2. Wiederaufführung, davor 1960/61 und 1975/76 gespielt

SLUDERKRAAM IN´T TREPPENHUUS

Komödie in vier Akten von Jens Exler

Inszenierung: Horst Jönck
Bühnenbild: Carl Ransleben

Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Souffleuse: Marion Zomerland
Requisiten: Marga Goldenstein
Inspizientin: Helga Borraß
Bühnenbildbau: Alfred Christoffers, Walter Borraß, Erwin Hildebrandt, Michael Müller, Karl-Heinz Goldenstein, Gesienus Thomas, Günter Newerla, Frank Schmidt und Klaus Panka
Bühnenmaler: Herbert Ulbrich

Rollen und Darsteller
Hanne Knoop, Wwe. - Wilma Welte
Heike Seefeldt, Untermieterin bei Frau Knoop - Petra Loschen
Ewald Brummer, Steuerinspektor a.D. - Klaus Aden
Dieter Brummer, sein Neffe - Günter Jaedeke
Bernhard Tramsen, Schlachtermeister - Karl-Heinz Schröder
Herr Seefeldt, Heike´s Vater - Claus Miehlke
Felix, Bäckerjunge - Annette Risch
Meta Boldt, eine Nachbarin - Margot Andrews-Jäkel

Meta Boldt (Margot Andrews-Jäkel) berichtet Schlachtermeister Tramsen (Karl-Heinz Schröder), was hier im Hause für Ungeheuerlichkeiten passieren

WILHELMSHAVENER ZEITUNG UND NORD-WEST-ZEITUNG

Szenenapplaus und begeisterte Zurufe für den Sluderkram

Toller Erfolg für die Niederdeutsche Bühne im Stadttheater

Von Inse Leiner

Wilhelmshaven. Es gibt wohl kaum ein Mietshaus, in dem zwischen Tür und Angel nicht getrascht wird. Die Nachbarn belauschen, Gerüchte verbreiten und herumspionieren, das sind nicht selten die Lieblingsbeschäftigungen so mancher Leute. Obgleich der "Sluderkram in't Treppenhus" von Jens Exler am 2. Weihnachtstag bereits zum dritten Mal in der Geschichte der Niederdeutsche Bühne im Wilhelmshavener Stadttheater gespielt wurde, war die Premiere erneut ein Lacherfolg. Die Inszenierung von Horst Jönck wuxde mit der ausgezeichneten schauspielerischen Leistung ein "Bravourstück" ein Genuß für jeden Theaterfreund. Und immer wieder.gab es Szenenapplaus.

Margot Andrews Jäkel bewies in der Rolle der tratschenden Meta Boldt nicht nur Talent sondern Können. Sie schnatterte, spekulierte und traschte, als wenn sie es gar nicht anders kennt. Eine Glanzrolle für Margot Andrews Jäkel, die von Anfang an in Höchstform schauspielerte. . ' Ebenso überzeugend spielte sich Klaus Aden als Finanzbeamter a.D. und Junggeselle Ewald Brummer in die Herzen des Publikums. Großartig sein Auftritt im vierten Akt, als er nach dem lustigen Stiftungsfest mit seinen Zuchtkaninchen unter dem Arm über den Hausflur torkelt und seinen "zweiten Frühling" mit Nachbarin Hanne Knoop alias Wilma Welte erlebt.

Hanne Knoop (Wilma Welte) und Ewald Brummer (Klaus Aden) kommen bester Laune vom Stiftungsfest des Kaninchenzüchtervereins

Auch Wilma Welte fühlte sich in ihrer Rolle als resolute, aber herzensgute Frau, sichtlich wohl. Vom Klatsch der Meta Boldt läßt sie sich nicht einwickeln. Als liebenswerter Hauswirt und Schlachtermeister Bernhard Tramsen glänzte auch Karl Heinz Schröder. Schnell findet er an der jungen und hübschen Heike Seefeldt alias Petra Loschen gefallen, die bei Hanne Knoop unerlaubt zur Untermiete wohnt. Der nächtliche Besuch mit einer frischen Mettwurst wird für ihn jedoch zu einer Enttäuschung. Denn Heike Seefeldt fühlt sich mehr zum flotten Dieter (Günter Jaedeke) hingezogen, der ebenfalls ohne Erlaubnis bei seinem Onkel Ewald Brummer zur Untermiete wohnt.

Heike weiß die "Mannslü" zu nehmen: Mit Charme erreicht sie ihr gestecktes Ziel. Auch der Streit mit ihrem Vater (Claus Mielke) wird schließlich beigelegt. Den Einstieg in die Geschichte, die sich überall zutragen könnte, gibt der Bäkkerjunge Felix (Annette Risch) aus der Nachbarschaft, der mit Vorsicht und Bedacht stellvertretend für den 1987 verstorbenen Autor Jens Exler dem Publikum den "Spiegel des Alltags" vorhält. Exler wurde 1914 in Flensburg geboren und leitete von 1951 bis 1961 die Niederdeutsche Bühne in Flensburg. In vielen Theaterstücken stand er selbst auf der Bühne. Schon 1947 versuchte er sich als Autor und landete mit dem Stück "Swattbunte Farken" einen Erfolg. Sein erfolgreichstes] Stück "Sluderkram in't Trep penhus" wurde 1960 veröffentlicht.

Die Niederdeutsche Bühne Wilhelmshaven hat den "Sluderkram" auch diesmal wieder erfolgreich inszeniert und einen humorigen und turbulenten Theaterabend, der auch zum Nachdenken anregte, geboten. Die Darsteller wirkten hervorragend aufeinander eingestellt und steckten sich gegenseitig mit der offensichtlichen Freude am Spiel an alle ließen ihrer Spielfreude freien Lauf. Abgerundet wurde der Theatergenuß nicht zuletzt durch das Bühnenbild, an dem Walter Borraß, Alfred Christoffers, Erwin Hildebrandt und Herbert Ulbrich mitwirkten sowie der Ausstattung von Marga Goldenstein unter der Gesamtleitung von Helga Borraß.

Heike Seefeldt (Petra Loschen) sorgt morgens für gute Stimmung mit lauter Musik - zumindest bei Hanne Knoop (Wilma Welte)