jahre Charme durch wie überhaupt ein sehr volkstümliches Flair gepflegt wird. Das Publikum, das manchen Applaus für schmissige Lieder oder Gags wie den "Klei mi am Mors" schreienden Papagei Krögers spendete, wurde durch gute Leistungen des gesamten spielfreudigen Ensembles, fantasievolle Kostüme und raffinierte Kulissenwechsel auf offener Bühne verwöhnt. Wünschen würde man sich zuweilen etwas mehr Frechheit im Spiel. Und Karl Zacher dürfte dem Kröger ruhig ein wenig mehr von der seemännischen Rauheit eine Hans Albers genehmigen.

Fro Kassbohm (Hildegard Steffens) ist um Willy Appeldorns (Marc Gelhart) Wohlbefinden besorgt

JEVERSCHES WOCHENBLATT vom 20. September 2002

Wie das Pumpwerk zum Hippodrom wird

Die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven macht es mit dem Musical "Grode Freeheit Nr. 7" möglich

von Ernst Richter
Wilhelmshaven. Die Bühne frei für Jubel, Trubel, Heiterkeit. Mit einer Polonaise zieht das Ensemble der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven ins Rampenlicht des Pumpwerks ein und augenblicklich springt der Funke zum Publikum über, das zum Takt der Melodie in die Hände klatscht. Dann wechselt die Szene: Die drei Seeleute Fiete Brinkman (Arnold Preuß), Hein Kiekbusch (Harald Schmidt) und Jupp, der Kölner Matrose (Andre Gelhart) stellen fest: "Wir sind in Hamburg". Das Spiel "Grode Freeheit Nr. 7" kann beginnen: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins".
Die Niederdeutsche Bühne feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Entsprechend turbulent erfolgt die Spielzeit -Eröffnung 2002/2003 mit dem bekannten Musical nach dem gleichnamigen Film von Helmut Käutner, Buch Karl Viebach, als niederdeutsche Erstaufführung in der Übersetzung von Frank Grupe.

Natürlich gibt es zu den unvergessenen Songs und Liedern, die Erich A. Radke musikalisch eingerichtet hat, auch eine Handlung, in der Karl Zacher als Stimmungssänger Johnny Kröger im Hippodrom die Puppen tanzen lässt. Er singt und spielt sich in die Herzen des Publikums und lässt Hans Albers und Freddy Quinn glatt vergessen. Seine Partnerin ist Anita Schröder, Chefin vom "Hippodrom". Roswitha Wunderlich füllt mit Temperament und dem Flair des Amüsements dieser Lokalität den Part aus. Wenn sie mit dem gewissen Etwas in der Stimme ,.Beim ersten Mal da tut's noch weh" vorträgt, dann ist die Reeperbahn dem Publikum im Pumpwerk zum Anfassen nahe. Dazu verschaffen die Animiermädchen, gespielt, getanzt und gesungen von Heidi Strowik, , Martina Stühmer, Christel Dörnath, Anita Kups, Sophie MilosavIjevic, Helga Lauermann und Ulina Schütt echtes St. Pauli Milieu. "La Paloma", "Aloa Oe", die Moritat von Johnnys "Schiffsentführung" oder Johnnys musikalische Einladung "Immer 'rin in die gute Stube" sowie der Shanty von dem drunken Sailor sind Songs, die das Publikum .mitgehen lassen.

Willy Appeldorn (Marc Gelhart) sind sein Lied von den Bloom und Voss - Werken Hamburg

Die Story um den abgemusterten Seemann Johnny und seine, schnell entflammte Liebe zu Gisa Häuptlein, der Verlobten seines plötzlich verstorbenen Bruders, die etwas zu schüchtern von Katrin Paasch dargestellt wird, bildet den Hintergrund des Musicals. Marc Gelhart spielt den Nieter Willi Appeldorn von der Hamburger Werft, der sich auch in Gisa verguckt hat und mit seinem Kontrahenten Johnny einen Ringkampf auf die Bühne bringt. Arnold Preuß dreht als Seemann auf Landgang biete Prinkmann ein bisschen zu stark auf, lässt dabei aber mächtig Dampf ab, so dass die Matrosen trefflich ins karikierte Licht gerückt werden: Harald Schmidt als Hein Kiekbusch und Andre Gelhart als Jupp aus Köln.

In den weiteten Rollen wirken mit Hildegard Steffens als Frau Wirtin Kasbohm und Putzfrau im Hippodrom, Markus Pust als Boxer Mike Andersen und Polizist,
dazu als trinkfeste Gäste im Hippodrom Wilma Welte, Klaus Aden, Werner Dörnath, Nicolas C. Ducci, Horst Jönck und RolfPetef Lauxtermann sowie Horst Qualmann als Geschäftsinhaber Wellenkamp.

Rudolf Plent hat die "Grode Freeheit Nr. 7" als niederdeutsche Erstaufführung für die Wilhelmshavener Laienbühne schwungvoll ins Szene gesetzt. Er inszenierte auch für die niederdeutsche Bühne das Drama Troo Gesche Gottfried". Das Bühnenbild entwarf Christa Dux. Leider ist das ständige Umrücken der Kulissenwände dem flüssigen Spielablauf hinderlich und sollte vielleicht reduziert werden. Insgesamt wird das Publikum an dieser "Grode Freeheit Nr. 7" seine helle Freunde haben und die spürbare Lust am tollen Spiel des Ensembles mit viel Beifall aufnehmen, wie es auch beim Premierenabend der Fall war.

Die nächste Aufführung im Kulturzentrum Pumpwerk ist am Freitag, 20. September, um 15 Uhr, danach folgt am Samstag, 21. September, um 19 Uhr die Festäufführung zum 70 jährigen Jubiläum der Niederdeutschen Bühne Wilhelmshaven. Anschließend wird die "Grode Freeheit Nr. 7" im Stadttheater gespielt am 2.; 5., 6., 9., am 27. Oktober und 3. November jeweils um 20 Uhr sowie zusätzlich am 6. und 27. Oktober um 15.30 Uhr.

Johnny (Karl Zacher) und Ensemble singen "La Paloma"

NORDWEST-ZEITUNG vom 20. September 2002

Große Freiheit zum Kulissenschieben für alle

Niederdeutsche Bühne führt zum 70 jährigen Bestehen Musical im Pumpwerk auf

Von Witte Freese-Berglar

Wilhelmshaven. Laienbühnen werden erfahrungsgemäß nicht mit Subventionen überschüttet. Das kompensieren sie, wie zum Beispiel die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven, mit kübelweise Idealismus. Ob Haupt- oder Nebenrolle: Jeder hilft beim Stühlerücken und Kulissenschieben. Das Musical "Grode Freeheit Nr. 7" hatte im Wilhelmshavener Pumpwerk Premiere. Ab Oktober steht es im regulären Spielplan des Stadttheaters. Nach dem Helmut Käutner Filmklassiker wurde das Singspiel von Karl Viebach geschrieben und von Frank Grupe ins Niederdeutsche übertragen. Wilhelmshaven ist Spielort der "Niedersächsischen Erstaufführung" zur Feier des 70jährigen Bestehens der "Niederdeutschen".

"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" geht es wohl heftiger zur Sache als auf der Pumpwerk Bühne. Die "Animiermädchen" hier wirken frei von Verruchtheit, entfalten aber beachtliches sängerisches Talent. Dass man an Amateurleistungen keine zu hohe Messlatte ansetzen darf, zeigen auch die Tanzeinlagen nicht perfekt, aber originell. Zwischen Südsee und WHV-Südstrand liegen nun einmal Welten. Das Publikum amüsiert sich prächtig, denn der Regisseur Rudolf Plent setzt der dürftigen Handlung komische Glanzlichter auf. Die musikalische Leitung liegt bei Erich A. Radke, dessen Arrangements, zum Beispiel für "Im weißen Rößl", bei Stadttheater Besuchern in bester Erinnerung sind.

Karl Zacher singt und spielt den Johnny, einen ehemaligen Seemann, der nun im Hippodrom "Große Freiheit" den Stimmungssänger macht oder eher, wie er sich eingesteht, "'n betern Animierfritzen". Er steht zwischen zwei Frauen. Seine Chefin (Roswitha Wunderlich) singt "Beim ersten Mal, da tut's noch weh" mit angemessener Resignation. Johnnys junge, naive "Angebetete" (Katrin Paasch) hingegen hat sich einem patenten, fröhlichen Nieter von Blohm & Voss zugewandt: Willi (Marc Gelhart).

Insgesamt haben die Männer in diesem Stück dankbarere Rollen als die Frauen. Ein Matrosentrio (Arnold Preuß, Harald Schmidt, Andre Gelhart ) heimst Lacher und Extra-Beifall ein. Eine "Nebenrolle" spielen im Stimmungsbild des Besuchers das Pumpwerk und seine maritime Umgebung: Das Meer lockt, "la Paloma" schreit, und der Mond wird so voll wie Matrose Hein auf der Reeperbahn.

Gesa Häuptling (Katrin Paasch) und Johnny Kröger (Karl Zacher)

Wilhelmshavener Zeitung, 30. September 2002

Leserbrief von
Gero Pürwitz, August-Hinrichs-Straße 62
26386 Wilhelmshaven

Wie eine tolle Idee der Niederdeutschen leider verpufft

Zum Ausflug der Niederdeutschen Bühne ins Pumpwerk

70 Jahre Niederdeutsche Bühne (NDB), wahrlich ein Grund zum Feiern, oder? Mit einem namhaften Regisseur ein populäres Stück mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und die nüchterne Atmosphäre des Theaters gegen die Livekulisse des Pumpwerks getauscht, ein Erfolgsgarant!? Leider nicht! Während die Premiere noch gut besucht war (siehe "Wilhelmshavener Zeitung" vom 20. September) waren am Donnerstag darauf vor und hinter den Kulissen wohl mehr Leute beschäftigt als Zuschauer im Saal waren. Die Atmosphäre einer Hamburger Hafenkneipe im Wilhelmshavener Pumpwerk, das passt eigentlich doch sehr gut.

Für den Mut, diesen Veranstaltungsort zu wählen, meinen Dank an die NDB. Schade, besonders für die Schauspieler, die trotz Minikulisse nichts schuldig blieben. Besonders schade, dass diese treffliche Idee nicht die Unterstützung des Publikums fand, offensichtlich ist Wilhelmshavens Publikum nicht bereit, der NDB auf neuen Wegen zu folgen und der Bühne zu ermöglichen, mit neuen Ideen neue Zuschauerschichten zu erschließen.

Dabei hätte die Arbeit der Niederdeutschen Bühne, besonders auch die Nachwuchsarbeit, denn es stehen ja auch viele jüngere Darsteller auf der Bühne, eine bessere Würdigung verdient. Die "standing ovations" der wenigen Zuschauer mögen die Darsteller ein wenig versöhnt haben. Vielleicht sollte man der NDB einfach empfehlen, auf Tour zu gehen mit solchen Stücken, um anderenorts mit so einem im besten Sinne unterhaltsamen Abend mehr Zuschauer zu erfreuen. Hoffentlich finden sich wenigstens zu den Aufführungen im Theater mehr Zuschauer ein. Übrigens können auch "Hochdeutsche" diesem Abend ohne große Schwierigkeiten folgen. Also: veel Plaiseer, un hollt ju munter.

Dieses E-Mail erreichte uns

Hallo liebe Leute !
Auf diesem Wege möchte ich einmal ein persönliches Dankeschön an die Darsteller und das Ensemble
der Niederdeutschen Bühne richten. Am letzten Wochenende habe ich die Aufführung `Grode Freeheit Nr. 7` besucht, die mir wieder sehr gut gefallen hat.

Etwas enttäuscht bin ich allerdings immer von der Zurückhaltung des Publikums, sowie, von der doch recht zögerlichen und verhaltenen Beifallsbekundung..........das ist schade!

Dieses hat mich auch veranlaßt, Ihnen mein persönliches Lob auszusprechen !

Ich finde, die Darsteller haben wesentlich mehr verdient ! Man merkt ihnen an, daß sie mit viel Enthusiasmus und Engagement dabei sind . Insbesondere beeindrucken mich die jungen Leute, die sich bereit erklären, die Kultur der Niederdeutschen Sprache zu erhalten !
MACHT WEITER SO !

In diesem Sinne, freundliche Grüße von

Petra Ommen

Johnny Kröger (Karl Zacher) mit seinen Original Hamburger Deerns