3. Wiederaufführung (4), davor 1952/53, 1964/65 und 1977/78 gespielt

DAT VERLEGENHEITSKIND

Lustspiel in drei Akten von Jens Peter Asmussen

Inszenierung: Jürgen Tapken
Bühnenbild: Jürgen Tapken

Bühnenbildbau: Walter Borraß, Alfred Christoffers, Erwin Hildebrandt
Bühnenmaler: Herbert Ulbrich
Bühnentechnik: Klaus Panka, Sönke Kiewitt, Siegfried Margowski,
Günter Newerla, Gesienus Thomas
Beleuchtung: Peter Pfaus, Uwe Freiberg
Inspizient: Anne Hillers
Souffleuse: Helga Lauermann
Requisiten: Angelika Lauxtermann

Rollen und Darsteller
Amandus Quandt - Horst Karstens
Katrin, seine Frau - Karin Heyel
Hein, ihr Sohn - Thorsten Könnecke
Peter Brandt, Bauer - Horst Jönck
Gesche, seine Frau - Heidi Rausch
Evchen, ihre Tochter - Petra Loschen
Hans Wickenhusen, Briefträger - Heinz Zomerland
Emma Meier - Rowitha Wunderlich
Mali, ihre Tochter - Dagmar Grube
Jan, Gehilfe bei P. Brandt - Michael Hillers

Amandus (Horst Karstens) umschwärmt Mali (Dagmar Grube), etwas verdutzt nicht das Katrin (Karin Heyel) zur Kenntnis.

WILHELMSHAVENER ZEITUNG UND GRODEN POST

Ein Feuerwerk schlagkräftiger Pointen

Premiere bei der Niederdeutschen Bühne: "Dat Verlegenheitskind" erhielt viel Beifall

Von Ernst Richter

Entspannen war am zweiten Weihnachtsfeiertag angesagt. Man streckt sich in die Theatersessel. Erwartet keine Probleme. Möchte sich nur unterhalten lassen. Die Niederdeutsche Bühne am Stadttheater Wilhelmshaven bringt "Dat Verlegenheitskind" een lustig Spill in dree Töörns van Peter Asmussen auf die Stadttheaterbühne. Das Ensemble steckt die weihnachtlichen Wunderkerzen an. Brennt einen deftig fröhlichen Schwank ab, der von ständig wiederkehrenden Lachsalven aus dem Parkett begleitet wird.

Allein das Bühnenbild macht Lust auf sonnige Tage auf dem Lande zwischen Blumen, gemütlicher Häuslichkeit und einladenden Holzbänken. Der Blick schweift über die Landschaft, welch eine Idylle, auf die Bühne gestellt von Sönke Kiewitt, Michael Müller, Siegfried Margowski und Gesinus Thomas. Wenn da nur nicht diese garstige Katrin das Kommando über ihren Mann Amandus Quandt führen würde. Die beiden (gespielt von Karin Heyel und Horst Karstens) sind hier nämlich zu Hause, zusammen mit ihrem Sohn Hein (dargestellt von Thorsten Könnecke). Der Amandus Quandt entwickelte bäuerliche Schläue und erfand eine Tochter aus vorehelicher Zeit, um seine Saufdiäten um 150 Mark pro Monat aufbessern zu können.

Evchen (Petra Loschen) und Hein (Thorsten Könnecke) sind sie bald ein Paar?

Ganz im Gegensatz dazu ist sein Freund und Nachbarsbauer Peter Brandt (in Szene gesetzt von Horst Jönck), eher ein wenig begriffsstutzig. Dessen Frau Gesche (gespielt von Heidi Rausch) hat nicht nur Haare auf den Zähnen, sie weiß auch den Besen bedrohlich zu schwingen, um ihrem Kommando Nachdruck zu verleihen. Natürlich haben sie auch ein hübsches Töchterlein Evchen (Petra Loschen), auf das der Briefträger Hans Wickenhusen (Heinz Zomerland) ganz scharf ist.

Das Verlegenheitskind Mali wird mit viel Chic und Charme von Dagmar Grube verkörpert. Dessen Mutter Emma Meier wird von Roswitha Wunderlich dargestellt. Bleibt zu nennen noch Michael Hillers als Jan, Knecht bei den Brandts. So entwickelt sich ein die Lachmuskeln erschütternder Schwank, über den sich schon Väter und Urväter der heutigen Theatergeneration halb totgelacht haben. Da wird ein richtiges Feuerwerk an Situationskomik und schlagfertigen Pointen unter der erfrischenden Regie von Jürgen Tapken aufgetischt. Das Publikum darf gespannt bleiben, bis sich der Schlußvorhang schließt.

Immer wieder gibt es überraschende Wendungen in der verzwickten Handlung um die außereheliche Tochter, die es eigentlich gar nicht gibt, die dann aber doch plötzlich leibhaftig vor Amandus Quandt steht. Die Komplikationen nehmen kein Ende. Und wer nach dem zweiten Akt dachte, die Handlung sei nun wohl gelaufen, den erwartet nach dem Pausenschampus die letzte Überraschende Aufklärung.

Das Laienspiel Ensemble agierte durchaus profihaft. Ein paar Unsicherheiten beim Text konnten nicht ablenken. Die gute Laune sprang zum Publikum über, das die Mitwirkenden mit anhaltendem Beifall verabschiedete.

Hans Wickenhusen (Heinz Zomerland) bringt nicht nur die Post für Katrin (Karin Heyel) mit - er hat auch ein Auge auf Evchen geworfen.

Die weiteren Aufführungen sind am 8., 14., 15., 27. und 28. Januar, Beginn jeweils um 20 Uhr; am B. und 15. Januar wird auch um 15.30 Uhr im Stadttheater gespielt sowie am 19. Januar im evangelischen Gemeindehaus Sande, am 20. Januar in der Aula der AgnesMiegel Schule in F'groden (jeweils Beginn 20 Uhr) und am 29. Januar ab 19.30 Uhr im Theater auf der Werft in Papenburg.