Wilhelmshavener Erstaufführung

MIEN MANN, DE FOHRT TO SEE

Lustspiel in drei Akten von Wilfried Wroost

Inszenierung : Willi Minauf Bühnenbild: Eden-Bant

Lüüd
Karl Brammer- Arno Tholen
Mary Brammer - Ellen Beutz
Friedrich Brammer - Heyo Eiben
Augusta-Viktoria - Annemarie Beermann
Mandus Sötje - Heino Aden
Malwine Sötje - Therese Peters
Adrian Pott - Karl-Heinz Herpel
Ulli Stichling - Herta Tammen
Johannes Menck - Enno Buß
Justus Aldag - Ernst Neumann


Die lieben Verwandten! v.l. Malwine (Therese Peters), Auguste-Viktoria (Annemarie Beermann), (Mandus) Heino Aden, Friedrich (Heyo Eiben) - eine köstliche Szene aus "Mien Mann de fohrt to See" - Spielzeit 1950/51 -

PRESSESTIMMEN

"Mien Mann,  de fohrt to See"

 Lachstürme erschütterten das Stadttheater - Glänzende Aufführung

Wilfried Wroost, der Autor der plattdeutschen Komödie "Mien Mann, de fohrt to See", schreibt zu seinem Stück, daß es ihm darum ginge, den sonderbaren Paragraphen über das Erbrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch "anzuprangern". Selbst dann, wenn die Frau nachweislich alles, was vorhanden ist, aus eigener Kraft mühselig erworben und aufgebaut hat, ist sie verpflichtet, wenn die Ehe kinderlos geblieben ist, den Nachlaß mit den Verwandten zu teilen. "Ist das nicht ungerecht?" fragt der Autor.

Diesen Stoff knetet nun Wilfried Wroost nach allen Regeln der Kunst. Der Inhaber der Gaststätte "Zum blauen Peter", Karl Brammer (Arno Tholen gibt der Gestalt Leben und Kraft) hat wegen "Ami Zigaretten" noch drei Monate abzubrummen. Seine Frau Mary erfährt davon (Ellen Beutz ist die springlebendige Wirtsfrau, die im Mittelpunkt der Handlung steht). Um allem aus dem Wege zu gehen, heißt es einfach, wenn man sich nach dem Wirt erkundigt: "Mien Mann, de fohrt to See". Und als nun das Schiff, auf dem "Kuddel" Brammer fährt, auf Tiefe geht, ist "Holland in Not".

Plötzlich ist der verstorbene Schwager und Bruder Karl Brammer wieder da - v.l. Ellen Beutz, Arno Tholen, Therese Peters, Heyo Eiben, Annemarie Beermann und Heino Aden - eine Szene aus "Mien Mann de fohrt to See" - Spielzeit 1950/51 -

Die lieben Verwandten (Heyo Eiben und Annemarie Beermann sowie Heino Aden und Therese Peters reißen die Zuschauer zu wahren Lachstürmen hin) sind auf einmal so besorgt um die arme Witwe. Sie können es gar nicht verstehen, daß sie den Tod ihres Mannes ignoriert. Und als sie nun den oben angeführten Paragraphen entdeckt haben, da platzen sie vor Habsucht und Raffgier. Sie kriegen sich in die Haare. Inzwischen aber hatte Karl Brammer 48 Stunden "Urlaub auf Ehrenwort°' bekommen. Und hört all die Zänkereien seiner Verwandten hinter der Wand mit an. Nun platzt ihm der Kragen und im hohen Bogen wird die nette Verwandtschaft an die Luft befördert.

Um diese Handlung rankt sich noch so manche nette Begebenheit. Zwei alte Junggesellen (Enno Buß und Ernst Neumann) sind um die ,junge Witwe" recht besorgt. Weiter erfährt Frau Brammer, daß ihr Mann bereits einen großen Sohn (Karl Heinz Herpel spielt ihn herzerfrischend) hat. Er wird Kellner bei ihr und verliebt sich in das Hausmädchen Herta Tammen. Weiter sind da noch so kleine Überraschungen mit einem Babybond und einem Barsche. Das Stück knister vor Überraschungen. Will! Minaufs Regie schälte die Höhepunkte recht plastisch heraus. Eden Bants Bühnenbilder schufen die echte Atmosphäre einer Hamburger Gastwirtschaft, wie überhaupt dem Hamburger Humor ein Denkmal in dieser Komödie gesetzt wird. Diesem Erfolgsstück werden volle Häuser beschert sein.

Mandus (Heino Aden) und Malwine (Therese Peters) - ein köstliches Paar - eine Szene aus "Mien Mann de fohrt to See" - Spielzeit 1950/51