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Besöök ut de Stadt (Wilhelmshavener Erstaufführung) - Theater am Meer - Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven

Besöök ut de Stadt (Wilhelmshavener Erstaufführung)

Wilhelmshavener Erstaufführung

BESÖÖK UT DE STADT

Lustspiel in vier Akten von Friedrich Lange

Hier der Programmzettel anläßlich der Freilichtaufführung auf dem Rosenhügel im Stadtpark

PRESSESTIMMEN

Freilichtaufführung im Rüstringer Stadtpark: "Besöök ut de Stadt"

Ein schöner Erfolg der "Niederdeutschen Bühne, Rüstingen" des Heimatvereines

von Hermann Ahner

Anna, die beim Bauern Plog in Diensten war, sagte es immer wieder: daß die jungen Mädchen und Frauen nun einmal ohne die Mannsleute nicht auskommen könnten und daß es umgekehrt nicht anders sei. Und deshalb tat sie viel dazu, das zusammenzubringen, was zusammengehören sollte. 0 ja, Anna war schon so eine kleine Kupplerin, in allen Ehren natürlich, aber eine Frauensperson, die das Herz auf dem rechten Fleck hatte und ein doppeltes Mundwerk, wie der alte Knecht Martin zu bemerken Grund genug hatte. Annas Grundsatz war der, daß die Frau dazu geschaffen ist, einen Mann glücklich zu machen und Kinder zu bekommen, und das es immer nur auf das Herz dabei ankommt und nicht darauf, was man hat oder sein will.

Es hätten noch mehr diese Anna sehen und hören müssen, als gestern nachmittag vor dem Rosenhügel des Rüstringer Stadtparks Zuhörer dieser Freilichtaufführung erschienen waren. Die Hunderte, die gekommen waren, haden einen herrlichen Nachmittag in strahlender Sommersonne inmitten grüner Tannen, denn es gibt kaum eine schönere Freitlichtbühne als in diesem Stadtpark, aber es hätten wie gesagt noch viel mehr sein müssen. Man sah nicht alle Freunde der „Niederdeutschen Bühne". Vielleicht hatten sie es vorgezogen, da gerade Hochwasserzeit war, am Strande zu liegen, vielleicht war ihnen auch der Weg etwas weit, denn es fehlt ja leider noch an einer guten Fahrverbindung zum Rüstringer Stadtpark.. Jedenfalls müssen es bei der Wiederholung am kommenden Sonntag noch viel mehr werden, damit die Niederdeutschen Bühne neben ihrem restlosen Einsatz - so manchen Morgen begann man um 4 Uhr mit den Proben — nicht auch noch finanzielles Defizit hat. Ein Nachmittag wie gestern gibt so viel Freude, daß man den Weg zur Freilichtbühne wohl daranwenden ktann.

Ober hatte nicht jeder seine Freude an Therese Peters, die als Anna im Mittelpunkt des ganzen Spiels stand? Das war gestern wieder eine Bombenrolle für sie, man kam aus dem Högen und Lachen nicht heraus, wenn man dieses resolute Frauenzimmer so mit den Mannsleuten umspringen sah. Ja ja, die Anna wusste schon, was nottat, und sie hatte auch erkannt, daß die kleine Marie, die mit ihrer Mutter aus der Stadt kam, die aber als Verwandte des jungen Bauern gleiches Blut und gleiche Sehnsucht zur Scholle hatte, zum Jan Rungen paßte und nicht wieder zurückdurfte in die Stadt, sondern auf dem Lande bleiben mußte. Therese Peters hat gestern wieder bewiesen, daß sie echtes Theaterblut in den Adern hat und daß sie berufen ist zur Darstellung solcher Rollen.

Man muß immer wieder staunen, über wie gute Kräfte unsere „Niederdeutsche Bühne" verfügen kann. Da stellte Ellen Tammen doch eine Marie hin, die in der frischen, ursprünglichen Art jedern gefallen mußte! Sie war das Mädchen, um das in diesem Heimatspiel von Friedrich Lange alles ging, das Mädchen aus der Stadt, das dem Bauern Rungen ein Dorn im Auge war, weil es ihm einmal sein Maigras plattgetreten hatte und weil überhaupt diese Stadtmenschen vom Lanbe fernbleiben sollten. Aber daß der alte Rungen nachher selbst die Marie seinem Jan zuführt, weil das Mädchen sich nämlich inzwischen so rausgemacht hatte und so gut Landarbeit verrichten konnte, daß aus dem nervösen Stadtmädel ein frisches, gesundes Bauernmädel geworben war, ist der Witz dieses ganzen Spiels und darf nur angedeutet werden, um sen Zuschauern der Wiederholung den ganzen Spaß nicht zu nehmen. Johannes Nottelmann spielte diesen alten Bauern Rungen so vorzüglich, daß er ein echter niederdeutscher Bauer mit aller Dickköpfigkeit war. Da war nichts auszusetzen an seiner schauspielerischen Leistung, ebensowenig bei Emil Meinen, der seinen Sohn Jan spielte und der nachher die liebe Marie trotz aller seiner Schüchternheit doch bekam.

Was für prächtige Bauernfiguren dann noch in den übrigen Rollen! Willy Beutz gab einen sympathischen jungen Bauern Plog, der mit beiden Beinen auf der Erde stand und stolz war auf sein Bauerntum als Urquelle unseres völkischen Lebens. Liebreizend Nelly Schwarting als feine Braut Martha. Ein bischen überkandidelt, wie es die Rolle vorschrieb, Lotte Stehl als Plogs Schwester und verwittwete Frau Doktor, eine jener unglücklichen Geschöpfe, die vom Lande in die Stadt verpflanzt worden sind und dort nicht Boden fassen können, die aber nun auf den Bauern und seine Sippe herabfeuert, weil sie mehr „Büldung" genascht zu haben meinen, in Wirklichkeit aber auch nur bei ihrem Blut und auf altem Heimatboden nur ganz sie selbst sein können, wie man an ihrer Tochter Marie ja so schön erlebt hatte.

Noch drei schöne Typen: Christoph Janßen als der alte Knecht Martin, ein prächtiger Kerl, dem auch der Hochzeitsbitter gut stand, Erich Stammereilers Als Annas Bräutigam und Zimmermann Gerd Winkel, dem Anna übrigens schnell noch ein paar Neubauten zuschanzte und Willi Robe als der lockere Zeisig Plüsch, der schließlich auch seine verdiente Abfuhr bekam, denn solche Mannsleute passen nicht zum Lande. Die Trachtengruppe darf nicht vergessen werden, denn sie vervollständigte das Bild beim Richtfest, Polterabend und Hochzeitstag und zeigte mache alten
Bräuche.

Man merkte dem flüssigen Spiel gestern kaum an, welche Arbeit der Spälbaas Heinrich Frese darabgewendet hatte. Es klappte alles wie am Schnürchen, und vor allem war dort oben auf dieser Freilichtbühne soviel blutvolles Leben, soviel echt Niederdeutsches in Wort und Darstellung, daß wir der Niederdeutschen Bühne und ihrem Spíelleiter die gleiche Anerkennung sagen können, wie sie gestern aus dem starken Beifall der restlos befriedigten Zuhörer zu erkennen war. Es war wieder ein neuer schöner Erfolg unserer heimischen Niederdeutschen Bühne.

Wenn am kommenden Sonntag zur Wiederholung eingeladen wird, sollten recht viele Wilhelmshavener den Weg zum Rosenhügel des Rüstringer Stadtparkes machen, man wird dann ebensoviel Freude heimbringen wie wir gestern. .